Und hier die Jahressicht der Statistik-Elfen

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 6.200 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 5 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Mein Traum vom eigenen Buch – Der Jahresrückblick 2015

Und nun ist es auch schon wieder so gut wie vorbei, das Jahr 2015. Ich möchte euch eigentlich gerne mit Plattitüden verschonen, wie sie einem da zwangsläufig in den Kopf kommen. Aber diese eine muss sein: Könnt ihr mir sagen, wo die Zeit geblieben ist? Ich habe das Gefühl, dass das Leben von Jahr zu Jahr schnelllebiger wird und dass es immer schwerer wird, damit auch nur halbwegs Schritt zu halten. Es ist mir in diesem Jahr sogar noch bewusster geworden als in anderen, weil ich durch diesen Blog eine Art Tagebuch geführt habe. Ein monothematisches zwar, das nicht sooo viele meiner privaten Sorgen und Nöte hat durchscheinen lassen, aber sie für mich trotzdem präsent hält.

Anyway, für mich, ganz privat, wird 2015 als das Jahr in die Erinnerung eingehen, das mir sowohl große Brocken in den Weg gelegt hat, die ich nur zum Teil zur Seite räumen konnte, als mich auch in einigen Punkten gewaltig nach vorne gebracht hat. An den Brocken arbeite ich, teils auch mit professioneller Unterstützung. Und ich denke mir einfach, dass alle schwierigen Erfahrungen, die ich mache, in irgendeiner Weise auch meiner Schreibe zugute kommen. Irgendwann schreibe ich, auf Basis meiner Erfahrungen, den einen, großen Roman, der dann eine Aussage und ein Gewicht haben wird. Das ist jedenfalls das, was ich mir in dunklen Stunden immer wieder sage.

Aber gut, deswegen sind wir alle nicht hier. Hier sind wir, weil ich auf diesem Blog meinen Weg zu einem „richtigen“ Autor, so mit Veröffentlichungen und allem, dokumentiere. Der Start dieses Blogs mit dem ersten Beitrag am 27. April ist ein echtes einschneidendes Datum in dieser Entwicklung. Zum ersten Mal habe ich mich in die Öffentlichkeit gestellt. In eine Öffentlichkeit, die ich damals nicht in Bezug darauf einschätzen konnte, wie sie mit mir und meiner fixen Idee umgehen würde.

Heute kann ich sagen, dass es eine gute Idee gewesen ist und dass ich nur gute Erfahrungen mit euch gemacht habe. Ihr habt mir eine ganze Menge Zuspruch gegeben, wofür ich sehr dankbar bin!

Dann markiert 2015 auch das Jahr, in dem ich zum ersten Mal versucht habe, einen Text von mir veröffentlichen zu lassen. Und auch, wenn die Literaturagenturen nicht sofort alle „haben will“ gerufen haben, so kann mir diesen Schritt, es gewagt zu haben, niemand mehr wegnehmen. Ich denke nach wie vor, dass das Absenden der ersten Bewerbungen am 30.08. irgendwann einmal der Punkt sein wird, von dem an es in Bezug auf meine Autorentätigkeit bergauf gegangen ist.

Was haben wir noch? Ich habe in diesem Jahr mit „Der Redner“ und „Der Beobachter und der Turm“ zwei Romane fertiggestellt. Ein weiterer, nämlich „Die Welt der stillen Schiffe“, ist in Arbeit. Dazu kommen eine ganze Menge an Kurzgeschichten, was ich noch vor einem halben Jahr nicht für möglich gehalten hätte.

Insgesamt habe ich, nach meiner penibel geführten Wortstatistik, in diesem Jahr 383.239 Wörter geschrieben, was zu einem Jahresschnitt von exakt 1.050 Wörtern pro Tag führt. Oder in Seiten ausgedrückt: ich habe im Schnitt jeden Tag diesen Jahres vier Normseiten geschrieben. Damit bin ich außerordentlich zufrieden – zumal ja noch die vielen Blogeinträge (mit diesem sind es 227) dazu kommen, die in dieser Statistik überhaupt nicht auftauchen. 2015 war mithin ein sehr produktives Jahr.

Wortstatistik 2015

Für 2016 habe ich mir einige Ziele gesetzt. Dazu gehören vor allem die Veröffentlichung von „Der Beobachter und der Turm“ sowie die Fertigstellung von „Die Welt der stillen Schiffe“. Auch mit „Der Morgen danach“ möchte ich, nach einer weiteren Überarbeitung, noch einmal mein Glück bei den Agenturen versuchen, die ich noch nicht angeschrieben habe. Ich habe viel gelernt bis jetzt und muss das „nur noch“ umsetzen.

Das Wichtigste wird aber sein, auch in 2016 meinen Weg weiterzugehen. Und damit meine ich nicht nur den Weg in Bezug auf das Schreiben. Auch in meiner persönlichen Entwicklung möchte ich weitere Schritte machen. Sorry, wenn ich das nur so nebulös schreibe, aber da gehören viele Dinge dazu, die ich nicht öffentlich im Internet den Suchmaschinen zum Fraß vorwerfen möchte ;-). Wen die Neugierde plagt, der kann mir ja eine Nachricht über meine Kontaktseite schicken.

Was, also, bleibt mir noch zu tun? Ich möchte euch allen danken! Ohne euch wäre ich schon nicht mehr hier an dieser Stelle. Und ohne euch hätte ich das, was ich dieses Jahr erreicht habe, nicht geschafft. Das weiß ich und das könnt ihr mir ruhig glauben. Deswegen würde ich mich freuen, wenn wir alle uns in 2016 gesund und munter wiedersehen würden. Ich zähle auf euch!

Ich wünsche euch, euren Familien, Freunden, Liebsten und wer immer euch wichtig ist einen guten Übergang in das neue Jahr – und dass es für euch ein gutes Jahr werden mag!

Bleibt, wie ihr seid!

Alles Liebe
Michael

Installiert er’s oder tut er es nicht?

Wenn man, so wie ich, den lieben langen Tag damit beschäftigt ist, sich mit seinem PC auseinander zu setzen (okay, einkaufen waren wir zwischendurch und die Kinder wieder bei Oma und Opa einsammeln), dann stehen eine Menge Entscheidungen an.

Einige sind sehr einfach zu treffen: Brauche ich wieder eine regelmäßige Datensicherung? Aber sowas von! Meine Mails werden ab sofort auf täglicher Basis von der SSD auf eine der beiden Festplatten in meinem Rechner gesichert. Der Rest der Programme usw. wie bisher einmal in der Woche. Wobei meine Texte, mein ein und alles, ja sowieso zusätzlich in Echtzeit in die Cloud gesichert werden.

