Ich schreibe. Ist doch normal!

Ihr Lieben!

Gestern Abend habe ich wieder einmal bemerkt, wie viel sich für mich in Bezug auf mein Schreiben innerhalb des letzten Jahres verändert hat. Manchmal vergesse ich das nämlich und denke, ich stecke in tiefer Stagnation. Gerade die vergangene Woche war da ein Paradebeispiel für. Umso schöner und auch wichtiger war es, dass ich gestern Abend eine gegenteilige Erfahrung machen durfte, von der ich, so hoffe ich, jetzt erst einmal wieder eine ganze Weile werde zehren können, wenn sich Selbstzweifel in mir breit machen oder ich denke, dass die ganze Schreiberei doch eigentlich nur sinnlos ist.

Ich habe mich gestern Abend mit ein paar Freunden getroffen, die ich kennengelernt habe, als ich mich 2014 für längere Zeit in einem Krankenhaus aufhalten musste. So alle paar Monate treffen wir uns in kleiner, gemütlicher Runde zum Essen. Alle diese Menschen wissen, dass ich schreibe. Sie wissen es deswegen, weil ich damals, in der Klinik, damit angefangen habe, an „Der Redner“ zu schreiben.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich es damals als enorm befreiend empfunden habe, nicht nur endlich wieder zu schreiben (ich hatte eineinhalb Jahre Pause gemacht), sondern auch, mich damit nicht zu verstecken. Ich saß teilweise ganz offensiv im Aufenthaltsbereich und habe auf der kleinen Bluetooth-Tastatur in mein Tablet getippt. Und es machte mir kaum etwas aus, dass ich darauf angesprochen wurde.

Aber es machte mir noch etwas aus!

Ich musste immer um die Worte ringen, dass ich mich als eine Art Autor sehe, wenngleich auch noch nicht veröffentlicht und gar nichts. Aber ich finde, wenn man über zehn Romane geschrieben hat, dann darf man sich ruhig schon mal so nennen, ohne, dass es gleich etwas damit zu tun hat, dass man sich über den Bauch pinseln will.

Wenn ich aber damals von meinem Schreiben sprach, dann war das ganz oft davon geprägt, dass ich mich unwohl dabei fühlte. Ich stotterte mir einen ab, wie man im Ruhrpott so sagt. Und merkte, dass ich eigentlich so eine Art Scham entwickelt hatte, zu sprechen.

Diese Scham wurde mein steter Begleiter in den nächsten paar Monaten. Aus Gründen, die mir selber nicht ganz klar sind, war es nicht so, dass die positiven Erfahrungen, die ich durchaus gemacht hatte, hängen blieben, sondern die Zweifel.

Wenn zum Beispiel einer meiner Freunde, die meine letzten fünf Romane zum Lesen von mir bekommen hatten und mir unisono spiegelten, dass das gar nicht schlecht war, was ich da geschrieben hatte, mich danach fragte, wie es denn jetzt mal mit einer Veröffentlichung aussähe, geriet ich wieder ins Stottern.

Irgendwann kam dann dieser Blog. Und mit diesem Blog und den Erfahrungen, die ich seitdem gemacht habe, den Kontakten, die ich geknüpft habe, hat sich in mir etwas verändert und verbessert. Das wurde mir gestern Abend ganz deutlich.

Als ich nach meinem Schreiben gefragt wurde, konnte ich nicht nur in aller Ruhe davon erzählen, dass ich immer noch schreibe, dass es diesen Blog gibt und so weiter. Ich konnte vor allem – und das wäre noch vor kurzer Zeit nicht möglich gewesen – dazu stehen, dass ich in diesem Jahr auf jeden Fall wenigstens einen Roman veröffentlichen werden. Nämlich „Der Beobachter und der Turm“ als E-Book. Und dass ich für 1-2 weitere Romane, nämlich „Der Morgen danach“ und „Darkride“ immer noch an eine Verlagsveröffentlichung glaube.

Ich konnte es erzählen, ohne auch nur rot zu werden. Klar, ich war ein wenig aufgeregt, aber es fühlte sich einfach richtig an, dazu jetzt zu stehen. Und damit wusste ich auch, dass ich eine Linie überschritten habe, hinter die ich nicht mehr zurückgehen kann. Im August 2015 habe ich geschrieben, dass ich nun ein Autor bin, der sich um eine Veröffentlichung bemüht. Und das bin ich immer noch.

Der Weg wird nicht leichter werden, es ist eine Menge Arbeit und meine Probleme im Bereich Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden mir auch noch den einen oder anderen Stein in den Weg rollen.

Aber gestern Abend habe ich die Veränderungen spüren können! Und ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein motivierendes Gefühl das gewesen ist! Und wie sehr es mir auch jetzt noch durch die Blutbahnen getrieben wird.

Ich bin ein Autor. Zwar unveröffentlicht, aber trotzdem. Ich schreibe Romane, seit ich volljährig geworden bin. Und jetzt ist es an der Zeit, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich werde nicht wieder hinter die Linie zurückgehen und ich werde auch nicht auf ihr stehen bleiben. Wenn der Startschuss fällt, werde ich loslaufen. Der Weg vor mir ist zwar mit Hindernissen verstellt, aber ich werde lernen, über sie zu springen. Und wenn ich nicht springen kann, dann werde ich klettern. Kann ich nicht klettern, werde ich sie sprengen. Und wenn mir der Sprengstoff fehlt, grabe ich mich darunter hindurch.

Aber ich habe nicht vor, mich aufhalten zu lassen!

Ich schreibe. Ist doch normal!

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4 Gedanken zu “Ich schreibe. Ist doch normal!

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