Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden

Lasst euch die Überschrift zu diesem Artikel einmal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen: Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden!

Was will der Autor uns damit sagen? Natürlich nicht, dass jedes Wort in der deutschen Sprache nur ein einziges Mal geschrieben werden könnte. Dann sähe alleine dieser Artikelanfang schon ziemlich traurig aus, weil die Wörter in, der, Wort, werden bereits mehrfach verwendet wurden und damit herausfallen würden aus dem Sprachfundus.

Nein, es geht wieder einmal um die Frage, wo und wie und wann man eigentlich die Wörter setzen kann, die einem zur Verfügung stehen. Das Stichwort lautet „Zeitmanagement“.

Ich denke, auch die Nicht-Autoren unter euch werden die Situation kennen, dass sie mehrere Dinge auf der Agenda haben, die zunächst einmal alle gleich wichtig aussehen. Das können Dinge für die Arbeit sein, im Haushalt, Hobbies und der wichtige Anruf, den man eigentlich schon letzte Woche hatte erledigen wollen.

Für einen Autor liegen diese Probleme sehr häufig, wo auch sonst, auf der Textebene. Ein Autor schreibt eigentlich permanent. Bestenfalls natürlich an seinen Romanen und Geschichten, aber sobald er einmal damit begonnen hat, ein wenig in die Möglichkeiten der gegenseitigen Vernetzung hinein zu schnuppern, kommt noch einiges an Schreibarbeiten dazu. Dann gilt es auf einmal, Blogeinträge wie diesen zu verfassen, Postings in Foren, der Facebook-Account will gefüttert werden und irgendwas fällt einem doch bestimmt noch ein, was man twittern könnte, wenn man sich lange genug den Kopf zerbricht!?

Und es kommt, wie es kommen muss: in der Zeit, in der ich diesen Blog-Eintrag schreibe, kann ich nicht an meinem Roman arbeiten. Es sei denn, dass der Roman zufällig vom Schreiben eines Blogs handelt. Was ziemlich langweilig wäre.

Während ich an meinem Roman arbeite, kann ich keine E-Mails beantworten – nicht mal die von Leuten, die mir wirklich wichtig sind!

Und apropos Blogs und E-Mails: Manche Leute wären auch froh darüber, wenn sie irgendwann mal Antworten auf eigene Beiträge bekämen … ist man selbst ja auch, nicht wahr?

Also: Zeitmanagement. Wie soll das aussehen, wie geht man das an?

Zuerst einmal legen wir die Prioritäten fest. Und da muss ich dann sagen, dass für einen Autor immer die oberste Priorität auf den eigenen Geschichten liegt! Wenn ich die Wahl habe, einen Blogeintrag zu schreiben, oder diese wahnsinnig spannende Szene unter Dach und Fach zu kriegen, dann müsst ihr an dem Tag hier auf neues Lesefutter verzichten.

Die zweite Priorität ist dann der Blog. Ganz einfach, weil er mir die Möglichkeit gibt, mich zu reflektieren, dafür zu sorgen, den Kopf wieder ein wenig frei zu bekommen und nebenbei den Austausch mit denen zu pflegen, die an meiner Person und meiner Arbeit interessiert sind.

Kurz darauf folgt dann, dass auch andere Blogs meine Aufmerksamkeit haben wollen. Und das kann teilweise richtig tricky sein, weil so viele Menschen so viele gute Artikel schreiben! Da will man dann auch nicht immer mit einem einfachen „Finde ich gut“ oder „Sehe ich auch so“ antworten.

Auf vierter Position findet sich im Moment das Autorenforum wieder. Auch wenn es so aussieht, als ob ich da relativ viel in relativ kurzer Zeit geschrieben habe, so muss man bedenken, dass es sich da in der Mehrzahl um einfache Plauderei handelt. Und das schreibt man immer schneller, als wichtigere Texte.

Platz fünf teilen sich dann im Moment Facebook und Twitter. Auf beiden Plattformen werden meine neuen Blogeinträge gepostet und hin und wieder schreibe ich eine kurze Nachricht separat. Aber im Moment sind diese sozialen Netzwerke für mich noch mehr Spielzeug, als wirklich relevante Werkzeuge.

