Drei Stufen zur Veröffentlichung

So, bei allem Versuchen und aller Aufschieberei, wenn ich jetzt nicht langsam damit anfange, das Projekt Veröffentlichung anzuschieben, dann kann ich diesen Blog gleich schließen, mich irgendwo verkriechen und das Projekt für den Rest meines Lebens ad acta legen. Denn ob ich noch einmal den Mut aufbringen würde, mich so zu exponieren, wie ich es hier getan habe, das lasse ich mal dahin gestellt sein. Und schließlich habe ich ja nichts zu verlieren – nur zu gewinnen.

Nachdem ich mir diesen zwingenden Gedanken von der Seele geschrieben habe, lasst uns noch einmal einen Blick darauf werfen, was es eigentlich in der heutigen Zeit heißt, eine Veröffentlichung anzugehen.

Nun, wenn man, so wie ich, den althergebrachten Weg zu einer Veröffentlichung (im folgenden VÖ abgekürzt) beschreiten will, dann muss man sich mit Unterlagen bewerben, die weitgehend normiert sind was ihre Form betrifft, aber gerade deswegen so viele Stolpersteine bieten, wie man sich in ihnen verheddern und seine Chancen zunichte machen kann. Aber der Ansatzpunkt ist noch weiter vorne, auf den ich eingehen möchte.

Was braucht man, wenn man ein Buch in den Buchhandel bringen will? Man braucht einen Verlag, der genug Vertrauen in das Projekt hat um mit Arbeit und Geld in Vorleistung zu gehen, bis irgendwann der Käufer zuschlagen kann. Einen Verlag zu finden ist heutzutage relativ leicht, weil es hervorragende Adresssammlungen sowohl im Internet als auch in gedruckter Form gibt. Einen Verlag zu interessieren ist hingegen deutlich schwerer, weil nämlich pro Jahr Tausende unverlangt eingesandter Manuskripte in den Lektoraten landen. Wer will es einem Lektor da verdenken, wenn er sich kaum damit befassen kann und will, was er da alles liegen hat?

Wir alle kennen die Geschichten, nach denen Werke wie Harry Potter erst beim dreiunddreißigsten Anlauf verkauft werden konnten. Oft sind diese einfach wegen Überarbeitung des Lektors auf dem Ablehnen-Stapel gelandet. Es gehört also auch eine gehörige Portion Glück dazu. Oder es bedarf eines Fürsprechers.

Ein solcher Fürsprecher kann sehr gut ein Literaturagent sein. Was ein Literaturagent ist? Nun, man kann ihn sich analog zu einem Agenten für Schauspieler oder Sänger vorstellen. Ein Agent nimmt einen Autor unter seine Fittiche, kümmert sich im Wesentlichen um die geschäftlichen Dinge, erarbeitet aber auch Verbesserungen am Manuskript mit dem Autoren, wo es angeraten erscheint. Und vor allem: der Agent hat Verbindungen in die Verlagswelt, die Autor normalerweise nicht hat, wenn er nicht bereits veröffentlicht ist.

Jetzt höre ich förmlich die Frage, ob Agenten denn weniger Bewerbungen bekommen. Die Antwort lautet: nein, wahrscheinlich nicht. Aber Agenten haben einen breiteren Blick für den Markt, während ein Lektor immer „nur“ seinen eigenen Verlag und Bereich im Auge hat. Und da kann es schon mal sein, dass eine VÖ nicht passen würde. Das muss aber nichts über die Qualität des Textes aussagen. Und, was ich sehr gut finde, wenn man bei einer Agentur unterkommt, dann kann man sich sicher sein, dass dort alle nur das Beste für das Buchprojekt wollen. Denn schließlich wird der (seriöse) Agent nur dann Geld sehen, wenn auch der Autor Geld sieht. Er arbeitet praktisch auf Provisionsbasis.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, Verlage Verlage und Agenten Agenten sein zu lassen und das ganze einfach auf eigene Rechnung zu veröffentlichen – entweder als Print on Demand oder als eBook. Beides Varianten, mit denen ich mich, zumindest für den Anfang, nicht anfreunden kann, die ich aber nicht ausschließe.

Für mich ergeben sich folgende drei Stufen zur Veröffentlichung:

  1. Bewerbung bei einer Literaturagentur, um von dort Rat und Tat zu bekommen, was die geschäftliche Seite angeht. Außerdem macht eine Bewerbung bei einer Agentur nichts „kaputt“, denn die Geschichte ist bei Ablehnung immer noch
  2. bei einem Verlag einzureichen. Wenn ich den Weg umgekehrt gehen würde, wäre der Roman schon verbrannt, denn die Agentur kann bei einem Verlag nichts einreichen, was der schon mal abgelehnt hat. Spannend wird es sein, hier auch vielleicht kleinere Verlage zu finden, die vielleicht eher den Mut haben, auf mein Manuskript zu setzen, auch wenn sie dafür weniger zahlen könnten.
  3. Wenn beides nicht funktioniert, dann steht es mir jederzeit frei, auf eigene Faust zu veröffentlichen.

Gerade eben habe ich kurz den Aspekt Geld angesprochen. Dazu kann ich nur sagen, dass alle meine Manuskripte aus Spaß an der Freude entstanden sind. Wenn ich nur aufs Geld schielen würde, müsste ich in unserer heutigen Welt mein Glück wohl beim eBook und radikalem Marketing versuchen. Aber das ist nicht mein Antrieb und das ist nicht mein primäres Ziel.

Beim Schreiben dieses Artikels habe ich gemerkt, dass viele Punkte vielleicht noch mal eines genaueren Blickes bedürfen. Wundert euch also nicht, wenn noch Folgeartikel hierzu kommen. Wenn ihr Fragen haben solltet, beantworte ich die aber auch gerne in den Kommentaren!

So, da stehen die drei Stufen jetzt. So ist quasi der Plan. Und jetzt, wo ich ihn veröffentlicht habe, gibt es nur wenig Spielraum für einen Schritt zurück. Aufregend!

Habt einen schönen, hoffentlich nicht zu heißen Abend!

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5 Gedanken zu “Drei Stufen zur Veröffentlichung

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