Den Traum real machen (1) Von der fehlenden Zeit

Hallo ihr Lieben, nachdem ich mich nun einige Zeit, sogar für meine Verhältnisse eine enorme Zeit, wirklich ernsthaft in Klausur mit mir selber befunden habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es nichts bringt, wenn ich das im stillen Kämmerlein mit mir ausmache, sondern dass es nötig ist, auch damit wieder an die Öffentlichkeit zu gehen. So, wie ich es vor ein paar Monaten schon getan habe, als ich mir selbst die freundliche Aufforderung mit auf den Weg gegeben habe, mich wie ein Profi zu verhalten, wenn ich denn einer sein will.

Ein Update für diesen Artikel wäre eigentlich schon lange fällig gewesen. Es ist vielleicht nicht einer meiner beliebtesten oder meistgelesenen, aber einer, der für mich außerordentlich wichtig ist, weil er eine Standortbestimmung dargestellt hat.

Und ich habe es definitiv versäumt, öfter mal meinen Standort zu bestimmen. Und vor allem auch, von diesem Standort aus den weiteren Weg abzustecken.

Als das Jahr 2016 angefangen hat, dessen erster Monat nun auch schon wieder wie ein ICE im Höchsttempo an uns vorbei gerauscht ist, hatte ich eine Reihe von guten Vorsätzen gefasst, die sich auf das Schreiben beziehen. Darin enthalten sind eine ganze Menge Unterpunkte, Projekte, Teilaufgaben und so weiter.

Jetzt stehe ich da und sehe, dass es für mich schwierig ist, all diese Dinge zu erledigen, wenn ich mich nicht irgendwie entsprechend organisiere, um sie auch erledigen zu können. Aber was ist das, was Organisation als erstes bedingt? Es ist die Zeit! Die Zeit, die mir – das wissen aufmerksame Blogleser – immer wieder, vorne und hinten, zu fehlen scheint.

Dass die liebe Hanna drüben bei sich gerade an diesem Wochenende einen Beitrag zum Thema Fokussierung auf das Wesentliche geschrieben hat, machte es für mich nur noch dringender, mal über mein Zeitmanagement nachzudenken.

Da ich nicht davon ausgehe, dass alle jetzt die Diskussion lesen werden, die sich „drüben“ entsponnen hat, nenne ich hier für mich noch einmal meinen Kernsatz: der Blog mag Zeit kosten, aber er ist für mein kein großer Zeitfresser. Das kommt daher, dass ich ihn wirklich in 99% der Fälle ohne jede Planung befülle. Selbst diesen Beitrag schreibe ich gerade frisch von der Leber. Woran ich noch arbeiten sollte ist das selbst auferlegte Gelübde, wirklich jeden Tag etwas zum bloggen zu haben. Weder mein Leben, noch mein Schreiben ist so aufregend, dass da wirklich jeden Tag etwas Gehaltvolles bei herum kommt. Zusätzlich kann ich auf diese Weise dann abtrainieren, mir andauernd meine Zugriffszahlen anzusehen, die ohne neuen Beitrag ganz gewaltig abs(t)inken ;-).

Was sind denn nun für mich die Zeitkiller?

Bei anderen Leuten ist das vielleicht der Fernseher. Laufendes Programm schaue ich inzwischen gar nicht mehr und Filme aus der Konserve (leider) höchstens an einem oder zwei Abenden die Woche. Und das auch nur, wenn ich an dem Tag schon irgendwas für mein Schreiben „geleistet habe“.

Videospiele? Ich habe inzwischen ein kleines Vermögen ausgegeben, um meine STEAM-Bibliothek zu füllen. Aber wenn nicht hin und wieder meine kleine Tochter neben mir stünde, damit ich ihr irgendein Spiel vorspiele, würde da nicht viel passieren.

Nicht mal mehr regelmäßig zum Sport gehe ich …

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Was mich meine Zeit kostet, ist dieses vermaledeite Internet! Ich bin inzwischen Abonnent von über 130 Blogs gewesen, habe diverse Newsletter abonniert und dann noch den einen oder anderen Newsfeed im Köcher.

Und ich wundere mich ernsthaft darüber, wo meine Zeit bleibt?

Das Problem ist, dass es nicht damit getan ist, mir die Zeit einzuteilen. Ich gehe nicht so weit zu sagen, dass ich internetsüchtig bin, aber ich habe zum Beispiel ein großes Problem damit, wenn der Stapel ungelesener Nachrichten wächst und wächst und wächst. Das macht mir fast ein schlechtes Gewissen, baut aber auf jeden Fall großen Druck auf.

Der erste Schritt, um mir neue zeitliche Ressourcen zu erschließen war also, mit sehendem Augen, beherztem Zupacken und der einen oder anderen Härteentscheidung all das auszusortieren, was ich zwar früher mal gelesen habe, heute aber oft nur noch aus Pflichtgefühl überfliege. Aber zehn Blogposts aus Pflichtgefühl kosten auch eine halbe Stunde.

