Let’s talk about Sex, baby

Hallo liebe Leute, heute habe ich mal einen etwas längeren Beitrag für euch, der mir ein wenig während des Schreibens explodiert ist. Ich hatte schon überlegt, daraus mehrere Folgen zu machen, aber da ich einerseits selbst kein Freund von unnötigen Cliffhangern bin und andererseits meinen Lesern eine Aufmerksamkeitsspanne von über fünf Minuten zutraue, veröffentliche ich den Artikel doch an einem Stück.

Falls es irgendwo im Gebälk knirschen sollte, seht es mir bitte nach, ich habe den Beitrag in vielen kleinen Portionen geschrieben.

Jeder Mensch hat Sex

Wie ich ja bereits gestern in meinem Reblog angedeutet habe, mache ich mir im Moment einige Gedanken über das Thema Sex. Nun ist Sex immer ein Thema, das einen gesunden Menschen umtreibt, aber für einen Autor ist es ein zusätzlich schweres Thema, weil er sich auf einmal nicht mehr nur Gedanken über seine eigene Sexualität und über die Sexualität seines Partners/seiner Partnerin Gedanken machen muss, sondern weil Sex auf einmal etwas wird, das direkt in die Köpfe der Leser hinein projiziert wird und dort dann Bilder auslöst, die entweder anregend und erfüllend, manchmal abstoßend und fragwürdig, im allerschlimmsten Fall aber auch einfach nur lächerlich sein können.

Mit Sex in Romanen verhält es sich anders als mit den Schilderungen von Gewalt, von übersinnlichen Fähigkeiten oder von Fantasyhelden. Denn während beileibe nicht jeder Mensch in den fraglichen Genuss kommt, ein Telepath zu sein oder mit einem beidhändig geführten Schwert umgehen zu können, hat jeder Mensch ein Sexleben. Es ist nicht für jeden Menschen gleich gut oder gleich erfüllend oder gleich oft, aber jeder Mensch hat Sex. Punkt! Und deswegen hat auch jeder Mensch eine Meinung zu Sex.

Wieso fällt es uns dann aber so schwer, mit Sex ganz natürlich umzugehen? In der Realität kann ich es ja noch verstehen. Da kann es sein, dass der erfolgreiche Geschäftsmann es sich nicht erlauben kann, dass seine Kunden wissen, dass er heimlich darauf abfährt, von seiner Frau an die Hundeleine genommen und in der Wohnung angebunden zu werden. Aber wie ist es in der Fiktion?

Das bin nicht ich! Sex in der Fiktion

Was sehr wichtig ist beim Schreiben von Romanen, das ist die eigene Distanz zu den Figuren und Situationen, die man beschreibt. Man muss sich klar machen, dass es zwar Einfälle sind, die aus dem eigenen Hirn stammen, diese aber nicht zwingend bedeuten, dass man jeden dieser Einfälle auch in die eigene Realität übertragen möchte.

Wenn ich das in Hinblick auf einen ganz normalen Thriller oder Krimi betrachte, dann wird mir sicherlich jeder zustimmen, dass ein Autor nicht deswegen ein potenzieller Massenmörder ist, weil er von einem Psychopathen schreibt, der eben genau das tut: massenhaft Menschen umbringen. Wir akzeptieren, dass hier eine Kunstfigur geschaffen wurde, die vielleicht den einen oder anderen soziopathischen Anflug abbekommen hat, den der Autor wie jeder Mensch von Zeit zu Zeit hat, aber die dennoch ein eigenes „Individuum“ darstellt.

Beim Sex ist das deutlich schwieriger. In einem Kommentar, den Anne gestern unter den rebloggten Beitrag geschrieben hat, wird das Dilemma offenbar. Sie schreibt, dass sie jetzt schon einen roten Kopf bekommt, wenn sie daran denkt, dass ihr Mann und ihre Kinder irgendwann die Sexszenen lesen, die sie sich für ihre Romanhandlung ausgedacht hat.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, über diese Verknüpfung hinweg zu kommen. Nur, weil ich einer erfundenen Person einen extremen Fetisch andichte, bedeutet das nicht, dass auch ich gerne einmal in gleicher Weise behandelt werden möchte. Und selbst wenn ich das wollte: dann ist die Figur, die in meinem Roman spielt, doch nichts anderes als eine Figur. Sie ist nicht mein Alter Ego. Wenn sie es wäre, dann müsste jeder Autor, der in mehr als einer Perspektive einen Roman verfasst, eine gespaltene Persönlichkeit sein.

