Du willst Profi sein? Dann benimm‘ dich wie einer!

Das wird jetzt ein schwerer Beitrag, weil er sehr viel mit Selbstkritik zu tun hat. Zwar handelt es sich dabei um eine Disziplin, die ich recht gut beherrsche, aber leicht fällt sie mir deswegen trotzdem nicht.

Zunächst einmal möchte ich euch alle auf diesen wunderbaren Artikel bei der lieben Hanna hinweisen. Es schadet nichts, wenn ihr den gelesen habt, dann versteht ihr leichter, wovon ich hier schreibe.

Als ich diesen Artikel gestern erstmalig las, war ich wie vor den Kopf geschlagen. Ich hatte das Gefühl, dass ich alles falsch angefangen hatte, was ich nur falsch anfangen konnte.

Beispiele? Gerne:

  • Ich habe ohne Rücksicht auf irgendeine Strategie Inhalte kreuz und quer durcheinander gepostet auf diesem Blog
  • Ich habe auch von Dingen wie Absagen gepostet
  • Andere Wege, mich selbst als Autor, der ja vielleicht irgendwann auf Self-Publishing zurückgreifen will, bekannt zu machen, habe ich völlig außer acht gelassen
  • Aus falschem Stolz und falscher vorauseilender Rücksicht auf die Familienfinanzen habe ich potenziell nützliche und wichtige Dinge wie Schreibkurse, die mich weiterbringen könnten oder Software, die mir nützt, kategorisch ausgeschlossen
  • Ich habe viel zu viel Zeit mit anderen Dingen vertrödelt, die meinem Schreiben und dem Ziel, das ich damit verfolge, nicht weiterhelfen

Und ich bin mir sicher, dass mir noch mehr Dinge einfallen, wenn ich nur länger darüber nachdenke.

So, was soll das jetzt bedeuten? Dass ich ab sofort alles über den Haufen werfe, was ich getan habe? Nein! Aber es sind Denkprozesse bei mir in Gang gesetzt worden, die ich nicht mehr ungeschehen machen kann. Dieser Blog hier ist im Prinzip gut so, wie er ist, aber es gab schon einige Dinge, über die ich mir auch vor Hannas Artikel schon Gedanken gemacht habe:

  • Wie oft „darf“ ich einzelne Kategorien bedienen?
  • Wie gehe ich mit Statusberichten zur aktuellen Arbeit um?
  • Was ist generell mit „privateren“ Inhalten?
  • „Darf“ ich auch Artikel posten, die nur recht kurz sind?
  • „Darf“ ich mehrere Artikel an einem Tag posten?

Wer jetzt darauf wartet, dass ich ganz plötzlich die Lösungen für alle diese Fragen aus dem Ärmel schüttle, den muss ich enttäuschen. Denn ich habe diese Lösungen noch nicht. Ich probiere mich jetzt ein wenig aus und denke einige Konzepte durch.

Konkret ist, dass ich mir nun auch auf Facebook eine Seite eingerichtet habe, die ihr gerne, ergänzend zum Blog, besuchen dürft. Dort wird dann der Raum sein, um mal kleine Anekdoten zu posten oder kurze Sachen zu bringen, die ich für den Blog unpassend finde. Denn da möchte ich ungerne mehr als einen Artikel pro Tag veröffentlichen.

Ihr findet meine Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/AutorMic.

Das ganze Gedöns, dass ich mich über Likes, Freundschaftsanfragen usw. freuen würde, das brauche ich euch nicht zu erzählen, das versteht sich, glaube ich, von alleine ;-). Aber ich würde mich trotzdem megamäßig freuen, auch wenn die Seite noch nicht fertig ist (Schnellschuss eben)! 🙂

Bezüglich der Artikelkategorien überlege ich, ob es sinnvoll ist, Kategorien wie „Fakt und Fiktion“ oder „A Walk Down Memory Lane“ auf feste Tage zu schieben. So wie ich generell darüber nachdenke, ob ich mir eine feste Struktur geben sollte, nach der ich Blogbeiträge z.B. jeden zweiten Tag veröffentliche. Darauf könnte man sich dann einstellen und es würde mir auch Zeit sparen, die ich dann wieder für andere Dinge frei hätte. Fürs Schreiben zum Beispiel …

„Zeit“ ist auch noch so ein Stichwort. Ich habe meine Blogroll radikal aufgeräumt. Seiten wie die Tagesschau, der Kicker, oder wasweißichnicht, die ich abonniert hatte, sind rausgeflogen. Wenn ich das alles lesen soll, dann komme ich nie wieder zum Schreiben. Was drin geblieben ist, sind die vielen privaten Blogger, von denen ja auch hier einige unterwegs sind. Wir müssen ja schließlich zusammenhalten! 🙂

Dazu kommen noch die zahlreichen Schreibblogs bzw. Seiten zum Literaturbetrieb, die oft zeitlich hintenüber gefallen sind. Schlechte Idee, wenn man auf dem Laufenden sein will.