Ich habe das schon einmal gemacht, damals im Oktober, nach dem besagten Profi-Artikel. Nur, um mal konkrete Zahlen zu nennen: vor der damaligen Aktion hatten sich in meinem Feedly-Profil, mit dem ich die Blogs verwalte, die ich lese, über 20.000 (!) ungelesene Einträge angesammelt. Nach der heute durchgeführten Aktion sind es noch knapp unter 4.000. Immer noch sehr viel, aber nur auf den ersten Blick, denn da sind Dinge drin wie „SMS von gestern Nacht“ mit über 500 Nachrichten, die man in fünf Sekunden gelesen hat, sowie alle möglichen Schreibblogs, -feeds usw., die einfach auch nützlich für meine Arbeit sind.

Der nächste Schritt war, basierend auf den gestern und heute angefallenen Newslettern, rigoros Abos zu beenden, den Spam-Filter zu konfigurieren und ähnliche Dinge zu machen. Und das geht jetzt jeden Tag so weiter.

Keine Sorge, die Blogs der hier mitlesenden Stammleser habe ich natürlich unangetastet gelassen. Nicht, weil ich mich anbiedern will, sondern weil ich diese ja nun wirklich gerne lese und bei den meisten ja auch gerne kommentiere! Das tue ich ja nicht aus Kalkül :-).

Ich verstehe mich als Teil einer netten, kleinen, etwas thematisch durcheinander gewürfelten Community. Und so soll es auch bleiben. Und dafür nehme ich mir auch gerne Zeit. Aber was zu viel ist, das wurde einfach zu viel! Und was nicht mehr für mich funktioniert, davon muss ich mich trennen.

Mir bleiben sowieso schon zu wenige Stunden, um wirklich konzentriert an meinem Traum vom eigenen Buch zu arbeiten. Und manchmal muss man ja schließlich auch regenerieren. Nicht zuletzt vom anstrengenden „echten Leben“.

Ich muss/musste die Balance wieder herstellen, auf ein gesundes Fundament bringen! Und da ist es ein sehr guter Anfang, denke ich, mich von einer ganzen Reihe Zeitfressern gestern und heute getrennt zu haben.

Ein kleines Wort abschließend noch zum Titel des Blogposts: Ich hatte ursprünglich mal vor, alle meine Gedanken in einen einzigen Artikel zu packen. Aber dann wurde mir klar, wie wahnsinnig lang der werden müsste, um wirklich alle Aspekte zu behandeln. Deswegen mache ich da jetzt eine Artikelserie draus. Nicht alle Beiträge werden so lang werden wie dieser. Noch so etwas, was man unter das Stichwort Zeitfresser packen kann. Nicht jeder Beitrag muss über 1.000 Worte haben.

Tja, Ziel verfehlt, würde ich sagen.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend und wenn ihr mir was Gutes tun wollt, dann drückt mir mal die Daumen für meinen Arbeitstag morgen. Ich hab so die Befürchtung, dass der eine Fortsetzung von Freitag werden könnte, weil das ja mit dem Buchungsschluss nicht hingehauen hat und überhaupt … ich fürchte, morgen Abend komme ich auch wieder nur zum „regenerieren“ ;-)!

Jetzt aber: Macht’s gut!

Hier gibt es heute nichts zu sehen

Guten Tag,

dies ist der automatische Aufrufbeantworter des Blogs

Mein Traum vom eigenen Buch

Leider ist der Hausherr heute nicht in der Lage, einen Blogpost zu schreiben. Er ist damit beschäftigt, sich Gedanken zu machen, welche den Bereich Organisation, Zielsetzung und Standortbestimmung betreffen.

Er hofft, möglichst noch an diesem Wochenende erste Zwischenergebnisse, diesen Themenbereich betreffend, veröffentlichen zu können.

Wenn Sie eine Nachricht hinterlassen möchten, können Sie das gerne nach der Trennlinie tun. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.


 

Kurz und schmerzvoll (6)

War ich das nicht, der gestern noch irgendwas schrieb, dass er im Moment in Bezug auf das Schreiben sehr zufrieden ist? War ich das nicht auch, der sagte, dass im Moment das Schreiben gut funktioniert und dass er sich darüber freut?

Kann mir mal jemand verraten, wie dieses Gefühl sich binnen 24 Stunden total umkehren kann?

Okay, ich hatte einen mehr als anstrengenden Tag im Büro. Als ich nach Hause kam, durfte ich noch für ein Familienmitglied PC-Support am Telefon spielen. Inzwischen haben wir 20 Uhr und ich fühle mich, als ob ich am besten ins Bett gehen sollte. Ja, das sind alles mögliche Erklärungen.

Aber wieso schlägt sich das immer sofort und beinahe ausschließlich in Bezug auf das Schreiben nieder? Wieso kann ich nicht einfach sagen: hey, war ein Scheißtag, dann ist das eben so und morgen geht es wieder mit neuem Elan irgendwie weiter?

