[NaNo2015] Ein letztes Durchatmen

Hallo ihr Lieben!

Heute ist der 31. Oktober. Reformationstag für die einen, Halloween für die anderen. Und für uns arme Autoren 😉 der letzte Tag, an dem man noch ein wenig durchatmen kann, bevor es dann ab morgen ernst wird. Denn morgen, um genau zu sein schon heute Nacht um null Uhr und eine Sekunde, startet der National Novel Writing Month!

Das wird ein intensiver Monat werden mit seinen 50.000 Worten in 30 Tagen. Ich habe mich in den letzten Tagen schon ein wenig warm geschrieben. Im Monatsschnitt lag ich deutlich über den rechnerisch nötigen Worten von 1.667 pro Tag. Aber das sind natürlich alles Dinge, die sich nicht unbedingt immer von einem Monat auf den nächsten projezieren lassen. Deswegen muss ich einfach mal schauen, wie es laufen wird.

Für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass ich meinen Roman „Der Beobachter und der Turm“ schon vor dem Ende des NaNos fertig habe, fehlt mir immer noch der passende Plan B. Ich spiele mit den verschiedenen Varianten, die ich hier ja schon einmal benannt hatte.

Und heute? Wie ist es da mit dem Durchatmen?

Hat bei mir nur bedingt stattgefunden ;-). Aber den Rest des Tages ist Schluss mit Schreiben, wir sind auf einer Geburtstagsfeier eingeladen. Und ich gehöre auch nicht zu denen, die gleich um Mitternacht zu schreiben anfangen.

Aber ab morgen … da wird es dann ernst!

Ich nutze diesen Ort, um allen Mitautoren viel Spaß zu wünschen und natürlich viel Erfolg! Und ihr, meine werten Leser, könnt euch darauf einstellen, dass ich euch hier auf dem Laufenden halten werde! Seid mir nicht böse, wenn die sonstigen Aktivitäten hier ein wenig zurückgefahren werden müssen. Aber, wie die Tage festgestellt, ich kann immer nur ein Wort zur Zeit schreiben. Und da hat der NaNo im November absolute Vorfahrt!

Drückt mir die Daumen, dass ich am Ende zu den „Gewinnern“ zähle!

Euch allen einen schönen Samstag und, wer feiert, frohes Halloween!

Schreibaufgabe #11: Der Weg nach irgendwo

So, gerade noch pünktlich vor dem diesjährigen NaNo habe ich es geschafft, mich Hannas elfter Schreibaufgabe zu widmen. Dieses Mal war die Vorgabe wieder besonders weit gefasst, nur der erste Satz war vorgegeben: „Eines muss ich dir noch sagen für den Fall, dass ich nicht mehr wiederkomme.“

Meine erste Assoziation, der alte Schlager von Christian Anders, in dem ein Zug nach Nirgendwo fährt, wollte ich dann doch nicht weiterverfolgen. Deswegen habe ich beschlossen, nun, mit einiger Verspätung, doch noch die Dystopie heraufzubeschwören, die ich mir bei der zehnten Schreibaufgabe noch verkniffen hatte.

Ich wünsche euch also im Folgenden viel Spaß mit meiner kleinen Kurzgeschichte!


Abschnitt 238/a

„Eines muss ich dir noch sagen für den Fall, dass ich nicht mehr wiederkomme.“

Ted Jericho blickte auf und sah seinem Freund und Kollegen Seth Huggins ins sonnengegerbte Gesicht. „He, Hugg, jetzt fang nicht an zu spinnen, ja?!“

„Es ist Freitag und du weißt, dass freitags da draußen Krieg herrscht!“

„Wer will es ihnen verdenken, wenn man weiß, dass am Freitag das Wasser für das Wochenende abgestellt wird“, sagte Jericho und streichelte zärtlich über seinen Karabiner. „Aber das ist doch nichts, womit wir beide nicht schon fertig geworden sind!“