Schließlich dann habe ich mir für die Zukunft vorgenommen, ruhig auch mal meinen Erfahrungshorizont zu erweitern und mir vielleicht doch den einen oder anderen Schreibkurs zu Gemüte zu führen. Ich kann zwar auf einige Erfahrung zurückblicken, aber viele Dinge, wie z.B. das bei Hanna angesprochene Marketing, habe ich schlicht und ergreifend noch nie auf dem Schirm gehabt. Zwar kann man sich vieles selbst erarbeiten, aber das kostet dann auch wieder Zeit und, wenn es ganz schlecht läuft, Geld durch Rückschläge, die nicht hätten sein müssen.

Erster Schritt war dann, dass ich mir heute doch noch das Programm Papyrus Autor zugelegt habe, das mir ursprünglich eigentlich zu teuer war … aber wenn ich mir anschaue, was die Stilanalyse an Dingen auswirft in meinen Texten auswirft, die man verbessern könnte, dann fange ich zwar zu weinen an, aber auch das ist letztlich ein Faktor, der mich vielleicht von einer erfolgreichen Bewerbung bei Agentur und/oder Verlag, bzw. guten Absatzzahlen bei einer möglichen Eigenveröffentlichung trennt.

Ich gebe zu, dass das eine ganze Menge Holz ist, das ich jetzt erst einmal fein säuberlich in Form von dicken Stämmen vor euch hingelegt habe. Ich bin selbst noch dabei, es in handliche Stücke zu schlagen und vielleicht auch in Sägespäne zu verwandeln. Aber was ich euch versprechen kann: ich werde jetzt nicht alles von heute auf gleich umwerfen, was mir an diesem Blog in den letzten Monaten so viel Freude gebracht hat. Und was bei dem einen oder der anderen ja auch den Ausschlag gab, ihm zu folgen.

Für Fragen, Anregungen, Kommentare, Lob, Kritik, Schmähungen, Vorwürfe, Tiraden, aufmunternde Worte und was euch sonst noch so einfällt, bin ich sehr offen! Bitte, nehmt euch in dem Punkt nicht zurück, denn vielleicht schaffen wir es ein Stück weit gemeinsam, die Fragezeichen, die da sind, zu beseitigen.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

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11 Gedanken zu “Du willst Profi sein? Dann benimm‘ dich wie einer!

  1. Hanna Mandrello schreibt:

    Ein toller Beitrag! Ich schreibe dir heute nicht mehr viel, wir haben heute schon. Nur eins noch: Wir lernen voneinander, jeder guckt beim Anderen und viele Probleme kann man finden, wenn man mit jemand drüber spricht. 🙂

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  2. Hi Mic. Erstmal: gut, ist jetzt endlich die Tür zu deinem „inneren Horizont“ aufgestossen worden. Gratuliere dir zu Papyrus und dazu, dass Selfpublishing auf deinem Radar gelandet ist.

    Zu den Kosten (war ein Thema bei Hanna) möchte ich sagen: es gibt viele Seiten, auf denen fertig gestaltete Covers ab 30 Euro gekauft werden können. Einige davon verkaufen das Cover nur 1 x. Voilà, schon hast du eins, fürs Erste.

    Marketing: Gut, sitzt du nicht mehr – entschuldige – wie ein Froschli auf der Seerose und wartest, bis die Fliege vorbei fliegt, aka, ein Verlag kommt und alle Probleme für dich löst.

    Zu deinen ganzen „darf’s“ von oben: Das zu lesen hat mich echt geschockt. Du „darfst“ alles, es ist dein Leben und dein Buch. Finde heraus, was die Begründungen für die jeweiligen Vorschläge sind, und dann, um Himmels Willen, bilde dir eine eigene Meinung und mache genau das.

    Ich lese deinen Blog, weil er lebendig ist und du als Person spürbar bist. Wenn es um Marketing geht: Authentizität kommt an und hat Erfolg. Es ist die Zukunftsstrategie (das musst du mir nicht glauben. Aber vielleicht erinnerst du dich in 5 Jahren daran, wenn die Zukunft da ist).

    Meine Empfehlung: Mal ein paar Bücher zum Thema lesen, und den „Meinungsbildungsmuskel“ etwas stärken. Erst dann eventuell einen Kurs besuchen.

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