Bücher aussortieren und weggeben

Ich bin ein Jäger und vor allem bin ich ein Sammler. Was das angeht, bin ich so archaisch, wie ein Mensch im 21. Jahrhundert nur sein kann. Ich habe eine riesengroße Film-Sammlung, eine riesengrößere Hörspiel-Sammlung und eine noch riesengrößerere Musik-Sammlung.

Gemessen daran ist meine Buchsammlung eigentlich ziemlich klein. Das liegt daran, dass ich Bücher, wie ich schon mal an anderer Stelle erwähnt zu haben glaube, gerne häufiger als einmal lese. Das bedeutet, dass ich nicht so viele Bücher „brauche“, um mich über ein ganzes Jahr hinweg beschäftigt zu halten. Dazu kommt noch, dass ich inzwischen seit über drei Jahren meinen eReader nutze.

Es kommt aber auch noch dazu, dass es mir bei Büchern im Vergleich zu den anderen genannten Dingen irgendwie leichter fällt, sie wegzugeben. Natürlich nur in gute Hände – und gut sind für mich alle Hände, wo sie nicht sofort im Altpapier landen.

Inzwischen gibt es ja zum Glück vielfältige Möglichkeiten, alte und nicht mehr gebrauchte Bücher an weitere Lesewillige zu bringen. Man kann sie zum Beispiel der Stadtbibliothek spenden, die sie entweder in den eigenen Bestand aufnimmt oder im Rahmen von Bücherbasaren weiterverkauft. Oder man stellt sie in einen der immer zahlreicher werdenden Bücherschränke, bei denen man sich frei bedienen kann an dem, was andere nette Menschen bereits hineingestellt haben.

Wenn man masochistisch veranlagt ist, kann man sogar versuchen, seine alten Bücher zu verkaufen. Aber das macht heutzutage keinen großen Sinn mehr, weil Bücher für viele Menschen nicht mehr den Wert besitzen, dass es den Aufwand lohnt, sich auf den Trödelmarkt zu stellen oder eBay zu bemühen.

Habe ich geschrieben, dass es mir bei Büchern leichter fällt? Ja, das tut es, aber es bedeutet nicht, dass es mir leicht fällt! Eben dadurch, dass ich Bücher gerne mehrmals lese, wenn sie mir gefallen haben, kann ich mich nur schwer von ihnen trennen. Immer denke ich mir, dass ich in einigen Jahren gerade dieses Buch noch einmal werde lesen wollen – und dann ist es nicht mehr da!

Jäger und Sammler, in seiner schlimmsten Ausprägung.

Was also tun? Mein Bücherregal ist nach dem letzten Kaufrausch (als der Online-Händler rebuy.de Bücher für 44 Cent das Stück verkaufte) heillos überfüllt. Und in der Garage stehen einige Kisten mit ausrangierten Kinderbüchern, die sowieso zur Sammelstelle meiner Wahl, einem Büchercafé in der Kirchengemeinde meiner Eltern, kommen sollen, weil die Kinder schlicht rausgewachsen sind. Es wäre also sinnvoll, wenn ich mich auch noch überwinden könnte, ein paar Bücher dazu zu stellen.

Kennt ihr dieses Gefühl, genau zu wissen, dass etwas richtig wäre und dann trotzdem zu zweifeln? Dabei weiß ich definitiv, dass einige Bücher nur noch reine Staubfänger sind. Trotzdem …

Wie handhabt ihr das mit alten Büchern? Verkauft ihr sie? Verschenkt ihr sie an Bekannte, Freunde oder Verwandte? Spendet ihr sie? Oder wagt es sogar jemand sich zu outen, dass er Bücher auch schon mal ins Altpapier geworfen hat?

Ich bin auf eure Antworten gespannt! Und falls ihr nicht kommentieren wollt, mögt ihr vielleicht kurz an der Umfrage teilnehmen :-).