Andere Entscheidungen sind dann schon schwieriger.

Wie ihr wisst, bin ich in diesem Jahr von Microsoft Office 2007 auf SoftMaker Office 2016 umgestiegen. Ich habe mir vorgenommen, nur noch dieses Programm zu benutzen, zumal ich in Bezug auf die Kompatibilität auch nur die besten Erfahrungen gemacht habe – bislang.

Also stand jetzt die Frage auf der Agenda, ob ich das alte Office, das ja nun wirklich schon asbach ist, überhaupt noch wieder installieren soll.

Ich weiß, dass es, wenn ich irgendwann doch einmal einen Fuß in die Verlagswelt bekomme, starke Tendenzen gibt, dass dort nur mit MS Office gearbeitet wird. Aber ich sage mir ganz einfach, dass ich es für den Moment nicht überlebenswichtig brauche. Wenn ich schreibe, dann tue ich das in TextMaker. Wenn ich überarbeite, kommt das Ganze sowieso nach Papyrus. Sowohl das eine, wie auch das andere Programm exportiert ins .doc-Format.

Wieso also sollte ich mich mit einem Programmdino belasten, der nur meine Festplatte füllt?

Es ist ein komisches Gefühl, es einfach draußen zu lassen. Ganz einfach. Ich habe hier kürzlich darüber geschrieben, wie schwer es manchmal sein kann, Dateiformate zu verarbeiten, die nicht einem Standard entsprechen. Und machen wir uns nichts vor: sowohl das hauseigene Format von TextMaker als auch das von Papyrus ist nun wirklich kein Standard. Der Standard ist MS Office. Punkt.

Und trotzdem denke ich mir, dass ich jetzt die Chance habe, mich auch gedanklich von diesem Programm frei zu schwimmen. Falls ich es wider Erwarten doch mal brauche, dann hindert mich ja niemand, es wieder zu installieren. Die Version 2007 mag zwar schon leicht müffeln, aber Schimmel hat sie noch keinen angesetzt.

Um die Frage aus der Überschrift also zu beantworten: Er wird es nicht tun! Mut zur Lücke! Dem Nachwuchs eine Chance! Und was mir an pathetischen Dingen noch mehr einfällt, während ich dabei bin, auch die kleinsten Tools wieder so zu installieren, wie ich sie gewohnt bin.

Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier.

Kurz und schmerzvoll (5)

Hallo zusammen!

Was ein kleiner Vorgeschmack auf meinen eventuell einzulegenden Schreiburlaub geplant war, entwickelt sich rein zeitmäßig immer mehr zu einem Desaster! Vorgestern ist mir meine SSD verreckt (ich spreche hiermit eine amtliche Warnung vor Samsung-SSDs aus), von gestern bis gerade eben habe ich damit gekämpft, aus dem vorhandenen Backup (immerhin) meine gewohnte Browserumgebung und meine Mails wiederherzustellen (eine Woche Mails fehlen mir, wer mir also in der Zwischenzeit geschrieben hat, sende mir die Mail bitte noch einmal zu) und dann durfte ich heute noch einen ungeplanten Zwischenstopp beim Ohrenarzt einlegen, weil ich einseitig nichts mehr gehört habe. Es kommt ja schließlich immer alles geballt.

Aber jetzt kann ich damit anfangen, meine Programme wieder zu installieren und dann ist die Kiste wieder so gut wie neu. Na ja. Und dann schaffe ich es vielleicht doch noch, ein paar mehr Tage zu schreiben – so, wie ich es mir vorgenommen hatte!

Und ja, das Vorgehen, die Systemdaten und die wirklich wichtigen Daten nicht auf der gleichen Festplatte zu speichern, hat sich aber sowas von bewährt!

Ich hoffe, wir lesen uns hier sehr bald wieder im normalen Turnus und mit normalen Themen. Ich installiere jetzt erst mal wieder meine Textverarbeitung :-).

Liebe Grüße aus dem Jammertal

Michael

Wenn du denkst, du denkst

Ihr Lieben,

nur kurz ein paar Worte von mir.

Eigentlich war alles perfekt. Ich hatte alle meine Mails abgearbeitet, ich habe einen Tag komplett frei von der Familie, ich habe alle Zeit der Welt und auch die Lust zum Schreiben.

Und dann meint mein PC, die Firmware meiner SSD müsste ein Update bekommen.

Jetzt braucht mein PC eine neue SSD. Und ein neu aufgesetztes System. Und ich brauche Beruhigungsmittel (halber Scherz).

Wundert euch also nicht, wenn es zwei bis drei Tage dauert, bis hier alles wieder normal läuft.

Passt auf euch auf – und immer schön die Daten sichern! Ich jedenfalls hoffe, dass mir lediglich ein paar E-Mails abhanden gekommen sind. Der Rest war und User auf einer separaten Festplatte.

Manchmal ist Paranoia ja doch für was gut!

Eros und Thanatos – Ein liebevolles Ende

Hallo zusammen!

Ich hoffe, ihr alle habt die ersten beiden Weihnachtstage gut überstanden! Bei mir setzt am zweiten Feiertag immer die Ruhe nach dem Sturm ein, was sich gut anfühlt. Was auch dringend gebraucht wird.

Und um mir noch ein wenig mehr Ruhe zu verschaffen, möchte ich heute endlich die Geschichte veröffentlichen, die mir in den letzten zwei Wochen doch einiges zu schaffen gemacht hat. Ihr wisst schon, die, die auf Hannas Schreibaufgabe zurückgeht, und in der Sex und Tod so nahe beieinander liegen.

Ich möchte gar nicht mehr viele Worte verlieren, weil die Geschichte so lang ist. Aber auf Feedback wäre ich gespannt – vor allem in Hinblick darauf, dass ich diese Story ohne Titel veröffentliche. Wer einen guten Vorschlag hat, der/die möge sich gerne berufen fühlen, ihn mir in den Kommentaren mitzuteilen!

Nachtrag: Inzwischen hat die Geschichte ihren endgültigen Titel erhalten :-)!

Ein Hinweis noch: Die Geschichte ist stellenweise wirklich explizit. Deswegen möchte ich allen Minderjährigen, deren Erziehungsberechtigten und auch prüden Zeitgenossen empfehlen, sie vielleicht besser auszulassen.

Allen anderen wünsche ich viel Spaß damit!


Eros und Thanatos – Ein liebevolles Ende

Langsam drehte sich Desiree Beyer vor dem breiten, körperhohen Spiegel im Schlafzimmer ihrer Stadtvilla im Kreis. Sie warf prüfende Blicke auf das Spitzenensemble aus sündigem Rot, das sie trug. Sie hatte es angezogen, um ihrem Mann eine Überraschung zu bereiten, die er niemals vergessen würde. Die zu vergessen er überhaupt keine Chance hatte!