„Ja, stimmt, aber trotzdem! Wenn ich nicht mehr wiederkomme …“

„Du wirst aber wiederkommen! Schau hier, falls du es vergessen haben solltest! Ich hab dich die ganze Zeit über auf dem Schirm, ja? Die Homies sind auf der anderen Seite des Zauns. Dazu noch der Graben. Fünf Meter Tiefe und fünfzigtausend Volt! Und jetzt verrat mir, warum du immer so paranoid bist!“

„Ich habe Gerüchte gehört“, sagte Huggins. „Gerüchte darüber, dass es im Nordosten einen Vorfall gegeben hat …“

„Das habe ich auch gehört. Und ich halte es für totalen Bullshit! Niemand durchbricht unsere Sicherheitssysteme! Hörst du? Niemand! Und schon gar nicht in unserem Abschnitt, verstanden?“

„Ja, verstanden“, maulte Huggins und brummelte noch ein paar unverständliche Worte in seinen Dreitagebart.

Jericho stand aus dem platt gesessenen Bürostuhl auf, von dem aus er die Wallanlage und die Menschen auf der anderen Seite überwacht hatte. Er trat zu Huggins und hieb ihm spielerisch die Faust auf die Schulter. „Oder ist es, weil du nächste Woche vierzig wirst? Hm? Setzt bei dir jetzt schon die Alterssenilität ein?“

„Quatsch!“

„Dann weiß ich es auch nicht“, gab Jericho es auf und setzte sich wieder. „Du bist jetzt jedenfalls damit dran, den Rundgang am Raun zu machen. Und ich werde mir gemütlich mein Sandwich und vielleicht einen kleinen Joint reinziehen, bis du wieder da bist.“

„Ja, aber falls ich nicht mehr wiederkomme …“

„Himmel, Arsch und Wolkenbruch! So langsam gehst du mir auf den Kürbis! Jetzt spuck’ schon aus, was du dir diese Woche wieder hast einfallen lassen, damit ich mir den langweiligen Abend verschönern kann! Jawohl, langweilig, hast du verstanden?“

„Hoffen wir, dass es langweilig bleibt“, sagte Seth Huggins. „Wenn die Gerüchte stimmen, dann könnte es sein, dass du dir noch wünschen wirst, Langeweile zu haben!“

„Sag endlich dein Sprüchlein auf und dann sieh zu, dass du Land gewinnst! Ich habe keine Lust, mir wieder eine Rüge vom Boss einzufangen, weil wir unseren Schichtplan nicht eingehalten haben.“

„Also“, sagte Huggins.

„Also?“, wiederholte Jericho.

„Falls ich nicht mehr wiederkomme, dann möchte ich, dass du dich dafür einsetzt, dass Luisa den Ausbildungsplatz bei der Grenzwache nicht annimmt! Ich wiederhole, sie soll ihn nicht annehmen!“

Jericho verstand kein Wort, das sein paranoider Kumpel da sagte. „Du willst also, dass ich deine Tochter, die ich nur von Fotos kenne, davon abhalte, in die Fußstapfen ihres Alten zu treten?“

„Ja!“

„Und wieso, wenn ich fragen darf?“

Huggins druckste kurz herum und Jericho war schon wieder so weit, ihn anbrüllen zu wollen, als er dann doch endlich sagte: „Ich habe so eine Ahnung, Ted, seit ich die Sache aus dem Nordosten gehört habe. Lange wird das mit den Homies nicht mehr gut gehen! Es sind so viele und sie sind nicht dumm. Das ist das Hauptproblem, dass sie alles andere als dumm sind!“

„Dumm genug, draußen leben zu müssen.“

„Das hat mit Intelligenz nichts zu tun, sondern mit Geld und Macht – und das weißt du ebenso gut wie ich!“

Jericho machte eine wegwerfende Handbewegung. „Und wenn schon! Sollen sie ruhig philosophische Reden schwingen, oder Gedichte rezitieren. Zum Glück muss ich mir das nur anhören, wenn meine Schicht am Zaun läuft. So wie deine, seit inzwischen zehn Minuten!“

Huggins griff nach seinem Gewehr, sah dabei aber unverwandt Jericho an. Dieser begann plötzlich, sich unwohl unter diesem Blick zu fühlen. Hugg hatte schon früher komische Ideen gehabt und absonderliche Theorien über die Homies und die Bewohner der Domes vorgebracht. Aber mit dieser Ernsthaftigkeit wie jetzt war es noch nie passiert.