Und wieso enthält dieser dusselige Text so viele dusselige Fragezeichen?

Wenn mein Akku leer läuft, dann fange ich sofort an, meine Schreibfertigkeiten, meine Organisation, meine gefassten Ziele, meine Zwischenziele, meine Prioritäten, schlichtweg alles infrage zu stellen. Von der Qualität meiner Texte mal gar nicht erst angefangen.

Da läuft ganz schön was falsch im Staate Dänemark! Und ich habe noch keine Ahnung, was ich wie dagegen machen kann.

Drückt mir die Daumen, dass nach einer ordentlichen Mütze Schlaf und vielleicht ein wenig Bildschirmabstinenz meine Gefühle und meine Wahrnehmung wieder auf Normalmodus schalten. Sonst bekomme ich noch das Gefühl, in Bezug auf meine Schreiberei manisch-depressiv zu werden. Das würde mir auch noch fehlen – wobei da sicherlich ein paar, sorry, geile Romane bei herauskommen würden!

Ich wünsche euch einen angenehmeren, ruhigeren und fröhlicheren Start ins Wochenende!

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 11. Woche

Guten Abend, alle miteinander!

Heute hatte ich noch einmal einen richtig produktiven Schreibtag, was ich in Anbetracht der dienstlichen Belastungen eigentlich gar nicht so erwartet hätte. Damit war dies die bisher produktivste Schreibwoche des bisherigen Jahres :-).

Ich bin wirklich recht zufrieden mit mir, zumal ich dabei den Aspekt, dass das Ganze vor allem der Entspannung dienen soll, nicht vernachlässigt habe.

Auf jeden Fall habe ich nun schon mein Schreibziel für den Januar erreicht, also einen Schnitt von 1.000 Worten pro Tag. Meine Schreibstatistik lügt in dieser Beziehung wohl nicht.

Viel mehr kann ich heute Abend auch gar nicht dazu sagen. Ich habe euch ja gestern erst einen Einblick in eine wichtige inhaltliche Entwicklung der vergangenen Woche gegeben. Damit muss es im Moment dann auch mal gut sein, findet ihr nicht auch? 🙂

Also noch die Zahlen. „Die Welt der stillen Schiffe“ umfasst im Moment 76.215 Wörter auf ca. 316 Seiten. Und jeden Tag werden ein paar mehr, worüber ich mich wirklich sehr freue!

Ich wünsche euch einen schönen Abend!

Ein Tag des Gedenkens

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Deswegen kommt er auch erst so spät am Tag. Denn ich wage mich damit einerseits in ein Thema vor, das eigentlich auf einer eher der leichten Unterhaltung dienenden Website wie dieser keinen rechten Platz zu haben scheint. Andererseits muss ich, um ihm trotzdem gerecht werden zu können, Dinge aus meinem aktuellen Romanprojekt spoilern, was ich eigentlich auch nicht wollte. Aber irgendwie ist mir dieser Tag, unter den gegebenen Umständen, zu wichtig, um einfach zu schweigen.

Heute ist der Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus. Er wurde auf ein symbolträchtiges Datum gelegt, auf den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dessen Bedeutung als Mordfabrik des Dritten Reiches ich hoffentlich niemandem erläutern muss.

An diesem Tag gedenken wir der vielen Toten, den sinnlos einer Ideologie geopferten, einem Verbrechen zum Opfer gefallenen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten Menschen werden sich denken, dass sie mit etwas, das vor über siebzig Jahren war, nichts mehr zu tun haben. Ich sehe das ein wenig anders. Vor allem vor dem Hintergrund der neuen rechten Elemente in unserer Gesellschaft, deren Namen ich hier, denke ich, nicht nennen muss.

Aber welche Relevanz hat der Holocaust heute noch für uns? Ist er mehr als historisches Schreckgespenst, das immer wieder aus seiner Truhe befreit wird, um „uns“ ein schlechtes Gewissen zu machen?

Ich lenke an diesem Tag immer meinen Blick nach Israel, ein Land, das sicherlich auch nicht alles so macht, wie man es sich wünschen würde und in dem es sicherlich auch Strömungen gibt, die man zumindest mit einem Augenkneifen bedenken kann. An diesem Tag heulen in Israel die Sirenen, halten die Menschen inne und gedenken jenen, auf deren Schultern dieses Land teilweise heute noch steht. Es ist schwer, diese Bilder zu sehen und nicht zu glauben, dass es noch eine Relevanz des Holocaust gibt.

Jedes Jahr werden es weniger Menschen, die noch Zeugnis darüber ablegen können, wie es damals gewesen ist, als man ja nicht ausschließlich Juden, sondern auch Sinti, Roma, Andersgläubige, Schwule, körperlich und geistig Beeinträchtigte oder schlicht sogenannte unerwünschte Elemente im großen Stil umgebracht hat. Ich halte es für wichtig, diesen Menschen zuzuhören und ihre Geschichten zu bewahren.