Der täglichen Arbeit im Fitnesskeller des Anwesens verdankte sie, dass sie auch mit Mitte Fünfzig Reizwäsche tragen konnte, ohne darin wie die Karikatur eines jungen, verführerischen Dings auszusehen. Ihre Beine verliefen straff unter den Strümpfen, die oben an dem Spitzenkorsett befestigt waren, das ihre dünne Taille ebenso betonte wie ihre Brüste, die halboffen in den Körbchen ruhten. Zwischen den Strümpfen und dem Korsett trug sie einen halb durchsichtigen Slip, der mehr zeigte, als er verbarg. Passend zu ihrer Kleidung hatte Desiree sich in sanften Rot- und Rosétönen geschminkt. Dazu steckte die Blüte einer roten Rose in ihrem Haar.

Bald würde Alois nach Hause kommen! Wenn er nicht schon bei ihrem Anblick auf die Knie sank, dann würde sie später dafür sorgen, dass er vor ihr zu Boden ging!

Desiree trat an die Fenster und ließ die Jalousien nach unten. Danach entzündete sie die Kerzen auf den Fensterbänken, die einen betörenden Duft erzeugten. Sie lächelte. Alles war bereitet für die große Überraschung. Das hieß: fast alles.

Auf einem Beistelltisch stand ein Champagnerkübel mit einer hervorragenden Flasche darin. Davor standen drei Gläser. Desiree beachtete die Gläser für den Moment nicht weiter, sondern öffnete die oberste Schublade des hinter dem Tisch stehenden Highboards. Ihm entnahm sie einen schmalen Tablettenblister. Mit einem Lächeln legte sie ihn in das mittlere der Gläser.

Draußen, vor dem Haus, hörte sie das Geräusch der Reifen, die durch das Gewicht des SUV tief in den Kies gedrückt wurden. Es verklang, als Alois den Porsche in die Garage setzte. Das neuste Spielzeug auf seiner Jagd nach der eigenen Jugend.

Alles wie immer. Alles normal.

Noch einmal sah Desiree in den Spiegel. Sie warf sich selber eine Kusshand zu. Sie war bereit!

Sie öffnete die Tür des Schlafzimmers und trat in den oberen Flur ihres zweistöckigen Hauses. Soeben wurde unten der Schlüssel ins Schloss gesteckt und gedreht. Alois kam herein, schloss die Tür und blieb dann, wenn sie die Geräusche richtig deutete, einfach stehen.

»Desiree?«, rief er heiser. »Bist du da?«

Nein, wollte sie am liebsten antworten. Einbrecher sind in unser Haus eingedrungen und haben überall auf dem Dielenboden Rosenblüten verstreut!

»Hier oben!«, antwortete sie stattdessen. Sie gab sich ganz besondere Mühe, den richtigen Tonfall zu treffen. »Komm doch einmal zu mir hinauf.«

Alois brummte etwas Unverständliches. Dann sprach er lauter: »Warum kommst du denn nicht her? Das war wieder ein Tag, sage ich dir! Ich brauche jetzt erst einmal einen Drink!«

Er brachte es also wirklich fertig, die Rosen einfach zu ignorieren. Gut, dachte sich Desiree, dann muss ich eben schwerere Geschütze auffahren. »Ich habe hier etwas für dich, dass dich besser entspannen wird, als ein Drink!«

Eine kurze Pause entstand. »Und was soll das sein?«

Desiree stellte sich schmollend. »Ach, Alois, jetzt komm doch schon her! Ich zeig dir auch was Schönes! Und ich mag nicht mehr über zwei Etagen mit dir reden!«

Wieder grummelte er vor sich hin. So ging das nun seit mehreren Jahren, wenn er von der Arbeit kam. Er, der gestresste Herr Manager, an dem das Wohl und Wehe der ganzen Firma hing. Aber jetzt hörte Desiree endlich, wie sich seine schweren Schritte auf der Treppe näherten.

Sie stellte sich in die Pose, die sie vorher vor dem Spiegel geübt hatte. Dabei stemmte sie einen Arm in die Seite, was ihren Oberkörper noch einmal auf besonders reizende Weise betonte.

Alois stapfte um die Biegung des Treppenabsatzes, den Blick auf die Stufen geheftet. Sein Atem ging wie eine alte Dampflokomotive. Im Gegensatz zu ihr kannte er den Fitnesskeller nur von den Rechnungen, die von den ausstattenden Firmen geschickt worden waren. Wie oft hatte sie versucht, ihn zum gemeinsamen Sport zu bewegen – vergeblich.

»Schau doch mal hoch, mein Lieber!«, sagte Desiree. Fast rechnete sich nicht mehr damit, aber dann hob Alois doch den Blick. Er blieb wie angewurzelt auf der Treppenstufe stehen, die er gerade erklommen hatte.

Die Überraschung in seinem Gesicht wurde durch Geilheit und dann wieder Erstaunen abgelöst. Alois trug noch seine Krawatte, hatte sie allerdings ein wenig gelockert. Ansonsten wäre sein Hals, der jetzt wie sein gesamtes Gesicht rot anlief, wahrscheinlich zugeschnürt worden.

»Desiree!«

»Willkommen Zuhause, Alois!«, sagte sie zu ihrem Mann, der schon lange nicht mehr so aussah wie damals, als sie sich kennen gelernt hatten. »Ich dachte schon, du wolltest gar nicht mehr zu mir kommen!«

Ihr Mann keuchte. Er hatte scheinbar große Schwierigkeiten, seine Zunge davon abzuhalten, einfach aus seinem Mund zu fallen. Ebensolche Probleme bereitete es Desiree, sich nicht ansehen zu lassen, wie sehr sie es ablehnte, sich wie ein Stück Fleisch in der Auslage eines Metzgers begaffen zu lassen.

Keiner von ihnen sagte ein Wort. Die Unsicherheit Alois’ war förmlich spürbar. Erst jetzt schien er wirklich die Verbindung zwischen den Rosen, dem Outfit seiner Frau und der Ankündigung, für ihn etwas Besseres als einen Drink zu haben, herzustellen.

»Was habe ich vergessen?«, fragte er. Obwohl Desiree die Frage gut nachvollziehen konnte, denn sie hatte schon seit längerem – aus Gründen – kein sexuelles Interesse mehr an ihm gezeigt, fühlte sie sich doch gekränkt.

