Vom sorgfältigen Schreiben

Wie ihr alle wisst, habe ich eine besondere Verbindung zum Wort an sich. Wörter, das ist Sprache, das ist Leben, das ist Erzählung, das ist Kultur, das ist alles und nichts … und deswegen sollte man sich angewöhnen, sorgfältig mit ihnen umzugehen. Sie nicht nur als etwas zu betrachten, das gerade da ist und auf eine zufällige Art schnöde aneinander gereiht wird. Zumindest als Autor sollte man versuchen, jedem Wort die Sorgfalt angedeihen zu lassen, die ihm als Träger all dieser wundervollen Eigenschaften zukommt.

Man kann es aber auch übertreiben, einen Schrein um etwas bauen, das in der freien Wildbahn viel besser aufgehoben ist, weil es nur dadurch seine Lebendigkeit erhält, dass es eben nicht immer perfekt ist, dass es auch mal Slang sein darf, Umgangssprache, abgehackt oder unausgegoren.

Irgendwo zwischen diesen beiden Polen bewege ich mich gerade.

In diesem Blog schreibe ich meistens so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich setze mich eher selten hin und zensiere mich vorher oder hinterher thematisch oder im Ausdruck. Was ich auch nicht tue ist, die Artikel lange reifen zu lassen, oder sie noch dreimal zu korrigieren oder etwas in der Art. Ich sehe diese Artikel als einen Blick auf meine Identität – auch als Autor, ja, aber zuallererst auf meine Identität als Mensch.

Und doch denke ich seit geraumer Zeit darüber nach, ob das alles so gut ist, wie ich es angehe. Es hat wieder einmal etwas mit dem Gedanken an den „professionellen“ Autor zu tun, der uns ja schon in einigen Artikeln hier begegnet ist.

Der professionelle Autor, so wie ich ihn mir vorstelle, würde jeden seiner Texte, die er veröffentlicht, erst einmal abwägen und sich genaue Gedanken darüber machen, was er mit ihnen erreicht, erreichen kann und erreichen will. Und wenn vielleicht negative Effekte dabei herauskommen könnten, dann würde er den Text bleiben lassen.

Das ist mir zum Beispiel heute Morgen passiert, als ich, wieder einmal, einen interessanten Artikel über die anstehende kommentierte Neufassung von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ gelesen habe, einem der übelsten Pamphlete sowohl in sprachlicher als vor allem auch in inhaltlicher Sicht, das je in unserer Sprache gedruckt wurde. Mir brannte es unter den Fingernägeln, etwas dazu zu schreiben, weil mich das Thema, wie mit dieser wissenschaftlichen Ausgabe umgegangen werden soll, nachgerade ärgert oder auf jeden Fall bewegt.

Ich habe aber nichts dazu geschrieben, weil ich mich fragte, ob das jetzt erstens zu diesem Blog passen würde und zweitens, ob es „professionell“ von mir wäre, mich mit einer Meinung zu exponieren, die vielleicht nicht jedem passt und dazu führen könnte, dass irgendjemand meiner Leser mich nicht mehr lieb hat (um es mal so auszudrücken).

Nun, damit, nichts über „Mein Kampf“ zu schreiben, kann ich leben. Mir passiert es aber auch, dass ich in Bezug auf meine Kurzgeschichten in einen Zwiespalt komme, ob ich diese noch so ungefiltert veröffentlichen kann und will, wie ich es bisher getan habe.

Ich habe bis jetzt jede Geschichte geschrieben, kurz durch den Korrekturlauf von Word geschickt (wenn überhaupt) und dann praktisch fünf Minuten nach Fertigstellung hier veröffentlicht. Die einzigen beiden Ausnahmen sind die Anthologiegeschichte „Fummeln verboten!“ und „Die da drüben„.

Jetzt habe ich von einer lieben Mitleserin den Rat bekommen, dass die hier veröffentlichten Geschichten eine Visitenkarte für mich darstellen, die vielleicht, vielleicht auch nicht darüber entscheidet, ob ein Leser mal einen Roman von mir kaufen wird, oder ob er es bleiben lässt, weil in den Kurzgeschichten Stilblüten, Rechtschreibfehler oder fehlende Zeichensetzung drin waren.

