“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 4. Woche

Und wieder ist eine Woche herum, in der ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, ziemlich wenig an „Die Welt der stillen Schiffe“ geschrieben habe. Gleich drei Tage blieben ohne jedes einzige Wort. Einmal war ich mit den Arbeitskollegen zum Weihnachtsessen und am Wochenende passte es irgendwie überhaupt nicht.

Ich habe darüber nachgedacht, ob es so eine Art Post-NaNo-Depression ist, die sich jetzt erst, nach fast zwei Wochen, manifestiert. Dazu würden ja auch meine Stimmungsschwankungen der letzten Woche passen. Zu einem Ergebnis bin ich hier allerdings noch nicht gekommen.

Dabei bietet die Handlung, beziehungsweise der Punkt der Handlung, den ich jetzt erreicht habe, durchaus den passenden Stoff für rasante Erzählstränge. Mein Ich-Erzähler hat zusammen mit dem Flieger-Hauptmann und seiner Tochter ein französisches Passagierschiff geentert, das nicht so leer ist, wie es zunächst zu sein scheint …

Der Roman umfasst jetzt 42.486 Wörter auf 176 Seiten und damit kann sich jeder von euch ausrechnen, wie wenig ich in der letzten Woche wirklich geschrieben habe …

Mal sehen, wie sich die kommende Woche so entwickeln wird! 🙂

Eine kleine Bemerkung noch am Rande: Dies ist, wenn WordPress richtig gezählt hat, der 200. Beitrag, den ich in diesem Blog veröffentliche. Anlässlich dieser Marke bedanke ich mich bei allen, die hier lesen, liken und kommentieren, weil sie für mich stete Motivation sind, meine Ansichten und Anekdoten in Worte zu fassen. Danke euch!

Meldung und Meinung: BILD und Amazon verbünden sich

Gerade lese ich im Börsenblatt, dass sich die BILD-Zeitung und der Onlineriese Amazon zusammengetan haben, um einmal in der Woche eine Übersicht über die, Zitat, „wahre Bestseller-Liste“ zu berichten.

Die Grundlage sind die im Laufe einer Woche über Amazon verkauften Titel aus dem Bereich der Belletristik und des Sachbuchs, wobei keine Unterscheidung zwischen dem zugrundeliegenden Format gemacht wird, die Käufe von gedruckten Exemplaren und eBooks also zusammengefasst dargestellt sind.

Besonders im Belletristik-Ranking spiegelt sich das darin wieder, dass Self-Publishing-Titel eingerahmt zwischen Verlagsbüchern aufgeführt werden, schön groß und bunt auf der Webseite der BILD.

Der erste Gedanke, der mir gekommen ist, war der, dass dies eine große Chance für Veröffentlichungen im Eigenverlag sein könnte. Machen wir uns nichts vor: auch wenn der Kommentar im Börsenblatt naturgemäß etwas anderes aussagt (und hierbei auch nicht vor einer gewissen Polemisierung zurückschreckt), hat Amazon eine durchaus marktbestimmende Stellung eingenommen. Es gibt sie, zum Glück, die unabhängigen Buchhändler, aber bei den Buchhandelsketten, die vorher gerne als das Böse gegen den Einzelhandel angesehen wurden, sieht es meines Erachtens nicht so rosig aus. Thalia verkleinert an mehreren Standorten seine Ladengeschäfte, Weltbild steckt mitten in der Konsolidierung. Da bleibt Amazon als Big Player übrig.

Dazu kommt noch, dass Amazon auf dem Weg zum „alles aus einer Hand“-Anbieter ist. Bei Verlagsbüchern gibt es Buch und eBook selbstverständlich zu kaufen. Manchmal kann man sie auch ausleihen im Rahmen von KindleUnlimited. Das passende Hörbuch gibt es bei Audible. Wenn es eine Verfilmung gibt, landet die auch noch im digitalen Einkaufskorb.

Bei den Self-Publishern ist es ja auch so: Das eBook gibt es zu kaufen und auszuleihen, manchmal sogar im Rahmen kurzzeitiger Aktionen geschenkt. Mit dem KDP-Programm erstellt man sich sein gedrucktes Buch. Alles aus einer Hand und auf einer Plattform, die mit eigener Soft- und Hardware perfekt darauf abgestimmt ist, die Daten zu verarbeiten.

Wir sind daran gewöhnt, per Amazon Prime alles am nächsten Werktag geliefert zu bekommen. An immer mehr Standorten sogar am selben Tag!

Und von der BILD-Zeitung kann man halten, was man möchte. Tatsache bleibt aber, dass sie Auflagen erreicht, von denen nach wie vor jede andere deutsche Tageszeitung nur träumen kann.

Ich bin niemand, der alles schön redet, was Amazon macht und ein Leser der BILD bin ich erst recht nicht. Aber ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, wenn man von vornherein auf diese Kollaboration hinabblickt und denkt, dass das schon keine nennenswerten Auswirkungen haben wird.

Ich hoffe auf möglichst positive Auswirkungen für das Self-Publishing und würde mir wünschen, wenn ein wenig differenzierter auf das Thema eingegangen würde, als es bislang seitens der mir zitierten Quelle getan wird.

Ist diese Liste die „wahre“ Bestseller-Liste? Nein, sicherlich nicht. Aber ich behaupte, sie ist auch nicht weniger aussagekräftig als die Listen vieler anderer Verlage und fusst auf einer enormen Datenbasis. Das kann man gut finden, das kann man schlecht finden, das kann man aber nicht einfach wegschieben.

Was meint ihr – birgt diese neue Liste Chancen? Birgt sie Gefahren? Oder ist sie einfach irrelevant?