»Was meinst du damit?«

»Hochzeitstag, Kennenlerntag, Geburtstag. Irgendwas davon muss ich vergessen haben, ansonsten kann ich mir das nämlich nicht erklären!«

Ja, so war er, ihr Alois. Ein echter Romantiker, mit dem man es sich auf einer Blumenwiese bequem machen konnte, picknickte, die Wolken beobachtete und dann ganz entspannt auf der Picknickdecke einen Nachmittagsfick einlegte.

Desiree schluckte alle diese Gedanken herunter. Sie hielt sich an das Skript, das sie sich in ihrem Kopf zurechtgelegt hatte. Mit einem sanften Lächeln ging sie über die verletzende Bemerkung hinweg.

»Möchtest du nicht zu mir heraufkommen? Um ehrlich zu sein, hier im Flur ist es ein wenig frisch. Aber im Schlafzimmer …«

Sie ließ den Satz bewusst unvollendet. Sie wartete auch nicht weiter ab, ob Alois ihrer Aufforderung nachkam. Aber als sie sich umdrehte und wieder ins Schlafzimmer ging, konnte sie hören, wie er ihr folgte. Wieder lächelte sie, diesmal fühlte sie sich aber auch danach.

Im Schlafzimmer stellte sie sich zwischen den Spiegel und das große Bett, in dem sie in letzter Zeit meistens alleine geschlafen hatte. Dieses Zimmer war mehr und mehr zu ihrem Refugium geworden, während Alois in einem der beiden Gästezimmer im Erdgeschoss schlief. Auf diese Weise bekamen sie beide, das lang verheiratete Ehepaar, so wenig wie möglich voneinander mit. So bekam sie so wenig wie möglich mit!
Entsprechend zögerlich betrat Alois das Zimmer. Er schaute sich im Halbdunkel des Raumes um, als ob er ihn noch nie zuvor gesehen hätte. »Ich möchte wirklich wissen, Desiree, was das zu bedeuten hat.«

Innerlich stöhnte sie auf. Dass er es ihr aber auch noch zusätzlich schwer machen musste!

»Das bedeutet, mein lieber Alois, dass ich beschlossen habe, dir heute einen ganz besonderen Wunsch zu erfüllen! Einen Wunsch, den du schon lange mit dir herumgetragen hast.“

Den er sich wahrscheinlich auf einer seiner ausgedehnten Geschäftsreisen auch schon erfüllt hatte, so wie sie ihn einschätzte. Aber heute würde es noch einmal anders sein. Den Unterschied würde er auf jeden Fall bemerken!

»Von was für einem Wunsch redest du denn da?«

Sie lächelte hintergründig. »Zuerst einmal sollten wir es dir ein wenig bequemer machen, denkst du nicht auch? Mir ist es warm hier, im Schlafzimmer. Ist dir nicht auch warm? Zumindest ein klein wenig?«

Desiree trat an ihn heran, ignorierte den von ihm ausgehenden Schweißgeruch. Sie nestelte an seiner Kleidung. Erst jetzt schien er wirklich zu glauben, was mit ihm passierte, denn als sie ihn an seiner Brust berührte, nachdem sie das Hemd und das Unterhemd aus dem Hosensaum gezogen hatte, sog er die Luft scharf ein.

Gewonnen, dachte sich Desiree.

Alois war nun wahrlich kein Adonis von einem Mann, aber das hatte sie nie gestört. Es war nie um sein Aussehen gegangen. Auch nicht um sein Geld. Geld hatte sie selber. Dass sie ihn geheiratet hatte, war der Tatsache geschuldet, dass sie über ihn in Kreise der Gesellschaft aufstieg, die ihr ansonsten verschlossen geblieben wären. Damals, als Alois sich noch etwas aus gesellschaftlichen Anlässen gemacht hatte. Heute zog er es vor, in seinem Arbeitszimmer vor sich hin zu brüten, einen Drink nach dem anderen zu nehmen und irgendwann laut schnarchend in sein Bett zu fallen. Auf diese Weise steuerte er auf einen ernsten Zusammenbruch hin. Aber auf sie hörte er ja nicht. Das spielte jetzt eigentlich auch schon keine Rolle mehr.

Desiree bugsierte Alois auf das Bett. Danach half sie ihm dabei, sich die Hose, die Schuhe und die Socken auszuziehen. Nun saß er, bis auf seine Feinrippunterhose nackt, am Bettenrand, das volle weiße Brusthaar in alle Himmelsrichtungen abstehend. Er schaute zu ihr hoch, zog ihr die wenigen Kleidungsstücke, die sie trug, mit den Augen aus.

Desiree wandte sich dem Tisch zu. Sie hoffte, dass er das Entgleiten ihrer Gesichtszüge nicht mehr gesehen hatte, bevor sie sich umgedreht hatte.

»Weißt du eigentlich, wie schön du immer noch bist?«, fragte er in ihrem Rücken. Er merkte es gar nicht, wie verletzend diese Phrase, dieses „immer noch“ für sie war. So, wie er fast überhaupt nichts mehr von dem bemerkte, was in ihr vor sich ging. Egal, sie überhörte es, so gut es ging, und nahm die Flasche aus ihrem Behältnis.

»Ich habe etwas ganz Besonderes für dich vorbereitet«, sagte sie. »Darauf sollten wir anstoßen! Machst du bitte den Champagner auf?«

Sie gab die Flasche an ihn weiter. Alois mühte sich mit dem Verschluss ab. Mit einem leichten Ploppen gab der Korken nach. Ihr Mann musste sich beeilen, den herauslaufenden Schaumwein nicht auf das Bett fließen zu lassen. Ein wenig ging auf den teuren Teppich, aber dann stand er auch schon neben ihr bei den Gläsern – und stutzte.

»Drei Gläser?«

»Ich habe dir doch gesagt, dass ich etwas ganz Besonderes für dich vorbereitet habe!«, sagte Desiree und presste sich kurz an ihn. »Sei so gut und schenke uns ein, ja? Oh, da ist ja noch etwas in einem der Gläser, das ich vorher besser herausnehme.«

Alois schaute sich den Blister kurz an, während er mit der Flasche hantierte. »Ist es das, wofür ich es halte?“

Desiree schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. »Wofür hältst du es denn?«

Er sprach den Namen des Medikaments nicht aus. »Du weißt doch, dass ich so etwas nicht brauche. Mein Körper funktioniert auch so noch gut genug für dich!«

Dieses Mal fiel es ihr schon schwerer, gute Miene zum nicht so schönen Spiel zu behalten. Aber sie rettete sich, indem sie das eine der drei Champagnerglaser anhob und ihm damit zuprostete.

