[NaNo2015] Aus und vorbei!

Und ehe man es sich versieht, ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei und man fragt sich

  1. wo denn der November eigentlich geblieben ist und
  2. wieso man immer noch keine Ahnung hat, was man eigentlich zu Weihnachten verschenken soll.

Und so wird immer eine Sorge von der anderen abgelöst, wobei der NaNo mir insgesamt weniger Sorgen bereitet hat, als ich ursprünglich befürchtet hatte. Ich habe es geschafft, quasi vom Start weg über dem jeweiligen Tagesziel zu liegen. Dabei hat mir sicherlich sehr geholfen, dass ich mit „Der Beobachter und der Turm“ einen Roman hatte, den ich „nur noch“ abschließen musste – und nicht mit einer ganz neuen Geschichte zu kämpfen hatte.

Wobei meine Erfahrungen mit „Die Welt der stillen Schiffe“ ja eindeutig aufzeigen, dass ich auch dann wahrscheinlich genügend Ideen gehabt hätte, um mich auf das Ziel der 50.000 Worte in 30 Tagen zu hieven. Es wäre halt nur schwieriger gewesen.

Insgesamt habe ich in diesem NaNo, meinem zweiten, 64.683 Wörter geschrieben, von denen sich ungefähr jeweils die Hälfte auf die beiden Romanprojekte verteilt. Wobei ich in den letzten Tagen schon ein paar Mal Pausen einschieben musste, weil ich einfach merkte, dass ich doch etwas überschrieben war. Drei Tage habe ich mir komplett frei genommen, was ich als für mich gut bewerte, weil ich normalerweise mit Sicherheit durchgezogen hätte, auch wenn es mir nicht so gut damit gegangen wäre. Meine Therapeutin wäre stolz auf mich ;-).

Der NaNo2015 wird mir sicherlich nicht nur aufgrund des abgeschlossenen Romans in Erinnerung bleiben. Er war auch der erste, zu dem ich, wenn auch mit viel geringerem Engagement, als ich es eigentlich wollte, mit anderen Autoren das Rennen gemeinsam bestritten habe. Die liebe Hanna hat mich ein ums andere Mal dazu angestachelt, doch noch eine oder zwei Seiten zu schreiben, auch wenn ich schon recht müde war.

Interessant ist vielleicht noch, dass der November auf dieses Jahr betrachtet trotz der sehr guten Zahl nur auf Platz drei der Monate mit den meisten Wörtern steht. Ich kann also jetzt schon sagen, dass ich auf ein sehr produktives Jahr zurückblicken kann. Aber für den Jahresrückblick ist es noch ein wenig früh!

Deswegen bekommt ihr hier, zum letzten Mal in diesem Jahr, meine NaNo-Statusseite präsentiert.

NaNo_Woche4

Mit dem Tagesschnitt von 2.156 bin ich sehr zufrieden und natürlich damit, dass ich schon am 19.11. das Ziel erreicht hatte.

Ach, was, ich bin mit dem ganzen NaNo2015 sehr zufrieden! Es hat Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr!

Und bei euch bedanke ich mich dafür, dass ihr an meiner Arbeit Anteil genommen habt! Ohne euch wäre es nicht dasselbe gewesen!

Reblog und Meinung: Der NaNoWriMo ist nur der Anfang

Marcus Johanus, mal wieder! 🙂

Der Mann schreibt einfach hervorragende Artikel, die man fast jede Woche rebloggen könnte, worauf ich aber verzichte, weil ich ja schließlich auch noch eigenen Content auf diesem Blog präsentieren möchte.

Dieses Mal komme ich aber nicht umhin, denn Marcus hat ein Thema aufgegriffen, das bei mir auch schon auf der Agenda stand und das ich nun nicht mehr zu schreiben brauche, weil er das schon so gut getan hat.

Also, bitte erst einmal hier entlang: Link.

Alle wieder da? Dann kann ich ja noch meinen eigenen Senf dazu geben.

Zu dem, was Marcus zu Beginn schreibt, kann ich nur hektisch mit dem Kopf nicken. Es ist wichtig, dass ihr das Werk, das ihr begonnen habt, zu einem Ende führt! Und dabei ist es vollkommen egal, ob es 50.000, 10.000 oder auch „nur“ 2.160 Worte sind, die ihr bis jetzt geschrieben habt. Ihr lernt von jedem abgeschlossenen Text! Und nur die wirklich abgeschlossenen Texte sind die, die sich in euren Köpfen festsetzen als „ich habe es geschafft!“.

Diese Motivation, die sich alleine daraus ergeben kann, ist einfach unbeschreiblich. Ganz ehrlich? Mir passiert es sehr oft, dass ich denke, dass das, was ich schreibe, totaler Murks ist. Wisst ihr, was ich dann mache? Ich zähle die Romane, die ich bis jetzt geschrieben habe, an meinen Fingern ab, ganz so, wie es vielleicht ein Erstklässler machen würde. Und dann freue ich mich über die Zahl, die dabei herauskommt und finde neue Motivation darin!

