„Flatschen“ für eBooks?

Heute muss ich einmal einen aktuellen Diskussionsgegenstand aus der Welt des Self-Publishing aufgreifen, den man auf den ersten Blick für eine Art Aprilscherz halten könnte – wenn wir nicht schon Mai hätten und die Sache so verdammt unlustig wäre.

Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an das Jahr 2010. Das war das Jahr, in dem endgültig geltendes Recht wurde, dass alle in Deutschland vertriebenen DVDs oder BluRays einen großen Aufdruck auf dem Cover haben müssen, der die Alterseinstufung der FSK für den enthaltenen Film zeigt. Diese Zeichen, von den Filmsammlern und -enthusiasten damals schnell als „Flatschen“ im Sinne von Aknepickeln bezeichnet, stießen in breiter Front auf Ablehnung und zum Glück für die Sammler ist bei den meisten Verleihern das Mitliefern eines Wendecovers ohne diese Bezeichnung zum Standard geworden.

Für Computer- und Konsolenspiele, ja für ganze Websites, gibt es vergleichbare Einstufungen. Und nun sind anscheinend auch eBooks in den Fokus gerückt – auch wenn es wohl nicht dazu kommen wird, dass auch Schriftsteller ihre Bücher mit solchen Flatschen verunstalten müssen.

In einem empfehlenswerten Artikel auf www.selfpublisherbibel.de werden die „Fiktionen und Fakten“ zu den zu erwartenden Bestimmungen ausgeführt. Da im Moment noch nicht feststeht, wo die Reise wirklich hingehen wird, muss auch dort natürlich viel im Konjunktiv verbleiben.

Aber stellen wir uns doch einmal für einen Moment vor, dass man für den Erwerb eines eBooks einen Altersnachweis erbringen – und der Verkäufer dieses einen Jugendschutzbeauftragten einstellen muss. Spinnen wir die Vision ein wenig weiter und es kommt dazu, dass manche Bücher als „entwicklungsbeeinträchtigend“ eingestuft werden. Was ist das überhaupt, entwicklungsbeeinträchtigend: Sex? Sicher! Mord und Totschlag? Sehr wahrscheinlich. Politische oder gesellschaftliche Ideen (etwa in Utopien)? Kommt vielleicht drauf an.

Nein, was sich liest wie eine Vision aus dem Schreckenskabinett des Jugendschutzes ist aus meiner bescheidenen Sicht nicht konsequent durchdacht. Oder ich habe den tieferen Sinn dahinter nicht verstanden. Kann ja auch sein.

Auf jeden Fall ist es auch eine weitere Bestätigung für mich, primär die Veröffentlichung im Print anzustreben – denn für „normale“ Bücher gilt dies alles natürlich nicht.

Schöne, neue, Medienwelt?!?

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