Das Hauptproblem ist, dass sich rund um diese Dinge ja auch noch die zwischenmenschlichen Kontakte im und außerhalb des Internet gruppieren. Ja, man soll es nicht für möglich halten, ich habe auch abseits der Schreiberei noch ein Leben und Personen, die sich hin und wieder über Nachricht oder Antwort von mir freuen würden. Und schon gerät die ganze Priorisierung etwas durcheinander.

Da wird dann auf einmal nur schnell ein Blogartikel eingeschoben, weil ansonsten die Besucherzahl wieder ins Bodenlose absackt (meine Leser wollen permanent beschäftigt werden 😉 ). Aber auf andere Artikel antworten!?

Im Moment ist es besonders schlimm, oder ich empfinde es als besonders schlimm. Ich habe Mails, die dringend beantwortet werden wollen, Hanna hat eine neue Schreibaufgabe, zu der ich nicht komme, ich schaffe es nicht, all das zu lesen und zu kommentieren, was es verdient hätte … und manchmal kann ich auch einfach keine Worte mehr sehen!

Wie soll das denn erst werden, wenn der NaNo gestartet ist? Nun, zumindest darauf kann ich eine Antwort geben: nicht besser. Wobei ich auch heute ja schon die NaNo-Durschnittswerte durchaus erreiche, wie meine Statistik mir mitteilt.

Was, also, wollte uns der Autor mit diesem Artikel nun sagen?

Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden, aber das bedeutet nicht, dass die Verteilung dieser Worte immer nach einem festen Muster geschieht. Denn so ist das Leben, dass die Dinge durcheinander geworfen werden. Und ich versuche, nichts aus dem Blick zu verlieren, so dass alle, meine Leser, meine Bloggerkollegen, meine NaNo-Buddies, meine Freunde, ihr alle, nicht zu kurz kommen oder das Gefühl habt, vergessen zu werden.

Bei dem einen oder der anderen weiß ich, dass sie hier mitlesen. Ja, dieser Text richtete sich auch insbesondere an dich!

Und jetzt geht es bei mir wieder mit den unangenehmsten Wörtern weiter, die ich noch gar nicht im Text erwähnt hatte: den Wörtern am Arbeitsplatz …

Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag!

Advertisements

8 Gedanken zu “Jedes Wort kann nur einmal geschrieben werden

  1. Deine Worte veranlassen zum Nachdenken, lieber Michael.

    Zeitmanagement ist nicht einfach, muss gelernt, muss drüber gestolpert, muss geweint haben, damit es dann irgendwann wie von selbst geht.

    Toi toi und danke, dass du an uns Blogger gedacht hast 😉
    Lass dich drücken und lach dem Büro ins Gesicht, wenn es morgen Nachmittag ins Wochenende geht!

    Kiira

    Gefällt 2 Personen

    • Mic schreibt:

      Danke Kiira, den Drücker nehme ich gerne entgegen! 🙂

      Und dem Büro ins Gesicht lachen klingt auch nach einer guten Idee.

      Wie klappt es denn bei dir mit dem Zeitmanagement? Weil du vom weinen sprichst.

      LG
      Michael

      Gefällt 1 Person

      • Hi Michael,
        Momentan läuft es prima! Naja .. wenn mir etwas nicht gelingt, reagiere ich sehr gefühlvoll. Da wird dann gejammert, geweint, gemeckert,.. natürlich nur für mich, weil die anderen ja nichts zu können. Und ich fühle mich schlecht, wenn ich die Sachen nicht geschafft habe.

        Aber es läuft prima. Ich packe jetzt nur noch Sachen auf meine wöchentliche To Do Liste, die ich auch wirklich schaffen will. Alles andere kommt auf meine Backlog-Liste. So schaffe ich viel mehr und bin ruhiger und gelassener. 🙂

        Lg Kiira

        Gefällt 1 Person

      • Mic schreibt:

        Hallo Kiira!
        Das freut mich, dass es bei dir im Moment prima läuft und du ein System für dich gefunden hast, mit dem du dich auch nicht so sehr unter Druck setzt!
        Ich muss da für mich noch ein wenig dran feilen :-).
        Liebe Grüße zurück
        Michael

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s