Über die Wörterzahl, die Marcus für den Umfang eines Romans mit 80.000 angibt, kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Es kommt vielleicht auch ein wenig auf die Art des Romans an. Wenn man sich „literarische“ Veröffentlichungen ansieht, dann kommen die manchmal auf knapp 200 Seiten daher, was ungefähr den 50.000 NaNo-Wörtern entsprechen dürfte. Für ein Fantasy-Epos würde ich aber eher das Dreifache veranschlagen. Es liegt letztlich an eurem Stoff und auch der Ambition, die ihr damit verfolgt. Hilfreich kann es sein, wenn man sich im Buchladen mal anschaut, wie viele Seiten eigentlich die Romane in der eigenen Nische so haben. Ich verwende ja gerne eine Statistikseite mit dem Umfang von Romanen von Stephen King.

Unter 2. schreibt Marcus darüber, das Manuskript zu überarbeiten. Ja, ich weiß, das kann anstrengend sein und sich doof anfühlen. Man nimmt den eigenen Text im Prinzip so lange auseinander, bis man sich sicher ist, dass er überhaupt nichts taugt. Aber das ist nur eine Phase, durch die man durch muss! Und dann, irgendwann, kommt man, wie auf der anderen Seite eines Tunnels, auf der anderen Seite wieder heraus und sieht, dass es den Aufwand und die Arbeit und auch die Zweifel wert gewesen ist!

Ob du dann den Schritt wagst, dich wirklich der Außenwelt in Form von Testlesern oder gar Agenturen/Verlagen zu stellen, das musst du für dich entscheiden. Da bin ich ein schlechter Ratgeber, habe ich doch über zwanzig Jahre gebraucht, bis ich mich getraut habe, zum ersten Mal eines meiner Werke ernsthaft nach „draußen“ zu geben. Und seit ich weiß, dass es Menschen gibt, die Interesse daran haben, meinen Roman „Der Beobachter und der Turm“ als Testleser durchzuschauen, bin ich, was das angeht, auch recht nervös geworden.

Aber hey: niemand zwingt dich zu irgendwas! Und genau wie Marcus schreibt: nächstes Jahr ist wieder ein NaNoWriMo! Und der bietet dir erneute Gelegenheit, dein Bestes zu geben, dir selbst zu beweisen, dass du es drauf hast!

Und danach steht dir die Welt offen!

Vom mobilen Schreiben

Manchmal überkommt mich der Wunsch, auch außerhalb meiner eigenen vier Wände zu schreiben. Das liest sich in den entsprechenden Schreibratgebern ja immer sehr prosaisch: der Schriftsteller setzt sich in das Café seiner Wahl, bestellt einen Latte und füllt dann sein Notizbuch mit seinen Gedanken.

Klappt für mich nicht!

Erstens trinke ich so gut wie nie einen Kaffee, gleich, welcher Art, zweitens bin ich ein schlechter Handschreiber. Ich merke einfach, dass ich seit früher Jugend gewohnt bin, meine Gedanken an einer Computertastatur niederzulegen. Wenn ich im Job schon mal dazu genötigt bin, mir Notizen in einer Besprechung oder Ähnlichem zu machen, dann jault mein Handgelenk nach kurzer Zeit gequält auf.

Aber wir leben ja im Zeitalter der Technik. Notebooks gehören zur Allgemeinausstattung jedes Außendienstlers, der etwas auf sich hält. Tablets sind ihnen inzwischen rasch auf den Fersen und wer nicht mindestens zwei Smartphones besitzt, scheint irgendwie den Zug der Zeit verpasst zu haben.

Das Problem ist, dass ich Notebooks für den wirklich mobilen Einsatz extrem unpraktisch finde! Ich spreche hier von den Menschen, die sich in der Bahn irgendwie verbiegen, um Notebooktasche, Koffer, das Notebook und sich selbst auf einen Sitz zu quetschen, ohne gleich eine Gemeinschaftsveranstaltung daraus zu machen. Damit komme ich schon als Zuschauer nicht klar und wenn mir jemand seinen Rechner auf die Knie legen würde, dann kann ich nur hoffen, dass er ein ordentliches Backup von der Kiste gemacht hat!

Ich persönlich schreibe auf meinem Tablet. Das ist recht leicht, das hat sogar sie gleiche Textverarbeitung, wie ich sie auch Zuhause verwende. Aber es hat auch so seine Nachteile.

Der Größte davon ist, dass es keine vernünftige Tastatur hat. Und nein, ich habe bis jetzt auch noch keine ordentliche Bluetooth-Tastatur gefunden, die in mir nicht den Wunsch geweckt hätte, doch wieder an meinem PC zu sitzen. Außerdem muss man ja immer erst einmal den Platz haben, um das Ding aufzubauen. Habe ich dort, wo ich auf die Idee zum mobilen Schreiben komme, meistens nicht.

