Das Kind muss einen Namen haben!

Wisst ihr, welches Gefühl ich beim Schreiben so richtig, richtig, richtig hasse? Das Gefühl, entweder überhaupt keinen oder nur einen schlecht passenden Titel für eine Geschichte zu haben. Das passiert mir zum Glück nicht besonders häufig, aber wenn es dann einmal vorkommt, dann wurmt es mich mehr, als einen Apfel, der wirklich von so einem Tier befallen ist.

Gerade jetzt habe ich wieder das Problem. Ich habe die Kurzgeschichte zu Hannas letzter Schreibaufgabe – ihr wisst schon, die, wo aus Eros ganz schnell Thanatos wird – in der Mittagspause fertig gestellt und sie mir nach Hause geschickt. Das Kind hat einen Namen, der mir absolut nicht gefällt und der sich auch nicht richtig anfühlt.

Dumm ist nur, dass ich, wenn ich erst einmal einen Namen an so einen Text getackert habe, gedanklich nur noch sehr schwer von ihm lassen kann. Das Extrembeispiel ist da sicherlich mein im ersten Halbjahr diesen Jahres fertig gestellter Roman „Der Redner“ (altgediente Blogleser erinnern sich), der sich zwischendurch in eine Richtung entwickelte, die so gar nicht mehr zu dem Titel passte, was mich trotzdem nicht daran hinderte, diesen nicht los zu werden.

Nun kann ich mir beim „Redner“ alle Zeit der Welt lassen. Ich weiß, dass dieser erst einmal nicht zur Veröffentlichung ansteht. Da habe ich andere Kandidaten im Blick. Aber diese Kurzgeschichte, die möchte ich euch gerne noch in diesem Jahr kredenzen. Und bis dahin sollte sie dann auch einen Titel haben, mit dem ich nicht nur irgendwie leben kann, sondern der mich auch ausreichend zufrieden stellt.

Ich fürchte, ich werde da erst noch einmal eine Nacht drüber schlafen müssen. Hoffentlich nicht „wachen“, denn auch das ist schon vorgekommen, in der Vergangenheit. Es kann doch nicht so schwer sein, einen passenden Namen für eine kleine Geschichte von knapp 4.400 Worten zu finden, meint ihr? Ich schreibe gerne noch einmal 4.400 Worte, wenn mir dafür hinterher jemand einen passenden Titel nennt.

Aber die Geschichte so ganz titellos lassen? Hm, klingt wie ein Experiment. Und gegen Experimente habe ich eigentlich nie etwas. Was meint ihr – hättet ihr Lust, einem armen, titellosen Autor unter die Arme zu greifen?

🙂

9 Gedanken zu “Das Kind muss einen Namen haben!

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