„Ich möchte, dass du es mir versprichst!“

„Also gut!“, seufzte Jericho.

„Sag es!“

„Ich verspreche es!“

„Nein, den genauen Wortlaut!“

Jericho stöhnte und ballte beide Hände zu Fäusten, die er auf die Lehnen des Bürostuhls herabkrachen ließ. „Ich schwöre, bei allem, was mir heilig ist, dass ich deine geliebte Tochter Luisa, die ich noch nie gesehen habe, davon abhalten werde, den besten Job anzunehmen, den man sich vorstellen kann, weil ihr bescheuerter Herr Vater, dessen bescheuerter Freund ich bin, sich in den Kopf gesetzt hat, dass er nach tausend Patrouillen am Zaun diesmal nicht zurück kommen wird! Jetzt endlich zufrieden?“

Huggins lächelte traurig. „Ich hab dich auch gern, Ted!“

Dann drehte er sich um und verließ den Container, der den beiden als ihr Stützpunkt an Abschnitt 238/a des großen Schutzzauns zur kontaminierten Zone diente. In den Randbereichen war die Strahlung längst abgeklungen, was die Homies immer wieder dazu trieb, sich auf ihrer Seite an den Zaun zu stellen. Früher hatten sie gebettelt und geklagt. Heute standen sie meist nur noch da und schauten herüber. Eine Ausnahme stellten wirklich die Freitage dar, wenn die Trinkwasserversorgung in die Zone abgestellt wurde, damit in den Domes die Schwimmbäder und Pools für das Wochenende versorgt werden konnten.

Jericho drehte sich im Stuhl um und langte nach seiner verschlissenen Tasche. Er öffnete sie und holte sein Sandwich heraus, legte es neben die Kontrollmonitore. Von Huggins war noch nichts zu sehen. Danach verließ ein großer, langer Joint, einer der besten, die er je gebaut hatte, die Tasche. Und zum guten Schluss, weil heute das Wochenende anfing, noch die neueste Ausgabe von „Tits & Clits“, mit der er sich später zu befassen gedachte.

Auf dem Bildschirm tauchte jetzt die hagere Gestalt von Huggins auf. Jericho schüttelte den Kopf. So lange an der Grenze und fiel jetzt auf solche Ammenmärchen rein! Dome Nordost hatte gleich nach Aufkommen der Gerüchte verbreiten lassen, dass es keinen Einfall von Homies gegeben hatte. Und Central Dome hatte es bestätigt. Also, was sollte der Scheiß?

Das Sandwich war schnell aufgegessen und der Joint entzündet. Jericho legte die Beine hoch und schaute weiter auf den Bildschirm. Ein Scheißjob, sich da draußen zwei Stunden die Beine in den Bauch zu stehen, hin und wieder den Abschnitt abzulaufen und dabei nichts anderes zu tun zu haben, als sich die Homies anzuschauen, was meistens wegen der erlittenen Strahlenschäden kein schöner Anblick war. Aber der Job, sich den Mist im Fernsehen ansehen zu müssen, war auch nicht besser.

Es passierte ja doch nie was!

Bis es dann eben doch passierte!

Jericho konnte nicht sehen, wer es war oder was genau er getan hatte. Er sah nur das Ergebnis: Ein heller Lichtblitz durchzuckte den Bildschirm und sorgte dafür, dass er seine Augen abschirmen musste. Als die Kamera und er wieder etwas erkennen konnten, war eine riesige Lücke im Zaun entstanden. Und die Homies strömten in die für sie verbotenen Randbezirke des Domes.

Jericho stand der Mund offen und er wusste nicht, wie ihm geschah, oder was er tun sollte. Für diesen Fall war er nicht ausgebildet worden! Welcher dieser verdammten Knöpfe war jetzt für die Alarmierung des Oberkommandos gedacht?