Heute etwa musste ich über eine Stunde auf mein Kind 1 warten, in einem Wartebereich am Ende eines Flurs, wo es nur ein paar Stühle, aber keine Tische gibt. Da konnte ich dann mein Tablet in eine Hand nehmen und mit der anderen meine Wörter swipen. Ihr kennt doch „swipen“? Dieses Wischen über die Bildschirmtastatur?

Da kommen wir schon zu Nachteil Nummer zwei: das Ding erkennt die Hälfte der verwendeten Wörter nicht richtig! Man liest ja immer wieder von lustigen Verschreibern im Internet und jetzt, wo ich eine Weile mit dem Ding geswipet habe, weiß ich auch, wie die zustande kommen. Manchmal ist es hanebüchen, was für Fehler produziert werden. Gut, ich gestehe dem Tablet zu, dass ich große Finger habe und deswegen vielleicht die Zuordnung nicht immer so leicht ist. Aber Spaß macht das trotzdem nicht.

Der nervigste Nachteil, der sich allerdings aus den beiden anderen ergibt, ist, dass man erstaunlich wenige Worte in erstaunlich viel Zeit produziert. In etwas über einer Stunde habe ich auf diese Weise gerade 666 Wörter schreiben können (ist das jetzt ein schlechtes Omen?). 666 Wörter in einer Stunde!

Da brauche ich sonst eine Viertelstunde für, wenn ich weiß, was ich schreiben will. Das ist ganz schön frustrierend!

Ich weiß, meine Sichtweise sollte vermutlich die sein, dass ich ansonsten in der Zeit kein einziges Wort zu Papier hätte bringen sollen. Ja, schon gut. Kann man so sehen.

Aber trotzdem weiß ich, wieso ich im Normalfall das mobile Schreiben bleiben lasse und lieber die Zeit nutze, um ein Buch zu lesen. Das geht nämlich schneller, braucht keine Tastatur und die Fehler, die drin sind, sind nicht von mir produziert.

Übrigens: dieser Blogpost umfasst bis hierhin genau 605 Worte und wurde in 13 Minuten geschrieben.

Bin ich der Einzige, der sich über solche Kleinigkeiten Gedanken macht?

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 2. Woche

Hallo ihr Lieben und einen wunderschönen Guten Abend!

Ich habe mir zwei Tage Auszeit vom Bloggen genommen, was mir hoffentlich keiner übel nimmt. Na ja, wenn ich mir die Statistiken so ansehe, haben mich sowieso nur die Wenigsten von euch vermisst ;-).

Aber gut, sei es, wie es will, heute ist es zwei Wochen her, dass ich mit der Arbeit an „Die Welt der stillen Schiffe“ begonnen habe. Und damit ist es an der Zeit, euch von den Fortschritten zu berichten.

Auch beim Schreiben habe ich mir übers Wochenende zwei Tage Auszeit genommen. Vielleicht liegt es an diesem wahnsinnig intensiven NaNo-Monat, aber zwischendurch hatte ich echt das Gefühl, dass nur noch ein Wort mehr dafür sorgen könnte, dass ich den Spaß am Schreiben total verliere. Manchmal habe ich solche Phasen – leider.

Aber inzwischen habe ich wieder drei Tage am Stück geschrieben, was mir das gute Gefühl gibt, mit der Geschichte weiter zu kommen. Die erste Nacht bricht für unsere Freunde in der Welt der stillen Schiffe herein und wer weiß, was sie dort erleben und durchleben werden …

Na gut, ich weiß es, aber ich werde es an dieser Stelle mal noch nicht verraten!

Dafür verrate ich euch, dass der Kurzroman bislang 29.058 Wörter umfasst. By the way: die Entwickler meiner Textverarbeitung schauen sich die Zählproblematik von letzter Woche mal an. Einige konnten das Verhalten nachvollziehen, andere nicht. Ich bin jedenfalls auf Seite 120 und damit insgesamt sehr zufrieden.

So, mehr wollte ich gar nicht mehr los werden, am späteren Abend! Ich hoffe, ihr bekommt euren Freitag noch gut herum und startet dann entspannt in euer Wochenende!

Alles Liebe!

Euer Michael

„Die Welt der stillen Schiffe“: Leseprobe

Hallo zusammen!

Da ich heute wieder recht knapp an Zeit bin, weil heute Umbau der Kinderzimmer anstand und ich gleich noch los muss zu einem zeitaufwändigen Termin, halte ich mich mal ein wenig kurz. An dieser Stelle sehe ich den einen oder die andere erleichtert aufatmen ;-).

Ich hatte euch versprochen, euch eine Leseprobe von „Die Welt der stillen Schiffe“, meinem neuen Kurzromanprojekt für die letzten Tage des NaNo zu geben. Das möchte ich gerne heute tun. Um die üblichen Schwierigkeiten mit den PDF-Dateien zu umgehen, kopiere ich den Ausschnitt hier in den Beitrag hinein.