Ich selber habe keine direkten Beziehungen zum Holocaust, derer ich mir bewusst wäre. Es gibt Spekulationen darüber, was meine Großväter genau im Krieg getrieben haben. Da wäre vielleicht einiges aufzuarbeiten – wie es in so vielen Familien Dinge gäbe, die aufgearbeitet werden müssten! Alleine, wir tun es nicht, denn diese Dinge sind ja so weit weg von uns.

Und doch braucht es nur so etwas profanes wie die Wiederveröffentlichung von Hitlers Schmähschrift „Mein Kampf“, um gleich einen mittelprächtigen Skandal auszulösen.

Gerade habe ich geschrieben, dass ich keine Beziehungen zu Holocaust habe, die über das hinausgehen, dass ich X Bücher zum Thema gelesen und mir, glaube ich, eine recht fundierte historische Grundlage angeeignet habe. In diesem Jahr, dem 71. seit der Befreiung des KZ Auschwitz, hat sich das ein wenig geändert. Es hat sich durch meinen Roman „Die Welt der stillen Schiffe“ geändert.

Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass ich einmal davon schrieb, dass sich in jener seltsamen Welt die Besatzung eines deutschen Schiffes und eines britischen Kriegsschiffes treffen. Wir sind in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Also sind Spannungen vorprogrammiert. Hinzu kommt, dass es in der damaligen Zeit natürlich nicht nahezu selbstverständlich war, dass Deutsche Englisch sprechen konnten. Ich hatte die entsprechenden Sprachverwirrungen ja benannt.

Die Antwort auf dieses Problem lautete: es muss ein Übersetzer her, der sich an Bord des britischen Schiffes befindet.

Dieser Übersetzer stellt sich im Laufe der fortschreitenden Ereignisse als Jude heraus. Und zwar als ein Jude, der alles Recht hat, auf die Deutschen an sich einen gewaltigen Hass zu entfalten.

Es war nicht so geplant, ganz ehrlich nicht. Wie ihr wisst, passieren mir solche Dinge manchmal einfach. Und so habe ich jetzt einen jüdischen Übersetzer, der meinen Protagonisten verständlicher Weise feindselig gegenüber steht. Gleichzeitig sind diese aber auf ihn angewiesen, weil sie ansonsten nicht mit den Engländern kommunizieren können, was aber dringend nötig ist um etwas zu tun, was ich euch natürlich, mal wieder, nicht verrate.

Am heutigen Tag des Gedenkens habe ich mich gefragt, ob es eigentlich rechtmäßig von mir ist, eine jüdische Figur einzusetzen, nur um einen Effekt zu erzielen – und sei es der Effekt, die Spannungsschraube noch ein wenig anzuziehen.

Meine Antwort lautet: Ja! Es ist rechtmäßig, wenn ich mich an Fakten halte. Sofern ich der Figur eine nachvollziehbare Vergangenheit und damit auch Motivation gebe. Wenn sie eben nicht nur eine Attraktion auf dem Altar der Spannungsliteratur ist, sondern eine echte, bewusst handelnde Figur. Eine Figur, die mir sicherlich noch das eine oder andere Mal Kopfzerbrechen bereiten wird, weil sie sich naturgemäß ganz anders verhalten wird, als es mir in der Sekunde passen würde.

Ich gehe nicht so weit zu sagen, dass es mir wichtig ist, aufgrund der immensen Bedeutung, die ich den Ereignissen von damals immer noch beimesse, eine jüdische Figur in meiner Geschichte zu haben. Aber jetzt, wo sie einmal da ist, kann und will ich es auch nicht bagatellisieren.

Heute ist, oder bald kann man schon sagen „war“, der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Ich habe mich einen Moment ganz bewusst hingesetzt und meiner Figur, meinem jüdischen Übersetzer gelauscht. Habe mir von ihm einen Teil seiner Geschichte erzählen lassen. Und danach habe ich ihn in den Arm genommen und wir haben zusammen ein paar Tränen verdrückt.

Weil ich finde, dass das, was vor über siebzig Jahren war, auch heute noch wichtig ist und auch heute noch eine Relevanz für unsere Gesellschaft besitzt.

Lesetipp: Der zweite Teil von Torsten Dewis Artikel

Nur für den Fall, dass ihr nicht selbst und von alleine schon voll Spannung auf den zweiten Teil von Torstens Artikel gewartet habt, möchte ich euch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dieser inzwischen online ist.

