Work in Progress (2) „Der Redner“

Neben dem Roman, den ich in naher Zukunft gerne an diverse Stellen schicken möchte, um ihn vielleicht veröffentlichen zu lassen (ich hasse übrigens die vielen Konjunktive in diesem Zusammenhang), gibt es auch noch ein aktuelles Projekt, an dem ich zur Zeit schreibe.

Dieses Projekt ist insofern etwas seltsam, als dass ich im Gegensatz zu allen anderen bis hierhin geschriebenen Manuskripten mit dem Arbeitstitel vollkommen unglücklich und unzufrieden bin. Sicher, wie die Bezeichnung Arbeitstitel schon sagt, kann hier jederzeit verbessert und geändert werden. Aber mir fällt trotz aller Unzufriedenheit nicht wirklich etwas ein, das griffiger, passender und gleichzeitig nicht zu viel verratend wäre.

Mit der Arbeit an „Der Redner“ habe ich vor etwas über sieben Monaten begonnen. Genau weiß ich das nicht mehr, weil ich mir, auch völlig untypisch für mich, den ersten Tag nicht notiert habe, an dem ich diesen Roman begann. Ich war damals für eine längere Zeit in einem Krankenhaus und die Tage zogen sich im Einerlei dahin. Da dachte ich, dass ich – nach längerer Pause – versuchen könne, doch wieder eine Geschichte zu schreiben.

Und ich fing sprichwörtlich mit nichts an, außer einer Ausgangssituation: ein Krankenpfleger betritt seine Station. Alles ist wie immer. Aber dann wird ein ganz besonderer Patient eingeliefert, der sich für jemanden hält, der schon lange Jahre unter der Erde liegt: Adolf Hitler. Der Pfleger interessiert sich für diesen Menschen und während ringsherum in der Stadt München seltsame Dinge anfangen, sich abzuspielen, kommen der Pfleger, ein Streifenpolizist und ein britischer Reporter langsam einem Geheimnis auf die Spur.

Auf die Spur musste ich mich auch erst einmal setzen, als ich mit Schreiben angefangen hatte. Die Seiten flossen recht gut, das Schreiben machte Spaß und das Gefühl von „ich kann es noch“ erwies sich als richtiger Stimmungsheber. Spätestens als ich mit Kevin Ryason, dem Reporter, eine alte Figur aus einer anderen Geschichte von mir integriert hatte, kam ich gut voran. Diese kleinen Querverweise, die ich mir, wie man unschwer erraten wird, bei Stephen King abgeschaut habe, machen mir einfach Freude.

Aber immer noch hatte ich nicht wirklich eine Idee über den Gesamtrahmen, der die für sich jeweils ganz gut funktionierenden Einzelszenen verbindet. Diesen habe ich mir erst nach und nach erarbeitet und ich glaube, dass ich in „Der Redner“ auch abseits vom Namen noch ganz viel Energie investieren muss, um in der Nachbearbeitung alles stimmig zu bekommen. Inzwischen bin ich da nämlich auf einem guten Weg, wie ich glaube. Wenn da nur nicht dieser Titel wäre, der zwar perfekt zur Ausgangsidee passte, inzwischen aber völlig unpassend ist.

Ich plane „Der Redner“ als ein apokalyptisches Werk, wenn man so möchte also als einen Weltuntergangs-Thriller, wobei die Horrorelemente weit zurückgefahren sind. Eine Gruselgeschichte ist es aber irgendwie schon. Oder doch auch ein politisches Werk?

Ich bin gespannt, wohin mich die Arbeit an diesem Romanentwurf noch führen wird, nun, wo ich im letzten Drittel des Textes angekommen bin.

Euch wünsche ich einen schönen Abend, macht was draus!

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6 Gedanken zu “Work in Progress (2) „Der Redner“

  1. Ich finde es toll, wenn man nicht von Anfang bis Ende eine Idee hat, die man exakt so umsetzt, sondern wenn die Geschichte einfach aus der Hand fließt wie sie fließt.
    Bei meinen Blogeinträgen geht mir das meist ähnlich. Ich will über das eine schreiben und habe am Ende einen ganz anderen Sinn darin. Ist aber auch wurscht, der Sinn ist ja da. 😉

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    • Mic schreibt:

      Ich schreibe auch wesentlich lieber frei und nicht nur anhand eines vorweg bestimmten Plans. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass man die Arbeit damit nur nach hinten verschiebt. Irgendwann muss halt alles zusammen passen und das geht bei vielen Details, die man sich spontan hat einfallen lassen, leider nicht ohne eine gehörige Portion Schweiß.

      Aber zumindest für meine Blogeinträge versuche ich auch, den Mut zur Unvollkommenheit zu behalten. Sonst könnte ich hier wahrscheinlich gleich wieder zusperren ;).

      Gefällt 1 Person

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