Die Probe setzt ein, nachdem Ole, Jörn und Hinnerk sich mit ihrer heißen Ware auf den Weg zum Festland gemacht haben. Ich wünsche euch viel Spaß daran!


Wenn ich mich nicht so gut in den Gewässern zwischen Festland und Insel auskennen würde, hätten wir es nie geschafft, so weit zu kommen. Die Leuchtfeuer waren ebenfalls aus Luftschutzgründen ausgestellt und es war sehr schwer, anhand der landschaftlichen Gegebenheiten zu navigieren.

Längst schon hatten sich Ole und Jörn bei mir im Steuerhäuschen eingefunden, um zusammen mit mir in die Dunkelheit zu starren. Ole war dabei relativ ruhig, als Sohn eines Fischers kannte er sich mit der See aus. Jörn zeigte allerdings Nerven und schwitzte stark. Er stank zum Himmel!

„Wann sind wir denn endlich da!“, fragte er gerade wieder. „Bei dem Tempo kommen wir erst im Morgengrauen an!“

„Wie gut, dass du dich nicht auskennst“, antwortete ich. „Die Sonne geht erst in drei Stunden auf, dann sind wir schon lange da!“

„Und dein Kumpel wird sicher mit dem Lieferwagen da sein?“

Ole nickte. „Auf Jan ist Verlass!“

Wieder kehrte für einen Moment Ruhe ein, dann aber setzte Jörn wieder an: „Aber …“

„Sei mal still!“, unterbrach ich ihn. Ich glaubte, ein Geräusch gehört zu haben. Das war alles andere als gut, denn hier draußen durfte es eigentlich keine Geräusche geben, die nicht vom Schiff, mir oder den beiden Nervensägen neben stammten. Sofort zog ich den Fahrthebel zurück, der Motor erstarb und Stille kehrte ein.

Die Olde Deern wurde noch ein wenig weitergetragen, um dann in ein sanftes Schaukeln überzugehen. Wir standen still – so gut, wie man eben auf dem Meer stillstehen kann.

„Was ist denn los?“, fragte Jörn ängstlich, aber ich machte eine abschneidende Handbewegung an meinem Hals, die auch bei Mondlicht klar genug zu erkennen gewesen sein musste. Jedenfalls hielt der Kerl den Mund.

Meine schlimmste Befürchtung, nämlich, dass wir Bekanntschaft mit einer Mine gemacht hatten, erfüllte sich augenscheinlich nicht, denn dann hätten wir längst einen kostenlosen Flug- mit anschließendem Tauchkurs absolviert. Aber um ehrlich zu sein, ich war mir nicht sicher, ob das Geräusch überhaupt mit etwas zu tun hatte, das sich auf dem Wasser befand.

„Ich habe gedacht …“, sagte ich, als auch schon die Hölle um uns herum losbrach. Mit einem lauten Heulen stürzte sich ein Flugzeug aus dem nachtschwarzen Himmel auf uns, das ich vorher nicht bemerkt hatte. Die Maschine hielt genau auf uns zu, näherte sich von backbord und feuerte aus einem einzelnen Maschinengewehr auf unser Schiff.

„Runter!“, rief ich und bemühte mich, selber in Deckung zu gehen.

Das Flugzeug sauste über uns hinweg und verschwand vor uns am Himmel. Ich glaubte noch, seinen Schatten vor dem Mond sehen zu können, aber dann verschwand auch der.

„Was war das?“, fragte Ole mit zittriger Stimme.

„Das war das, was ich gehört habe“, sagte ich ärgerlich. „Verdammter Mist, ich hoffe, dass der uns nicht das Schiff kaputt geschossen hat!“

„Wo kam der eigentlich her?“, wollte Jörn wissen. „War das ein Tommy?“

„Woher soll ich das wissen?“, herrschte ich ihn an. „Eine Nationalhymne hat er nicht gespielt!“

„Der kommt bestimmt wieder!“, sagte Ole. Er war mit seinen Nerven völlig am Ende. Jetzt zitterte nicht mehr nur seine Stimme. „Wieso liegen wir hier wie auf dem Präsentierteller?“

„Weil ich nicht auch noch die Marine auf uns aufmerksam machen will, du Idiot!“

Wieder hörte ich das Geräusch. Wenn man erst einmal wusste, dass es das sich nähernde Brummen eines Flugzeugmotors war, dann konnte man es sehr gut von den anderen Geräuschen auf dem Wasser unterscheiden.

„Achtung, er kommt wieder!“, sagte ich, als auch schon die nächste MG-Salve auf uns niederprasselte. Ich hörte, wie die Geschosse den Bug entlang strichen. Dann wurde das Fenster des Aufbaus, in dem wir lagen, zerstört. Glassplitter stoben durch die Luft und landeten auf uns, neben uns und überall in der Kabine.

„Das war ein Wasserflugzeug!“, sagte Jörn. „Ich habe es gesehen, als er abgedreht ist!“

„Seit wann fliegen Wasserflugzeuge mitten in der Nacht?“, fragte Ole.