Der (vor-)letzte Absatz ist zu schön und leider auch wahr, um ihn nicht an dieser Stelle bereits zu zitieren:

Ich will nicht – wie mir fälschlicherweise unterstellt wurde – dem klassischen Verlagssystem das Wort reden und/oder Selfpublishing schlecht machen. Aber wenn man ein (zugegeben verknöchertes) Konstrukt mit klaren Verantwortlichkeiten und Prüfmechanismen aufgibt, um die schöne neue Buchwelt in totaler Freiheit zu gestalten, darf man sich nicht wundern, wenn manche Leute nicht nur Literatur schaffen und Gehör suchen, sondern vor allem nach Profit und Ruhm schielen.

Nach dem, was man über dubiose „Verlage“ in diesem Artikel lesen kann, ist man mehr als geneigt, dem zuzustimmen.

Also, lange Rede, kurzer Sinn – ‚rüber zum Wortvogel, Artikel lesen und vielleicht auch dort ins Gespräch kommen!

Wie sozial können die sozialen Netzwerke für einen Autor sein?

Wenn man sich dazu entscheidet, sich frei-/nebenberuflich als Autor von Romanen zu versuchen, dann stößt man im Internet schnell auf Tipps und Hinweise, was man auf keinen Fall und was man auf jeden Fall machen sollte. Einer der immer wiederkehrenden Hinweise ist es, auf keinen Fall die sozialen Netzwerke außer Acht zu lassen.

Soziale Netzwerke – ein Thema, mit dem ich mich erst einmal auseinander setzen musste. Natürlich kenne ich sie, einige von ihnen habe ich auch schon genutzt, bevor ich mich dazu durchgerungen habe, die Sache mit dem „Autor sein“ jetzt vielleicht mal ernsthafter in die Tat umzusetzen. Ich habe, da ich lange im Internet bin, auch das eine oder andere kommen und gehen sehen.

Das hat mich bis jetzt alles nicht weiter berührt. Bis jetzt …

Dieser Blog wird ja bei WordPress gehostet und macht es einem sehr leicht, die neu entstandenen Beiträge auch direkt auf Accounts bei u.a. Facebook und Twitter durchzuleiten. Aber es gibt ja noch so viele andere Netzwerke, die man sich vornehmen könnte! Da gibt es Instagram, Pinterest, tumblr – und das sind nur die, die mir ohne auch nur eine Zehntelsekunde nachzudenken, einfallen.

Aber was ich nicht begreife ist: wie sozial können solche sozialen Netzwerke wirklich für einen Autor sein?

Ich habe mich lange z.B. gegen eine persönliche Mitgliedschaft auf Facebook gewehrt, weil ich das Gefühl hatte, dass dort im weißen Rauschen des allgemeinen Geplauders sowieso keine wirklich relevanten Informationen versteckt sind. Immer wenn ich mir das Portal neu ansah, stieß ich auf die immer gleichen Internet-Memes, Sinnsprüche und weiteren, weitgehend sinnfreien Krempel.

Aber ist es nicht meine Aufgabe als Autor, daran etwas zu ändern, indem ich meine Inhalte, die natürlich alles andere als sinnfrei, inhaltsleer und allgemein … äh, wo war ich!?

Nein, ernsthaft, inzwischen weiß ich, dass man auf Facebook, auf Twitter und wahrscheinlich auf jedem anderen sozialen Netzwerk auch eine ganze Menge an nützlichen, interessanten und praktischen Dingen finden kann, die für einen Autor richtig Relevanz besitzen. Und dies kommt vor allem daher, dass eben immer mehr Leute begreifen, welch mächtiges Werkzeug auch im Bereich Marketing diese Kanäle sind.

Das einzige, womit ich wirklich hadere ist der Umstand, dass das alles mir eben nicht sehr sozial vorkommt – jedenfalls nicht im Sinne eines Austauschs miteinander.

Ich bin seit einiger Zeit recht aktiv auf meinem Twitter-Account, weil ich die Möglichkeit schätzen gelernt habe, zwischendurch einfach mal eine Statusmeldung abzugeben, wie es bei mir so ausschaut. Ich habe nicht viele Personen in meiner „Du folgst“-Liste und noch weniger Follower.

Und trotzdem komme ich mit den ungefähr 160 Personen, denen ich folge, schon in arge Schwulitäten, wenn ich mich mal länger als drei Stunden nicht in diesem Account umgesehen habe. Da türmen sich dann schon mal um die achtzig neue Nachrichten auf, die ich zwar nicht alle lese, die aber ja zumindest grob sortiert werden müssen um zu entscheiden, ob sie denn wert sind, gelesen zu werden, oder auch nicht. Und wenn dann noch Links dranhängen zu Seiten, die mich auch interessieren könnten, dann weiß ich gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht.

Ich komme ja kaum hinterher, die Blogs zu lesen, die mich interessieren.

Wir bewegen uns also in immer mehr sozialen Netzwerken und ich behaupte, dass wir dabei immer unsozialer werden, was den Einzelfall angeht. Denn wenn ich bei Twitter sehe, dass manche Autoren, denen ich folge, ihrerseits über 1.000 Personen haben, denen sie folgen, dann verweise ich es ins Reich der Fabel, dass sie es auch nur annähernd schaffen, diese Informationen alle sinnvoll zu verwalten.