Es wurden immer mehr Homies, eine wahre Flut kam durch den nicht mehr vorhandenen Zaun. Den Graben hatten sie spielend überwunden, vielleicht, indem sich einige von ihnen geopfert hatten, um eine ebene Fläche durch ihre aufgeschichteten Körper zu erreichen.

Jericho nahm wieder seine Waffe. Seine Hand zitterte. Seinen Kollegen und Freund Seth Huggins konnte er auf dem Bildschirm nicht mehr sehen. Er würde nicht mehr wiederkommen.

Aber würde er, Ted Jericho, wiederkommen? Und wenn nicht, an wen sollte er seine letzte Botschaft richten?

„Falls ich nicht mehr wiederkomme“, sagte Jericho leise. Dann lud er seine Waffe durch und ging hinaus, seinem Schicksal entgegen.

Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden

Lasst euch die Überschrift zu diesem Artikel einmal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen: Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden!

Was will der Autor uns damit sagen? Natürlich nicht, dass jedes Wort in der deutschen Sprache nur ein einziges Mal geschrieben werden könnte. Dann sähe alleine dieser Artikelanfang schon ziemlich traurig aus, weil die Wörter in, der, Wort, werden bereits mehrfach verwendet wurden und damit herausfallen würden aus dem Sprachfundus.

Nein, es geht wieder einmal um die Frage, wo und wie und wann man eigentlich die Wörter setzen kann, die einem zur Verfügung stehen. Das Stichwort lautet „Zeitmanagement“.

Ich denke, auch die Nicht-Autoren unter euch werden die Situation kennen, dass sie mehrere Dinge auf der Agenda haben, die zunächst einmal alle gleich wichtig aussehen. Das können Dinge für die Arbeit sein, im Haushalt, Hobbies und der wichtige Anruf, den man eigentlich schon letzte Woche hatte erledigen wollen.

Für einen Autor liegen diese Probleme sehr häufig, wo auch sonst, auf der Textebene. Ein Autor schreibt eigentlich permanent. Bestenfalls natürlich an seinen Romanen und Geschichten, aber sobald er einmal damit begonnen hat, ein wenig in die Möglichkeiten der gegenseitigen Vernetzung hinein zu schnuppern, kommt noch einiges an Schreibarbeiten dazu. Dann gilt es auf einmal, Blogeinträge wie diesen zu verfassen, Postings in Foren, der Facebook-Account will gefüttert werden und irgendwas fällt einem doch bestimmt noch ein, was man twittern könnte, wenn man sich lange genug den Kopf zerbricht!?

Und es kommt, wie es kommen muss: in der Zeit, in der ich diesen Blog-Eintrag schreibe, kann ich nicht an meinem Roman arbeiten. Es sei denn, dass der Roman zufällig vom Schreiben eines Blogs handelt. Was ziemlich langweilig wäre.

Während ich an meinem Roman arbeite, kann ich keine E-Mails beantworten – nicht mal die von Leuten, die mir wirklich wichtig sind!

Und apropos Blogs und E-Mails: Manche Leute wären auch froh darüber, wenn sie irgendwann mal Antworten auf eigene Beiträge bekämen … ist man selbst ja auch, nicht wahr?

Also: Zeitmanagement. Wie soll das aussehen, wie geht man das an?

Zuerst einmal legen wir die Prioritäten fest. Und da muss ich dann sagen, dass für einen Autor immer die oberste Priorität auf den eigenen Geschichten liegt! Wenn ich die Wahl habe, einen Blogeintrag zu schreiben, oder diese wahnsinnig spannende Szene unter Dach und Fach zu kriegen, dann müsst ihr an dem Tag hier auf neues Lesefutter verzichten.

Die zweite Priorität ist dann der Blog. Ganz einfach, weil er mir die Möglichkeit gibt, mich zu reflektieren, dafür zu sorgen, den Kopf wieder ein wenig frei zu bekommen und nebenbei den Austausch mit denen zu pflegen, die an meiner Person und meiner Arbeit interessiert sind.

Kurz darauf folgt dann, dass auch andere Blogs meine Aufmerksamkeit haben wollen. Und das kann teilweise richtig tricky sein, weil so viele Menschen so viele gute Artikel schreiben! Da will man dann auch nicht immer mit einem einfachen „Finde ich gut“ oder „Sehe ich auch so“ antworten.

