AWDML (1) Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs „Silverstar“

Im Moment läuft in einer anderen Ecke des Internets (das ja aus unzählig vielen Ecken, Enden und Kurven besteht um die man schauen kann) eine Blogparade zum Thema „Obsessionen aus den 80er Jahren“. Ich bin über den Blogeintrag auf Tonight is gonna be a large one darauf aufmerksam geworden und konnte nicht umhin, mich in den Kommentaren ein wenig zu beteiligen. Irgendwann kam dann die Sprache auf so schöne Dinge wie das MASK-Spielzeug und die ersten Star-Wars-Figuren der Firma Kenner/Parker, die damals nicht nur in meinem Besitz waren, sondern die auch eifrig bespielt wurden. Und nun Erinnerungen in mir weckten.

Aber zunächst sollte ich wohl kurz erläutern, was es mit den kryptischen Zeichen vorne im Beitragstitel auf sich hat. Das ist die Abkürzung für „A walk down memory lane“, also für einen Spaziergang in die Erinnerungen. Eine kleine Beitragsreihe, in der ich mich in unregelmäßigen Abständen ein wenig an alte Geschichten rund um meine Schreiberei erinnern möchte – und euch vielleicht auf die Reise mitnehmen kann, wenn ihr mögt :-).

Nun aber zurück in das Jahr 1987. Ich war damals 12 Jahre alt, noch nicht alt genug, um nichts mehr mehr mit Spielzeug anfangen zu können, schon alt genug, um mich nicht mehr sklavisch an das zu halten, was durch die Hersteller und Lizenzinhaber an Background zu den einzelnen Figuren und Fahrzeugen mitgegeben wurde.

In der Tat habe ich damals so gut wie nie das gespielt, was eigentlich mit den diversen Spielzeugen vorgesehen war. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern. Eine Ausnahme stellen höchstens die „Masters of the Universe“-Figuren dar, die rein größenmäßig den Nachteil hatten, überhaupt nicht kompatibel zu anderen Spielzeugen zu sein.

Das traf zwar in kleinerem Maßstab auch auf MASK und Star War zu, aber da war es nicht ganz so störend. Störender wäre es gewesen, wenn ich wirklich ein Raumschiff hätte haben wollen, in dem fünf Personen in einer Kommandozentrale Platz hatten …

Eines Tages kam mir die Idee, einfach so. Wie Ideen eben manchmal kommen und dann auch bleiben. Ich hatte auf einmal fünf junge Menschen vor Augen, die der Ödnis ihres bisherigen Lebens und ihres langweiligen Planeten entflohen, weil sie Abenteuer erleben wollten. Diese fünf Menschen wurden durch entsprechende Star-Wars-Figuren repräsentiert:

Leya KuvanFrank Boone John StarfieldThei Johnson Ivan Johnson

 

 

 

Darf ich vorstellen? Dies sind Leya Kuvan, Frank Boone, John Starfield und die Zwillinge (diese Ähnlichkeit ist frappierend, oder?) Thei und Ivan Johnson. Alle zusammen sind die Besatzung eines Raumschiffs, benannt nach einem silbernen Stern am Nachthimmel über der Wüstenwelt, von welcher die Fünf stammen. Der Silverstar, repräsentiert durch das mittlere Teil eines MASK-Fahrzeugs:

Silverstar

Die beiden zweirädrigen Wagen müsst ihr euch einfach mal wegdenken.

Wie gesagt, es war das Jahr 1987, ich war zwölf Jahre alt und ich hatte noch keine wirkliche Ahnung, was ich da eigentlich tat. Aber ich setzte mich, nachdem das Spiel irgendwann vorbei war, an meinen Computer (ein Schneider CPC 464) und schrieb die ersten Kapitel eines Buchs, das den Namen „Angst im Perseus-Spiralnebel“ trug und in dem es darum ging, wie das Raumschiff Silverstar und seine Besatzung auf der Reise zur Hauptwelt der Galaxis ein beinahe tödlich endendes Zusammentreffen mit einem Meteoriten hat, auf dem wider Erwarten eine menschliche Kultur existiert.

Heute weiß ich, dass das alles hochgradig refenziell, abgekupfert und nicht mal unbedingt gut geklaut ist. Nein, gewusst habe ich das damals schon, aber da hat es mich noch nicht gestört. Und es hat mich auch nicht gestört, dass ich diese Story ungefähr ein halbes Dutzend Mal neu angefangen habe zu schreiben, bis ich dann 1993 das erste Mal das Wort „Ende“ unter ein Romanmanuskript setzen konnte.

Dieses Manuskript wird nie das Licht der Öffentlichkeit sehen. Das ist einerseits klar, andererseits auch schade. Manchmal hadere ich sogar mit der Zeit, die ich auf die drei zustande gekommenen Silverstar-Romane verwandt habe. Was hätte ich in der Zeit alles schreiben können? Aber das ist natürlich großer Mumpitz. Denn wenn ich eins gelernt habe in der Zwischenzeit, dann dass mehr Zeit zum Schreiben nicht heißt, dass man auch wirklich mehr schreibt.

Also schaut noch einen Moment mit mir zurück auf die Vergangenheit, in der im Kopf eines Jungen Abenteuer begannen sich auszuformen und dann die ersten zaghaften Versuche unternahmen, wirklich und wahrhaftig Romane zu schreiben.

Let’s take a walk down memory lane!

13 Gedanken zu “AWDML (1) Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs „Silverstar“

  1. Man sieht wahrlich, dass du schon damals deine sprudelnde Kreativität rauslassen musstest. Als Kind schon einen Sci-Fi-Roman geschrieben. Einfach toll – und bestimmt eine gute Übung für deine heutigen Ansinnen… 🙂

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    • Mic schreibt:

      Na ja, zumindest immer wieder angefangen und ganz viel damit herumgespielt. Zwischendurch war es auch mal ein Hörspiel-Dialogbuch, dann wuchsen manche Teile der Story so weit an, dass sie hinterher in den zweiten Teil gesteckt wurden. Und „natürlich“ immer mal wieder zur Seite gelegt, um irgendwas anderes zu schreiben, was gerade unheimlich dringlich aufgeschrieben werden musste ;-).

      Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Oh, das kann ich verstehen! Ich habe einen ganzen Haufen an angefangenen Romanen, Stories und dergleichen, an die ich aus technischen Gründen nicht mehr herankomme (Dateiformat inkompatibel, Rechner nicht mehr vorhanden). Das Gefühl dürfte ähnlich sein.

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