Ich habe lange gebraucht, bis ich mir über diesen Punkt klar geworden bin und er hat mich bei meiner Arbeit gewaltig ausgebremst. Der Grund war aber auch, dass ich mich für die Sexualität in meinen Romanen geschämt habe.

Sex und die Scham davor

Eigentlich sollte man meinen, dass Sexualität das Normalste von der Welt ist. Wir alle sind durch einen Akt der Sexualität entstanden. Wenn unsere Mütter und unsere Väter sich nicht irgendwann einmal ganz doll lieb gehabt hätten, dann wäre keiner von uns auf der Welt. Und dennoch machen wir um das Thema Sex ein Gewese, dass es eigentlich erstaunlich ist, dass die Menschheit noch nicht ausgestorben ist.

Wobei ich mich ganz oft erwischt habe war, dass ich mich für die explizite Darstellung von Sex in meinen Romanen geschämt habe. Ich kann sogar ein Ereignis benennen, das als Auslöser dafür herhalten kann:

Irgendwann Mitte der 80er war ich ein begeisterter Leser von Heftromanen, besonders Gruselromanen wie „Larry Brent“ oder „John Sinclair“. Und eben von letztgenanntem Geisterjäger kam eines Tages ein Paperback heraus, was eine ganz große Sache war für so einen Groschenroman. Ich nahm dieses Paperback mit in die Schule, um in der Freistunde (ich ging auf eine Ganztagsschule) darin lesen zu können.

Irgendwie geriet es dann aber in die Hände einer Mitschülerin, die es aufschlug und den ersten Satz lauthals in die Klasse trompetete, die das ungeheuer lustig fand. Ein Satz, den ich auch nach bald dreißig Jahren immer noch im Ohr habe: „Er wollte Sex und dachte nicht an den Tod.“

Liebe M.R., falls du das hier liest, ich bin dir nicht mehr böse. Aber vergessen habe ich diese Begebenheit nie! Und sie hat mit dazu beigetragen, dass ich mich geschämt habe, in meinen eigenen Romanen das Wort Sex auch nur am Rande anzudeuten. Eine sehr irrationale Scham, vor allem nach dem, was ich im vorherigen Abschnitt geschrieben habe. Aber wie gesagt, für mich war es eine lange Reise zu dem Umgang, den ich nun mit dem Thema in meinen erdachten Welten habe.

Aber inzwischen glaube ich, dass ich Sex als Thema für mich annehmen kann.

Sex als Thema annehmen

Bevor ich ca. im Jahr 1999 mit der Arbeit an „Der Beobachter und der Turm“ begann, hatte Sex in keinem meiner bis dahin vier abgeschlossenen Romane eine Rolle gespielt. In der „Silverstar“-Trilogie waren Frank Boone und John Starfield hoffnungslos in Leya Kuvan verschossen, kamen aber beide nicht zum Zug. Und bevor der lachende Dritte, Captain Adam Shrivers, den die Freunde im zweiten Band auf der „Expedition durchs All“ kennen gelernt hatten, sich im bereits durchgeplanten vierten Band der Serie die holde Maid schnappen konnte, stellte ich alle Arbeiten an der Serie ein.

In „Lichter“ gab es zwar ein Paar, aber auch das lebte sozusagen in einem klinischen Umgang miteinander. Über ein harmloses Küsschen hier und da ging es nicht heraus.

Und dann kam der „Beobachter“. Und im Beobachter geht es praktisch von der ersten Seite an um Sex. Es geht um Sex, den die Hauptfigur Richard Lenhard nicht hat. Um Sex, den Richard sich wünscht und den seine Frau ihm verweigert. Gleichzeitig arbeitet Richard, ausgerechnet, als Webdesigner für Erotikportale. Und in einer schicksalhaften Nacht, nachdem er wieder einmal mit seiner Frau aneinander geraten ist, wird er durch die schemenhafte Gestalt des Beobachters direkt vor die Tür eines gerade neu eröffneten Bordells geführt, wo Richard zuerst seinen Samenstau los wird und sich später in eine der Prostituierten verliebt, was die ganze Tragödie überhaupt ins Rollen bringt.