Auf vierter Position findet sich im Moment das Autorenforum wieder. Auch wenn es so aussieht, als ob ich da relativ viel in relativ kurzer Zeit geschrieben habe, so muss man bedenken, dass es sich da in der Mehrzahl um einfache Plauderei handelt. Und das schreibt man immer schneller, als wichtigere Texte.

Platz fünf teilen sich dann im Moment Facebook und Twitter. Auf beiden Plattformen werden meine neuen Blogeinträge gepostet und hin und wieder schreibe ich eine kurze Nachricht separat. Aber im Moment sind diese sozialen Netzwerke für mich noch mehr Spielzeug, als wirklich relevante Werkzeuge.

Das Hauptproblem ist, dass sich rund um diese Dinge ja auch noch die zwischenmenschlichen Kontakte im und außerhalb des Internet gruppieren. Ja, man soll es nicht für möglich halten, ich habe auch abseits der Schreiberei noch ein Leben und Personen, die sich hin und wieder über Nachricht oder Antwort von mir freuen würden. Und schon gerät die ganze Priorisierung etwas durcheinander.

Da wird dann auf einmal nur schnell ein Blogartikel eingeschoben, weil ansonsten die Besucherzahl wieder ins Bodenlose absackt (meine Leser wollen permanent beschäftigt werden 😉 ). Aber auf andere Artikel antworten!?

Im Moment ist es besonders schlimm, oder ich empfinde es als besonders schlimm. Ich habe Mails, die dringend beantwortet werden wollen, Hanna hat eine neue Schreibaufgabe, zu der ich nicht komme, ich schaffe es nicht, all das zu lesen und zu kommentieren, was es verdient hätte … und manchmal kann ich auch einfach keine Worte mehr sehen!

Wie soll das denn erst werden, wenn der NaNo gestartet ist? Nun, zumindest darauf kann ich eine Antwort geben: nicht besser. Wobei ich auch heute ja schon die NaNo-Durschnittswerte durchaus erreiche, wie meine Statistik mir mitteilt.

Was, also, wollte uns der Autor mit diesem Artikel nun sagen?

Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden, aber das bedeutet nicht, dass die Verteilung dieser Worte immer nach einem festen Muster geschieht. Denn so ist das Leben, dass die Dinge durcheinander geworfen werden. Und ich versuche, nichts aus dem Blick zu verlieren, so dass alle, meine Leser, meine Bloggerkollegen, meine NaNo-Buddies, meine Freunde, ihr alle, nicht zu kurz kommen oder das Gefühl habt, vergessen zu werden.

Bei dem einen oder der anderen weiß ich, dass sie hier mitlesen. Ja, dieser Text richtete sich auch insbesondere an dich!

Und jetzt geht es bei mir wieder mit den unangenehmsten Wörtern weiter, die ich noch gar nicht im Text erwähnt hatte: den Wörtern am Arbeitsplatz …

Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag!

Wie man eine Krimi-Kurzgeschichte entwickelt – Teil 1 : Der Verbrecher und das Verbrechen

Wer hier schon ein wenig mitliest wird wissen, dass ich ein absolut intuitiver Schreiber bin. Ich plane wenig vor, lasse entsprechend meinen Figuren und Handlungssträngen viel Freiraum. So arbeite ich.

Man kann aber auch anders schreiben, bzw. anders an das Schreiben herangehen. Hanna schreibt auf ihrem Blog darüber, wie man/sie eine Krimi-Kurzgeschichte entwickelt. Heute gibt’s den ersten Streich, der zweite folgt morgen sogleich (okay, der war schlecht).

Spannend zu lesen, wenn ich euch für Prozesse beim Schreiben interessiert!

Der erste Papyrus-Einsatz

Gestern war es dann soweit und mein 180-Euro-Helferlein Papyrus Autor hatte seinen ersten richtigen Einsatz!