Advertisements

14 Gedanken zu “Bücher aussortieren und weggeben

  1. Manchmal bin ich sehr rigoros mit den Büchern, ich schmeiße sie einfach weg. Alte Lehrbücher, alte Bücher meines Mannes – er liebte Archäologie und anderen Krimskrams. Bilderbücher werden gesammelt, leider im Keller und Romane setze ich oftmals aus. Sprich; ich lasse sie auf Bänken liegen. Oder ich gebe sie weiter, wie ich selber weitergegebene Romane lese.

    Meine Lieblingsbücher allerdings gebe ich niemals her. Schön gemachte Bücher – ich war einmal Schriftsetzerin – sind Schätze für mich!

    Gefällt 2 Personen

    • Mic schreibt:

      Bücher wegzuwerfen ist für mich ein grausamer Gedanke. Meine Frau ist da auch rigoroser. Zum Beispiel sind so gut wie alle Bücher, die im Haus meiner Schwiegereltern noch waren, in den Müll gewandert. Das war überwiegend aber auch medizinische Fachliteratur.

      Die Idee, Bücher auszusetzen, finde ich auch nicht schlecht. Wobei ich da immer die Horrorvision im Hinterkopf habe, dass irgendein Rabauke sich an ihnen vergreift.

      Schriftsetzerin warst du? Sehr spannend! 🙂

      Gefällt mir

      • Unter anderem war ich auch Schriftsetzerin. Eine, der ersten mit in Deutschland. Damals wirklich noch mit Bleilettern und Winkelhaken. Wie oft habe ich mich mit Druckfarbe eingesaut, wenn in der Druckmaschine ein Fehler ausgebessert werden musste…

        Ich bin aber auch Erzieherin und habe Grafik angefangen zu studieren!

        Gefällt 2 Personen

      • Mic schreibt:

        Das würde mich wirklich interessieren, wie es da zugegangen ist. Vielleicht schreibst du mal etwas darüber?

        Dass du Erzieherin bist, kommt dir in deinem Alltag sicherlich manches Mal zugute. Kommt euch allen dreien zugute. Gut so!

        Gefällt 1 Person

  2. Aus zwingendem Anlass habe ich mir einmal die Regel gesetzt: „Nicht mehr als 800 in diesem Haushalt“. Wenn dann noch eins rein wollte, musste ein anderes raus. Meine Trennungstraumata: Mehrere Wäschezeinen voll ins Altpapier. Danach war mir stundenlang übel. Abgabe in der Dorfbücherei. Ich fühlte mich prima, da ich sie bei Bedarf ja jeder Zeit wieder holen könnte. Verschenken von einer Regalwand voll ledergebundener Weltliteratur ab 1900: Einatmen. Ausatmen. Ich hab’s verwunden. Zeitlich begrenztes Beherbergen von Romanen im „Switch-Verfahren“ mit Freundinnen: sehr angenehm. Einmal ist einem Ratgeber von mir was Hübsches passiert: Ich wünschte ihn nach Lesen zurück, und er kam mit einem gelben Post-it Zettel vorne drin, in dem die Leih-Leserin ihre Erfahrungen mit den im Buch aufgelisteten Ratschlägen kundtat. Das Buch ging noch viele Male in interessierte Hände und hatte bei der Rückkehr stets eine neue kleine „Erfahrungswidmung“ vorne drin.

    Gefällt 3 Personen

    • Mic schreibt:

      Oh ja, mir wäre auch stundenlang übel gewesen. Die Sache mit dem Post-It finde ich ja genial! 🙂 Darf man erfahren, welches Thema der Ratgeber behandelte, dass er so viel Gesprächsstoff lieferte?

      Ich habe gestern übrigens beim Aussortieren wieder Skrupel bekommen, weil man mache Bücher einfach nicht weggeben „darf“. Dazu zähle ich die Werke von Terry Pratchett und Douglas Adams, die ich todsicher nicht noch einmal lesen werde (Ausnahmen: die Romane um Gevatter Tod von Pratchett und „Die Letzten ihrer Art“ von Adams). Ebenso habe ich mich nicht überwinden können, meine lange angesammelte Unmenge an Thrillern von Clive Cussler aufzulösen. Die sind zwar immer gleich geschrieben und nichts anderes als James Bond auf dem Meer, aber irgendwie wollten sie nicht ins Körbchen.