Ich merke, wie dieser Gedanke mich geradezu ein wenig lähmt.

Wenn ihr schon länger hier zu Gast seid, dann wisst ihr, dass ich zu dem Medium Kurzgeschichte ein zwiespältiges Verhältnis gepflegt habe. Ich war der Ansicht, dass ich das überhaupt nicht könne. Nun, die konnte ich inzwischen dank eurer netten Rückmeldungen zum Glück revidieren.

Aber kann ich jetzt weiterhin solche Schnellschüsse veröffentlichen? Ich ertappe mich dabei, dass meine Motivation zur Kurzgeschichte rapide sinkt, weil ich die Zeit, die ich in sie stecken muss, länger wird und mir für andere Dinge, wo ich sie dringend gebrauchen könnte, nimmt. An der Geschichte mit dem Mord nach dem Sexualakt schreibe ich jetzt schon über eine Woche herum. Das kenne ich von mir gar nicht. Gleichzeitig komme ich bei meinem Roman keine einzige Silbe weiter, weil ich erst diese Kurzgeschichte beenden will.

Aber danach noch die Überarbeitung …

Mit Sprache soll man und muss man sorgfältig umgehen. Davon rücke ich nicht ab. Ist das vielleicht der Moment, in dem aus Spaß der berühmte Ernst wird? Wenn ja, dann fühle ich mich augenblicklich nicht besonders gut dazu in der Lage, diese Veränderung anzunehmen und sie zu gestalten.

Wie so häufig fehlt an dieser Stelle der Königsweg, der Aha-Moment, der alle Fragen in Wohlgefallen auflöst. Es ist auch kein Schwert in Sicht, um den gordischen Knoten zu zerschlagen (bei meinem Glück würde mir das ganze Konstrukt sowieso auf den Kopf knallen).

Ich habe eine Idee, was ich eventuell mit den Kurzgeschichten anfangen könnte, um beiden Seiten in mir ihr Recht und auch ihre Beruhigung zu geben. Aber da muss ich erst noch mal ein bis drei Nächte darüber schlafen, bis ich euch die Idee, vielleicht, vorstelle.

Bis dahin danke ich euch wieder einmal fürs Zuhören, freue mich, wie immer, über Meldungen und Meinungen und wünsche euch noch einen schönen Dienstag-Nachmittag!

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33 Gedanken zu “Vom sorgfältigen Schreiben

  1. Zu deiner Beruhigung: Genau das ging mir auch durch den Kopf bei der Gestaltung von Blog und Facebookpage. Dieses berühmte „Wir wollen doch seriös sein!“ und den daraus resultierenden Zwang, um jeden Preis perfekt redigierte Inhalte auf beiden Seiten zu haben. Ja keinen Schreib-/Tippfehler, ja kein Komma zu viel oder zu wenig und immer schön sachlich und professionell sein.
    Was dann jedes Mal in Stress ausgeartet ist, wenn ich einfach nur spontan einen Blogpost auf der Facebookpage teilen oder „nur mal schnell was mitteilen“ wollte auf dem Blog. Es hat mir fast den Spaß gekillt.
    Und das, obwohl ich für Romane und Kurzgeschichten das „Don’t get it right, just get it written“ und „Der Erstentwurf ist immer quick&dirty und das ist gut so“ verinnerlicht hatte.
    Aber für Blogposts/Facebooksachen ging das auf einmal nicht mehr, weil die ja anders als Romane/KGs sofort das Licht der Welt erblicken müssen.
    Und irgendwann, als ich mir dann die Blogs/FB-Seiten erfolgreicher Menschen aus dem Autorenbereich angeschaut habe… Die sind nicht perfekt. Die sind einfach nur menschlich, authentisch, echt. Nicht immer hochglanzpoliert. Auch mal politisch, wütend oder traurig.
    Und irgendwann begriff ich, dass ich keine glattgeleckte Onlinepräsenz brauche, sondern eine, hinter der ich zu 100% stehen kann. Und seitdem macht es auch wieder Spaß 🙂

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    • Mic schreibt:

      Dankeschön, dieser Kommentar macht mir einiges an Mut! Es ist ja auch nicht so, dass ich grundlegend Probleme damit schieben würde. Ansonsten würden solche, eher nachdenkliche, Beiträge wie dieser ja gar nicht entstehen. Speziell die Sache mit den Kurzgeschichten beschäftigt mich aber schon. Weil es mich eben auch außerhalb der Online-Welt tangiert.