„Die Flugschule!“, war das einzige, was mir dazu einfiel. „In der Nähe ist eine Flugschule der Luftwaffe, wo sie unter anderem Marineflieger ausbilden.“

„Woher weißt du denn so was?“

„Als strammer Nazi muss man doch immer brav den Völkischen Beobachter lesen“, scherzte ich. In Wahrheit hatte ich es von einem der Tagesgäste, die im letzten Friedensommer auf der Insel gewesen waren, und der dort seine Ausbildung zum Aufklärer machte.

Von Flugzeugen hatte ich ansonsten keine Ahnung. Hin und wieder sah man eines am Himmel und dann gab es natürlich die englischen Terrorflieger. Aber meine Welt lag auf dem Wasser.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Ole atemlos. „Wir müssen uns doch irgendwie zu erkennen geben!“

„Willst du dich draußen hinstellen und den Hitlergruß entrichten?“, fragte ich spöttisch. Aber in der Sache hatte er natürlich Recht. Wenn wir hier liegen blieben, dann würde der Flugschüler mit seinem verdammten Wasserflugzeug früher oder später Kleinholz aus uns machen.

Ich musste einfach das Risiko eingehen, dass wir durch eine Fahrt bei voller Geschwindigkeit auch noch den Küstenschutz auf uns aufmerksam machten. Wenn der Flieger nicht sowieso schon längst per Funk unsere Anwesenheit bekannt gegeben hatte.

Ich richtete mich auf. „Los, hoch vom Boden, ihr zwei! Ich brauche euch jetzt! Du, Jörn, hältst Ausschau auf dem Wasser, ob du siehst, dass sich irgendein Schiff nähert!“

Er wollte etwas sagen, aber ich schnitt ihm das Wort ab.

„Ole, du beobachtest den Flieger! Ich versuche, uns mit Vollgas an Land zu bringen!“

„Was machst du denn da?“, fragte Jörn, als ich die Positionslichter einschaltete. „Damit sieht er uns doch erst recht!“

„Der sieht uns so oder so!“, erwiderte ich genervt. „Aber vielleicht denkt er darüber nach, ob ein Engländer wirklich die Festbeleuchtung einschalten und Kurs auf die Küste nehmen würde!“

Ich rammte den Fahrthebel nach vorne und der Motor der Olde Deern hustete und spuckte seine Empörung in die Dunkelheit hinaus. Wir nahmen wieder Fahrt auf.

„Das geht nicht gut, das geht nicht gut“, brabbelte Ole. „Wenn ich das geahnt hätte!“

„Das Flugzeug kommt zurück!“, brüllte Jörn und ging auch schon wieder in Deckung. Ole, auf der anderen Seite der Kabine, ließ sich ebenfalls zu Boden fallen. Nur ich blieb stehen, nicht etwa, weil ich mich besonders heldenhaft oder sogar unverwundbar fühlte, sondern weil wir genau an einer Stelle des Schifffahrtskanals waren, an dem eine Kurskorrektur durchgeführt werden musste.

Wieso der verdammte Flieger sich nicht fragte, woher ein Thommy die Kenntnisse über den Seeweg hatte, wusste ich zwar nicht, aber ich konnte schon wieder das Knattern seines Maschinengewehrs hören, als er sich dieses Mal von hinten näherte.

Ich muss zugeben, dass ich an dieser Stelle bereits mit meinem Leben abgeschlossen hatte, denn wenn er von hinten angriff, dann nutzte es uns auch nichts, wenn wir uns in Deckung legten. Schließlich waren wir nach hinten ungeschützt in unserem offenen Unterstand.

Aber dann hörte das Bollern des MG unvermittelt auf, was gut war. Ich brauchte allerdings einen Moment, um zu bemerken, dass nicht nur das Maschinengewehr still war. Ich konnte auch das Flugzeug nicht mehr hören.

„Himmel, was ist das?“, fragte Jörn, der sich auf den Rücken gedreht hatte und in den Himmel starrte.

Ich hatte schon den dummen Satz auf den Lippen, dass es sich um ein Flugzeug handelte, als ich den Ausdruck seiner Augen bemerkte, in denen große Angst stand. Jedenfalls eine Angst, die größer war als die, die er vorher noch vor dem Wasserflugzeug gezeigt hatte.

„Ist er abgestürzt?“, fragte ich, als Ole mich von der anderen Seite am Ärmel meines Hemds zupfte. „Hinnerk, sieh dir das an!“

Ein wenig wütend nahm ich die Geschwindigkeit zurück, damit wir nicht in Gefahr geraten konnten, während ich mir ansah, was die beiden Angsthasen jetzt wieder ausgemacht hatten.

Dann drehte ich mich um – und vergass für den Moment alles, was mit der Olde Deern, unserer Fracht und eventuellen Minen zu tun hatte.