»Auf eine Nacht, die du nicht vergessen wirst, Alois! Denn es stimmt, für mich brauchst du kein Hilfsmittel! Aber ich weiß nicht, wie es ist, wenn du die Überraschung siehst, die ich für dich habe!“

Desiree trank einen Schluck, um ihre Aufregung zu bekämpfen. Ihr Mann hielt immer noch die Schampusflasche in der einen Hand, hatte aber zwischenzeitlich die Tablette aus dem dritten Glas entfernt und auch dort eingeschenkt.

»Jetzt spann mich nicht länger auf die Folter!«, sagte er. »Ich dachte, wir wollten ein wenig Spaß haben!«

Oh ja, dachte Desiree, den werden wir haben!

Sie stellte ihr Glas wieder ab, klatschte laut in die Hände und rief: »Malia, du kannst jetzt hereinkommen!«

Alois fuhr ruckartig zusammen, so als ob er einen Stromstoß abbekommen hätte. Beinahe wäre ihm das Glas aus der Hand gefallen, wie Desiree belustigt beobachtete. Er drehte sich zur Tür um, die sich in diesem Augenblick öffnete.

Eine schwarzafrikanische Schönheit betrat den Raum. Großgewachsen, mit stolzem Gang, endlos langen Haaren und funkelnden Augen in einem Gesicht, das aussah, als sei es aus einem Block schwarzen Alabasters geschlagen. Malia trug weiße Reizwäsche, dasselbe Ensemble, wie es auch Desiree trug. Rot wie die Sünde und Weiß wie die Unschuld.

Mit federnden Schritten kam die Frau, die zwanzig Jahre jünger war als Desiree, auf die beiden zu, nahm sich mit größter Selbstverständlichkeit das dritte Glas Champagner und lächelte Alois dann mit weit geöffnetem Mund an.

»Guten Tag, Herr Beyer«, sagte sie mit leichtem Akzent.

Desiree schüttelte den Kopf. »Ich glaube, in Anbetracht der Lage darfst du ruhig Alois zu ihm sagen. Das stimmt doch, Alois, oder?«

Fast konnte er ihr leidtun. Der arme Kerl war mit der Situation absolut überfordert. Sicherlich hatte er mit nichts weniger gerechnet als damit, dass die Haushaltshilfe, die jeden Morgen für einige Stunde bei ihnen arbeitete, ihm jetzt, um diese Uhrzeit und so gut wie nackt, unter die Augen treten würde.

»Äh … ja, ja …«, stammelte er.

Desiree legte Malia einen Arm auf die Schulter. »Malia hat mir erzählt, dass sie glaubt, dass du ihr schon einmal schöne Augen gemacht hast, du Schlawiner, du! Ist das wahr?«

Die Antwort auf diese Frage blieb er, ohne dass es sie überrascht hätte, schuldig.

»Jedenfalls hat sie mir auch erzählt, dass du ihr besonders gefällst. Da haben wir Mädchen uns etwas ausgedacht, das dir sicher gefallen wird! Wir drei, du, ich und Malia, für eine Nacht. Keine Sorge, dir erwachsen daraus keine Verpflichtungen.«

Sie kannte schließlich ihren Mann.

»Malia hat mir bereits eine Erklärung unterschrieben, dass sie ganz freiwillig in diese ménage à trois eingewilligt hat. Ansonsten hätte das einen bitteren Beigeschmack, wenn sie es hinterher so darstellen würde, dass wir sie aufgrund ihres Arbeitsverhältnisses mit uns zu etwas gedrängt haben, denkst du nicht auch?«

»Absolut«, sagte er, war aber ganz offensichtlich nicht bei der Sache. Und auch nicht bei ihr, wie sie mit einem neuen, kurzen Stich feststellte. Alois hatte nur noch Augen für die Afrikanerin, die immer noch unergründlich lächelnd bei ihnen stand.

»Ich hoffe, es ist Ihnen recht, Herr Bey… Alois«, sagte diese.

»Äh … ja«, stammelte er erneut.

Desiree fand, dass es an der Zeit war, seinen Blick wieder auf das Wesentliche zu richten. »Glaubst du nicht auch, dass wir viel mehr – vor allem auch länger –, Spaß miteinander haben können, wenn du die kleine, blaue Pille schluckst? Ich habe die Wirkung ja bis jetzt noch nicht am eigenen Leib gespürt, aber man erzählt sich ja wahre Wunderdinge darüber.«

»Ja?«, fragte Malia und legte nun ihrerseits Desiree einen Arm um die Hüfte.

»Ja!«, bestätigte sie und zog Malia ganz nah an sich heran. »Man sagt, es ist gut für die Ausdauer …«

Sie küsste Malia auf die Wange.

»… für die Durchblutung …«

Der nächste Kuss zielte auf den Halsansatz. Malia stöhnte leise auf und schloss ihre Augen genießerisch.

»… und dafür, ihn richtig schön hart zu machen!«

Desirees Lippen fanden die der Afrikanerin, die sofort bereitwillig den Mund öffnete. Sie begann damit, die Jüngere zärtlich und spielerisch zu küssen, die Zungen umeinander tänzeln zu lassen. Die beiden Frauen drehten sich so zueinander, dass sie sich genau gegenüber standen. Desirees Hände glitten nun über Malias Rücken, hielten kurz am Spitzensaum des Korsetts inne, glitten dann aber weiter hinab bis auf die sanften Rundungen ihres Pos. Gleichzeitig spürte sie, wie Malias Hände an ihrem Rücken empor wanderten. Sie konnte nur mit Mühe ein Erschaudern unterdrücken.

Langsam, ermahnte sie sich. Nichts überstürzen.

Der Kuss endete und sie trennten sich wieder voneinander. Desiree schaute zu Alois, der aussah, als ob er jede Sekunde einen Schlag erleiden würde. Sein Gesicht war hochrot angelaufen, aber er hatte offensichtlich genossen, was er gerade gesehen hatte. Davon kündete die Beule in seiner Unterhose.

»Was hältst du davon, wenn du uns die Freude machst, Alois, und das für uns ermöglichst? Bis die Wirkung des Mittels einsetzt, könnten wir uns ja ein wenig«, sie zwinkerte ihm zu, »um einander kümmern!«

Wenn ihr Mann noch einen Rest von eigenem Willen besessen hatte, dann war der durch die kleine Showeinlage gebrochen worden. Mit zittrigen Fingern hantierte er an dem Blister herum. Desiree sah sich selbst schon auf allen vieren nach der Tablette suchen, als er es doch noch schaffte, sie unfallfrei herauszulösen. Dann spülte er sie mit einem großen Schluck Champagner herunter.

