Musik, die zu Geschichten inspirierte

Bei einem meiner Streifzüge durch die große bunte Welt der Blogosphäre bin ich auf einen Artikel bei Frau Margarete gestoßen, der mich sehr fasziniert und interessiert hat. In diesem stellt Frau Margarete uns die Musikalben vor, die sie im Laufe ihres Lebens wohl am meisten inspiriert haben.

Musik und Inspiration, das ist für mich ja auch immer so ein Thema. Ich schreibe sehr oft, während ich Musik höre. Musik ist dabei mehr als nur Untermalung oder Hintergrundrauschen für mich. Musik ist Emotion, ist Rhythmus, ist Energie! Alles Aspekte, die auch eine gute Geschichte vertragen kann.

Wie ich schon in meinem Kommentar zu Frau Margaretes Artikel geschrieben, wäre es eine Mammutaufgabe, alle Einflüsse oder auch nur Lieblingslieder/-alben aufzuzählen, die mich während des Schreibens begleitet haben. Da ich peinlich genau Buch darüber führe, von wann bis wann eine Geschichte entstanden ist (ich erzähle ein andermal, wieso), könnte ich wahrscheinlich sogar eine recht lückenlose Dokumentation meiner Lieblingsalben erstellen. Aber das ist dann wohl doch ein wenig zu viel des Guten.

Was ich aber machen möchte ist, die fünf Alben vorzustellen, ohne die es jeweils eines meiner Romanprojekte nie gegeben hätte. Mir ist dabei vollkommen bewusst, dass ich diese Entwürfe noch nie hier erwähnt habe und dass sie vielleicht für den Blog oder meine Reise zur Veröffentlichung nie eine Rolle spielen werden. Aber für wen schreibe ich denn diese kleinen Beiträge, wenn nicht zuletzt auch für mich selbst? Trotzdem seid ihr gerne zum Mitlesen eingeladen 🙂 !

Hier nun also die Alben zum Roman:


 

MIKE OLDFIELD: THE SONGS OF DISTANT EARTH

The Songs of Distant EarthDie Vertonung eines Romans von Arthur C. Clarke war die logische Wahl für meine Novelle „3099 – Raumschiff Meteor antwortet nicht“, die ich als einen Bestandteil eines Dreierpacks von überarbeiteten „Altlasten“ vorgesehen hatte. Denn ich siedelte die Geschichte in der Realität an, die Clarke für seinen Roman 2001 – Odyssee im Weltraum bzw. die Nachfolger erschaffen hatte. Was eine Veröffentlichung nahezu ausschließen dürfte.

Dabei handelt es sich im Kern um eine stark erweiterte Version der allerersten Geschichte, die ich je geschrieben habe – eben rund um jenes Raumschiff Meteor, das nicht mehr auf Anrufe antwortet.

Die Musik Oldfields ist sehr sphärisch, atmosphärisch und teilweise schon in den Ambient-Bereich schielend. Musik, wie für einen Science-Fiction-Film geschrieben. Und sehr passend zu dem düsteren Charakter meiner Geschichte.

WOLFSHEIM: NO HAPPY VIEW

No Happy View

Erst durch die Zusammenarbeit von Sänger Peter Heppner mit Joachim Witt und dem Megahit „Die Flut“ drang die Band Wolfsheim Ende der neunziger Jahre in das Bewusstsein der breiten Masse vor. Aber da hatten sie bereits einige sehr gute Alben veröffentlicht und den einen oder anderen Szenehit gelandet. Ganz vorne zu nennen: „The Sparrows and the Nightingales“.

Dieser Song war damals in den sogenannten „dunklen“ Clubs, zumindest des Teils der Republik in dem ich lebe, Standardrepertoire. Und als ich für meinen Roman „Lichter“, der als Hauptfigur eine Person hat, die eben in dieser Szene und diesen Clubs zuhause ist, eine Art Leitsong suchte, war dieser die logische Wahl. Und so finden sich immer wieder textliche Verweise, insbesondere auf die im Lied genannte Zeile „Wo ist der Führer der mich führt, ich warte immer noch“.

Ein sehr melancholisches Lied für einen über weite Strecken sehr melancholischen Roman.

MIKE OLDFIELD: CRISES

CrisesDas Album, das für die hervorragenden Songs „Moonlight Shadow“ und „Shadow On The Wall“ Bekanntheit und Rekordabsätze erreichte. Für meine Schriftstellerei war aber der Titeltrack, ein rund zwanzig Minuten langes Instrumentalstück, Ausschlag gebend. In diesem von Fairlight-Synthesizern dominierten Opus gibt es eine Sequenz, in welcher immer wieder der Gesangspart „The watcher and the tower – waiting hour by hour“ wiederholt wird. Unschwer zu erkennen die Zeile, auf die auch mit dem Coverbild des Albums hingewiesen wird.