[NaNo2015] Aller guten Dinge sind drei

Ja, das kann man wohl sagen, dass bei mir aller guten Dinge drei waren, denn in der dritten Woche habe ich das Klassenziel im NaNo erreicht. Trotzdem ist es meiner Meinung nach noch zu früh, ein vollständiges Fazit zu ziehen. Das hebe ich mir dafür auf, wenn er vorbei ist. Wer weiß, vielleicht passieren in der kommenden Woche ja noch besondere Dinge, von denen ich jetzt noch gar nichts ahne!?

Jedenfalls habe ich es die letzten Tage ein wenig ruhiger angehen lassen, teils auch, weil ich einfach keine Zeit und Gelegenheit zum Schreiben hatte. Deswegen bin ich schon ganz stolz auf mich, heute noch einmal über 2.000 Worte geschafft zu haben. Gestern hatte ich dafür die bisher erste Nullnummer in diesem NaNo. Nun ja, die Welt dreht sich weiter, nicht wahr?

(Falls es nicht so sein sollte, sagt es mir lieber nicht. Ich wüsste nämlich nicht, was ich auf die Frage antworten sollte, was ich täte, wenn ich nur noch 24 Stunden zu leben hätte …)

Also, fassen wir uns kurz:

NaNo_Woche3

Bislang habe ich im NaNo 54.123 Wörter geschrieben. Ein Schnitt von 2.460 pro Tag. Ich bin zufrieden und mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen! 🙂

Ich wünsche euch einen schönen Abend und noch viel Erfolg in der letzten NaNo-Woche! Ich glaube an euch!

Reblog und Meinung: Die zehn größten Fehler beim Coverdesign

Guten Abend!

Heute ist ein ziemlich voller Tag für mich gewesen, mit Familiengeburtstag, Ausflug mit den Kindern zu ToysRus, um schon mal in Sachen Weihnachten Umschau zu halten, unnötigen Debatten mit Kind 1 …

Jetzt surfe ich so ein wenig durch das Netz und habe einen schon älteren, aber, wie ich finde, hervorragenden Artikel zum Thema Coverdesign gefunden.

In der Tat ist das Cover einer der Punkte, vor denen ich mächtig Respekt habe, wenn es an die Veröffentlichung eines eBooks geht. Klar, man kann sich jemanden engagieren, der ein Cover für einen entwirft, aber auch diese Person wird nach den eigenen Vorstellungen fragen, und da kommt dann meine Phantasie oder eben Nicht-Phantasie ins Spiel.

Ich kann nicht gut in Bildern denken. Tatsächlich habe ich zu kaum einem meiner Romane ein Bild vor Augen, das für eine Veröffentlichung passen würde. Dazu kommt noch erschwerend, dass „Der Beobachter und der Turm“ ja selber schon auf einem Bild basiert, nämlich dem Cover von Mike Oldfields Album „Crises„.

Der Artikel spricht viele Dinge an, die sich eigentlich von selbst verstehen. Selbst gemalte Bildchen als Cover? No Way! Aber auch Dinge, auf die man erst einmal kommen muss, nämlich dass man auch genau aufpassen muss, dass man nicht aus Versehen zu nah an ein anderes Cover kommt, das in dasselbe Genre fällt, wie der eigene Roman, weil man ansonsten auch dort in den Vorwurf eines Plagiats kommen könnte – mit den entsprechenden rechtlichen Konsequenzen.

Alles in allem also ein Artikel, den ich jedem Interessierten sehr ans Herzen legen mag! Hier geht es entlang:

http://www.indie-publishing.de/home/markt/markt_artikel/datum/2015/10/01/die-zehn-groessten-fehler-beim-coverdesign.htm

Schönen Abend noch!

Michael

[NaNo2015] So you win again …

Heute, am 20.11.2015, startet die Phase im NaNo, in der die Sieger „gekürt“ werden. Das geht vollkommen simpel vor sich: man kopiert den Text, den man im NaNo geschrieben hat, einfach in ein Fenster auf der Homepage, das dahinter liegende Script zählt schnell einmal durch und wenn man mehr als 50.000 Worte hat, dann wird man auf die Gewinnerseite weitergeleitet.

Da passiert dann nichts weiter Spannendes, denn es geht im NaNo ja in der Hauptsache darum, dass man seinen eigenen inneren Schweinehund (auch bekannt als innerer Kritiker) besiegt und schreibt, schreibt, schreibt!

Ein kleines YouTube-Video mit dem NaNo-Staff gratuliert einem und dann kann man sich sein Zertifikat ausdrucken und, wenn man möchte, an die Wand hängen. Ich habe mich entschlossen, es als Beitragsbild hier zu verwenden, so haben alle was davon ;-).

Anfang Dezember soll es dann noch Goodies für die Gewinner geben. Mal schauen, was das sein soll.

Und dann liebäugele ich ja wirklich mit dem Winner-Shirt, auch wenn der Versand aus den USA unverhältnismäßig schweineteuer ist…

Egal, für heute fühle ich mich mal wie ein „Winner“! 🙂

Und ihr so?

