Ein Auge schielt auf den Markt. Und das andere?

Als ich vor fast zwei Wochen hier die Feststellung machte, dass nichts mehr so sein würde wie vorher, da hatte ich eine Sache nicht so richtig auf dem Schirm: das betrifft in gewisser Weise mein gesamtes Schreiben!

Ich habe die Entscheidung getroffen, dass die Schublade, so groß sie auch ist und so viel Platz es auch in ihr gibt, für mich nicht mehr ausreichend ist. Das bringt aber auch mit sich, dass es an der Zeit ist, nicht für die Schublade zu schreiben, sondern gezielt an ihr vorbei zu schreiben. Und da setzt mein Problem an.

Ich habe, wie die Leser der beiden letzten Schreibaufgaben vielleicht erkannt haben, ein Herz für fantastische, teilweise auch gruselige Stoffe. Nicht umsonst heißt mein Lieblingsautor Stephen King. Das Problem ist nur, dass diese Stoffe auf dem Markt kaum gefragt sind, wenn man nicht zufällig genau diesen Namen hat! Selbst bei reiner Fantasy würde es schon schwierig, eine Agentur zu finden, die das vertritt. Es gibt zwar einen Markt, aber der ist so klein und schon so besetzt, dass sich die meisten Agenten wohl keine Chancen ausrechnen, dort mit Newcomern hinein zu stoßen.

Jetzt interessieren mich Dungeons & Dragons nicht die Bohne und auch der Science-Fiction habe ich schon vor Jahren abgeschworen. Aber ein netter kleiner Horror-Schocker, oder ein Buch mit okkultem Hintergrund, das ist etwas, das ich gerne schreibe. Auch mein zuletzt abgeschlossenes Manuskript gehörte ja in diese Kategorie.

Ich stehe vor der Wahl, was ich als nächstes schreiben will. Ich hatte ja angedeutet, dass ich die Idee zu einem Thriller habe. Diese Idee kochte auch einige Zeit sehr hoch, ist inzwischen aber ein wenig abgekühlt. Dafür schreit in mir eine Stimme ganz laut: „Der Beobachter und der Turm“!

Das ist ein Manuskript, das seit geschlagenen 15 Jahren darauf wartet, endlich fertig gestellt zu werden. Und damit auch ein Manuskript, das mir seit 15 Jahren im Magen liegt. Es war nämlich nicht schlecht, ich war nur irgendwann nicht mehr gut genug!

Und jetzt? Ich weiß ziemlich genau, dass die Chancen, dieses Buch erfolgreich auf dem „ersten Markt“ zu platzieren, verschwindend gering sein würden, zumal es meines Wissens auch bei den Kleinverlagen nicht mehr besonders rosig aussieht. Als eBook oder generell im Self-Publishing würde es gehen, aber da sehe ich mich (noch) nicht. Ich träume ja schließlich einen Traum und jeder Thriller, den ich schreibe, macht mich besser bzw. schafft es, dass ich mehr Erfahrung in dieser Richtung sammle. Für einen Markt schreibe, der mir eine Veröffentlichung im Buchformat ermöglicht.

Deswegen steh ich hier, ich armer Tor und bin so schlau als wie zuvor. Irgendwann werde ich mich sicher entscheiden und ich kann den einen oder die andere von euch schon hören, der/die sagt: schreib‘, was du schreiben möchtest!

Darauf wird es wohl auch hinauslaufen. Aber bis dahin bleibt das Fragezeichen. Und ihr müsst euch mit weiteren verkorksten Beiträgen des Herrn Blogautors herumschlagen 😉 .

Habt einen schönen Tag mit vielen Entscheidungen, die euch leicht von der Hand gehen!

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12 Gedanken zu “Ein Auge schielt auf den Markt. Und das andere?

  1. Hanna Mandrello schreibt:

    Also ich würde ganz gern was mit okkultem Hintergrund lesen. Und so schwarz wie du würde ich den Markt auch nicht sehen.
    Es ist auch sehr schwierig, nur marktorientiert zu schreiben, wenn es einen einfach nicht interessiert. Ein wahrer Kraftakt, ein ganzes Buch durchzuhalten. Außerdem glaube ich, dass man es dem Text anmerkt, ob der Autor mit Herzblut bei der Sache war oder nicht. Wenn ich es recht bedenke, hast du eigentlich keine Wahl. 😉 Ich glaube, du kannst die Fragezeichen in Ausrufezeichen verwandeln.
    LG
    Hanna

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      • Du sollst ja nicht dich selbst verkaufen. Sondern nur dein Zielpublikum auf deine Zeilen aufmerksam machen :-). Nichts anderes tust du auch jetzt schon, auf deinem Blog: mit Interessierten kommunizieren. PS. Kannst du mir bitte einen Gefallen tun? Korrigiere das zweite „p“ oben in „selfpublishing“ für mich. Vielen Dank!

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      • Mic schreibt:

        Mit dem Blog ist es für mich gefühlsmäßig etwas anderes, weil ich den ursprünglich „nur für mich“ (das ist eine kleine Notlüge) angelegt habe und es sich dann irgendwie ergab, dass andere Menschen den auch lesen. Um ehrlich zu sein weiß ich immer noch nicht genau, wieso eigentlich – bitte, nicht erklären!

        Mit dem „p“ tue ich, was ich kann!

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  2. Gut Ding braucht Weile. Seine Sachen sind gut und es ist kein Hexenwerk die Bücher selbst herauszubringen. Schöner wäre es mit einem Verlag im Hintergrund – er hat das ganze Drumherum und Werbung ist bekanntlich für neue Autoren zwingend notwendig…

    Aber wenn du dich ein ganz klein wenig gruseln magst, dann ist vielleicht meine gesprochene kleine Geschichte etwas für dich. Darf ich verlinken?

    http://voller-worte.de/blog/eine-kurze-geschichte/

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    • Mic schreibt:

      Natürlich darfst du verlinken! Ich höre mir die Geschichte später an, bin gerade erst nach Hause gekommen und nutze die paar Minuten, bis das Essen auf dem Tisch steht. 🙂

      Das Bücher herausbringen ist wirklich das kleinste Problem. Aber wenn ich mir alleine anschaue, wie viele eBooks ich mir im Rahmen von kostenlosen Aktionen runtergeladen habe – es sind Tausende (ich weiß, ich bin ein Digital-Messie) – dann wird mir schwindelig ob der Konkurrenz. Ich muss mir ja schon sagen, dass von denen ungefähr 98% nie versucht haben, eine Verlagsveröffentlichung anzustreben, um mich nicht zitternd und eingeschüchtert irgendwo in eine Ecke zu verkriechen. Eigentlich ist DAS das Gruseligste! 😉

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    • Mic schreibt:

      So, ich habe es mir angehört :-).

      Gar nicht schlecht, piri! Schade, dass die Aufnahmequalität an manchen Stellen nicht so gut ist. Nimmst du mit einem eingebauten Mikro oder so etwas auf? Aber der Text und der Musikeinsatz gefallen mir!

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