Nun war ich 1999/2000 schrecklich naiv. Ich dachte nämlich, dass ich diese ganzen Dinge einfach als Backdrop nehmen könnte und irgendwann lege ich den Schalter um und schreibe eine Horrorgeschichte. Mit meinem Blick von heute kann ich denjenigen von euch, die sich jetzt spontan gedacht haben, dass das nicht funktionieren konnte, nur beipflichten.

Wenn ich mir die Auflistung von Fakten ansehe, die sich im „Beobachter“ um Sex dreht, dann ist ganz eindeutig, dass das eigentliche Thema eben nicht „der schwarze Mann holt sich seine Opfer“ (nur als Beispiel, das ist nicht die eigentliche Handlung) lautet, sondern dass es zumindest über den kompletten Unterbau hinweg um den Umgang eines Menschen mit Sexualität, den negativen Folgen und Ängsten daraus, aber auch den positiven Effekten geht. Kurz: dass die Geschichte ohne Sex nicht funktioniert.

Ich glaube, dass ich die Arbeit an „Der Beobachter und der Turm“ damals deswegen eingestellt habe, weil ich weder mit meiner Scham noch mit dem Thema zurechtgekommen bin. Man könnte es auch als Angst vor der eigenen Courage bezeichnen. Oder so, dass ich damals vielleicht zu „unreif“ gewesen bin. Ich war ein sexueller Spätzünder und wollte auf keinen Fall den Eindruck bei meiner heutigen Frau erwecken, dass ich irgendwas an der Art wie, wie oft und was wir machten auszusetzen hätte. Und ich war vielleicht von mir selbst geschockt als ich merkte, wie groß dieses Thema für mich auf einmal war.

Die Geschichte, so weit sie bis jetzt im Entwurf geschrieben war, bevor ich das Thema neu aufgriff, endet ziemlich exakt an der Stelle, an welcher der Schwenk in Richtung Horror hätte erfolgen sollen. Auch das ist bezeichnend, denn es ist die Stelle, an der ich mein eigentliches und nicht eingestandenes Thema verlassen und ein neues Thema etablieren wollte. Inzwischen weiß ich aber, dass Romane so nicht funktionieren können. Sie haben immer ein durchgehendes Thema, das mit Nebenthemen kombiniert werden kann bzw. das durch die eigentliche Handlung gar nicht richtig durchscheint. Aber es ist da. So handelt auch „Der Morgen danach“ nur vordergründig von rechtsextremen Vereinigungen. Eigentlich ist er eine Auseinandersetzung mit der Frage, wer wir sind und was uns definiert.

Aber selbst, wenn man sein Thema angenommen hat, ist da ja immer noch die Frage, ob man sich in der Lage sieht, es angemessen zu Papier zu bringen.

Die „richtige“ Sexszene

Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten, mit Sexszenen umzugehen und ich verweise an dieser Stelle gerne noch einmal auf den Artikel der Devoten Romantikerin, den ich gestern hier gerebloged (ist das ein zulässiges Wort?) habe.

Meiner Meinung nach läuft es im Endeffekt auf zwei Grundmöglichkeiten heraus: Explizit oder Angedeutet.

Die angedeutete Sexszene ist die, in welcher die beiden (oder mehr) Protagonisten dieser Szene sich in unmittelbare Nähe des Ortes begeben, wo „es“ gleich passieren wird, um nach einem kurzen Abschnittswechsel schon im Auto auf dem Weg zum nächsten Handlungsort zu sitzen. Das ist die Art von Sexszene, die einerseits leicht zu beschreiben ist, weil sie den Autor nicht aus der Komfortzone heraus drängt. Sein Schamgefühl wird keiner Prüfung unterzogen. Aber andererseits ist es auch schwer, sie zu schreiben, weil sie ein schriftstellerisches Klischee ist, ebenso wie die Szenen in Hollywoodfilmen, in denen der Mann nach (angedeuteten) Sexszenen immer mit freiem Oberkörper im Bett liegt, während die Frau bis zum Hals zugedeckt ist. Wir alle wissen, dass Sex so nicht funktioniert, aber in Romanen und Filmen schlucken wir es nicht nur, wir erwarten gar nichts anderes.

