Ohne viele Worte: Buchhaus Stern-Verlag schließt in Düsseldorf

Ich muss gestehen, dass Düsseldorf nie mein Einkaufskiez gewesen ist, auch wenn ich relativ dicht dran wohne. Aber an meine wenigen Besuche im Buchhaus Stern-Verlag, mit über 5.000 Quadratmetern eine der größten Buchhandlungen Deutschlands, erinnere ich mich sehr gerne.

Jetzt muss ich lesen, dass das Traditionshaus nach 116 Jahren seine Tore für immer schließen wird (siehe Bericht im Börsenblatt).

Ich bin ein internet- und technikaffiner Mensch. Mir liegt in vielen Fällen das eBook näher als das Buch und der Onlineshop näher als der örtliche Einzelhandel.

Aber es sind solche Meldungen, die mich daran zweifeln lassen, ob ich als Mensch und wir als Gesellschaft wirklich auf dem richtigen Weg sind …

10 Gedanken zu “Ohne viele Worte: Buchhaus Stern-Verlag schließt in Düsseldorf

  1. Für E-Books müssen wir keine Bäume opfern. Und wenn du auf dein Aussenthermometer schaust, könnte das vielleicht auch ein Hinweis sein, ob wir „in die richtige Richtung“ gehen. Aber wer weiss schon genau, was richtig ist?

    Ich liebe Buchhandlungen und es tut mir weh, ihnen beim Kämpfen – und Sterben – zusehen zu müssen. Doch es hilft nichts: Will der Buchhandel überleben, muss er sich neu erfinden.

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    • Mic schreibt:

      Ich gebe zu, ich habe an der Stelle weniger die okölogische, denn die kulturelle Seite betrachtet. Und da frage ich mich schon, ob die Kinder meiner Kinder überhaupt noch wissen werden, dass es auch mal Buchhandlungen mit einem Präsenzbestand jenseits der Bestsellerlisten und Hypes gegeben hat.

      Die Frage ist, wie es den Kleinen gelingen soll, sich neu zu erfinden, wenn schon den Großen jetzt mehr und mehr die Luft ausgeht. Ich hab ehrlich keine Ahnung.

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      • Sie werden nicht untergehen. Aber einen Wandel durchmachen. Der Präsenzbestand ist durch Bibliotheken gesichert. Die schriftliche Niederlegung von Informationen ist schon seit Hunderten von Jahren dem Untergang geweiht, heisst es. Tot gesagte…

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      • Mic schreibt:

        Ich weiß nicht, wie es bei dir in der Ecke aussieht, aber ich kann, aus erster Hand sozusagen, berichten, dass die Bibliotheken hier auch immer größere Probleme mit ihren Beständen bekommen. Den Kommunen fehlt es schlicht an Geld, so viel zu erwerben, wie man es müsste, um allen kulturellen Strömungen gerecht zu werden.

        Ich glaube jetzt auch nicht, dass sich wegen solcher Meldungen bei mir oder irgendwem sonst ein „Wandel“ oder so bemerkbar machen wird. Heute ist es traurig, morgen gewöhnt man sich dran und übermorgen ist es vergessen …

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  2. … bin ich ein Dinosaurier aus prähistorischer Zeit? Ich kaufe Bücher, richtige Bücher in richtigen Buchhandlungen und das richtig gerne. Ich finde es schade, dass Buchhandlungen aussterben – ich finde schade, dass der Einzelhandel überhaupt ausstirbt. Wie viel Herzblut geht da verloren? Wie viele tolle Leseempfehlungen hätte ich nicht bekommen? Wie wenig wäre mein Horizont erweitert gewesen?

    Ach Leute, unseren Kindern und Enkelkindern geht ein Stück Kultur flöten, Habt ihr nie als Kind in ein neues Buch geschnuppert?

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    • Mic schreibt:

      Was soll ich darauf antworten … nein, ich denke nicht, dass du ein Dinosaurier bist. Aber vielleicht ist es so, wie die Romantikerin es sagt (oder ich es verstehe) und die Buchhändler sind zu Dinosauriern geworden. Schwerfällige Monstren, die sich kaum noch manövrieren lassen.

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