Die Angst vor dem Ende

Wenn Menschen in eine Beziehung gehen, dann denken sie meistens nicht an das Ende, das diese Beziehung nehmen könnte. Der Reiz des Neuen ist zu groß, das Gefühl, etwas Wunderbares zu erleben zu erhebend und generell ist man einfach geflasht, wie man in schönstem denglisch dazu sagen kann. Aber irgendwann stellt man dann fest, dass man am Ende des gemeinsamen Weges angekommen ist, sich vielleicht auch schon ein Stück auseinander gelebt oder sich einfach nichts mehr zu sagen hat. Man versucht vielleicht noch, die Tatsachen aufzuschieben oder sie wegzudrücken. Aber irgendwann muss man der Wahrheit ins Auge sehen, denn es lässt sich nicht auf ewig in die Länge ziehen. Und es würde beiden Seiten nicht gut tun, wenn dies doch wider besseres Wissen gelänge.

Äh, nein, in meiner Ehe ist insofern alles in Ordnung, wieso fragt ihr? Ach so, ihr habt den ersten Absatz in den falschen Hals bekommen. Das tut mir leid, denn ich wollte das nicht nur auf den zwischenmenschlichen Bereich beschränkt sehen. Denn wenn man mal ein wenig unvorbelastet durch Erwartungen heran geht, dann kann man feststellen, dass dieses Festhalten an Dingen, bei denen das eigentlich gar nicht mehr so optimal ist, häufiger vorkommt.

Hand hoch, wer schon mal aus Nostalgiegründen seinen Wagen behalten hat, auch wenn er eigentlich nicht mehr „wirklich schön“ war!

Hand hoch, wer trotz der herbsten Niederlagen standhaft zu seinem Fußballverein steht (und dabei Herzinfarkt und Schlaganfall riskiert)!

Hand hoch, wer immer noch zu seiner Stammkneipe geht, auch wenn das Publikum stark nachgelassen hat und der Wirt das Bier verpanscht!

Und dann bitte die Hand hoch für alle, die sich nicht von ihrem Romanentwurf trennen können, weil sie nicht wissen, wie sie danach weitermachen sollen. Schade, damit scheine ich im Moment relativ alleine zu sein.

Ich bin gerade dabei, die letzten losen Enden (sofern sie mir noch einfallen) im „Redner“ zu verknüpfen. Ich bin mitten in der Schlussauseinandersetzung, viel kann und darf (!) da nicht mehr kommen. Denn wenn ich jetzt alles künstlich in die Länge ziehe, dann tue ich dem Stoff keinen Gefallen und mir auch keinen Gefallen. Darum ist es nötig, dass ich mich jetzt langsam schnell davon löse!

Ich gebe mir Stand jetzt noch eine Woche Zeit, dann sollte das Manuskript im Kasten sein. Als Ausrede gelten nur ein abgebrannter PC oder eine gebrochene Hand. Wenn ich am Tag ca. 2.000 Worte schreiben würde, wären das noch 14.000 Worte. Und dann sind irgendwann der Worte auch genug gewechselt.

Trotzdem macht es Angst, diese Beziehung zu beenden. Weil genau dann die Arbeit kommt, vor der ich richtig Bammel habe. Das Bewerben mit „Der Morgen danach“. Ich fürchte, da wird noch der eine oder andere Beitrag auf euch zukommen, in dem ich mich über meine Ängste ausbreite.

Aber bis dahin hoffe ich erst einmal, ihr habt einen angenehmen Tag und in euren Beziehungen läuft alles so, wie man es sich wünschen sollte!

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2 Gedanken zu “Die Angst vor dem Ende

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