»Brav!«, lobte sie ihn. »Möchtest du dich nicht vielleicht ans Kopfteil des Bettes setzen? Dann haben wir zwei auch mehr Platz bei dir!«

Er rutschte kommentarlos nach oben. Damit gab er genügend Raum für die beiden Frauen frei. Sie setzten sich und schon hatten sie wieder die Hände aufeinander, wobei sie immer wieder begehrliche Blicke zu Alois warfen.

Desiree streichelte über Malias Brüste, genoss es, die warme Haut zu spüren. Das leichte Vibrieren in den Brustwarzen, das durch die Erregung der jungen Frau hervorgerufen wurde, war herrlich. Sie selbst war nicht minder erregt, arbeitete sich Malia mit ihren Händen doch langsam aber bestimmt zu ihrem Höschen vor.

»Oh, Alois, das fühlt sich so gut an!«, stöhne Desiree. »Hol ihn schon einmal heraus, ja? Ich will ihn sehen!«

Immer noch sprachlos fummelte sich Alois die Unterhose vom Körper. Sein Penis kam frei und stand, leicht schräg, bereits sehr stark erigiert, in die Höhe. Erste Lusttropfen hatten sich an der Spitze gebildet.

Desiree lächelte. Im nächsten Moment zuckte sie stöhnend auf, als Malias Hand in ihr Höschen glitt. Sie war überrascht davon, wie sehr sie die ganze Situation erregte. Wie lange hatten sie das hier geplant, wie oft waren sie die Vorbereitungen und die Umstände im Gespräch durchgegangen. Alleine das Auswählen des Dessous hatte schon über zwei Wochen gebraucht. Jetzt war der große Tag endlich da und all diese Erwartungen, die sich aufgebaut hatten, brachen sich nun in ihren körperlichen Reaktionen Bahn.

»Desiree!«, sagte Alois mit brüchiger Stimme. Auch er musste an der Grenze seiner Erregung stehen. Zwei schöne Frauen, die nur darauf warteten, ihn in ihr Spiel mit einzubeziehen. Ein Spiel, das ganz alleine auf ihn zugeschnitten war!

»Ja, mein Lieber!«

»Komm her!«

Er streckte die Arme nach ihr aus. Desiree wusste, dass sie ihm den Wunsch nicht abschlagen durfte. Sie wollte es auch gar nicht. Was sie wollte war, ihren Mann in die körperliche Ekstase zu treiben. Ihn an einen Punkt zu bringen, von dem aus es keinen Weg zurück mehr gab.

Desiree stand auf, nur um sich dann auf das Bett und zwischen die nun leicht geöffneten Beine ihres Mannes zu knien. Dort robbte sie so weit nach oben, dass sie mit ihrem Kopf über dem Penis zum Halten kam. Sie überstreckte ihren Nacken, um Alois in die Augen sehen zu können. Diese glänzten vor Erwartung.

Mit einer fließenden Bewegung senkte sie ihren Kopf wieder, öffnete den Mund und nahm die Spitze seines Glieds damit auf. Er begann fast augenblicklich damit, ihr mit seinen Hüften entgegen zu stoßen, so als ob er ihren Mund vögeln wollte. Dabei gab er Geräusche von sich, die von höchster Erregung zeugten. Ein Schnaufen, ein Stöhnen, ein Brummen. Zur Erregung kam auch ein großes Maß an körperlicher Anstrengung dazu. Das war gut so. Dann kam der Kreislauf richtig in Schwung. Die Wirkung der Tablette setzte schneller ein.

Genau richtig!

Genau richtig war auch das, was Desiree jetzt zwischen ihren Beinen spürte. Zwei Finger schoben den Stoff des Höschens zur Seite. Im nächsten Moment begann Malia, die sich unter sie geschoben hatte, mit ihrer Zunge ihre Scham zu umtänzeln, um dann so schnell wie zielstrebig die Klitoris anzusteuern.

Beinahe hätte sie vor Lust in den Penisschaft ihres Mannes gebissen. Aber sie wollte um jeden Preis verhindern, seltsame Spuren zu hinterlassen. Dafür achtete sie darauf, dass der Abrieb ihres feuerroten Lippenstifts auf dem gesamten Glied zurückblieb.

Alois begann, heftig zu keuchen. Gerade, als Desiree sich fragte, ob er etwa schon kurz vor seinem Orgasmus war, drückte er mit einer Hand gegen ihren Kopf und sie damit von sich fort. Bereitwillig erhob sie sich halb, während Malia gar nicht daran dachte, von ihr abzulassen.

»Was ist?«, fragte sie atemlos, während sie nun, in ihrer neuen Position, mit einer Hand nach hinten griff, um mit der linken Brustwarze der dunkelhäutigen Frau zu spielen. »Was hast du?«

»Ich glaube, die Pille wirkt noch nicht«, keuchte Alois. »Ich hatte das Gefühl, dass ich …«
»Keine Eile, mein Schatz! Wir haben alle Zeit der Welt!«

Desiree spürte, wie sich ein erster, lautstarker Orgasmus in ihr aufbaute. Malia leckte und knabberte an genau der richtigen Stelle in genau der richtigen Intensität. Ihre Brustwarze war steil und dick aufgerichtet. Anhand der Bewegungen unter sich glaubte Desiree erkennen zu können, dass sich Malia mit der Hand, die sie nicht für das Höschen brauchte, zwischen den eigenen Beinen streichelte.

Der Gedanke daran, wie die Afrikanerin ihnen beiden gleichzeitig Lust bescherte, katapultierte Desiree über den Gipfel ihres Höhepunkts hinweg. Mit einem kurzen, schrillen Aufschrei zog sich ihr Unterkörper zusammen, stimulierte ihre empfindlichsten Stellen und sorgte dafür, dass sie für einen Moment die Kontrolle über sich verlor. Sie sackt nach vorne, legte sich auf eines von Alois’ Beinen und hechelte in ihren Orgasmus hinein. Malia ließ nicht von ihr ab, sondern bearbeitete nun konsequent die Klitoris weiter mit ihrer Zunge, während sie zwei Finger ihrer Hand in Desirees klatschnasse Vagina eindringen ließ. Der zweite Höhepunkt kam schneller und war auch schneller vorbei – nahm an Intensität aber noch einmal zu. Diesmal schrie sie ihre Lust lang und seufzend heraus.

Einen Moment war ihr schwummrig, dann gewann sie jedoch die Kontrolle über ihren Körper zurück. Malia hatte sich für den Moment zurückgezogen. Sie war, den Geräuschen nach, aufgestanden. Zu gerne hätte Desiree sich nach ihr umgesehen, sie in den Arm genommen, wieder geküsst, aber sie musste sich nun auf Alois konzentrieren.

