Das Anschreiben, Version 2.0

Eine Premiere auf meinem Blog, denn es hat noch nie mehr als einen Beitrag am Tag gegeben. Aber heute muss es einfach sein, denn ich habe in meinem ersten Beitrag zum Anschreiben eine Literaturagentur so viel verwertbares Feedback bekommen, dass ich eine zweite Version erstellt habe, in der ich zum einen versucht habe, das unselige Beamtendeutsch zu reduzieren und zum anderen versuche, ein wenig mehr „Farbe“ ins Spiel zu bringen.

Es ist also ein Hybrid aus der geforderten Seriosität und der individuellen Note, die vielleicht schon mal einen zweiten Blick rechtfertigt. Im Endeffekt müssen es ja ohnehin die Anlagen richten.

Also hier Version 2.0, Anmerkungen werden weiterhin sehr gerne angenommen! 🙂

Sehr geehrte …,

seit Jahren habe ich einen Traum. Ich träume davon, dass eines meiner Manuskripte den Weg in die Buchhandlungen findet und von interessierten Lesern erworben werden kann. Da ich nunmehr die Zeit für gekommen halte, diesen Traum zu verwirklichen, möchte ich auf das auf Ihrer Website gemachte Angebot zurückkommen, Werke von neuen Autoren auf eine mögliche Zusammenarbeit hin zu prüfen.

Deswegen ist es mir eine Freude, Ihnen mein Manuskript mit dem Arbeitstitel „Der Morgen danach“ vorstellen zu dürfen. Es handelt sich hierbei um einen Thriller, der im Deutschland der Gegenwart vor dem Hintergrund der vorhandenen rechtsextremistischen Strömungen in Teilen der Gesellschaft spielt.

Mit den beigefügten Unterlagen möchte ich Ihnen einen Eindruck von meinem Manuskript verschaffen. Sollte ich damit Ihr Interesse geweckt haben, sende ich Ihnen gerne den vollständigen Text zur weiteren Begutachtung und Prüfung zu.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören. Damit wir gemeinsam den Traum Wirklichkeit werden lassen!

Mit freundlichen Grüßen

 

Wie schreibt man eine Literaturgentur an?

Wenn es nicht so traurig wäre, dann müsste ich es eigentlich als lächerlich bezeichnen. Und lauthals lachen. Wobei mir das Lachen im Moment etwas im Hals stecken geblieben ist.

Wie ihr wisst, arbeite ich im Öffentlichen Dienst. Und auch wenn ich dort so gut wie keinen Kontakt zu Kunden außerhalb der Verwaltung habe (Querschnittsamt eben), so gehört das Abfassen von Anschreiben, egal ob per E-Mail oder per Post, zu meiner täglichen Arbeit ebenso dazu wie der erholsame Büroschlaf – um euch den Zahn mit den Beamtenwitzen mal direkt zu ziehen.

Und jetzt sitze ich hier und wälze meine gesamten vorhandenen Schreibratgeber, weil ich mir mittelprächtig unsicher bin, wie genau ich jetzt das Anschreiben an eine Literaturagentur abzufassen habe! Damit meine ich natürlich nicht die Form, die kenne ich. Wobei auch das bei Bewerbungen per E-Mail so eine Sache ist. Schreibe ich das Anschreiben direkt in die E-Mail oder mache ich eine eigene Datei daraus? Ich denke, ich werde vorsichtshalber beides machen, also das Anschreiben auch noch mal als PDF-Datei anhängen.

Aber es bleibt bezüglich des Inhaltes schwierig. Die Sprache soll nüchtern sein, eben im Tonfall eines Geschäftsbriefes. Kann ich. Gleichzeitig soll es nicht so ausführlich werden. Kann ich schon deutlich schlechter. Und nach Möglichkeit soll es nicht direkt so abschreckend wirken, dass der Literaturagent am anderen Ende der Leitung die Mail direkt ungelesen löscht.

Ein Zitat, das ich in einem der Ratgeber gefunden habe lautet: „Beim Anschreiben braucht man gar nicht besonders kreativ zu sein – die Kreativität sollte man sich für den Roman aufsparen.“

Da liegt sehr viel Wahrheit drin, aber genau das ist im Moment mein Problem – dass ich eigentlich doch lieber kreativ wäre, als mich in und durch Formalien zu kämpfen. Ich glaube, es wird wirklich höchste Zeit, dass ich den ersten Schwung an Bewerbungen auf die Reise schicke. Sonst werde ich noch vollkommen verrückt und unsicher deswegen!

Was mich zurück zum Anschreiben bringt. Da mein kleiner Blog ja nun noch nicht so bekannt ist, dass potentielle Agenten sofort wissen, was ich getan habe, würde ich euch gerne den Entwurf meines Anschreibens präsentieren und um Anmerkungen bitten.

Ihr würdet ein wirklich gutes Werk an mir verrichten!

Also, los geht’s (den formalen Kram mit Anschriften und so lasse ich mal weg):

Sehr geehrte …,

da mich die Informationen, die ich Ihrer Website entnehmen konnte, sehr angesprochen haben, möchte ich gerne auf das dort gemachte Angebot zurückkommen, Werke von neuen Autoren auf eine mögliche Zusammenarbeit hin zu prüfen. Zu diesem Zweck darf ich Ihnen mein Manuskript mit dem Arbeitstitel „Der Morgen danach“ vorstellen.

Es handelt sich hierbei um einen Thriller, der im Deutschland der Gegenwart vor dem Hintergrund der momentan leider vorhandenen rechtsextremistischen Strömungen in Teilen der Gesellschaft spielt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie die beigefügten Unterlagen einer Prüfung unterziehen. Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, sende ich Ihnen gerne den kompletten Text zur weitergehenden Begutachtung zu.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

Danach folgt noch die Auflistung der Anlagen.

Was meint ihr, ist das zu viel, zu wenig, oder zu … bäh?

Ich bin auf eure Meinungen gespannt!