Im Rindlerwahn-Forum, wo ich mich ja letzte Woche auf Hannas überschwängliche Empfehlung hin angemeldet habe, wird im Rahmen der sogenannten „Schreibmuhtivation“ nach Texten gesucht, die weihnachtlich sind und diesen Umstand mit dem Aufgreifen der momentanen Zuwanderungs- und Flüchtlingsproblematik verknüpfen. Wenn genügend Texte zusammenkommen, wird da ein netter kleiner Adventskalender mit Geschichten draus.

Nun habe ich mich bislang mit Stellungnahmen zum Thema Flüchtlinge bewusst zurückgehalten. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich für meine Meinung schämen würde – das muss ich nämlich nicht -, sondern damit, dass sie hier nicht her gehört. Diese tagesaktuellen Geschehnisse sind nicht Bestandteil meines Lebens ans angehender Autor. Jedenfalls waren sie das bis gestern nicht.

Denn auf einmal hatte ich ein Bild vor Augen, das Bild einer kleinen Familie, die in Sichtweite einer dieser schrecklichen Zeltstädte leben, die den Flüchtlingen auf die grüne Wiese gestellt wurden. Und die Tochter der Familie fragt erst sich und dann ihren Papa, ob „die da drüben“ eigentlich auch einen Weihnachtsbaum haben.

„Die da drüben“ ist dann auch der Name der kurzen Geschichte (gefordert waren 3-5.000 Anschläge), die ich bei dieser Muhtivation einreichen wollte.

Ich hatte schon fast auf Senden geklickt, als mir einfiel, dass dieser umfangmäßig sehr abgesteckte Rahmen doch perfekt war, um einmal zu schauen, was Papyrus aus den ungefähr siebenhundert Worten macht.

Ich habe leider vergessen, euch einen Screenshot davon zu machen. Aber es sah mal wieder … bunt … aus.

Mir sind auf diese Weise zwei Dinge bewusst geworden:

  1. Wenn ich alle Änderungen von Papyrus befolgen würde, dann ist der Text, der da am Ende steht, nicht mehr der, den ich geschrieben habe
  2. Einen langen Roman mit Papyrus bearbeiten erfordert mehr Zeit, als es gedauert hat, diesen zu schreiben.

Klingt seltsam, ich weiß, aber so empfinde ich es. Papyrus neigt dazu, viele Worte als Füllworte anzusehen, die ich aber, zum Beispiel in Dialogen, genau so verwendet haben möchte, um etwa die Eigenart der Sprechweise einer Sechsjährigen zu vermitteln (und glaubt mir, da spreche ich aus Erfahrung). Außerdem ist die eigentlich sehr praktische Ermittlung doppelter, dreifacher und vierfacher Wörter teils sehr frustrierend, weil man eben nicht für jedes „fragte“ ein Synonym findet. Dazu kommt noch, dass man anderer Stelle wieder liest, hier bloß nicht zu viele vermeintlich stilistisch bessere Varianten zu verwenden, sondern beim Einfachen zu bleiben.

Der zweite Punkt hat mich überrascht. An der Überarbeitung dieses kleinen Textes habe ich bestimmt über eine halbe Stunde gesessen, in der ich viele Dinge auch einfach so belassen habe, wie sie waren. Bei einem größeren und mir wichtigeren Text mit, sagen wir mal, 500 Seiten, komme ich auf eine reine Überarbeitungszeit von ca. 125 Stunden. Und das sind nur die „Nörgeleien“ von Papyrus, da ist noch kein Satz aufgrund des Inhaltes geändert worden!

Mein Fazit lautet also, dass ich a) mich noch genauer in Papyrus reinfuchsen muss, um manchen (berechtigten) Fallstrick bereits beim Schreiben zu vermeiden und b) nicht von den Dingen, die mir da angezeigt werden, ins Bockshorn jagen lassen darf.

Aber gestern war ich schon ein wenig geschockt. Dazu kamen noch zwei, drei andere schreibtechnische Dämpfer und schon war die Aufbruchstimmung dahin. Aber ab heute wird wieder nach vorne geschaut!

Auch mit Papyrus Autor in der Version 7. Vor allem aber mit den Programmen Brain 1.0 und Selbstbewusstsein 1.5!

Ich wünsche euch einen schönen und sonnigen Tag!