      Aber auch da hat es mal wieder geholfen, darüber „gesprochen“ zu haben. Die Geschichte ist zwar noch nicht ganz fertig, aber auf einem sehr guten Weg dahin :-).

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  2. NNIN schreibt:

    Hallo Mic,
    wegen der Sprache auf dem Blog würde ich mir keine Gedanken machen. Wenn sie lebendig ist, wird sie die beste Visitenkarte abgeben, die man sich denken kann. Gestelztes oder belehrendes Zeugs schreckt ab.
    Aber zum Thema Kurzgeschichte(n) und Roman noch was aus eigener Erfahrung. KG sind schön und gut und nützlich – so lange man aus ihnen keinen Selbstzweck macht. Leider hatte ich mal eine lange Phase, in der ich mich lieber an den viel einfacheren KG „geübt“ habe, als an mein Romanprojekt oder auch nur an „ordentliche“ Erzählungen zu gehen. KG waren also schlicht eine Ablenkung. Falls du bei dir feststellst, dass du sozusagen auf netten duftenden bekannten (!) Wiesen herumtollst, anstatt die ‚Heldenreise‘ ins Ungewisse des Romans energisch und ohne Ausreden zu beginnen – dann wirds Zeit, mal streng zu sich selbst zu sein. Ich hatte es lange schleifen lassen und habe viel ZEit, Mühe, Energie und Fantasie vergeudet. Nix gegen KG, aber Erzählungen und Romane sind nun mal – Erzählungen und Romane. :))
    NNIN

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    • Mic schreibt:

      Hallo NNIN,

      ich glaube, da müssen wir uns keine Sorgen machen, dass ich irgendwann die Kurgeschichten den Romanen vorziehe. Hanna kann ein Lied davon singen, wie ich mich anfänglich dagegen gewehrt habe, Kurzgeschichten zu schreiben ;-).

      Und danke für deine Meinung zur gestelzten und belehrenden Sprache. Wenn ich die hier feststelle (oder mich jemand darauf hinweist), dann schalte ich den Blog sofort ab! Brrr, der Gedanke alleine, das könnte hier so klingen wie das Zeug, mit dem ich mich auf der Arbeit auseinandersetzen muss …

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  3. Hanna Mandrello schreibt:

    Meiner Ansicht nach sollten Blog und FB-Seite authentisch den Mensch und Autor wiedergeben. Dazu gehört auch die ihm eigene Sprache. Wenn du bei Andreas Eschbach auf der Webseite liest, dann möchtest du auch persönliche Worte von ihm lesen und keine durchgestylten Texte, wie man es in seinen Büchern liest.
    Trotzdem sind die Online-Präsenz und Kurzgeschichten auch Empfehlungsschreiben für deine Bücher. Ich gehöre auch zu den Schnellveröffentlichern. Blogartikel fertig, einmal lesen und ab damit auf den Blog. Danach redigiere ich doch etliche Male den Artikel, weil hier noch ein Komma fehlt, da ein Buchstabe und hier der Ausdruck nicht passt. Ich ärgere mich jedes Mal deswegen. Es wäre nichts dabei, einen Artikel zu schreiben, ihn einen Tag liegen zu lassen und dann nochmal kurz zu überarbeiten. Ich mache es nur nicht. 🙂 Das gilt auch für meine Kurzgeschichten.
    Über Ausdruck und Sprache kann man immer diskutieren. Es wird niemals allen passen. Worüber man aber meiner Meinung nach nicht diskutieren kann, sind Rechtschreibung und Grammatik. Ich rede nicht davon, dass es ganz furchtbar ist, wenn mal ein Komma fehlt oder eines zu viel im Text ist. Wenn ich aber einen Blog lese, auf dem Groß- und Kleinschreibung, Zusammen- und Getrenntschreibung, Rechtschreibung und Grammatik massiv falsch sind, dann habe ich auch auf die Bücher des Autors keine Lust mehr. Man kann sehr gut sehen, ob jemand versehentlich einen Fehler macht oder die Sprache nicht beherrscht. So viel tolle Phantasie und interessante Handlung kann kein Buch haben, um mich davon zu überzeugen, dass ich es trotz vieler Fehler lesen muss. Ich bin da leider sehr oberflächlich. Wenn es um Rechtschreibung und Grammatik geht, dann gestehe ich wenig künstlerische Freiheit zu und erwarte, dass der Autor das grundsätzliche Handwerkszeug zur Verfügung hat und richtig einsetzt.
    Mit meiner Meinung zur Lage der Nation bin ich auch vorsichtig. Zum einen ist mein Blog themengebunden und ich möchte das nicht verwässern, zum anderen habe ich schon schlechte Erfahrungen damit gemacht. Ich möchte keine Meinungsbildung betreiben oder belehren. Vor kurzem habe ich aber einen Artikel gelesen, der die Meinung vertrat, dass es gut ist, immer schön zu allem seine Meinung herauszuposaunen. Die Leser mögen es, wenn man sich exakt positioniert, auch wenn man ab und zu ganz schön im Gegenwind steht. Vielleicht bin ich dazu zu feige oder ich habe zu wenig Lust auf Konfrontation. Wenn ich mich fetzen will, dann habe ich meinen Freund :-).
    LG
    Hanna

