Die Welt der stillen Schiffe: Der Blick zurück

Ich habe eine Sekunde darüber nachgedacht, ob ich den Beitrag nur „Der Blick zurück“ nennen soll, aber dann erwartet ihr vielleicht eine großangelegte Retrospektive von mir über das Leben, das Schreiben und den ganzen Rest. Das soll aber heute gar nicht Thema sein, heute geht es nur um die aktuelle Arbeit an „Die Welt der stillen Schiffe“, die heute schon ganz gut funktioniert hat.

Ich nehme euch mit auf einen kleinen Exkurs in die Handlung und zur Schreibart des Romans. Wie ihr euch vielleicht noch anhand der Leseprobe erinnert, schreibe ich diesen Roman aus der Ich-Perspektive eines jungen Deutschen im Zweiten Weltkrieg. Das schränkt mich natürlich ein wenig darin ein, wie ich Informationen in der Handlung wiedergeben kann. Es ist immer erforderlich, dass mein Protagonist anwesend ist, wenn etwas Wichtiges geschieht, oder es muss ihm eben erzählt werden.

Wie aber ist das nun zu lösen, wenn ihm Dinge erzählt werden sollen, die eine ganze Weile zurückliegen? Wie etwa in diesem konkreten Fall die Schilderung eines in der Welt der stillen Schiffe Gestrandeten?

Genau an diesem Punkt und vor dieser Fragestellung stehe ich. Es gibt, denke ich, grob zwei Möglichkeiten.

Die erste Möglichkeit wäre, alles in Form eines längeren Dialogs zu vermitteln. Wobei es an dieser Stelle übrigens nicht (!) darum geht, jede Menge Infos unterzubringen, die ansonsten nicht aus der Handlung hervorgingen. Das sage ich nur so deutlich, um mich von den hin und wieder vorkommenden sogenannten Info-Dumps abzugrenzen. Nein, mein lieber Albert, so heißt dieser Gestrandete, erzählt einfach, was ihm widerfahren ist.

Jetzt gibt es ein kleines, hausgemachtes, Problem. Mein lieber Albert ist im Gegensatz zu meinem Protagonisten kein Deutscher, sondern Niederländer! Zwar kann er, wie viele Niederländer, doch recht gutes, manchmal etwas falsch artikuliertes deutsch, aber er verfällt eben doch manchmal in seine Sprache oder lässt niederländische Wörter einfließen.

Wieso es unbedingt ein Niederländer sein musste? Ich war auf der Suche nach einer Figur, die halbwegs glaubhaft auf einem französischen Schiff als Küchenhilfe gefahren sein könnte. Ich kann kein französisch, ich mag kein französisch und wollte trotzdem dieses französische Schiff. Ja, manchmal mache ich es mir auch selber schwer ;-).

Die Unterhaltung zwischen meinem Protagonisten und Albert würde sich also recht anstrengend gestalten. Und es würde eine recht trockene Angelegenheit.

Die zweite Möglichkeit wäre eine Rückblende aus der Sicht Alberts. Entweder auch aus der Ego-Perspektive oder in der dritten Person. Damit wäre wesentlich mehr Dynamik möglich. Allerdings ist es auch ein echter Bruch in der bisherigen Erzählweise.

Und ich kann mich einfach nicht zwischen den beiden Varianten entscheiden! Für die eine sprechen dramaturgische, für die andere schreibtechnische Gründe. Aber ich muss diese Entscheidung „jetzt“, also am besten noch heute, treffen, damit ich ordentlich weiterschreiben kann.

Deswegen habe ich diesen Beitrag verfasst. Zum einen mag ich, wie immer, gerne euer Feedback hören, zum anderen hege ich die Hoffnung, dass das Aufschreiben mir ein wenig beim Sortieren der Gedanken hilft.

Also: wenn ihr eine Idee habt, oder eine Nachfrage, oder sonst irgendwas, dann zögert bitte nicht, euch zu melden :-).

Und sonst denke ich einfach mal weiter vor mich hin.

Moeilijk!