Erst dies, oder erst das, oder …

Ich bin ja, wie in der Zwischenzeit sicherlich oft genug bemerkt, im Showdown von „Der Redner“. Das Setting ist ein Fußballstadion, in dem eine ganze Menge Menschen unter die Kontrolle einer dämonischen Macht geraten sind, welche sich nun anschickt, das Böse an sich heraufzubeschwören. Dem stellen sich mehrere Protagonisten gegenüber, von denen im Rahmen des Showdowns drei Perspektivträger sind. Hinzu kommt ein Antagonist mit eigener Perspektive und eine ganze Reihe an Nebenfiguren.

Wie ihr wisst, schreibe ich relativ spontan und ungeordnet. Auf diese Weise fließen bei mir die Ideen besser in die Tastatur. Aber auf der anderen Seite bringt mich genau diese Arbeitsweise jetzt ein wenig in Probleme, die ich mit ein bisschen genauerer Planung vielleicht hätte verhindern können.

Wir haben vier Personen, die zum gleichen Zeitpunkt, also parallel, handeln. Dazu kommt noch, dass drei von ihnen zu mehreren Zeitpunkten nahe beieinander stehen, jedoch vollkommen unterschiedliche Bezugspunkte haben (einer mehr in Richtung der besessenen Menschen, einer mit Blick auf „das Böse“, usw.).

Ich glaube außerdem an die Wirkung von Perspektivwechseln. Das heißt, dass ich gerne hin und wieder einfach aus einer Perspektive heraus und in eine andere hineinspringe, weil das einen ganz eigenen Ablauf und Rhythmus für die Handlung mit sich bringt, als wenn ich stur bei einer Person bliebe.

So komme ich aber jetzt nicht umhin, manchmal zeitlich vorwärts und rückwärts zu springen, weil ansonsten der Ablauf keinen Sinn mehr machen würde.

Ein Beispiel: David Berg, Polizist und einer meiner Perspektivträger, kämpft mit seinem ehemaligen Kollegen, der ebenfalls unter die Besessenen geraten ist. Dabei stolpern sie beinahe über Anton Lechleitner, von dem ich ja schon mal erzählt habe, der gerade am Boden kniet und dort, sagen wir mal „beschäftigt“ ist. Jetzt bleibt die Perspektive allerdings noch bei David, weil dieser Handlungsabschnitt einfach dran ist. Auf Anton komme ich später zurück. Wenn ich das tue, muss ich allerdings auch erwähnen, dass er fast von David und seinem Gegner über den Haufen gerannt worden wäre, während er seinen Teil der Handlung übernimmt. Ich greife also teilweise auf schon Geschehenes zurück.

Und jetzt ist das Schwierige, zum einen nicht irgendwo eine vorher genannte Verknüpfung zwischen den Erzählperspektiven zu übersehen, was mir beinahe schon passiert wäre und dann irgendwie … dumm aussieht. Und zum zweiten sollte das Ganze dann ja noch in einer Reihenfolge sein, die spannend genug ist, um den Leser bei der Stange zu halten.

Das im ersten Anlauf zu schaffen ist schlechterdings unmöglich. Das habe ich jetzt akzeptiert, nachdem ich mich die letzten paar Tage schwer damit getan hatte und glaubte, zusammenhangloses und einfach schlechtes Zeug zu schreiben. Ich weiß, dass ich noch ganz viel Sortierarbeit vor mir haben werde, wenn ich dieses Manuskript irgendwann einmal in einen Roman verwandeln will – auf welchem Weg auch immer. Aber ich glaube auch, dass es sich lohnen wird, diese Arbeit zu machen.

Übrigens liege ich bis jetzt noch in meinem mir selbst gegebenem Zeitlimit. Man muss einfach mehr Worte pro Tag schreiben, dann ist es ganz einfach 😉 .

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

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