Per aspera ad astra

Oder: Durch das Rauhe zu den Sternen. Keine Sorge, dies wird jetzt kein Blog (oder Blogeintrag) für hochstudierte Lateiner. Es soll nur zeigen, dass es hier um eines meiner ganz alten und ganz frühen Steckenpferde geht: die Science Fiction.

Ich habe euch ja schon einige Male davon erzählt, dass meine ersten drei abgeschlossenen Romane seinerzeit eine reinrassige Space Opera im Stil von „Star Wars“ oder auch „Kampfstern Galactica“ waren. Einfache Abenteuergeschichten vor dem Hintergrund einer möglichst bunten Galaxie voller farbenfroher Völker, Monster und Schurken, die miteinander in ausreichendem Maße Schindluder trieben, um es den strahlenden Helden zu ermöglichen, mit jedem bestandenen Abenteuer strahlender zu erscheinen.

Eigentlich hatte ich mit der Science Fiction aber aus verschiedenen Gründen abgeschlossen, von denen der Wichtigste sicherlich war: Science Fiction interessiert einfach nur eine begrenzte Minderheit an Menschen! Das war zumindest in der Mitte der neunziger Jahre so, noch bevor die Prequels zu „Star Wars“ in die Kinos kamen. Ausnahmen wie z.B. „Independence Day“, der für mich aber auch weniger echte Science Fiction darstellt, bestätigten da die Regel.

Es schien sich einfach nicht zu lohnen, Energie in dieses Genre zu stecken und auch wenn ich damals noch nicht unbedingt auf einen möglichen Markt hin schrieb, habe ich doch unbewusst genau diese Marktsituation aufgesogen. Nicht umsonst liest man in den einschlägigen Verzeichnissen von Literaturagenturen und Verlagen, dass so gut wie alles geprüft wird, nur keine Science Fiction.

Und jetzt kommt auf einmal ein renommierter Verlag und krempelt das Ganze mit Schwung einmal auf Links.

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich in irgendeinem Newsletter (den ich gerade nicht mehr wiederfinde, sonst würde ich die Quelle nennen) von einem neu geschaffenen Nachwuchspreis des Verlags Bastei Lübbe gelesen habe. Dieser Preis, der den Namen des vor einem Jahr verstorbenen Verlegers Stefan Lübbe trägt, soll im zweijährlichen Turnus an Debütanten und Debütantinnen gehen, also wirklich Förderarbeit für neue Autoren leisten. Als Preis winken eine Geldprämie in Höhe von 10.000 Euro und ein Buchvertrag. Und da Stefan Lübbe ausgewiesener Science-Fiction-Fan war, wurde dieses Genre als Oberbegriff für die erste Auflage dieses Preises ausgewählt.

Und seitdem rattert mein Kopf. Ich muss gestehen, dass mich die Ankündigung sehr neugierig gemacht hat. Irgendwo in der hintersten Ecke meines schriftstellerischen Köpfchens treibt bereits seit einiger Zeit eine Idee ihr Unwesen, die so gar nichts mit den blumigen Space Operas der Vergangenheit zu tun hat. Eine Idee, die ich mir durchaus auch als Vertreter der heute im Kino so gefragten „realistischen“ Science Fiction vorstellen könnte. Ich habe über das Projekt schon nachgedacht, bevor ich jetzt diese Ankündigung gelesen habe.

Also: was tun, sprach Zeus (der nun wieder eher Grieche denn Lateiner war)?

Gegen die Teilnahme an diesem Wettbewerb spricht, dass ich bis zum Einsendeschluss am 31.03.2016 ein vollständiges Manuskript haben müsste. Das könnte ich schaffen, wenn mir nichts dazwischen kommt. Es würde aber bedeuten, dass andere Dinge erst einmal zurückstehen müssten, die ich eigentlich vorantreiben wollte.

Des Weiteren richtet sich der Wettbewerb an Debütanten. Frage: wie steht es in diesem Zusammenhang mit dem Self Publishing? Zählen solche Veröffentlichungen mit oder gilt man so lange als Debütant, wie man kein Verlagsschriftsteller ist? Denn ich schreibe ja im Moment an dem Roman, der mein erster Anlauf im Self Publishing werden soll.

Und, nicht zuletzt, macht mir diese Idee, die ich habe, auch Sorgen. Es wäre ein wirklich schwieriger Stoff, gar nicht so leicht zu handhaben. Denn eines weiß ich: wenn ich eine Chance haben wollte, auch nur unter die besten zehn dieses Wettbewerbs zu kommen (wobei ja schon der Zweite der erste Verlierer ist), müsste ich verdammt gut sein! So ein Preis, ausgelobt von einem renommierten Verlagshaus, da werden noch ganz andere Talente als ich ihr Herz für die Science Fiction (wieder-)entdecken.

Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, was ich in Bezug darauf tun möchte. Jetzt steht erst einmal der „Beobachter“ im Vordergrund, den ich spätestens im Laufe des Novembers beenden möchte. Für das „Danach“ ist es fast noch ein wenig zu früh. Aber so schnell, wie die Zeit rast …

Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende!

Advertisements

12 Gedanken zu “Per aspera ad astra

  1. Hanna Mandrello schreibt:

    Das ist lustig. Ich schlage mich gerade gedanklich auch mit einem Sci-Fi Projekt herum. Allerdings hatte ich wirklich nicht vor, mich in diesem Genre zu tummeln. Ich habe nur erschrocken festgestellt, dass meine Idee ganz klar da rein fällt. Aber ich schreibe doch wirklich nicht Sci-Fi … Das wird ja immer wilder.