„Die Welt der stillen Schiffe“ – Status nach der 1. Woche

Ja, er tut es wieder! Ich weiß, manchen sind meine Zahlenspielereien ein wenig zu viel. Tut mir leid, dass es mir nicht leid tut! Mir macht es immer wieder Freude, auf den aktuellen Stand meiner Arbeit zu sehen und irgendwann, wenn ich mal auf dieses Blog und diese Zeit zurückblicke, genau sagen zu können, wo ich bei welchem Text zu welchem Zeitpunkt gewesen bin.

Also: „Die Welt der stillen Schiffe„.

Ich habe euch ja im Laufe der Woche erst ein wenig erzählt, worum es in dem Kurzroman so gehen wird. Für mich ist das eine sehr spannende Angelegenheit, weil ich einerseits schon ziemlich viel über die Welt weiß, in der dieser Roman zu weiten Teilen spielt, andererseits aber auch noch sehr viel zu entdecken ist. Nehmen wir nur die Sache mit dem feindlichen Kriegsschiff, das ich praktisch in dem Moment dazugedichtet habe, in dem der Klappentext entstand. Und doch macht es absolut Sinn, dass es dieses Schiff geben wird. Noch bin ich aber nicht so weit.

Viel gibt es nach der ersten Woche eigentlich noch nicht zu berichten. Außer, dass ich gedanklich schon sehr weit weg bin von „Der Beobachter und der Turm“. Ich habe mich gerade wirklich fast an den Kopf gepackt, als mir bewusst wurde, dass es wirklich erst eine Woche her ist, seit ich diesen Roman beendet habe. Echt der Hammer, dieser Abnabelungsprozess, findet ihr nicht auch?

Eine etwas unschöne Entdeckung musste ich heute in Bezug auf mein Textverarbeitungsprogramm TextMaker 2016 machen. Das Ding hat, wie jede gute Textverarbeitung, eine Statistikfunktion. Aber manchmal zählt das Ding schlicht und ergreifend nicht richtig! Das fiel mir auf, als ich nachschaute, wie viele Wörter denn nun „Die Welt der stillen Schiffe“ schon hat, dabei aber ein anderer Wert herauskam, als bei den zusammengezählten Tageswerten, die ich in einer Tabelle verwalte. Darf doch nicht sein, so etwas!

Ich habe dem Hersteller schon eine nette Nachricht in seinem Support-Forum hinterlassen. Es geht doch nicht an, dass ich, um auf Nummer Sicher zu gehen, meine Texte immer erst nach Word, Papyrus oder sonst wohin kopieren muss. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Für den NaNo sollte es keine Auswirkungen haben, da die Abweichungen nicht so groß sind, dass ich mir ernsthaft Gedanken um die Echtheit der 50.000 Worte machen müsste. Ärgerlich bleibt es und wenn es nur ein Wort wäre, das zu viel gezählt wird (in der Tat ist es ein zweistelliger, dafür sich aber verändernder, Wert)!

Und deshalb sind alle folgenden Werte ein wenig ohne Gewähr:

„Die Welt der stillen Schiffe“ umfasst zur Zeit ca. 18.745 Wörter auf 79 Normseiten. Damit habe ich insgesamt weniger geschrieben, als zu Zeiten vom „Beobachter“. Aber das wird auch daran liegen, dass ich das NaNo-Ziel halt schon erreicht habe und jetzt nicht zwingend im Akkord weiterschreiben will. Heute habe ich zum Beispiel schon nach ca. 1.250 Wörtern Schluss gemacht.

Nun ja, wie dem auch sei, soweit mein kleiner Einblick in den Stand der Dinge! Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und Textverarbeitungen, die sich nicht verzählen!

AWDML (6) Eine Seite du, eine Seite ich

Disclaimer: In der Beitragsreihe A Walk Down Memory Lane beschäftige ich mich in Form von Rückbetrachtungen und Anekdoten mit Begebenheiten aus meiner schreibenden Vergangenheit. Auch wenn der Blick manchmal leicht verklärt sein mag, so ist der Inhalt doch die reine Wahrheit. Jedenfalls so rein, wie ein Autor ihn zu schreiben in der Lage ist.


Im Moment schreibe ich, bedingt durch den NaNo, relativ viel am Tag. Das sind meistens über 2.000 Wörter, was ungefähr acht Normseiten entspricht. Für eine Normseite brauche ich zwischen fünf und zehn Minuten, habe ich festgestellt. Was ich aber meistens nicht mehr schaffe ist, diese Seiten an einem Stück zu schreiben. Ich würde es nicht auf meine Aufmerksamkeitsspanne schieben wollen, sondern vielleicht eher auf die Ermüdungserscheinungen, die sich breit machen, wenn man einen langen Arbeitstag in den Knochen hat. Vielleicht ist das der Grund, aus dem andere Autoren weniger am Tag schreiben als ich, weil sie nur so schreiben können, dass sie einen Text oder einen Textteil in einem herunterschreiben.