“Der Beobachter und der Turm” – Status nach der 6. Woche

Die letzte Woche war in Bezug auf den „Beobachter“ eigentlich sehr unspektakulär. Wenn man mal davon absieht, dass ich einfach ein paar Elemente aus der Handlung gekickt habe, die auf dem Papier vor fünfzehn Jahren ganz gut aussahen, aber zum jetzigen Manuskript einfach nicht mehr gepasst hätten. Und ich habe, wie ich ja auf Facebook angekündigt hatte, Richard in den Turm geschickt. Das heißt, eigentlich hat sich ja doch einiges getan, wenn ich es so Revue passieren lasse.

Den Part im Turm werde ich am Ende noch einmal etwas deutlicher überarbeiten müssen, glaube ich. Mein Problem ist, dass Richard über weite Teile dieser Szenen alleine agiert. Da fällt es im Eifer des Gefechts nur zu leicht, in eine Orgie von unnötigen Gedankenfetzen auszubrechen und damit Seite um Seite zu füllen. Das will natürlich keiner lesen. Und ich eigentlich auch nicht schreiben, aber manche Tage laufen so. Und mit dem kommenden NaNo im Blick, werde ich solche Anwandlungen auch nur in dem Maß unterdrücken, wie ich es sonst auch tue. Und vor allem dem Impuls widerstehen, das alles noch einmal zu löschen, weil es sowieso „doof“ ist.

Leider habe ich, ausgelöst durch verschiedene Nebenkriegsschauplätze, heute so eine Art Knick beim Selbstbewusstsein bekommen, was speziell diesen Roman angeht – aber irgendwie auch meine Schreiberei insgesamt. Ich hoffe mal, dass sich das im Laufe der Nacht wieder gibt und morgen wieder die Motivation und das Selbstvertrauen neu da sind. Es gibt solche Tage. Sie sind weniger geworden, aber leider gibt es sie noch. Da muss ich dann wohl durch.

Deswegen fasse ich mich jetzt auch ein wenig kürzer, als ihr das von mir an dieser Stelle gewohnt seid. Aber, wie immer, noch ein paar Worte zur Statistik. „Der Beobachter und der Turm“ umfasst nach sechs Wochen 100.398 Worte auf 401 Seiten. Das sind im Tagesdurchschnitt immer noch NaNo-kompatible 2.390 Worte. Klingt gut, finde ich.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, hoffentlich ohne Nebenkriegsschauplätze!

In die Falle getabbed

Hallo zusammen,

auch wenn ich der 1.294.283te bin, der euch das heute fragt: habt ihr auch alle brav an die Zeitumstellung gedacht? Ich schon, aber ich habe beschlossen, dass ich mich am zweimal jährlich stattfindenden Uhrensuchen nicht beteilige und deswegen zum Beispiel die Uhr über meinem PC noch nicht umgestellt habe. Manchmal braucht es wenig, um sich wie ein Revolutionär zu fühlen!

Eine Revolution habe ich auch gestern hinter mich gebracht, auch wenn es eine kleine ist. Ich habe mich beschlossen, meine schriftstellerischen Aktivitäten im Internet in einen anderen Browser auszulagern.

Dazu muss ich sagen, dass ich ein Internet-Junkie bin (ich outete mich schon mal irgendwo auf diesem Blog). Ich folge unglaublich vielen Webseiten, habe einiges bei Facebook abonniert und weil ich noch nicht genug Baustellen habe, habe ich auch noch bei Twitter begonnen, mich in die ein oder andere Follower-Schar einzureihen.

Jetzt habe ich festgestellt, dass ich nicht immer in der Lage bin, einen Text sofort zu lesen. Das Ergebnis ist, dass dieser Text ewig lange in einem offenen Tab in meinem Browser (Google Chrome, wen es interessiert) offen stehen bleibt. Wenn dann noch dazu kommt, dass ich die viel zu vielen E-Mails abbarbeite, die ich am Tag bekomme und die mich wieder auf neue Websites leiten wollen, dann ist es unmöglich, in Chrome noch durchzusteigen, was sich denn jetzt eigentlich hinter welchem Tab befindet.

