Noch einmal zu meiner Arbeitsweise

Ich habe das Gefühl, als dass ich nach dem gestrigen Beitrag noch einmal ein paar Worte dazu fallen lassen sollte, wie ich eigentlich meine Arbeit an einem Buch durchziehe. Ich habe ja schon fallen lassen, dass ich mich selber eher zu den intuitiven Schreibern zähle, die nicht lange im Voraus jede Szene planen. Beim Schach plane ich auch nicht viele Züge im Voraus. Das macht mich wahrscheinlich zu einem schlechten Schachspieler, ist aber nach meiner Überzeugung für die Kreativität durchaus von Vorteil.

Nehmen wir meine jetzige Situation, in der ich mich in dem Teufelskreis der Schreibblockade befinde. Ich habe die Szene, wie sie ablaufen soll, genau vor Augen: Kevin Ryason und die drei Soldaten verfolgen die sich in mäßig schnellem Schritt zurückziehenden Besessenen. Sie müssen dabei nicht einmal besondere Vorsicht walten lassen, schließlich nimmt niemand von ihnen Kenntnis. Es scheint fast, als ob die ganze Bedeutung, die vorher dem Versuch beigemessen wurde, sie in der Akademie festzusetzen, ins Gegenteil verkehrt worden wäre.

Ganz klar, es handelt sich dabei um eine Szene, die einen klaren Charakter als Zwischenszene zwischen zwei wichtigen Plotpunkten hat: der Belagerung der Jüdisch geistigen Akademie und dem, was sich als nächstes in München abspielen wird (und was ich hier nicht spoilern werde, schließlich möchte ich auch diesen Roman irgendwann gewinnbringend an den Mann bringen 😉 ).

Aber ich bin frei in ihrer Gestaltung, kann die Länge und die Kürze bestimmen. Ich kann noch eine bereits früher eingeführte Figur auftreten lassen, um der Szene die Einfachheit zu rauben und die Spannung noch einmal anzuziehen. Generell mache ich das ganz gerne, dass ich mit meinem Personal so umgehe, dass ich ein bis zwei „Springer“ habe, die durchaus unverhofft in Szenen auftauchen können, in denen sie eigentlich ursprünglich nichts zu suchen gehabt hätten. Das ist praktisch das Äquivalent zu den Bekannten, die man an der Supermarktkette trifft. Nur dass diese Zufallsbegegnungen im Roman schon ein wenig mehr zu bieten haben sollten als Smalltalk über das Waschpulver, das man gekauft hat.

Liegt in diesem Umstand jetzt die Lösung für mein kleines Schreibproblem? Vielleicht. Ich plane, es später an diesem Tag noch einmal auszuprobieren. Wie ich bereits früher einmal sagte: eine Seite kann eine Menge ändern und in Bewegung bringen.

Ich werde berichten und wünsche euch bis dahin, dass ihr nicht zu sehr schwitzt an diesem heißen Tag!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s