Werden wir so nicht selber wieder zu einem Teil des weißen Rauschens, das wir doch eigentlich – so sicherlich der Anspruch der meisten – durch unseren guten „Content“ mildern wollten?

Es geht mir nicht darum, gegen den Spaß an der Freude zu reden. Auch nicht darum, jemandem verbieten zu wollen, sich jetzt mal über dies und jenes zu unterhalten. Das kann ich nicht, das will ich nicht, das werde ich nicht. Ich twittere auch nicht immer gehaltvoll. Ganz bestimmt nicht. Und mit Facebook werde ich immer noch nicht warm.

Aber in einer Gesellschaft, in der es fast schon als Malus gilt, wenn man nicht auf den sozialen Plattformen unterwegs ist, dann muss doch auch die Frage erlaubt sein, ob wir da nicht einer virtuellen Möhre hinterher schnappen, die uns immer wieder vor die Nase gehalten wird, bis irgendwo jemand eine größere und schönere Möhre hat. Jetzt hört man schon, dass Twitter bald den Weg von MySpace gehen könnte, falls sich da noch jemand dran erinnern sollte – für die Jüngeren unter uns: MySpace war der heiße Scheiß, der von Facebook platt gemacht worden ist, nachdem man selbst erfolgreich Portale wie StudiVZ gekillt hatte.

Mir graut davor, im Zuge meiner eigenen Marketingmaßnahmen eine Strategie für die sozialen Netzwerke erarbeiten zu müssen. Eine Strategie, bei der es nicht nur ums Verkaufen geht, sondern bei der wirklich auch die sozialen Aspekte einigermaßen gewahrt bleiben.

Bin ich an der Stelle vielleicht zu naiv? Dann werde ich es wahrscheinlich mit Umsatzeinbußen bezahlen.

Aber ich habe Angst, dass irgendwann auf meinem virtuellen Grabstein stehen wird: Auch er war nur ein Teil des weißen Rauschens. Doch vielleicht finde ich vorher eine Antwort auf meine Frage. Man soll die Hoffnung darauf ja niemals aufgeben.

Am Tod vorbei gelaufen

Als Autor geht man mit offenen Augen und offenen Gedanken durch die Welt. Manchmal sieht und hört man auch zu viel davon, möchte sich abgrenzen können, schafft es aber nicht.

Vorhin hatte ich so einen Moment.


Ich mache mich, wie fast jede Mittagspause im Moment, auf den Weg zu meinem Hautarzt, um mich dort bestrahlen zu lassen. Die Sonne scheint, im Vergleich zu den letzten Tagen ist es warm. Ein richtig schöner Tag, der viele Geräusche in sich birgt. Plötzlich mischt sich ein Brummen darunter, das näher kommt. Ein zuerst leises Rauschen, das dann ansteigt und nun ungefähr wie ein unrund laufender Deckenventilator klingt. Ich kenne dieses Geräusch und weiß, dass es sich um den Rettungshubschrauber handelt. Dieser nutzt den Vorplatz vor dem lange verwaisten Musicaltheater, um dort zu landen.

Noch denke ich mir nichts dabei, gehe meines Weges. Doch dann biege ich um eine Ecke und sehe unvermittelt eine Menschentraube. Sie befindet sich auf einer Wiese, alle sehen leicht geschockt aus. Einige sind in die Hocke gegangen. Und dann sehe ich auch den Grund dafür: mitten in dem Knäuel wird ein Mann, ich glaube, dass es ein Mann ist, reanimiert. Es sind die typischen, abgehackten Stöße auf den Brustkorb, die man schon dutzendfach im Fernsehen gesehen hat.

Der Mann hatte vielleicht Glück, ist er doch direkt neben einem Krankenhaus zusammengebrochen. Aber es ist die falsche Klinik! In diesem Krankenhaus behandelt man psychische Probleme und keine wirklich schweren Krankheiten. Deswegen hat man auch einen Notarzt gerufen. Immerhin hält ein Pfleger eine Infusionsflasche hoch. Doch sieht er nicht aus, als ob er viel Vertrauen in das setzt, was er dort tut.

Ich gehe weiter, will nicht gaffen. Spüre aber den Drang, der viele Menschen zu Gaffern macht: den Wunsch zu beobachten, alles genau zu sehen. Dort auf der Wiese neben dem falschen Krankenhaus kämpfen Menschen um das Leben eines anderen Menschen. Es käme mir obszön vor, wenn ich sie dabei beobachten würde.

Wo bleibt nur der Notarztwagen?

Als ich um die beistehende Kirche herum gehe, kann ich endlich das sich nähernde Martinshorn hören. Aber es ist zu weit weg, noch viel zu weit weg! Wie lange haben sie ihn schon reanimiert, als ich an der Stelle vorbei kam? Wie lange kann man einen Menschen noch ins Leben zurückholen?