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    • Mic schreibt:

      Hallo Hanna,

      vielen Dank für deinen langen Kommentar! Zunächst zur Meinungsbildung: Mir geht es nicht darum, dass ich mich hier jetzt in politische Debatten oder dergleichen einschalten möchte. Dafür finde ich das meistens auch selbst zu öde ;-). An der konkreten Geschichte mit „Mein Kampf“, das zwar keine Literatur ist, aber eben doch bei 12 Millionen (!) Haushalten im Regal gestanden hat, ärgert mich, dass der kommentierten Ausgabe massive Steine in den Weg gelegt werden sollen. Also dass hier nach über siebzig Jahren immer noch vor einem Schundautoren gekuscht wird, dessen Schund von einem Expertenteam ans Licht gezerrt und auseinandergenommen wird.

      Ups, das war jetzt schon ein klein wenig politisch, fürchte ich ;-).

      Wenn es darum geht, dass ich beweisen muss, die Sprache zu beherrschen, dann mache ich mir eigentlich – Vorsicht, Eigenlob, könnte müffeln – keine gesteigerten Sorgen. Ich finde das auch gar nicht oberflächlich von dir! Regeln sind dafür da, dass man sich an sie hält. Entweder lernt man sie, oder schafft sich mitdenkende Software an oder hält sich einen persönlichen Korrektor, der das alles noch einmal gegenliest.

      Ich weiß nicht, aber vielleicht wird der Weg für mich auch klarer werden, was das schnellveröffentlichen angeht, wenn ich erst einmal „richtig“ veröffentlicht habe. Ich gehe ja immer noch davon aus, dass sich dann innerlich, einstellungsmäßig, irgendwas verändern wird. Wobei der Realist in mir sich bereits über diesen Denkansatz totlacht und schenkelklopfend brüllt, dass man einem alten Esel keine neuen Tricks mehr beibringen kann.

      Mal sehen, ob ich den Kerl doch noch werde überraschen können!

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      • Hanna Mandrello schreibt:

