Wenn der Postmann zweimal klingelt …

… dann wäre es eigentlich an der Zeit, ihm einen ganzen Packen an Unterlagen in die Hand zu drücken, die er dann mit in sein Postverteilungszentrum nehmen kann, dort in die Sortiermaschine packt und damit in die große weite Verlagswelt hinausschickt.

Gut, der Postbote liefert meines Wissens bislang nach wie vor ab und nimmt nicht mit (bei Paketen sieht das inzwischen anders aus), außerdem streiken die Postmitarbeiter im Moment ja auch alle Nase lang. Mal ganz davon abgesehen, dass auch in vielen Verlagen und Literaturagenturen inzwischen die Unterlagen gerne per E-Mail angenommen werden. Wobei das Wort „Annahme“ hier nicht bedeuten soll, dass sie sich freuen, diese zu bekommen, sondern dass sie sie auf diesem Weg erhalten wollen.

Ich habe vor einigen Tagen in diesem Beitrag angedeutet, dass ich im Moment noch ein wenig davor zurückschrecke, „Der Morgen danach“ auf seine Reise zu schicken. Neben handfesten Gründen wie dem letzten und aus meiner Sicht abschließendem Korrekturlauf sind es vor allem Gründe, die in meiner Selbstsicherheit oder eben deren Fehlen zu suchen sind.

Ich schreibe seit meiner Kindheit, habe den ersten Roman mit 18 Jahren zum Abschluss gebracht und mich seitdem mit jedem weiteren Entwurf in Sachen Ausdruck, Plot und Form gesteigert. Meine Geschichten sind keine Nachahmungen von etwas anderem mehr (vielleicht erzähle ich irgendwann mal, wie ich mir in den Kopf gesetzt hatte, Star Wars fortzusetzen, ähem. Nein, ich erschaffe mir meine eigenen Realitäten und habe es auch geschafft, diese wirklich in der Realität zu verankern. Auch wenn in einigen Romanen durchaus übernatürliche Elemente vorkommen. Dann aber bewusst so eingesetzt und nicht, weil sie als Deus ex Machina benötigt werden.

Na, klingt das so, als ob es diesem Autor an Selbstsicherheit mangeln würde? Nein, das tut es nicht, wenn ich mir das so durchlese. Und doch ist es so, dass es mich ungeheuer treffen würde, wenn ich von den Agenturen und Verlagen, die ich anschreiben möchte, nur Absagen bekommen würde. Schlimmer wäre wahrscheinlich nur, wenn ich überhaupt kein Feedback bekommen würde. Das Schreiben gibt mir in Phasen, in denen es mir nicht so gut geht, eine gewisse Sicherheit. Es ist eine Art Indikator dafür, wie es mir geht (weswegen es auch ein nutzbares Alarmzeichen ist, dass irgendwas nicht stimmt, wenn ich nicht schreiben kann).

Und ja, auf die Gefahr hin, dass ich mich morgen dafür schämen werde, dies so geschrieben zu haben: ich habe Angst davor, mir irgendwas selbst kaputt zu machen / machen zu lassen, wenn ich den Weg in die Öffentlichkeit gehe.

Jetzt könnte man spitzfindig fragen, wieso ich dann überhaupt diesen Blog begonnen habe. Ganz einfach, um mir unabhängig von meiner Sorge ein Ventil zu geben, um genau mit diesen Sorgen auch umgehen zu können. Mich vielleicht selbst ein wenig unter Druck zu setzen.

Denn ich will ja diesen Schritt gehen!
Und ich will ja meinen Romanentwurf zur Veröffentlichung anbieten!
Weil ich irgendwann meinen Roman in einer Buchhandlung in der Hand halten können will!

Es ist nun einmal so: für die Schublade zu schreiben ist sicher, der Weg zur Veröffentlichung birgt ein gewisses Risiko. Zumindest in meinem Gefühl. Ich arbeite daran, über meinen Kopf die Erkenntnis, dass ich nichts zu verlieren habe und nur gewinnen kann, auch an das Gefühl durchzureichen.

Im Moment brauche ich noch etwas Zeit. Aber Zeit gehört zu den Dingen, die man als Autor mehr als genug hat. Und die man sich auch geben sollte.

Ich halte euch auf dem Laufenden und wünsche euch noch einen schönen Sonntag!

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4 Gedanken zu “Wenn der Postmann zweimal klingelt …

    • Mic schreibt:

      Eine gewisse Spannung fühle ich auch, aber das kam sicherlich auch schon ohne explizite Erwähnung so rüber ;).

      Ich habe mir deinen Prolog einmal durchgelesen und sage jetzt der Einfachheit halber hier, dass ich ihn gut gelungen finde! Natürlich lässt sich aus den fünf Seiten noch nichts wirklich herauslesen, aber das ist ja immer so. Es macht neugierig auf die weitere Geschichte und die dahinter liegende Welt. Ich fühlte mich so ein ganz kleines bisschen an Virtual Reality erinnert. Vielleicht auch an eine „freundlichere“ Version der Matrix.

      Der in deinem Blogeintrag von damals genannte Faktor Zeit hat mich spontan zu meinem nächsten Eintrag motiviert, an den ich mich gleich mal machen werde :).

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