Bei meinem Hautarzt denke ich über einige Dinge nach, die mich unter anderem auch diesen Blogeintrag verfassen lassen. Ich behaupte nicht, dass mich der mögliche Tod dieses Menschen erschüttert hat. Dafür weiß ich zu gut, dass jeden Tag, überall um mich herum, Menschen auf die verschiedensten Weisen sterben. Ich kann hoffen, dass ein Großteil von ihnen es nach einem langen und erfüllten Leben im angestammten Bett hinter sich bringt. Aber ich kann es nicht beeinflussen.

Als Autor bin ich der Herr über Leben und Tod in meinem Roman. Und der Tod eines Menschen ist nur zu billig, wenn man darüber schreibt! Es ist egal, ob es das eine Opfer eines Mörders ist, oder ob es sich um ein im Rahmen eines fantastischen Krieges komplett dahingeschlachtetes Volk handelt. Wir töten und vergessen die Toten. Und eine Seite weiter ist wieder alles beim Alten.

Als ich vom Hautarzt zurückgehe, steht der Krankenwagen da und versperrt die Straße. Er hat zwar sein Blaulicht eingeschaltet, aber ich vermute, dass er das nur hat, um nicht das wütende Hupen der blockierten Autofahrer zu provozieren. Das medizinische Personal ist sehr ruhig – und hat die Seitentüre nicht geschlossen. Ich weiß, was das bedeutet. Es bedeutet, dass hier niemand liegt, der vor den Augen der Öffentlichkeit geschützt werden muss.

Einige Meter weiter sitzen mehrere Frauen auf einer Bank und werden von einem Polizisten befragt. Ich glaube, eine der Frauen, den Namensschildern nach alles Mitarbeiterinnen der Klinik, weint.

Ich gehe weiter und denke darüber nach, dass jemand, der nicht zufällig gesehen hat, was hier vor einer Viertelstunde geschehen ist, achtlos an der Szene vorbeigehen würde.

Noch einmal eine halbe Stunde später startet der Rettungshubschrauber wieder. Er fliegt langsam und in aller Ruhe in Richtung seines Flugplatzes.

Und alles ist wieder beim Alten.


 

Lesetipp: Mal ein ganz anderer Standpunkt

Guten Morgen zusammen!

Ich melde mich aus meinem lauschigen Büro mit Blick auf einen (nicht so schönen) Teil der Duisburger Skyline und möchte euch einen kleinen Lesetipp ans Herz legen.

Ich hatte vor ein paar Tagen kurz den „Fall“ Katja Piel erwähnt. Inzwischen ziehen dieser und ähnlich gelagerte Fälle Kreise auch außerhalb der Selfpublisherszene.

Ich fand in meinem Postfach heute einen Beitrag des von mir sehr geschätzten Torsten Dewi, der als „Wortvogel“ seit Jahren rund um das Hauptthema Medien mit allem, was dazu gehört, bloggt. Dewi ist zuvor als Buchautor in Erscheinung getreten, hat Drehbücher geschrieben und arbeitet nun seit einiger Zeit für eine der großen Zeitschriften, die sich mit der Schönheit unseres Landes auseinander setzen. Kurz: der Mann weiß, wovon er schreibt. Und ich schätze an ihm vor allem den Mut und die Unangepasstheit, Tacheles zu reden.

Das tut er in seinem Artikel auch. Und zwar auf eine Weise, die dem einen oder der anderen Selfpublisher/in durchaus weh tun könnte. Aber wenn man sich die Fälle ansieht, die er ans Licht holt, dann fällt es schwer, seine etwas sarkastische Sichtweise nicht zu teilen.

Übermorgen wird es einen zweiten Teil des Artikels geben. Ich werde dann noch einmal darauf hinweisen.

Ich wünsche euch einen guten Start in den Tag!

Alleine am Schreibtisch sitzen

Vielleicht lest ihr zum Einstieg den Beitrag „Alleine am Schreibtisch sitzen“ beim „Institut für Selbstversunkenheit und Kreation“, der den Anlass zu diesem Artikel hier gab.

Was für ein Titel für einen Beitrag – und was für ein gewaltiger Trigger, um euch die Geschichte meines Schreibtischs zu erzählen. Denn für mich war es über viele Jahre ganz und gar nicht selbstverständlich, dass ich so etwas besessen habe, also einen Platz, an dem ich mich ausbreiten, konzentrieren und ausleben konnte, wie ich wollte.

Meine ersten drei Romane entstanden in meinem alten Kinderzimmer bei meinen Eltern. Dieses teilte ich mir bis zuletzt, also bis ich ausgezogen bin, mit meinem fünf Jahre jüngeren Bruder. Das bedeutete, dass nicht nur der Fernseher, die Stereoanlage und sonst alles heiß umkämpft war, sondern auch der Platz vor dem PC. Der gehörte nämlich nicht explizit mir, sondern war von meinen Eltern generös zur Verfügung gestellt worden.