In Bezug auf meine Social Media-Aktivitäten für das Schreiben bedeutete das immer ein ewig langes Suchen in den diversen Tabs.

Die Lösung lautet in diesem Fall: Firefox!

Ab sofort verwalte ich alle meine Links und Seiten, die mit dem Schreiben zu tun haben, in Firefox. Da auch dieser Browser vollkommen problemlos mit dem Tabbed Surfing zurecht kommt und mir alle Tabs beim Neustart wiederherstellt, stellt das kein Problem dar.

Und so habe ich in der minimalen Startvariante, sprich also in der, wo noch keine weiteren Links geöffnet sind, die ich noch nachlesen möchte, momentan neun Tabs geöffnet:Tabs in Firefox

  1. Das Dashboard dieses Blogs
  2. Die Ansicht meines Blogs (um mal schnell nachzuschauen, ob alles okay aussieht)
  3. Das Kontrollcenter meines Webspace-Providers, bei dem ich, sobald es ernst wird in Sachen Veröffentlichung, meine Website hosten werde
  4. Das Dashboard des dazugehörogen Blogs, ebenfalls im Moment noch mehr oder weniger inaktiv
  5. Ganz wichtig im Moment: Das Dashboard zum NaNo2015
  6. Meine Facebookseite
  7. Das Rindlerwahn-Autorenforum
  8. Mein Twitter-Acount
  9. Und die Statistik-Seite zu den Stephen-King-Romanen, zu der ich hier vor langer Zeit schon mal was geschrieben habe

Ich finde, dass das schon ganz schön viel Holz ist, bei dem man doch bitte noch irgendwie den Überblick behalten muss. Aber so bin ich eben: eine Sache nach der anderen abarbeiten, das fällt mir etwas schwer.

Wie geht es euch so? Arbeitet ihr auch mit so vielen Tabs gleichzeitig, dass ihr den Überblick im Browser verliert? Regelt ihr das mit Lesezeichen? Oder ganz anders?

Wie immer bin ich auf Kommentare und Meinungen gespannt und wünsche euch noch einen schönen Abend!

Kurz und schmerzlos (13) Ein freier Tag

Samstag, der 24.10.2015

Ein Tag, wie er in meinem Leben nur ganz selten vorkommt, seit vor fast dreizehn Jahren meine erste Tochter geboren wurde. Ein Tag, den ich überwiegend für mich alleine habe. Meine beiden Kinder sind bei ihren Großeltern und meine Frau muss heute arbeiten und kommt erst am späteren Abend wieder nach Hause.

Jede Menge Zeit für mich!

Und damit einhergehend auch die Frage, was stellt man eigentlich mit einem freien Tag an? Die spontane Antwort wäre gewesen, ganz viel Zeit mit dem Schreiben zu verbringen. Ich möchte am „Beobachter“ schreiben, ich möchte Mails beantworten und schreiben, ich habe bei WhatsApp einiges aufzuholen, Facebook, ein Autorenforum …

Aber wisst ihr was? Ich habe für mich entschieden, dass dieser Tag ein Tag der Ausgewogenheit sein soll. Das bedeutet, dass ich mich nach diesem Blogartikel erst einmal gemütlich vor meinen Fernseher setzen werde, um einen der weit über 3.000 Filme in meiner Sammlung anzusehen. Etwas, was ich unter der Woche inzwischen kaum noch schaffe. Und wisst ihr noch was? Wenn das bedeutet, dass ich heute keine Schreibrekorde breche, dann ist das eben so!

Denn Schreiben bedeutet nicht, dass man dem sein ganzes Leben unterordnet. Es bedeutet, dass man auch zwischendurch mal Zeit zum Durchatmen lässt. Zeit, etwas ganz anderes zu machen.

Also: ich hoffe, ihr könnt heute auch ein wenig Freizeit genießen. Ich jedenfalls werde mein Möglichstes tun, um genau dies für mich umzusetzen.

Und wenn nebenbei noch ein oder zwei Seiten beim „Beobachter“ dabei herausspringen, dann freue ich mich darüber!

Ich wünsche euch einen angenehmen Samstag!