        Gerade alte Esel brauchen dringend neue Tricks ;-). Sonst fällt es auf, dass sie alt sind.
        Dazu fällt mir gerade eine nette Anekdote ein. Ich habe viele Jahre Backgammon-Turniere all over the world gespielt und war auf einem Turnier auf Zypern. Ich steige dort mit meinem riesigen Backgammonkoffer ins Taxi und lasse mich von einem alten Zyprioten ins Hotel fahren. Auf dem Weg kommen wir ins Gespräch und er fragt mich, was ich vorhabe. Ich erzähle ihm von dem Turnier. Ich, blond, hübsch, Frau, knapp über 30. Er, alter, dummer Sack. Ach du lieber Himmel! Plötzlich fängt er an, dass er schon „Weltmeister“ in Backgammon war. Er spielt schon seit über 40 Jahren und hat alle Turnier dieser Welt gewonnen. Und ich, ich bin doch eine Frau. Das ist doch nichts für eine Frau. Und schon gar nicht für eine Blonde. Glücksspiel. Habe ich denn keinen Mann und zwei hübsche Kinder?
        Der Typ hat mich so genervt, ich hätte ihm fast ins Auto gekotzt (aber erst nachdem ich seinen Dummschädel gegen die Windschutzscheibe geknallt hätte). ER (!) hat mich am Hotel herausgefordert, ob ich mich denn traue, gegen ihn zu spielen. Und er würde mir schon zeigen, wie man dieses Spiel richtig spielt. Normalerweise stehe ich über so was, weil ich weiß, was er spielt und was ich spiele. Backgammon ist kein Glücksspiel, sondern auf Turnierlevel ein Spiel der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ich habe angenommen.
        Wir haben 20 Spiele gespielt. Er hat zwei davon gewonnen. Mit dem restlichen Faktor Glück, den dieses Spiel auch hat. Aber glaube nicht, dass er kapiert hätte, dass sein Spiel einfach antiquiert, unmathematisch und schlicht gesagt schlecht war. Nein, ich hatte ja so viel Glück! Einen Pasch nach dem anderen habe ich gemacht und ihn immer nur mit Glück geschlagen. Er hat geflucht wie der Teufel persönlich, als er aus dem Hotel zu seinem Taxi gestürmt ist. Mir war es egal. Ich hatte fast 200 Euro mehr in der Tasche danach :-).
        So viel zu alten, dummen Eseln … die glauben, nichts mehr lernen zu müssen.

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      • Mic schreibt:

        Hanna, ich lerne immer noch immer neue Sachen über dich! Fantastisch! Schon mal daran gedacht, deine Backgammon-Erfahrungen schriftstellerisch zu verwerten? Erste „Weltmeisterin“, plötzlich ermordet, Neider, Manipulationen, …

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      • Hanna Mandrello schreibt:

        Nicht nur daran gedacht. Es existiert ein Krimi in der Rohversion mit dem Titel „Sugardaddy“. Leider bin ich so backgammonverliebt (dieses Spiel wird immer meine Leidenschaft sein), dass es für Nicht-Backgammonspieler nur schlecht lesbar ist. 😉 Es handelt von einer wunderschönen Profi-Spielerin, die zur Mörderin wird. Der Detektiv, der auf sie angesetzt ist, verliebt sich in sie und verfällt dem Spiel … 🙂 Ach, ich muss lächeln, wenn ich daran denke.

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      • Hanna Mandrello schreibt:

        Die Truppe der BG-Spieler ist weltweit sehr klein. Die Profis und Turnierspieler kennen sich untereinander alle. Man trifft damit kein Allgemeininteresse. Ich müsste das Buch auf Poker umschreiben, dann hätte es mehr Chancen.

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      • Mic schreibt:

        Weiß ich nicht. Dann würde kein Roman funktionieren, der sich mit Randthemen beschäftigt. Ich denke, dass es auch in diesem Fall auf die Charaktere ankäme und weniger auf das Spiel als Solches.

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      • Hanna Mandrello schreibt:

        Skurrile Menschen habe ich mehr als genug kennengelernt. Zocker sind eine ganz besondere Gattung Mensch :-). Nun ja, bei dem Buch habe ich völlig die Kontrolle verloren. Die Zockerin ist mit mir durchgegangen. Mein Detektiv lernt von ihr das Spiel und ich habe nicht mit Spielbeschreibungen gegeizt. Ich hatte das Buch übrigens bei einem Testleser. Er hat es nicht verstanden und war furchtbar von den langen Spielsequenzen angeödet. Es ist ein Schubladen-Buch. Aber wer weiß, was ich mal in der Rente mache …

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      • Mic schreibt:

        Nun gut, ich will dich ja auch zu nichts überreden. Aber vielleicht ist es ja auch eine gute Vorarbeit für ein etwas mainstreamigeres Buch mit ähnlichem Inhalt.

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    • Ui, Hanna, das war ja schon fast ein eigener Blog-Post!

      Ottografie & Co. ;–) : Ganz Deiner Meinung!