Ich habe hier schon vor vielen Jahren eine andere Arbeitsweise entwickelt, die sich auf verschlungenen Pfaden so sehr in mein Unterbewusstsein verankert hat, dass sie heute noch für mich funktioniert.

Und das kam so:

Wie ich schon einige Male erzählte, habe ich früher sehr gerne und oft verschwiegen, dass ich überhaupt schreibe. Gleichzeitig hatte ich aber eigentlich immer einen Freund, der auch gerne schrieb. Das mag wie ein Paradoxon wirken, aber es war so und hörte eigentlich erst auf, als ich zum ersten Mal dachte, mich aber jetzt wirklich nicht mehr mit der Schreiberei verstecken zu wollen. Ab da war ich Einzelkämpfer und habe mich irgendwann dann halt doch wieder in Schweigen gehüllt.

Aber davon wollte ich gar nicht erzählen, sondern von meinem ersten besten Freund, mit dem ich für eine gewisse Zeitspanne das Hobby Schreiben geteilt habe. Wie das so ist mit ersten besten Freundschaften, besteht diese heute nicht mehr. Aber ich habe die Erinnerung an das, was wir „eine Seite du, eine Seite ich“ nannten, nie verloren.

Wir schreiben ungefähr das Jahr 1991. Es kann auch 1990 gewesen sein, aber auf jeden Fall nicht viel später. Zu diesem Zeitpunkt war bereits seit gut zwei Jahren ein PC in „meinen“ Haushalt eingezogen (natürlich lebte ich noch bei meinen Eltern). Und diese Wundermaschine ermöglichte ja so viele Dinge, an die vorher gar nicht zu denken war!

Man stelle sich einmal vor: auf einmal konnten lange Texte in einer Datei gespeichert werden und nicht mehr aufgeteilt auf mehrere Dateien. Es gab in dem Textverarbeitungsprogramm, das ich damals nutzte, sogar die Möglichkeit, Formatierungen direkt auf dem Bildschirm kenntlich zu machen!

Aber eines der hauptsächlichen, tollen Features, die es für meinen Freund und mich einfacher machten, „gemeinsam“ zu schreiben, war, dass man praktisch in weniger als einer Minute von einem Text zum anderen Text springen konnte! Die gigantische 20-Megabyte-Festplatte meines Commodore PC-30 III machte es möglich!

Wenn wir uns also zum Schreiben verabredeten, setzten wir uns beide an den PC, der zu diesem Zeitpunkt in der elterlichen Küche stand. Und dann ging es los: zuerst schrieb ich eine Seite an meinem aktuellen Romanprojekt, das wahrscheinlich einer der vielen Entwürfe war, durch welche der erste „Silverstar“-Roman gegangen ist. Natürlich hatte damals noch keiner von uns etwas von einer „Normseite“ gehört – die sich in dem DOS-Programm wohl auch nicht hätte einstellen lassen. Nein, wir sprechen über richtige DIN-A4-Seiten mit entsprechend viel Text.

Während ich schrieb, saß mein Freund daneben und las praktisch direkt mit, was mir da in die Tastatur floss. Viel Feedback gab es damals nicht, wenn ich mich richtig erinnere, aber es war ein gutes Gefühl, zumindest schon mal einen Leser zu haben.

Und dann, nachdem ich fertig war, wurde gespeichert, sein Text aufgerufen, und nun schrieb er eine Seite an seinem Projekt – das auch in die Richtung Science-Fiction ging.

Wie oft wir an einem Nachmittag hin und her gewechselt haben, kann ich nicht mehr sagen. Aber diese Arbeitsweise, mich schnell auf eine Seite zu fokussieren, diese zu schreiben und dann wieder umzuschalten, habe ich bis heute konservieren können. Auf diese Weise ist es mir zum Beispiel möglich, auf der Arbeit zwischendurch, wenn mir gerade eine Idee kommt, einen Absatz zu schreiben (manchmal auch eine Normseite) und mich dann wieder auf meine Tätigkeit zu konzentrieren.

Ganz besonderen Wert hat dies, wenn während meiner Mittagspause, die ich im Moment ja meistens zum Schreiben benutze, mal wieder meine Chefin anruft und irgendwas von mir will. Dann mache ich Pause und nehme den Faden nahtlos später wieder auf. Wenn ich darauf fixiert wäre, immer an einem Stück zu schreiben, womöglich noch, bis sich ein passender Ausstieg aus einer Szene findet, den ich nutzen kann, dann wäre ich lange nicht so schnell und produktiv.

Also ist es so, dass eine Spielerei, ein Modus Operandi, den ich mir vor über zwanzig Jahren angeeignet habe, mir heute noch Erleichterungen im Schreibprozess bietet. Klingt doch so, als ob zwei Siebzehnjährige damals eine ziemlich gute Idee gehabt hätten!

Let’s take a walk down memory lane!