Wenn ich gemein wäre, würde ich behaupten, dass ich nur deswegen immer länger brauchte, um meine Romanentwürfe zu schreiben, weil mein Bruder mich dabei gestört hat. Aber Tatsache ist, dass es manchmal gar nicht so leicht war, kreativ zu sein. Zumal dazu noch die nicht weg zu diskutierende Tatsache kommt, dass ich so dermaßen verschüchtert war, dass ich es am liebsten gehabt hätte, wenn niemand überhaupt liest, was ich schreibe. Und dies dann direkt von den Augen von jemand anderem zu tun, auch wenn den das so gar nicht interessierte, war für mich verdammt schwer.

Meine erste eigene Wohnung war ein auf 32m² aufgeblasener Schuhkarton, in dem der PC – mein erster eigener! – im Schlafzimmer stand. Das war in der Planung kein Problem, bis dann unverhofft meine Freundin und heutige Frau bei mir einzog. Meine Frau ist Krankenschwester und hatte damals die ganz normalen Schichtdienste. Das bedeutete, dass ich zu verschiedensten Zeiten überhaupt nicht an den PC herankam, um zum Beispiel zu schreiben, wenn mich die Muse küsste.

Es folgten drei Wohnungen, in denen der PC im Wohnzimmer stand. Das war weitgehend okay, verfasste ich in diesen Jahren doch mehr kürzere Texte für das Internet, als lange Romanentwürfe. In der Zwischenzeit war auch das erste Kind eingetroffen und veränderte sowieso einiges in meinem Leben.

Irgendwann aber schlich sich ein Gefühl ein, das ich nur schwer beschreiben kann. Es war das Gefühl, mit meinem Schreiben immer nur ein mehr oder weniger geduldeter Zaungast zu sein. Dazu muss man wissen, dass ich das Schreiben in einem vier bis fünf-Fingersystem auf einer sehr hartgängigen Tastatur gelernt habe. Das bedeutet, dass ich bis heute etwas lauter in die Tasten haue. Daneben fern zu sehen ist nicht unbedingt zumutbar. Und so blieb die Tastatur oft kalt, wenn meine Frau sich etwas anschauen wollte.

Irgendwann zogen wir in unsere letzte Wohnung vor dem Umzug ins Haus ein. Und diese Wohnung hatte eine Nische im Schlafzimmer, die wie geschaffen dafür war, um einen Eckschreibtisch hinein zu stellen! Das Schlafzimmer bot sich deswegen an, weil meine Frau inzwischen nicht mehr so viel arbeitete, wir in der Zwischenzeit ein zusätzliches Notebook angeschafft hatten und meine Frau ein eigenes, wirklich sehr kleines, Nähzimmer hatte. Wir kamen uns also so oder so nicht mehr in die Quere.

Und dann bekam ich ihn: meinen ersten eigenen Schreibtisch! Oh mein Gott, wie ich diesen Moment heute noch nachfühlen kann! Ich konnte die Tür hinter mir zuziehen und war mit mir, meinen Gedanken und den Welten in meinem Kopf alleine! Niemand störte mich und wenn ich mir die Kopfhörer aufsetzte, versank ich für eine Stunde oder so in meiner Phantasie.

An diesem Schreibtisch und in dieser Konstellation schrieb ich meinen Roman „Es zwingt einen dazu“. Ganz konzentriert und mit fünf Seiten pro Abend, die ich auf dem nun ebenfalls direkt dabei stehenden Laserdrucker ausdruckte und beim Drucker gestapelten Manuskript verwahrte!

Dann kam Kind 2 und mein Schreibtisch musste der Wickelkommode weichen. Für geraume Zeit war ich wieder ins Wohnzimmer verbannt – und das machte sich in meiner Kreativität bemerkbar.

Aber dann der Umzug ins Haus und, nach 37 Jahren, mein erstes eigenes Zimmer! Der erste Raum, der nur mir gehört und nur nach meinen Bedürfnissen gestaltet ist! Und so zog mein Schreibtisch wieder ein, der Eckschreibtisch. Und hier kann ich schreiben, mich treiben lassen, Dinge tun, die ich mag. Ich habe alles um mich herum, was ich brauche. Vieles, was ich nicht brauche. Aber der Schreibtisch ist das zentrale Möbelstück.

Seitdem schreibe ich viel produktiver – und fange an, meine Träume zu verwirklichen.

Alleine am Schreibtisch sitzen – das ist es, was ich brauche, um mich in die Welt wagen zu können. Weil nur so, im Stillen, im Verborgenen, die Kraft wachsen kann, um den Mut zu erzwingen, um genau dies tun zu können.

Ich danke dem „Institut für Selbstversunkenheit und Kreation“ dafür, den Anlass zu diesem Artikel zu geben, der schon lange in meinem Kopf herumgeistert!