      Politik: Jein.
      Natürlich soll ein Blog zum Thema Schreiben nicht alles und jedes Geschehen kommentieren. Und natürlich macht man sich mit politischen Äußerungen allzu leicht Feinde (die einem dann kein Buch mehr abkaufen 😉 ).
      Andererseits trägt man in jedem Fall zur Meinungsbildung bei, selbst durch Verschweigen. Und ich finde, „wir Autoren“ haben eine besondere Verantwortung. Allgemein für den Umgang mit Worten und was sie bewirken, spezieller aber auch als „Vorbilder“, jedenfalls wenn wir schon viele Leser haben.

      Ich halte es für falsch, zu jedem gerade hochgekochten Thema die „Posaune“ anzusetzen. 😉
      Aber man sollte sich Gedanken machen, was man wann wozu schreibt. Und sich jedenfalls stets bewusst sein, dass jegliche öffentliche Äußerung (wie z.B. ein Blog, eine publizierte Geschichte oder ein Buch!) immer irgendwen beeinflusst. Also lieber manchmal eine klare Ansage machen, als so zu tun, als gäbe es das Weltgeschehen nicht.

      Irja.

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      • Mic schreibt:

        Jetzt musste ich erst noch einmal nachlesen, worauf du dich hier beziehst, Irja. Und ich glaube, dass der entscheidende Satz der mit der „Posaune“ ist. Es gibt sie, die Menschen, die hinter jedem Thema hinterher laufen, weil es vielleicht einen Klick, ein Like oder bestenfalls einen Leser bringt. Aber das ist nicht das, was ich für mich für erstrebenswert halte.

        Und den Artikel über „Mein Kampf“ habe ich ja dann doch noch, mit etlicher Verspätung, geschrieben ;-).

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  4. Lieber Mic,

    Du solltest unterscheiden zwischen Kurzgeschichten und Blogbeiträgen. Eine Kurzgeschichte sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen als ein Beitrag. Ich denke, dass das auch die Leser des Blogs so unterscheiden können und werden.

    In diesem Sinne: Schreib weiter, was Dir durch den Kopf schießt, aber korrigiere Deine Storys, als wären sie Romane.

    Im Übrigen muss ich NNIN zustimmen: Kurzgeschichten sind auch Fluchtwege vor dem „Großen“, das uns manchmal Angst macht, aber das so viel wertvoller ist, wenn es fertiggestellt ist.

    Liebe Grüße,
    Margaux

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    • Mic schreibt:

      Liebe Margaux,

      ich fliehe ja nicht vor dem Großen! Ich verstehe gar nicht, woher der Eindruck immer entsteht. Mag mir das mal jemand erklären? *lieb guck*

      Wie gesagt, bei den Stories suche ich gerade nach einer Möglichkeit, die mir beides ermöglicht. Denn wenn ich jede Kurzgeschichte so überarbeite, als wäre sie ein Roman, dann würden sie mich in der Tat viel zu sehr von der Arbeit an meinen Romanen abhalten.

      Aber irgendwie muss doch beides unter einen Hut zu bringen sein …

      Liebe Grüße
      Michael

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      • Lass Dir aus Erfahrung sagen: Nein, geht nicht.
        Entweder Roman oder Kurzgeschichten. Jede kurze Story verbraucht eine Menge Energie, die dann für den Roman fehlt, das ist leider so.
        Eine kurze Story sollte zum Ausruhen da sein und zum „Warmhalten“ der Leser, aber sie wird Dir nie den Roman ersetzen, sondern stiehlt Dir Zeit.
        Liebe Grüße,
        Margaux

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      • Mic schreibt:

        Hm, aber es gibt doch genügend Beispiele, sei es aus der Gegenwart oder der Vergangenheit, wo Autoren genau das geschafft haben. Wenn ich mal von der Story, die ich heute abgeschlossen habe, absehe, die ich mir wirklich rausgequält habe, ist jede der hier auf dem Blog erschienenen Kurzgeschichten innerhalb einer Stunde, höchstens zwei, entstanden. Und das größtenteils parallel zu einem ausgewachsenen Romanentwurf. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie mir Energie geraubt haben, sondern mich im Gegenteil zwischendurch erdeten, wenn ich in meinem „großen“ Text in Schwierigkeiten geraten bin.

