Reblog und Meinung: NaNo Pep-Talk von Andreas Eschbach “Schreib das Ding zu Ende!”

Hallo zusammen!

Ich bin zwar ein eifriger NaNo-Schreiber, aber ich stelle immer wieder fest, dass ich ein lausiger NaNo-Netzwerker bin. Ich finde das selber schade, aber es fällt mir sehr schwer, mich neben der eigentlichen Schreibtätigkeit (zu der für mich, trotz allem, nach wie vor ein täglicher Blogbeitrag gehört) auch noch mit den diversen Austauschmöglichkeiten zu befassen, die der NaNo bietet.

Deswegen habe ich auch nicht in mein NaNo-Postfach geschaut und gesehen, dass es dort heute einen sogenannten „Pep-Talk“, eine Art Motivationsmal, des von mir sehr verehrten Autors Andreas Eschbach gibt. Aufmerksam wurde ich erst, weil ich eine Benachrichtigung der von mir ebenfalls sehr geschätzten Hanna Mandrello bekam, die diesen Pep-Talk in Gänze auf Ihrem Blog veröffentlicht hat:

http://mandrello.com/2015/11/15/nano-pep-talk-von-andreas-eschbach-schreib-das-ding-zu-ende/

In seinem Artikel fabuliert – und ich benutze das Wort im sehr positiven Kontext – Eschbach darüber, wie es wäre, wenn man einen Anruf mit seinem Ich in der Vergangenheit führen könnte. Was würde man diesem, seinem jüngeren Ich erzählen?

Da ja Eschbachs Satz schon in der Überschrift steht, kann ich kurz meinen persönlichen Satz dazu geben: Ich würde meinem jüngeren Ich, das ungefähr achtzehn gewesen sein muss, sagen, dass es selbstbewusster in die Zukunft schauen soll, dass manche Dinge nicht so sind, wie sie zu sein scheinen und dass es immer Möglichkeiten gibt. Damit wäre, auch in Bezug auf das Schreiben, bei mir schon viel abgedeckt.

Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen in meinem Blog davon berichtet, dass ich meine Schwierigkeiten damit gehabt habe, meine ersten Geschichten zu einem Ende zu führen. Lange gab es da ein Triumvirat aus den Genres, mit denen ich mich gerne beschäftigt habe:

Angst im Perseus-Spiralnebel (Science-Fiction)
Der Bund der Sieben (Fantasy)
Fort Apocalypse (Utopie)

Fertiggestellt habe ich nur eines von den dreien. Und ich habe mich schon öfter gefragt, wo ich heute wäre, wenn ich auch die beiden anderen beendet hätte. Denn im Gegensatz zu Eschbachs jüngerem Ich habe ich sie nicht an die Seite gelegt, weil ich sie schlecht fand, ich habe sie an die Seite gelegt, weil sie im Vergleich zu den „Silverstar“-Romanen der schwerere Weg gewesen wären!

Als ich damals, 1993, das Ende von „Angst im Perseus-Spiralnebel geschrieben hatte, konnte ich praktisch nahtlos mit „Expedition durchs All“ weitermachen. Es war ja eine Serie, da war es einfach. Ich musste mir keine Gedanken über einen Einstieg machen, die Personen, die wichtig waren, standen fast alle fest – ich wusste sogar schon, wo der Übergang zu Band 3 sein würde. Der sich dann auch folgerichtig ein rundes Jahr später mit „Final Star“ einstellte.

All das hätte ich bei den beiden anderen Projekten nicht gehabt und deswegen denke ich heute, dass ich wirklich sehr viel von ihnen hätte lernen können. Ich hätte lernen können, mich durchzubeißen, mir selbst zu vertrauen. Auch, dass ich in der Lage bin, textliche Herausforderungen zu meistern.

„Nur Sachen, die du zu Ende schreibst, zählen!“ – So schreibt Eschbach. Und ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Das bedeutet für mich nicht, dass ich jetzt jedes Fragment, das ich irgendwo in der Schublade liegen habe, beenden will, kann oder gar muss. Andererseits habe ich gerade erst mit „Der Beobachter und der Turm“ für mich den Beweis angetreten, dass es wirklich etwas bringt, wenn man zu Ende schreibt. Und sei es nur, dass der eigene Gefühlshaushalt danach etwas ausgeglichener ist.

Beschließen möchte ich meine Ausführungen mit einem weiteren Zitat von Andreas Eschbach, das ich allen, die im Moment im NaNo stecken und vielleicht anhand ihres Wordcounts verzweifeln wollen, nur ganz herzlich hinter die Ohren schreiben kann:

Also, Leute – schreibt weiter, und schreibt das Ding vor allem zu Ende. Und wenn es erst am 2. Dezember passieren sein sollte, dass Ihr »Ende« darunter schreibt, macht es auch nichts.

In diesem Sinne: Frohes Schreiben!

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