Vom Schreiben in der Cloud

Wie ich vor einigen Tagen berichtete, bin ich inzwischen wieder Vollzeit auf meinem Bürostuhl bei einer nicht näher genannten Behörde anzutreffen, nachdem ich meine Wiedereingliederung nach langer Erkrankung abgeschlossen habe. Das bedeutet, dass die Tage verdammt lang werden – oder sich zumindest momentan verdammt lang anfühlen. Das bedeutet aber auch, dass ich auf einmal wieder eine reguläre Mittagspause von 30-45 Minuten habe, die ich mit außerdienstlichen Aktivitäten füllen kann.

Nun war in den letzten Tagen das Wetter nicht so, dass ich unbedingt vor die Tür gemusst hätte. Manchmal gehe ich in der Mittagspause gerne „spazieren“ (das kann dann schon mal ein halbes Power-Walking über vier Kilometer sein), manchmal bummle ich auch durch die Stadt. Dadurch, dass ich aus einer Familie von Bütterchen-Schmierern stamme, komme ich nicht in die Notwendigkeit, mir unbedingt etwas zu essen kaufen zu müssen. Das spart Geld und das spart Zeit.

Ich glaube, ihr wisst schon, worauf die Geschichte hinausläuft.

Ja, man kann so eine Mittagspause natürlich auch zum Schreiben verwenden nachdem man erst mal die Scheu überwunden hat, von der Zimmerkollegin gefragt zu werden, was man da so eifrig tippt.

In der Vergangenheit habe ich auch schon mal auf der Arbeit geschrieben. Nein, um der Wahrheit Genüge zu tun, ist der Roman „Es zwingt einen dazu“ zu fast der Hälfte im Büro entstanden – damals war aber auch eine von oben verordnete Saure-Gurken-Zeit, die irgendwie überbrückt werden wollte.

Technisch lief das auf die verschiedensten Wege ab: ich habe den Text in ein neues Dokument geschrieben und es mir auf einen USB-Stick gesichert. Ich habe den Text in einer E-Mail an mich selbst geschickt. In manchen Fällen habe ich auch das Dokument immer hin und her geschickt.

Und heute? Heute freue ich mich, dass es dafür die Cloud gibt. Gibt es irgendwen hier, dem ich erklären muss, was die Cloud ist? Nein? Sehr gut, dann freue ich mich, denn ich hätte mich schwer getan in wenigen Worten zu erzählen, dass es sich dabei um einen internetbasierten Datenspeicher handelt, der geschützt durch ein Passwort von praktisch jedem Endgerät aus angesprochen werden kann, der aber auch dazu genutzt werden kann, Inhalte für andere Benutzer freizugeben, diese gemeinschaftlich zu bearbeiten und dann wieder in einer Versionsverwaltung nutzbar zu machen. Puh, das wäre schwierig geworden.

Ich persönlich nutze OneDrive von Microsoft – aus dem einfachen Grund, dass der Datenspeicher an mein Microsoft-Konto gekoppelt ist, das ich mir für Windows 10 sowieso einrichten musste und weil ich zu doof war, mir eine Dropbox zu installieren. OneDrive hat für mich den Vorteil, dass es durch seine Einbindung ins System automatisch immer einen Abgleich zwischen der lokalen Version und der in der Cloud durchführt.

Und die Bearbeitung in der Cloud, die hat es in sich! Es geht nämlich nicht mehr nur um das simple herunter- oder heraufladen von Daten, sondern man kann durch die verknüpften Funktionen von Word Online sogar die Datei direkt bearbeiten. Das bedeutet, ich schreibe meinen Text in der Cloud, es wird permanent gespeichert, alle paar Minuten ein neuer Versionsstand erstellt und alles hinterher automatisch auf meinen Rechner gespiegelt.

Ich finde das schlicht und ergreifend praktisch, weil alle diese halbgaren Transportmethoden wegfallen, die mal mehr oder mal weniger Probleme gemacht haben. Hat schon mal jemand von euch versucht, aus einer Textmail vernünftig den Text in ein Word-Dokument zu kopieren, ohne dass z.B. die Anführungszeichen manuell angepasst werden müssen? Wenn nicht, dann lasst es, es macht keinen Spaß!

Jetzt nutze ich zuhause ja eigentlich gar kein Word mehr, sondern den Textmaker von SoftMaker Office 2016. Aber auch da: bislang keine Probleme in der Kompatibilität. Alles bestens!

Also, an der Technik scheitert es nicht, wenn aus meinem aktuellen Romanprojekt nichts wird. Das muss ich mir dann schon selber ankreiden lassen ;-).

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10 Gedanken zu “Vom Schreiben in der Cloud

  1. Hanna Mandrello schreibt:

    Also auf dem Smartphone habe ich keine Möglichkeit, in One Drive direkt neue Dateien zu erstellen. Wenn ich eine Datei öffne, dann fragt mich mein Telefon womit: Office Mobile oder Word. Beides ist aber auf dem Telefon als App installiert.

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    • Mic schreibt:

      Hm, beim Smartphone kann ich nicht mitreden. Ich nutze das sowohl als auch auf einem Windows-Rechner (gut, das eine ist ein Terminal, aber das macht keinen Unterschied).

      Ich bekomme sozusagen eine Menüleiste, in der ich speichern, bearbeiten usw. auswählen kann. Beim Bearbeiten ist dann kein Download vorhanden und es wird wirklich praktisch jeder einzelne Buchstabe in die Cloud zurückgespeichert.

      Ich habe jetzt auch kein besonderes Abo oder irgendwas. Mein installiertes Word ist von 2006, das auf der Arbeit sogar älter.

      Da bin ich jetzt ein wenig ratlos, muss ich gestehen.

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  2. Hanna Mandrello schreibt:

    Das habe ich falsch verstanden. Ich habe mir auf allen meinen Rechnern OneDrive angesehen. Man kann nirgendwo direkt in der Cloud ein neues Dokument erstellen, ohne Word auf dem Rechner installiert zu haben. Das geht nämlich bei Google mit Textdokumenten, das hatte ich in Erinnerung. Na dann bleibe ich bei Dropbox ;-).

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  3. Grummel, mit den Bankrechnern geht das nicht, das wird unterbunden oder ich würde danach erschossen 😉
    Aber ich könnte mein kleines, goldenes Äpfelchen mitnehmen und darauf tippen…ABER ich meiner Mittagspause muss ich immer mal dringend raus aus dem Grossraumbüro…da ohne Pause drin zu sitzen, das ginge gar nicht!
    Und an meinem Buch weiterschreiben tue ich erst, wenn in 2-3 Wochen der Release Stress vorbei ist. Im Moment ist dafür keine Energie mehr da, aber die kommt wieder.

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