»Das war … hat es dir gefallen, Liebling?«

»Es war geil!«, sagte Alois und grinste schief. »Aber irgendwie …«

»Willst du nicht zu mir kommen?«, fragte Desiree. »Malia hat gute Vorarbeit geleistet. Du könntest mich von hinten nehmen, was meinst du? Ich bin scharf auf dich!«

»Desiree, ich glaube …«

»Ich könnte mich auch auf dein Gesicht setzen, Alois«, sagte Malia. »Du bleibst einfach entspannt liegen. Desiree und ich setzen uns oben und unten auf dich drauf. So könntest du uns beide gleichzeitig haben!«

»Ich weiß nicht«, sagte Alois. Er verzog sein Gesicht. »Ich fühle mich so seltsam.«

Desiree lächelte. »Das kommt bestimmt von der Tablette! Aber keine Sorge, das hört gleich auf.«

»Mir wird schlecht«, keuchte Alois. Sein Penis war dabei, rapide an Größe wie Form zu verlieren. »Ich glaube, ich vertrage die Tablette nicht!«

Desiree stand auf und stellte sich neben Malia. Die beiden Frauen schauten nun auf Alois herab, der schwitzend und mit sehr deutlichem Unwohlsein auf dem Bett lag. »Du siehst wirklich nicht gut aus«, stellte Desiree fest. »Vielleicht hast du dir mit dem Mittel auch zu viel zugemutet.«

»Aber du hast doch …«

Desiree schüttelte belustigt den Kopf. »Ich habe überhaupt nichts, mein Lieber. Du hast dir ein Potenzmittel besorgen wollen. Leider hast du dafür nicht den sicheren Weg über deinen Urologen genommen, sondern dir irgendwas im Internet bestellt.«

Alois’ Augen begannen, aus seinem Gesicht hervorzutreten. Sein Atem wurde unregelmäßig. »Ich glaube, mein Herz …«

»Das Medikament wurde mit deiner Kreditkarte von deinem Computer aus bestellt und auch bezahlt. Auf deinen Namen geliefert. Ich habe dir immer gesagt, du solltest den Rechner mit einem Passwort sichern.«

Jetzt erst schien Alois zu verstehen. Er versuchte, sich weiter im Bett aufzurichten, aber es konnte sich kaum bewegen. Sein linker Arm ruckte in die Region seines Herzens. »Du hast …«

»Ich sagte dir doch schon, dass ich es nicht bestellt habe. Das war Malia! Die liebe Malia, der du andauernd hinterhergegafft hast, bis sie eines Tages zu mir kam und mich unter Tränen bat, ihr zu helfen, eine neue Stellung zu finden, weil sie deinen Nachstellungen entfliehen wollte!«

»Wieso …«

»Und ich? Ich habe schon lange einen Weg gesucht, wie ich dich loswerden kann! Geekelt habe ich mich vor dir! Geekelt, hörst du?“

Desiree legte Malia einen Arm auf den Po. »Nachdem ich Malia das gestanden hatte, hat sich zwischen uns eine … besondere Beziehung entwickelt. Langsam reifte ein Plan in uns.«

»…Luft…«

»Wusstest du, Alois«, sagte Malia, »dass ich in Kenia als Apothekerin gearbeitet habe? Man erkennt mein Studium hier nicht an, also gehe ich putzen. Aber ich habe noch meine alten Verbindungen!«

Alois’ Gesicht lief rot, seine Lippen blau an. Sein Atem ging rasselnd und pfeifend. Er musste große Schmerzen haben. Das war der Moment, vor dem Desiree sich am meisten gefürchtet hatte: Der Moment, in dem sie ihrem sterbenden Mann in die Augen sah. Es machte ihr nicht das Geringste aus!

»Es war für Malia kein Problem, ein Mittel zu besorgen, das aussieht wie Viagra und auch wirkt, wie Viagra. Aber für einen Mann deiner Gesundheit und deines Lebenswandels ist es dann doch ein wenig zu hoch dosiert … als ich dir dann einen geblasen habe, was man an dem vielen Lippenstift sieht … da hat dein Herz einfach nicht mehr mitgemacht!«

Desiree war sich nicht einmal mehr sicher, ob Alois noch zuhörte. Er atmete, noch. Aber das auch nur noch stoßweise. Mit langen Pausen dazwischen. Ihr war es wichtig, zu sagen, was sie zu sagen hatte.

»Ich habe die Lieblosigkeit nicht mehr ausgehalten, Alois! Ich wollte wieder begehrt werden, geliebt! Malia hat mir gezeigt, dass ich noch in der Lage bin, zu lieben, Leidenschaft zu empfinden! Ja, die Menschen werden sich das Maul zerreißen, wenn sie mitbekommen, dass ich kurz nach dem tragischen Tod meines Mannes mit einer Frau anbandle. Mit einer Schwarzen, noch dazu! Aber, na und?“

Desiree grinste und fühlte sich ein klein wenig diabolisch dabei. „Immerhin habe ich es von Malia schriftlich, dass sie freiwillig mit uns unsere Sexspiele gespielt hat! Da ist es doch nur normal, dass wir einander trösten, findest du nicht? Es war ja alles ganz einvernehmlich!“

Alois lag auf dem Bett und bewegte sich nicht mehr. Man hörte auch keine Geräusche mehr von ihm. Desiree schaute in seine leblosen, halb geöffneten Augen und wartete darauf, dass das schlechte Gewissen kam. Vergeblich.

Sie schaute Malia an, die ihr zunickte. Sie drückte ihr einen kurzen, beinahe keuschen Kuss auf den Mund. Dann ging Desiree zum Highboard, nahm das dort bereitliegende Handy in die Hand, wählte drei Ziffern.

Als abgehoben wurde, holte sie tief Luft. Dann kreischte sie hysterisch: »Hilfe! Wir brauchen sofort einen Arzt! Ich glaube, mein Mann stirbt!«

Die Gottesdienst-Dramaturgie und was man als Autor daraus lernen kann

Ich bin kein wirklich religiöser Mensch. Wenn man mich fragt, ob ich an Gott glaube, dann würde ich antworten, dass es kompliziert ist. Ich sehe mich als zu sehr in der Realität verhaftet an, als wirklich daran glauben zu können, dass es ein einziges übermächtiges Wesen gibt, das, wenn es denn wollte, die Geschicke der gesamten Welt lenken könnte. Überhaupt geht es da ja schon los! Was ist denn „die gesamte Welt“? Sind das nur wir Menschen auf unserer, kosmisch völlig unbedeutenden, Erde? Wenn wir die „Krone der Schöpfung“ sind, was ist dann mit den Unmengen von anderen Planeten, Sonnensystemen, Galaxien?