      Dafür habe ich meine letzten „John Sinclair“-Bücher erfolgreich losgelassen. „Larry Brent“ habe ich (noch?) nicht übers Herz gebracht.

      Dabei habe ich weit weniger als 800 Bücher. Wie gesagt, der Rest an Medien braucht auch noch seinen Platz.

      Gefällt 1 Person

  3. Ach ja, ein interessantes Thema… Ich lese unglaublich viel und die Bücher auch immer nur einmal (außer gute Sachbücher). Daher bin ich sehr froh, dass ich meinen Kindle habe! 😉 So müssen keine Bücher einstauben, sondern liegen fein säuberlich auf wenige Quadratzentimeter.

    Die Bücher in meinem Bücherregel hatte ich vor einer Weile konsequent durchsortiert. Als ich – auch mit aktuellen Bestsellern im Gepäck – dann vor der Bibliothek stand, meinte die gute Dame, dass sie keine Bücher mehr annehmen. Es wäre ihnen zu viel Arbeit.
    Ergebnis: Ein paar Bücher habe ich noch an Bekannten und Freunden verschenkt (nachgefragt wo ich dachte, dass es passen könnte) und den Rest habe ich dann auch schweren Herzens entsorgt. So ist mein Bücherregal jetzt sehr übersichtlich.

    Lieben Gruß
    Morgana

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Hallo Morgana!

      Ist ja nicht zu fassen, das mit der Bibliothek. Anderenorts kämpfen die Büchereien um jedes Buch, das sie bekommen, um jeden Euro, den sie abseits ihrer Zuweisungen gewinnen können und dir erteilt man so eine Abfuhr! Aktuelle Bestseller, ich fasse es nicht!

      Schade, dass die Bücher dann entsorgt werden mussten. Aber in dem Fall habe ich auch Verstädnis dafür. Es klingt ja so, als ob du wirklich alles versucht hast. Und ein übersichtliches Bücherregal ist ja auch nicht schlecht :-).

      Liebe Grüße
      Michael

      Gefällt 1 Person

      • Hallo Michael,

        mich hat das mit der Bibliothek auch sehr geärgert. Abgesehen davon, dass ich die Bücher sortiert und in Kisten verpackt dort hin geschleppt habe (Bücher wiegen ja…), fand ich die relativ arrogante Art der Damen vor Ort auch ärgerlich.

        Unterwegs habe ich an manchen Stellen schon Bücherwagen und Telefonzellen mit Büchern zum kostenlosen Tausch gesehen… auch eine Möglichkeit. Doch habe ich dann gerade keine aussortierten Bücher mit.

        Bei Romanen bin ich fast komplett auf digital umgestiegen. Doch schöne Reiseführer und Bildbände möchte ich auch weiterhin im Regal zu stehen haben…

        Lieben Gruß
        Morgana

        Gefällt 1 Person

      • Mic schreibt:

        Hallo Morgana,

        das ist ja noch ärgerlicher, wenn du der Bibliothek das auch noch quasi in mundgerechten Häppchen vorgekaut hast. Ich glaube, das wäre, wenn mir das passiert wäre, wirklich einer der seltenen Fälle, in denen ich mich beschwert hätte.

        Romane kaufe ich auch vorwiegend digital oder halt als Taschenbuch, wenn es Schnäppchen sind wie in dem im Beitrag genannten Fall. Da ist dann aber erfahrungsgemäß auch viel Zeug dabei, das ich einmal lese und dann weg gebe.

        Als Hardcover kaufe ich nur die Bücher von Stephen King und Andreas Eschbach. Das hält sich noch in Grenzen. Bildbände habe ich recht wenige, aber das eine oder andere Lexikon, die als Buch zum Schmökern auch mehr Spaß machen.

        Liebe Grüße zurück
        Michael

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s