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Manchmal sucht sich der Stoff seinen Weg und es ist ihm egal, ob das der Pfad war, den man eigentlich gehen wollte. Ich glaube, das ist das, was man als die wirklich inspirierten Momente bezeichnen könnte! 🙂

      Ich habe früher immer gut gefunden, dass Science Fiction auch nur ein Hintergrund sein kann. Vor diesem Hintergrund kann ich eine Love Story, einen Krimi oder einen Wirtschaftsthriller spielen lassen. Alles ist möglich.

      Trau dich doch einfach mal und schau, wie es sich anlässt!

      Gefällt mir

      • Hanna Mandrello schreibt:

        Ich dachte eigentlich, das wird magischer Realismus. Aber wenn man eine Spezies entwickelt, die die nächste Evolutionsstufe nach den Menschen ist, dann ist das Sci-Fi oder? Ich bin da nicht so sicher.

        Gefällt 1 Person

      • Mic schreibt:

        Wie der Fachmann sagt: Kommt drauf an! Es kann auch in die Richtung Magie tendieren, wenn du es darauf anlegst. Wenn es in der Realität verhaftet ist, dann spricht man heutzutage ja auch gerne von „Urban Fantasy“. Ist wohl eine Frage des Settings.

        Marcus Johanus z.B. hat in seinem Roman „Tödliche Gedanken“ Jugendliche, die auf einmal Fähigkeiten wie Telepathie, Telekinese usw. entwickeln. Trotzdem hat das nichts mit Sci-Fi zu tun, weil es in unserer Realität spielt.

        Das Ganze dreißig Jahre in der Zukunft, mit leicht modifizierten technischen Gegebenheiten oder Gesellschaftsformen und schon ist es Sci-Fi.

        Verstehst du, wie ich das meine?

        Gefällt 1 Person

      • Hanna Mandrello schreibt:

        Ha! Kapiert 🙂 Dann ist es Sci-Fi. Schöner Mist. Ich habe keine Ahnung von dem Genre, aber ich habe verstanden was du meinst. Blade Runner ist dann Sci Fi, oder?

        Gefällt 1 Person

      • Hanna Mandrello schreibt:

        Fällt mir noch was ein: Was ist mit „Der letzte seiner Art“ von Eschbach? Ich dachte, Sci Fi hat auch mit Technik zu tun. Oder ist das dann Fantasy? Sorry, ich weiß, ich bin heute nervig 🙂

        Gefällt 1 Person

      • Mic schreibt:

        Du bist überhaupt nicht nervig! 🙂

        Ja, „Blade Runner“ ist lupenreine Sci-Fi. Da ordnen es neben mir auch die allermeisten Kritiker ein (ich will mir nicht anmaßen zu sagen: alle).

        „Der letzte seiner Art“ ist meiner Meinung nach so eine Art Hybrid. Es enthält Elemente der Sci-Fi, ist aber auch stark in der Realität verwurzelt. Ich glaube, deswegen hat der Verlag einfach Thriller draußen draufgeschrieben.

        Sci-Fi muss meiner Meinung nach übrigens nicht unbedingt immer mit Technik zu tun haben. Ist wieder eine Frage des Settings: wenn in dreißig Jahren alle Autos fliegen können und das für alle selbstverständlich ist, ist es dann Sci-Fi, wenn ich eine Komödie erzähle? Denk mal an „Zurück in die Zukunft II“, den würde ich auch nicht unter Sci-Fi einsortieren wollen.

        Gefällt 1 Person

      • Hanna Mandrello schreibt:

        Also hat es rein damit zu tun, ob die Geschichte in der Zukunft spielt. Wenn ich eine Satire/Parodie schreibe, die im Jahr 2576 spielt, dann ist es Sci-Fi, auch wenn der Inhalt lustig ist. Hm. Wenn es in der heutigen Zeit spielt, aber mit einer fiktiven Technik von morgen, dann ist aber wegen der Technik keine Fantasy, sofern keine Magie im Spiel ist. Dann ist es ein Thriller. Himmel, ist das alles schwierig.

        Gefällt 1 Person

      • Mic schreibt:

        Ja, kann man so sagen, dass das schwierig ist. Bleiben wir mal bei Eschbach in Sachen Satire/Parodie und sehen auf seine „Haarteppichknüpfer“. Eindeutig Sci-Fi.

        Fantasy ist, meiner Meinung nach, in unserer Welt ziemlich schwierig anzusiedeln. Deswegen biegen Werke wie „Harry Potter“ oder „Die unendliche Geschichte“ ja auch schnell in Alternativuniversen/-ebenen ab. Und bei Sachen wie „Twilight“ habe ich größte Bedenken, das Wort Fantasy zu verwenden.

        Aber wieso sich mit den Kategorisierungen im Vorfeld herumplagen? Das verdreht einem nur das Hirn :-).

        Gefällt 1 Person

      • Mic schreibt:

        Meine ehrliche Meinung ist nicht druckreif ;-).

        Das wäre dann wohl dieses diffuse „Urban Fantasy“, von dem man immer wieder liest. Aber ob das ein echtes Genre ist, da bin ich mir nicht sicher. Wenn ich mich auf ein Genre festlegen müsste, dann würde ich wahrscheinlich „Mystery“ draufschreiben.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s