„Lassie Come Home“

Wie ihr wisst, sind bei mir schon einige Geschichten auf der Grundlage von Musik entstanden. Musik ist etwas, das meine kreative Saite definitiv zum Klingen bringt.

Vorhin habe ich, nach längerer Zeit, im Autoradio das Lied „Lassie Come Home“ der Band Alphaville gehört. Ihr wisst schon, die mit „Big In Japan“ und „Forever Young“ (und über hundert weiteren Klasse-Songs, die leider kaum einer kennt).

Dieses Sieben-Minuten-Stück ist für mich pure Magie und pures Storytelling. Ich weiß nicht, worum es geht, was eigentlich passiert, aber es sind so viele Bilder in dem Song, dass ich mir immer schon gewünscht habe, hierzu eines Tages einen Text zu schreiben. Aber ich weiß, dass ich den Bildern nie gerecht werden könnte, die durch die Wörter gemalt werden. Und streng genommen ist das ganze Album „Afternoons in Utopia“, aus dem das Lied stammt, ein in sich geschlossener Science-Fiction-Roman.

Es gibt eine Stelle, die mich immer besonders anrührt

Lonely girl dancing in the music hall
Lightning struck her silver starship
and turned it into stone

Ich kann mir nicht helfen, aber das „silver starship“ und das „lonely girl“ erinnern mich immer an meine „Silverstar“-Romane und deren Protagonistin, die ich auch irgendwann, irgendwie allein gelassen habe … hach ja, manchmal ist Melancholie auch etwas Schönes!

PS: Keine Ahnung, wieso das bei diesem Video nicht mit dem Einbetten klappt …

Gute Ideen – auf ewig verloren?

Hallo zusammen!

Ich wünsche euch, weil man das eben so tut am 06. Dezember, einen schönen Nikolaustag, der gleichzeitig ja auch noch der 2. Advent ist. Langsam wird die Nummer ernst mit Weihnachten. Habt ihr alle schon die Weihnachtsgeschenke beisammen und den Tannenbaum klar gemacht? Ich auch nicht. Aber eine gute Idee wäre es gewesen!

Und das bringt mich gleich zum Thema. Gute Ideen. Als Schriftsteller lebt man davon, dass man eigentlich immer eine gute Idee bei der Hand hat. Hat man natürlich nicht in Wirklichkeit, aber doch, es kommt schon ziemlich häufig vor. Und was macht man mit guten Ideen? Man schreibt sie auf, notiert sie sich, entweder handschriftlich, oder heutzutage vielleicht im Smartphone oder dem mitgeführten Tablet-PC.

Das Problem ist, wenn ich „man“ schreibe, dann meine ich in den seltensten Fällen wirklich auch mich. Damit bin ich nicht anders als ein signifikant hoher Anteil meiner Bekannten, bei denen „man“ auch bedeutet, dass irgendjemand es tun sollte. Aber in den seltensten Fällen tut jemand es dann auch.

Was beim Tannenbaum vielleicht noch funktioniert, weil die Ehefrau einen irgendwann an den Hammelbeinen packt und zum nächsten Verkaufsstand zerrt, wo man dann, wie jedes Jahr, die viel zu hohe und viel zu buschige Nordmanntanne für viel zu viel Geld ins Auto packt, ist beim einsamen Geschäft des Schriftstellers ein echtes Problem.

Der innere Schweinehund ist es, der einen immer wieder überlistet. Ach ja, wenn ich von „einen“ oder „einem“ spreche, dann meine ich in diesem Fall übrigens mich selbst. Ich weiß, es ist kompliziert.

Der innere Schweinehund ist nämlich der Ansicht, dass man sich das, was einem gerade durch den Kopf gegangen ist, eigentlich gar nicht so genau merken muss. Denn das ist so bombastisch, die Idee des Jahrhunderts, dass die einem nie, niemals nicht aus dem Kopf rutschen kann. Im Gegenteil – diese Idee ist so toll, dass sie einen garantiert am Einschlafen hindern wird, weil sie einen nicht mehr los lässt!

Tja, am Einschlafen hindert sie einen dann auch, weil man nämlich wach im Bett liegt und sich fragt, was das noch für eine tolle Idee gewesen ist, die man da gegen Nachmittag, womöglich am Tannenbaumverkaufsstand, gehabt hat und die sich so supergut in das aktuelle Projekt einfügen würde.

Also, ich kann von mir nur sagen, dass ich auf diese Weise schon stundenlang wach gelegen und mich geärgert habe. Und was macht man dann? Man gelobt Besserung! Man schwört zu allem, was einem heilig ist, dass einem das nie wieder passieren wird! Und dann schläft man ein – und macht am nächsten Morgen weiter, als ob nichts gewesen wäre. Das perfide ist, dass man sich nicht mal mehr daran erinnert, was für eine tolle Idee man da gehabt hat!

Da bin ich ein wenig anders gestrickt. Leider! Denn ich kann mich meistens sehr lange und sehr gut daran erinnern, eine tolle Idee gehabt zu haben! Also: nur an die Tatsache als Solche. Nicht an die Idee. Ist ja klar, oder? Würde sonst ja auch nur halb so viel Spaß machen!

Auf diese Weise ist mir schon mindestens ein Roman flöten gegangen, nämlich die mögliche Fortsetzung zu „Darkride“, wo ich schon einen neuen Fall für Jack Dillken konzipiert hatte, der es sogar ermöglicht hätte, den alten Schauplatz des Vergnügungsparks wieder mit einzubeziehen. Tja, Mic, hättest du dir das mal aufgeschrieben! Da sind sich Engelchen und Teufelchen einig, dass ich da sehr fahrlässig (der Teufel sagt gerade: strunzdoof) mit umgegangen bin.

Aber ich gelobe Besserung! Und zwar dahingehend, dass ich mir solche Dinge jetzt wirklich aufschreiben werde! Alle Ideen, die ich zu dem Thriller, den ich beinahe anstelle von „Der Beobachter und der Turm“ geschrieben hätte, gehabt habe, habe ich mir in Form von E-Mails an mich selber geschickt. Denn wenn etwas bei mir nicht verloren geht, dann sind das E-Mails. Die werden feinsäuberlich aufbewahrt.

Und dann gibt es ja auch hier in WordPress die wunderbare Funktion, Artikelideen direkt im Dashboard aufzuschreiben, damit sie einem nicht verloren gehen. Das macht sich gerade in diesem Moment bewährt, auch wenn ihr es vielleicht nicht merkt!

Denn eigentlich hatte ich einen ganz anderen Artikel schreiben wollen als den, der jetzt daraus geworden ist. Zu einem ähnlichen Thema zwar, aber mit einem ganz anderen Hintergrund. Aber Dank der erwähnten Notizfunktion kommt der dann eben erst morgen. Oder wann ich die Zeit dazu finde.

Und die Moral von der Geschichte? Man sollte damit anfangen, sich selber ein wenig besser zu kontrollieren, damit es einem nicht immer passiert, dass gute Ideen einfach so im Orkus landen.

Damit wäre einem gut geholfen und man könnte auch wieder besser schlafen!

Nachdem das geklärt wäre, bleibt eigentlich nur noch die Frage offen, wo ich jetzt spontan einen Tannenbaum herbekomme. Aber ich glaube, da kann ich auch weiterhin auf meine Frau als das personifizierte Schmückgeschwader dieses Hauses vertrauen.

Euch allen noch einen besinnlichen Adventssonntag und, im Zweifel, gute Ideen!

Euer Michael