Der Grund dafür ist, dass die explizite Sexszene etwas mit uns macht. Sie involviert uns, weil wir unsere eigenen Erfahrungen, Erinnerungen oder auch Sehnsüchte auf die Charaktere übertragen. Es ist so, als ob wir mittendrin wären im lustvollen Treiben und wenn so eine Szene packend beschrieben ist, dann reagiert sogar unser Körper darauf und gibt mehr als deutliche Signale seiner Erregung von sich.

Was man nun in seinem Roman haben möchte, hängt wieder deutlich von der eigenen Intention ab. Ich habe mich bei „Der Beobachter und der Turm“ dazu entschieden, die zahlreichen Gedanken und Überlegungen, die Richard über sein Sexleben anstellt, zumindest im ersten Entwurf nicht vorab zu beschränken. Denn, wie bereits festgestellt, Sex ist seine Triebfeder, der Motor, der die Geschichte ans Laufen bringt. Da wäre es nicht nur feige, sondern geradezu zerstörerisch, wenn ich bei den entscheidenden Szenen zu früh wegblenden würde.

Die richtige Sprache für Sexszenen

Damit kommen wir zu dem vielleicht größten Problem, auf das ein Autor beim Verfassen von Sexszenen stoßen wird: wie finde ich die richtige Sprache dafür?

Zunächst möchte ich eine ganz wichtige Regel aufstellen, die nur fünf Wörter hat und die man sich deswegen ganz leicht merken kann: Sex ist nicht gleich Pornographie!

Es hat in der Kulturlandschaft Deutschlands lange gebraucht, bis diese einfache Regel sich durchgesetzt hat und nicht jeder Busenblitzer oder jede erigierte Penis sofort den Vorwurf der Pornographie auf sich gelenkt hat. Man muss sich nur einmal ansehen, was für Bücher im Deutschland von vor fünfundzwanzig bis dreißig Jahren auf den Index gesetzt wurden und wie harmlos sie sich im Vergleich zu dem lesen, was heute an der Tagesform ist.

Aber am Grundproblem des richtigen Sprachgebrauchs hat sich deswegen nichts geändert. Wir kennen alle die blumigen Ausdrücke, die man für die weiblichen und männlichen Geschlechtsteile verwenden kann. Da gibt es den Zauberstab und das Honigtöpfchen, den Prügel und die Lustgrotte und viele Dinge in dieser Richtung mehr, bei denen man sich fragt, wer diese Worte ernsthaft in einem Roman verwenden kann, ohne einen Lachkrampf dabei zu bekommen.

Man kann es auch ins Vulgäre ziehen und die dafür üblichen Begriffe verwenden. Ihr wisst schon, die, die sich auf „Otze“, „Lanz“, „Immel“ oder „Öse“ reimen ;-).

Und dann gibt es noch das Neutrale, wie es auch einem Arztbericht entstammen könnte: Vagina, Scheide, Penis, fertig. Das sind Begriffe, die man heute, in unserer, wie gesagt, etwas aufgeklärteren Welt, durchaus auch ohne rot zu werden in den Mund nehmen kann.

Wenn ich eine Sexszene schreibe, dann wähle ich gerne eine Kombination zwischen dem Neutralen und dem Vulgären. Denn mal Hand aufs Herz: wer spricht schon im Eifer des Gefechts davon, dass er gleich mit seinem Penis in die Vagina eindringen wird? Gut, mag es geben, aber ich glaube, das ist dann eher eine Generation über der meinen – die es in den 60ern aber ja auch faustdick hinter den Ohren hatte.

