Das Anschreiben, Version 2.0

Eine Premiere auf meinem Blog, denn es hat noch nie mehr als einen Beitrag am Tag gegeben. Aber heute muss es einfach sein, denn ich habe in meinem ersten Beitrag zum Anschreiben eine Literaturagentur so viel verwertbares Feedback bekommen, dass ich eine zweite Version erstellt habe, in der ich zum einen versucht habe, das unselige Beamtendeutsch zu reduzieren und zum anderen versuche, ein wenig mehr „Farbe“ ins Spiel zu bringen.

Es ist also ein Hybrid aus der geforderten Seriosität und der individuellen Note, die vielleicht schon mal einen zweiten Blick rechtfertigt. Im Endeffekt müssen es ja ohnehin die Anlagen richten.

Also hier Version 2.0, Anmerkungen werden weiterhin sehr gerne angenommen! 🙂

Sehr geehrte …,

seit Jahren habe ich einen Traum. Ich träume davon, dass eines meiner Manuskripte den Weg in die Buchhandlungen findet und von interessierten Lesern erworben werden kann. Da ich nunmehr die Zeit für gekommen halte, diesen Traum zu verwirklichen, möchte ich auf das auf Ihrer Website gemachte Angebot zurückkommen, Werke von neuen Autoren auf eine mögliche Zusammenarbeit hin zu prüfen.

Deswegen ist es mir eine Freude, Ihnen mein Manuskript mit dem Arbeitstitel „Der Morgen danach“ vorstellen zu dürfen. Es handelt sich hierbei um einen Thriller, der im Deutschland der Gegenwart vor dem Hintergrund der vorhandenen rechtsextremistischen Strömungen in Teilen der Gesellschaft spielt.

Mit den beigefügten Unterlagen möchte ich Ihnen einen Eindruck von meinem Manuskript verschaffen. Sollte ich damit Ihr Interesse geweckt haben, sende ich Ihnen gerne den vollständigen Text zur weiteren Begutachtung und Prüfung zu.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören. Damit wir gemeinsam den Traum Wirklichkeit werden lassen!

Mit freundlichen Grüßen

 

Advertisements

9 Gedanken zu “Das Anschreiben, Version 2.0

  1. Hier mein Feedback, hart aber herzlich:
    1. Abschnitt: weglassen. Das wissen sie schon. Gesicht-Einschlaf-Gefahr.
    2. Abschnitt: Starten mit „Gerne stelle ich Ihnen mein …. “ dann Inhalt wie geschrieben, aber mehr Punkte machen. Sätze kurz und knackig. Cool wäre, wenn du noch eine spezielle Info hättest, die auf deinen Romaninhalt so richtig neugierig macht. Vielleicht über die Hauptfigur?
    3. Absatz: hier den zweiten Teil vom ersten Absatz reinschreiben, dass sie an Manuskripten interessiert sind etc
    4. Absatz: relativ nüchtern halten, kannst im Grund aufzählen, was du mitschickst. Oder es sein lassen, und unter „Beilagen“ aufzählen (auf jeden Fall nicht 2 x aufzählen)
    4. Schluss: Schreib auf keinen Fall „Damit wir gemeinsam den Traum Wirklichkeit werden lassen!“. Denk‘ daran: du bist einer der Vertragspartner eines möglichen Geschäftsabschlusses. Das ist kein Brief an den Weihnachtsmann ;-).

    Und – hey – hier kommt ein grosser Schulterklopf! Du beginnst, dem Drachen ins Auge zu sehen. Bravo!

    Gefällt 3 Personen

  2. „.. und von interessierten Lesern erworben werden kann“ –> Nope! Dein Traum ist doch nicht, dass jemand dein Buch einfach des Kaufes wegen kauft oder weil man sich denkt „och ja, ganz nett“. Du möchtest die Menschen begeistern, mitreißen, unterhalten etc. Also ist dein Traum, dass dein Buch den Weg in die Buchhandlung findet und von dort aus vielen Lesern unterhaltsame/glückliche/spannende/etc. Stunden bereitet. Sie mal aus dem Alltag reißt etc. also.. du verstehst mich schon, da bin ich mir sicher. 😉

    „Nunmehr“ ist ein Wort, das noch zum Beamtendeutsch gehört. Das verwendet kein Mensch mehr im normalen, alltäglichen Sprachgebrauch (also, kein „normaler“ Mensch :p), weshalb es auch keine gute Wahl für das Anschreiben ist. Die Frage, die sich mir an dieser Stelle aber außerdem unweigerlich stellt: Warum hältst du die Zeit denn JETZT dafür gekommen? Ich finde, das musst du gar nicht begründen, aber der Satz ist so formuliert, dass er die Frage provoziert.

    Nicht „möchte ich auf das auf Ihrer Website…“. Wie schön, dass du das möchtest.. Im Ernst, setz ihnen die Pistole auf die Brust. „…freue ich mich über das Angebot XY auf Ihrer Website, das ich hiermit gerne in Anspruch nehmen möchte“. Oder ähnlich. Du verstehst mich schon. 😉

    Aus „vorstellen zu dürfen“ würde ich eher „vorzustellen“ machen. Das klingt mehr nach Hands-on und Selbstbewusstsein.

    Auch bei den Unterlagen würde ich das „möchte“ rauslassen. Das klingt häufig sehr devot.

    Der letzte Satz.. mhm… aus deiner Perspektive finde ich ihn spitze. Aber wieso sollten sie DEINEN Traum Wirklichkeit werden lassen? Ich finde, da sollte nicht nur dein Mehrwert (die Erfüllung deines Traums) im Vordergrund stehen, sondern z. B. auch nochmal der Leser einbezogen werden.

    Ich möchte an dieser Stelle auch mal explizit erwähnen, dass ich es defnitiv nicht besser könnte. Aus dem Nichts etwas formulieren ist sehr schwierig, ich ziehe meinen Hut generell vor deinen Schreibkünsten. Ich kann nur gut kritisieren und korrigieren, das tue ich dann aber auch gerne recht ausführlich, wenn man drum bittet. 😉

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Kritisieren und korrigieren ist nichts, was man klein reden oder unter den Scheffel stellen sollte! Deswegen freue ich mich auch, dass du dir die Zeit nimmst, das hier zu tun.

      Du wirfst einige interessante Punkte auf, die sich natürlich mit der Herangehensweise der Devoten Romantikerin wieder überwerfen, aber hey – ich kann ja noch einmal einen Hybriden vom Hybriden schreiben.

      Aber dass du vor meinen Schreibkünsten den Hut ziehst … gerade fühlt sich das gar nicht so sehr nach Kunst an. Mehr, wie schon geschrieben, nach „kann doch alles nicht wahr sein!“ 😉

      Gefällt mir

  3. Hanna Mandrello schreibt:

    Gerade erst nachhause gekommen, deshalb nur kurz. Der Ton gefällt mir viel besser, aber den Traum würde ich oben und unten herausnehmen.
    LG
    Hanna

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s