Der Beobachter, der Turm, der NaNo, die Angst, der Rest

Hallo ihr Lieben!

Zunächst möchte ich mich noch einmal für die Glückwünsche bedanken, die mich zur Fertigstellung meines Romans erreicht haben. Ich habe mich über jeden einzelnen, natürlich auch über die stummen Likes, sehr gefreut! Es ist nach wie vor komisch für mich, mich tatsächlich mit dem, was ich schreibe, in die Öffentlichkeit zu begeben. Aber es war wohl auch nicht zu erwarten, dass ich ein uraltes Muster binnen eines halben Jahres würde aufgeben können, nicht wahr?

Nun ist „Der Beobachter und der Turm“ also fertig. Das war ein sehr seltsames Gefühl, da ich diesen Roman nun wirklich über 15 Jahre im Hinterkopf mit mir herumgetragen habe. Bis ich mich vor zwei Monaten dazu entschloss, ihn nun doch noch einmal anzugehen und fertig zu stellen, war ich eigentlich davon überzeugt, dass er auf ewig ein unvollendetes Fragment bleiben würde. Ein Stachel in meinem Fleisch, der bohrte und piekste, sobald ich glaubte, es mir jetzt allmählich gemütlich machen zu können.

Der „Beobachter“ symbolisierte für mich ein Scheitern an mir selbst, ein scheitern vor allem an einem für mich schwierigen Thema, nämlich der Liebe, der Sexualität, der Veränderung. Und so wurde er in meinem Kopf immer größer und immer (ge)wichtiger. Bis ich richtig Angst vor diesem Manuskript bekam.

Ja, ich glaube, ich kann meine Angst von gestern jetzt ein wenig besser einordnen. Natürlich ist ein Teil die Angst, dass das Manuskript in die Welt gehen soll. Es hatten sich Testleser gemeldet (die ich nicht vergessen habe, die aber natürlich auch noch zurücktreten können, wenn sie wollen), ich habe ein Lektorat in Aussicht (Premiere für mich!) und ich denke ernsthaft über den Weg des Selfpublishing hierfür nach. Dass kann schon mal Angst machen.

Die zweite Angstkomponente kenne ich auch schon seit Jahren. Es ist die Angst, jetzt aber endgültig die letzte Geschichte erzählt, den letzten Roman geschrieben zu haben, der in meinem Kopf ist. Daraus erwächst die Manie, einen neuen Roman am besten direkt nach dem Tag anzufangen, an dem der letzte abgeschlossen wurde. Klingt nicht nur unentspannt, ist es auch.

Und dazu kam dann jetzt doch die große Angst, gescheitert zu sein. Den Roman nicht so gut gemacht zu haben, wie er hätte werden müssen! Auch dies ausgelöst durch die lange Spanne, die zwischen dem ersten und dem letzten Wort des Projekts gelegen hat. Nun, das wird die Zeit zeigen.

„Der Beobachter und der Turm“ ist jedenfalls im ersten Entwurf fertig. Diesen werde ich jetzt an zwei bis drei Stellen noch einmal überarbeiten, wo ich bereits weiß, dass ich noch einmal was tun muss. Dann schaue ich mal, wie der weitere Weg am sinnvollsten ist. Erst veröffentlichen, dann lektorieren lassen? (Scherz!)

Für den NaNo habe ich mir etwas einfallen lassen, das mir ermöglichen wird, die noch „fehlenden“ rund 18.000 Worte schreiben zu können. Ich greife einen Faden/Bestandteil auf, der sowohl in „Der Beobachter und der Turm“, als auch in „Der Ruf des Hafens“ eine Rolle gespielt hat – die sich ja ein „Universum“ teilen.

Der Arbeitstitel der kleinen/großen (ich weiß ja vorher nie so genau, was sich ergibt) Geschichte lautet „Die Welt der stillen Schiffe“. Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.

Ansonsten versuche ich, es jetzt ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Die Arbeit der letzten Wochen hat mich mitgenommen. Das Tempo, das ich teilweise gegangen bin, hat Spuren hinterlassen. Ich möchte keinen erneuten Schreib-burn-out riskieren, wie ich ihn 2013 erlitten habe.

Nicht jetzt, wo ich langsam anfange, meiner schriftstellerischen Arbeit einen neuen Sinn zu geben!

Ich werde euch berichten, wenn ihr mögt! Danke fürs Zuhören und euer Interesse!

Michael

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