Also lasse ich meine Figuren gerne auch mal so reden, wie ihnen der vulgäre Schnabel in der Situation gewachsen ist, bleibe bei den Beschreibungen aber neutral. Das macht für mich die Abgrenzung zum reinen Porno, dass ich auf der erzählerischen Ebene einen Unterschied mache, bewusst eine Differenzierung in der Sprache anstrebe. Einfach auch um klar zu stellen, dass es mir nicht um den Sex um des Sex willen geht, sondern dass dieser jetzt gerade für die Szene wichtig ist und für die Charaktere wichtig ist. Kein rein-raus-wiedersehen, sondern eine echte Entwicklung der Handlung.

Es gibt im Internet inzwischen viele wunderbare Bloggerinnen und Blogger, denen solche Texte scheinbar mühelos von der Hand gehen. Bei denen das explizite und das angedeutete, das vulgäre und das neutrale, sich zu einer reizvollen und erregenden Melange verdichten. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auch bereit und glücklich bin, davon lernen zu können. Und ebenso glücklich bin ich, einige von ihnen zu meinen Followern rechnen zu dürfen.

Der Beobachter, der Turm und der Sex

Kommen wir also langsam zum Ende dieses jetzt schon viel zu langen Beitrages. Ich werde versuchen, meine Ziele, wie ich sie zum Teil in den vorangegangenen Abschnitten definiert habe, für „Der Beobachter und der Turm“ umzusetzen. Ich schäme mich nicht mehr dafür, dass Menschen in diesem Roman Sex haben, der vom anderen Stern zu sein scheint. Ich schäme mich aber auch nicht mehr dafür, dass Menschen in diesem Roman keinen Sex haben und dass dadurch Probleme entstehen. Diese Menschen sind Romanfiguren, es sind nicht meine Frau und ich. Es sind auch nicht „meine geheimen Wünsche“.

Ich habe das Thema meines Romans erkannt und werde nicht versuchen, an einem Punkt X die Weiche krampfhaft auf eine andere Richtung zu stellen. Der Sex bleibt Thema, weicht vielleicht ein wenig in den Hintergrund, ist aber ständig „da“.

Und was die Sprache und die Art angeht, wie ich die Sexszenen zeige, da versuche ich mein möglichstes, mich nicht zu sehr zum Affen zu machen. Und wer weiß, vielleicht suche ich mir ja speziell für diese Szenen irgendwann befähigte Testleser/innen!?

Jedenfalls danke ich euch allen, dass ihr mir eure Aufmerksamkeit geschenkt habt. Und die nächsten Beiträge werden wieder kürzer. Versprochen! 🙂

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13 Gedanken zu “Let’s talk about Sex, baby

  1. Ein wunderbar geschriebener Beitrag, lieber Mic. Deine Reflektionen sind spannend. Ich empfehle dir, dich einfach in deine Sexszenen hinein fallen zu lassen. So, wie du es ja bei den anderen vermutlich auch tust. Nehme die gewünschte Perspektive ein, und schreibe los. Wie würde der Protagonist (sich selbst) die Geschichte erzählen? Welche Haltung hat er zu seinen Sexpartnern: respektvoll, unterwürfig, sieht er auf sie herab? Ist er frei oder verkrampft? Hat er viel Erfahrung oder wenig? Denkt er, er hat ein Recht auf das was er tut, oder „stiehlt“ er es? Daraus kannst du die Bezeichnungen der Körperteile ableiten.

    Ich musste bei deiner Einleitung herzlich lachen. Das ist wohl dem Running Gag, der zwischen uns läuft, geschuldet. Und ich kann nicht umhin, mal wieder eine Retoure zu lancieren: Du explodierst schon in den ersten Zeilen, aber uns Lesenden nötigst du 5 min Durchhaltevermögen ab? Ts ts…

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Vielen Dank für das Lob aus berufenem Munde! 🙂

      Genau das versuche ich, mich einfach samt den Figuren in die entsprechenden Szenen fallen zu lassen. Eine Disziplin, die halt beim Thema Sex nicht ganz einfach ist, weswegen ich ja gestern angefangen habe, mir diese Gedanken zu machen. Die Bezeichnungen sind für mich eigentlich weniger das Problem. Jedenfalls im ersten Entwurf.

      Wenn ich jetzt schreibe „da läuft das ganz flüssig“, dann versteht man das wieder falsch, oder!? 😉

      Und zu deiner Retoure – explodiert bin ich eigentlich erst ganz zum Schluss, aber ich dachte, ich kündige das mal frühzeitig an. Eine Frage der Höflichkeit :-D.