Der Turm, in dessen oberster Etage ein Licht brennt, hatte mich schon ganz, ganz früh zu einer einseitigen Story inspiriert, der ich den naheliegenden Namen „Der Beobachter und der Turm“ gab. Jahre später hatte ich vor, einen Roman daraus zu machen. Ich habe ca. die Hälfte davon geschrieben – und dann ist er einfach unter meinen Händen weggestorben. Ich weiß bis heute nicht genau, wieso das passiert ist. Aber ich habe vor, irgendwann etwas an diesem Zustand zu ändern. Wahrscheinlich schon als nächstes Schreibprojekt nach „Der Redner“ (und den Bewerbungsschreiben, die hab ich nicht vergessen, keine Sorge!).

VNV NATION: EMPIRES

EmpiresVNV Nation machen sehr emotionale elektronische Musik. Und „Empires“ ist ein früher Meilenstein in der Geschichte dieser Band, die mich nun schon über so viele Jahre begleitet, mir so viele emotionale Momente geschenkt und dabei jegliche Form von Gefühl verkörpert hat, die man sich nur vorstellen kann.

Trotzdem ist es eigentlich nicht das Lied um das es hier geht selbst, das dafür gesorgt hat, dass ich einen Roman mit dem Titel „Es zwingt einen dazu“ geschrieben habe. Verantwortlich dafür ist eigentlich der Musiker Vasi Vallis, der auf einer Tour der Band eines der Keyboards übernommen hat.

In Bezug auf das Lied „Kingdom“ sagte er, dass es eine besondere Freude sei, dieses zu spielen, da es einen förmlich dazu zwingen würde, den nächsten Ton zu spielen. Dieser Satz hat unheimlichen Eindruck auf mich gemacht. Und ich stellte mir die Frage, was denn wohl passieren würde, wenn ein Keyboard wirklich den nächsten Ton von alleine spielt. Und fertig war die Idee für meine Geschichte.

Die Musik von VNV Nation bildet übrigens heute noch oft den Hintergrund für meine Schreiberei. Gerade letzte Woche ist das neue Album „Resonance“ erschienen, auf dem mit einem Orchester (!) eingespielte Versionen einiger der schönsten Lieder enthalten sind. Absolut schreibtauglich und auch beim „Redner“ schon zum Einsatz gekommen!

COVENANT: NORTHERN LIGHT

Northern LightLast, but not least, ist das meiner Meinung nach beste Album der Skandinavier von Covenant zu nennen. Auf „Northern Light“ kommen der charismatische Gesang, die treibenden Beats und sehnsuchtsvollen Klangteppiche der Electroband am besten zur Geltung. Und mit „Bullets“ und auch „Call The Ships To Port“ sind zwei Songs für die Ewigkeit enthalten, die auch heute noch Partystimmung aufkommen lassen.

Was auf mich besonderen Eindruck machte war der knallharte und treibende Bass von „Call The Ships To Port“, der perfider Weise zu Beginn ganz leise ist, um einem dann, wenn man unbedarft lauter gedreht hat, den Ohrkanal leer zu pusten. Im Refrain heißt es dann sinngemäß, dass ein Chor voller Sehnsucht die Schiffe zurück zum Hafen leiten würde.

Daraus wurde bei mir „Der Ruf des Hafens“, der zwar keinen tanzbaren Beat mitbringt, aber, wie ich glaube, den einen oder anderen Höhepunkt bietet.


 

So, das waren sie, meine fünf wichtigsten Alben, die mich zu Romanen oder Geschichten inspiriert haben. Ich möchte mich ganz ausdrücklich bei Frau Margarete bedanken, wo ich mir die Idee ausgeliehen habe! Schaut doch mal bei ihr rein, wenn ihr wollt.

Und ich werde jetzt noch ein wenig Musik hören, denke ich. Solltet ihr auch tun, es ist sehr entspannend – und inspirierend.

Schönen Abend noch!

Advertisements

5 Gedanken zu “Musik, die zu Geschichten inspirierte

  1. Hey, schön, dass dich mein Beitrag nicht nur zu einem ausführlichen Kommentar sondern auch zu einem eigenen Post inspirieren konnte. Musikalisch gesehen haben wir wohl einen unterschiedlichen Geschmack 😉 Aber immerhin sind wir uns einig, dass Musik sehr inspirierend sein kann und sehr wichtig ist beim Schreiben. Schön, dass es dir da auch so geht 🙂

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Mein musikalischer Geschmack ist ziemlich weit gefächert und in der Tat habe ich von der einen oder anderen Band, die du genannt hast, auch Alben in der Sammlung. Für mich funktionieren nur Sachen wie Oasis nur bedingt wenn ich schreibe, weil ich mich da nicht richtig reinfallen lassen kann – wenn du verstehst, was ich meine. Manchmal stelle ich aber auch den Media Monkey einfach auf Shuffle und arbeite dann mit dem, was da zufällig vorbeikommt. Wo du blink-182 erwähntest, ich hätte das Album „Love“ von Angels & Airwaves auch noch mit in die Aufzählung nehmen können, weil es mich bei „Der Morgen danach“ oft begleitet hat. Aber es war eben nicht der initiale Auslöser und passte deswegen nicht wirklich zu meiner Liste.

      Liebe Grüße zurück!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s