Es ist in meinen Augen keine Science-Fiction, dass wir nicht alleine sind – im Universum!

Aber ich gehöre auch nicht zu denen, die von sich behaupten würden, dass sie gar nicht glauben. Ich denke, an irgendwas glaubt jeder Mensch. Und wenn es für den einen oder die andere Gott ist, oder Allah, Buddha, oder andere Inkarnationen des gleichen Geistes, dann gönne ich ihnen das vollkommen wertfrei und freue mich mit ihnen über ihren Glauben. Die religiösen Fanatiker nehme ich mal aus, aber ich denke nicht, dass ich das gesondert ausführen muss.

Eine ganz andere Sache ist die Kirche! Mit der Kirche als Institution habe ich einige geregelte Probleme. Das hat etwas damit zu tun, dass ich sie in der Hauptsache als Verwaltungsstelle sehe, die einige fragwürdige Entscheidungen in ihrer Geschichte getroffen hat und immer noch dabei ist, sie zu treffen. Ich habe hier durch langjährige Gemeindearbeit meiner Eltern einige Einblicke bekommen, die mich ernüchtert haben.

Dennoch zahle ich Kirchensteuer und ich zahle sie gerne! Denn ich weiß auch, wie viel Gutes die Institution Kirche mit diesem Geld bewirkt. Denkt an Kindergärten, denkt an Jugendgruppen, denkt an Altenhilfen!

Und deswegen habe ich auch, um langsam mal zum Thema zu kommen, über das ich eigentlich schreiben wollte, überhaupt keine Skrupel, meine Kinder zur Konfirmation zu schicken, alle Jubeljahre mal den Gottesdienst zu besuchen und – natürlich – an Heiligabend in die Kirche zu gehen.

Das gehört für mich einfach dazu und seit ich Kinder habe, ist es noch einmal wichtiger geworden. Der Gottesdienst an Heiligabend ist der Beginn der Weihnacht für mich. Ganz einfach, weil es irgendwann einen Moment geben muss, ab dem man umschaltet und aus der Hektik Besinnlichkeit wird. Ja, da ist auch einiges an Augen verschließen dabei, aber diesem Vorwurf setze ich mich zu Weihnachten gerne aus.

Und so kam es, dass ich mich gestern um fünfzehn Uhr (was für eine, im wahrsten Sinne, unchristliche Zeit für einen Familiengottesdienst!) in der Kirche unserer Gemeinde wiederfand und Zeuge des gut eine Viertelstunde dauernden Gottesdienstes wurde, der in Sachen Dramaturgie zu einer Blaupause gereichte, die man auch über viele Geschichten und Romane legen könnte.

Der Saal war brechend voll, als unser Pfarrer vor dem Altar erschien und dann erst einmal suchend die Reihen abschritt. In der Hand hielt er ein Bild auf einem Rahmen. Offenbar suchte er einen Ort, wo er diesen verstecken konnte.

Man sieht also, schon der Einstieg in den Gottesdienst war besonders. Zwar lief ein Orgelspiel, aber der oft gesehene Ernst, den der Geistliche vorne an den Tag legt, der fehlte – und wurde auch von niemandem vermisst. Im Gegenteil, der gute Mann hatte sofort die Aufmerksamkeit bei sich und uns alle in die „Geschichte“ des Gottesdienstes hereingezogen.

Was folgte, war eine Mischung aus bekannten Elementen und überraschenden Einfällen. Seit einigen Jahren ist es so, dass der Familiengottesdienst in unserer Gemeinde von einer Handpuppe, einem schwarzen Raben, begleitet wird. Und diesem Raben ging es dieses Jahr um Geschenke. Er verteilte Geschenke an Gemeindemitarbeiter (die davon offenbar nichts wussten) und wollte auch selbst ein Geschenk, eben das zuvor versteckte Bild, so dass sich das dann auch aufklärte. Das war hochgradig amüsant und teils sogar ironisch. Es brach wiederum mit meinen Erwartungen an einen Gottesdienst und hielt mich bei der Stange.

Aber auch die ruhigen Momente kamen nicht zu kurz. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark ich auf manche Lieder anspreche, die zu singen eben auch dazu gehört. Dann schlägt die feierliche Stimmung durch und, ich schäme mich nicht, es zu sagen, ich könnte auch einfach losheulen.

Nur, um im nächsten Moment wieder einen Gegenpunkt zu setzen und eine neue spannende Idee zu verwirklichen.

Ich weiß, dass es viele dröge und langweilige Gottesdienste gibt und dass diese auch immer vom Geschick oder Ungeschick des jeweiligen Pfarrers oder Pastors abhängen. Wir haben in dieser Beziehung auch wirklich großes Glück gehabt.

Aber betrachten wir es noch einmal von der dramaturgischen Seite aus. Ein Weihnachtsgottesdienst besteht, grob gesagt, aus folgenden Elementen: Begrüßung, Lied, Predigt, Lied, Krippenspiel oder Weihnachtsgeschichte, Lied, Fürbitten, Vater unser, Segen, Lied, Nachspiel.

Aber was anderes ist denn mit vielen Genres der Unterhaltungsliteratur? Besteht nicht ein Liebesroman auch ganz oft aus den Elementen: unglückliche junge Frau, Trennung von ihrer momentanen Beziehung, tiefes Tal, neuer Schwarm, Anbahnungsphase, Erfüllung, Beziehungsknick wegen eines Missverständnisses, neues tiefes Tal, Klärung, Happy End? Mindestens die Hälfte aller Hollywood-Schnulzen funktioniert so.

Was kann man also aus einem Gottesdienst wie dem gestern lernen? Es braucht nicht die radikalen Veränderungen. Es muss nicht auf das Vater unser verzichtet oder „O du föhliche“ in einer Rapversion dargeboten werden. Es reicht schon, wenn die bekannten Elemente ein wenig individualisiert und aufgepeppt werden. Spiele mit den Erwartungen des Publikums, erfülle sie insofern, wie es sein muss, um sie nicht nachhaltig zu verstören – und gebe ihnen etwas, das sie mit nach Hause nehmen, um darüber nachzudenken, sich weiterhin daran zu erinnern.

Schaffe einen Anreiz für sie, auch im nächsten Jahr wieder zum Familiengottesdienst zu erscheinen (oder optimaler Weise auch noch öfter).

Bist du Autor, dann tue das Gleiche! Spiele mit deinem Genre, biete Variationen, setze Anreize. Dann kommen deine Leser auch gerne wieder zurück zu dir!

Ich wünsche euch allen einen schönen ersten Weihnachtsfeiertag!