        Ich will ja nicht bockig klingen, oder aus Prinzip dagegen reden, aber ich denke schon, dass es da einen Faktor Individualität gibt, den man nicht außer Betracht lassen sollte.

        Oder anders gesagt: Was für den einen funktioniert, klappt für den anderen noch lange nicht und umgekehrt.

        Vielleicht muss ich auch einfach meine eigenen Erfahrungen machen!? Ich weiß es nicht.

        Aber die Antwort auf meine Frage, wieso ich den Eindruck erwecke, vor irgendeinem Roman davon zu laufen, die hätte ich doch noch ganz gerne – ja, ich bin manchmal penetrant lästig :-).

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      • Hallo zusammen,

        natürlich gehen Kurzgeschichten _und_ Romane. Man muss nur mehr Zeit ein- und vielleicht überhaupt mehr planen. Und nicht zu allem und jedem „was Kurzes“ schreiben wollen.

        Im Idealfall kommt es auf die Geschichte an, wie lang oder kurz sie wird. Wobei es auch kurze Geschichten gibt, die im 2. Anlauf zum Roman wurden, weil sie genug Potential bargen. Aber manches mag einfach lieber ausführlicher, manches knapper erzählt werden. Das sollte man dann auch tun. (Jetzt mal von Vorgaben bei Ausschreibungen abgesehen.)

        Auch eine kurze Geschichte will allerdings ernst genommen und ordentlich überarbeitet werden! Erst recht, wenn es eine „Kurzgeschichte“ s. str. sein soll (die Königsdisziplin des Schreibens!).

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      • Mic schreibt:

        Danke für deine Antwort! Ich überlasse es im Allgemeinen auch der Geschichte, wie lang sie werden möchte. Deswegen habe ich mich bis jetzt (mit der einen Ausnahme für die Selfpublisher-Anthologie) auch noch nie bei Ausschreibungen beteiligt, weil ich ziemliche Probleme mit der Schere in meinem Kopf bekommen würde.

        Mir ist es insgesamt schon (schnell nachzählen) dreimal passiert, dass aus einer Kurzgeschichte ein Roman geworden ist. War so nicht geplant, habe ich aber auch nicht aktiv verhindert.

        Eine Verständnisfrage habe ich noch: was meinst du mit „Kurzgeschichte“ s. str.? Ich stehe gerade auf der Leitung :-).

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      • Versuch es ruhig einmal mit Ausschreibungen. Sie sind eine gute Übung!

        Kurzgeschichte: „s. str.“ = „sensu strictu“ = im engeren Sinne. Tschuldigung, flutschte mir so rein.
        Heute wird ja vieles „Kurzgeschichte“ genannt, was eigentlich nur eine „kurze Geschichte“ ist. Oder vielleicht sollte ich sagen: eine „kurze Erzählung“? Im Englischen ist die „Kurzgeschichte“ (älter auch: „Skizze“) eigentlich doch wieder eine „short story“, was die Begrifflichkeiten endgültig durcheinander bringt.

        Eine „echte“ Kurzgeschichte (im deutschen literaturwissenschaftlichen Sinne) wirft durch »ein Stück herausgerissenes Leben« (Schnurre 1961; Quelle: Killy) ein Schlaglicht auf einen gesellschaftlichen Zustand, und zwar so treffend und damit auch so knapp wie möglich formuliert.
Wolfgang Borchert war z.B. so ein Meister dieser höchsten literarischen Disziplin, ebenso Ilse Aichinger, Marie Luise Kaschnitz. Im Amerikanischen Hemingway.
        Details schau halt im Weltweiten Netz Aller Antworten nach. ;–) Du wirst auf viel Geschwafel treffen, aber auch auf einiges Interessante, das sich ein Schreibender nicht entgehen lassen sollte.

        Irja.

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      • Mic schreibt:

        Danke, Irja, für deine Ausführungen! 🙂

        Brauchst dich fürs Lateinische aber nicht entschuldigen. Ist ja nicht dein Fehler, dass ich Latein nicht belegt, Französisch wieder vergessen und Englisch habe einstauben lassen. So viel zu meinen Sprachkenntnissen.

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