Das Recht und die Freiheit, zu schreiben!

Ihr Lieben, das wird ein etwas untypischer Post für mein kleines Blog. Aber ich denke, dass an vielen von euch die Geschehnisse, die gestern Abend Paris und die gesamte sogenannte „westliche Welt“ erschütterten, ebenso wenig spurlos vorbeigegangen sind, wie an mir.

Ich meine, wenn sogar Amazon.de oben rechts auf ihrer Seite, wo sie sonst für Prime oder andere Aktionen werben, einen Solidaritätsbadge setzen, dann hat das eine gewisse Aussagekraft, oder?

Überall im Internet schießt jetzt die Anteilnahme ins Kraut, überall fragt man nach den Hintergründen, den Beweggründen, den Konsequenzen. Wenn es der „Islamische Staat“ war, der sich dazu bekannt hat, was heißt es dann für uns? Was heißt es für unsere Demokratie, unsere Auslandspolitik, unsere Innere Sicherheit? Was heißt es für die Flüchtlinge, die immer noch zu uns drängen und gerade auf der Flucht sind vor den Menschen, die jetzt in Paris ein Fanal ihres unreflektierten Hasses gesetzt haben?

Das sind Fragen, die ich nicht beantworten kann. Fragen, vor denen ich teilweise auch zurückschrecke, weil es so leicht wäre, sie eindimensional und spontan zu beantworten. Andere haben nicht so viele Probleme damit, reden von Dingen, von denen sie offenkundig keine Ahnung haben (Pegida, ich spreche mit dir!) und fordern zu Reaktionen auf, die keine Verhältnismäßigkeit besitzen (niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten, außer manche CSU-Politiker!).

Gerade heute Morgen dachte ich darüber nach, ob und wie ich auf meinem Blog auf die Geschehnisse eingehen soll. Ob ich einfach weiter mache, wie bisher, oder ob es wichtig wäre, aus meiner bescheidenen Sicht als Autor ein paar Worte zu finden.

Da flatterte mir der Motivations-Newsletter der Schriftstellerin Annika Bühnemann ins Postfach, die während des NaNo jeden Tag eine kleine motivierende Nachricht an ihren Verteiler schickt – und in diesem Zusammenhang heute sehr bemerkenswerte Worte gefunden hat!

In ihrem Beitrag, den sie auf Nachfrage dankenswerterweise auf ihre Homepage gestellt hat, geht sie darauf ein, dass es gerade heute ein Zeichen sein kann, wenn wir, die wir die Freiheit und das Recht haben, alles zu schreiben, was uns in den Sinn kommt, nicht verstummen. Wenn wir uns nicht vom Terror das Wort abschneiden lassen, sondern im Gegenteil die Köpfe heben, die Tasten schlagen und unsere Stimme hören lassen!

Den Satz, der mich am nachhaltigsten beeindruckt hat, möchte ich gerne zitieren:

Heute zu schreiben ist nicht nur sinnvoll, sondern eine Hommage an unsere Rechtsordnung, an die Demokratie, an Europa und die westliche Welt.

Dem kann und will ich nicht mehr viel hinzufügen!

Ich fühle mich solidarisch mit den Menschen in Frankreich! Geichzeitig warne ich vor Schnellschüssen auf der politischen Ebene! Ich stehe auf gegen unreflektierten und verallgemeinerten Hass gegen alles, was uns fremd sein mag!

Und ich schreibe – weil es heute das ist, was ich tun kann.