      Ansonsten sprach ich von unnötigen Cliffhangern, liebe Romantikerin. Gegen wohldosierte und -platzierte ist doch überhaupt nichts einzuwenden.

      Gefällt 1 Person

  2. I struggle with writing the neutral words and the vulgar words. I force myself through it, but blush entirely too much in the privacy of my home. It is an odd contradiction I find myself in – to love and embrace sex but stumble upon words.
    To read them, to hear them, that is sexy to me. But for me to create them, I struggle.

    Gefällt 2 Personen

    • Mic schreibt:

      Creating them feels sometimes like you’re trying to explain something in a very neutral tone, that shouldn’t feel neutral at all. In my head it starts to shift between neutral and vulgar and end sometimes that nothing of it seems to fit.

      I just wrote a scene in which my protagonist rmembers about a blowjob he received some time ago and it wasn’t easy to find the right words. I only can hope, that I did a decent job.

      By the way: do you speak/read german? Or how comes it that you read this very long article. Google translator? Anyway, your comment is very appreciated! 🙂

      Gefällt 2 Personen

  3. Mic schreibt:

    Hat dies auf Mein Traum vom eigenen Buch rebloggt und kommentierte:

    Heute, fast einen Monat später, muss ich noch einmal auf diesen Artikel von mir zurückkommen und ihn einfach noch einmal hervorkramen. Der Anlass ist, dass ich gestern und heute in die Verlegenheit/den Genuss kam, eine weitere Sexszene für „Der Beobachter und der Turm“ zu schreiben. Und ich muss sagen, dass mir die Überlegungen, die ich seinerzeit angestellt habe, sehr dabei geholfen haben, diese Szene so umzusetzen, wie ich sie haben wollte.

    Das größte Problem war dabei die Sprache und die Zweiteilung zwischen dem Vulgären und dem Neutralen. Eigentlich wollte ich viel deutlicher schreiben und benennen. Ich muss die umgangssprachlichen Worte hier nicht alle aufführen, ihr kennt sie. Aber ich habe mich, zumindest für den ersten Entwurf, ein wenig am Riemen gerissen.

    Es war aber schon etwas deutlich anderes als früher, wo ich nicht einmal auf die Idee gekommen wäre, diese Worte überhaupt in Erwägung zu ziehen. Darf man wirklich „Schwanz“ schreiben oder macht man sich lächerlich, wenn man es nicht tut? Das ist eine rhetorische Frage, ich weiß ;-).

    Jedenfalls hat mir das Schreiben dieser Szene, die einen etwas unerwarteten Ausgang genommen hat, wie ich anmerken möchte, großen Spaß gemacht. Für die Handlung war sie außerdem sehr wichtig, bringt sie doch die handelnden Figuren ihren vorgesehenen Positionen wieder ein Stück weit näher.

    Wisst ihr was? Vielleicht gönne ich euch die Tage einen Auszug daraus, wenn ihr wollt. Die komplette Szene wäre erstens zu lang und zweitens würde sie unnötige Spoiler enthalten. Spoiler sind was für Autos und nicht für Romane. Und weil ich mich gestern ja „beklagt“ habe, dass Saure-Gurken-Zeit ist, bestimme ich dikatorisch, dass ich gerne fünf „Gefällt mir“ hätte, dann gibt es den Ausschnitt. Ihr könnt mich jetzt gerne als Erpresser bezeichnen, wenn ihr wollt ;-).

    Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag!

    Gefällt 1 Person

  4. Du schreibst „Das bin nicht ich!“ und du hast Recht, Mic.

    Genauso wenig wie ein Krimiautor ein Mörder ist, ist eine Autorin von erotischen Büchern eine Sexarbeiterin (ich wurde das wirklich mal gefragt – ob ich das beruflich tue).

    Aber wie du sagst: Bei Sex kann jeder mitreden, bei einem Mord oder einer fantastischen Geschichte nicht.

    Jetzt würde ich ja zu gerne deinen Auszug lesen …

    Gefällt 1 Person

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