Das Schreiben der Anderen: „Der Mann, der nie Glück hatte“ von Matthias Matting

dmdnghWer sich ein wenig für das Thema Eigenverlag, Selfpublishing oder kreatives Schreiben als solches im Internet beschäftigt, wird früher oder später auf den Namen Matthias Matting stoßen. Matting betreibt unter www.selfpublisherbibel.de eine der besten Wissenssammlungen zum Thema, die mir bekannt ist. Auf seiner Seite gibt es eine Hülle und Fülle von Tipps, die einen lange beschäftigt hält. Und wenn man damit noch nicht genug hat, ist Matting inzwischen auch erfolgreicher Coach für Themen rund um das Selfpublishing.

Da ich selber zwei seiner Internetkurse belegt habe und mich die Art, in der das Wissen dort vermittelt wird, sehr angesprochen hat, habe ich aus Neugierde auch den Roman „Der Mann, der nie Glück hatte“ gekauft. Einen Roman, von dem Matting sagt, dass er etwas ganz persönlich Besonderes für ihn darstellt. Entsprechend gespannt war ich.

Um es direkt zu sagen: Matting macht es seinem Leser nicht wirklich einfach. Schon der Einstieg gestaltet sich anspruchsvoll. Martin sitzt in der Psychiatrie, weil er versucht hat, sich das Leben zu nehmen. In vielen Rückblenden, die sich mit Schilderungen seiner Gegenwart abwechseln, erfahren wir nun, dass sein Leben immer schon mit Unglück und Pech nur so gespickt gewesen ist.

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt dabei ist sicherlich der, dass er eigenhändig seinen Vater erschossen hat, daraufhin in ein spezielles Kinderheim kam, wo er seine große Liebe kennenlernte und …

Das alles wird von Matting in einer ansprechenden, nicht zu anspruchsvollen Sprache erzählt. Es ist wirklich leicht, sich auf die Sprache einzulassen. Die Personen machen es einem da schon schwerer. Zuvorderst ist dies natürlich Martin, der bis auf einen ganz kleinen Abschnitt alleiniger Perspektivträger der Geschichte ist. Nicht nur, dass er seinen Vater auf dessen Wunsch tötete, er sieht auch seit seiner frühesten Kindheit einen Bruder, den er nie gehabt hat und unterhält sich mit ihm.

Woran er aber wirklich zu leiden hat, ist sein immerwährendes Unglück. Woraus man leicht ein Rührstück hätte machen können, schildert Matting zurückhaltend und in ruhigen Tönen. Das Buch hat einen insgesamt sehr entspannten Fluss. Die Momente, in denen so etwas wie Spannung aufkommt, sind rar gesät. Aber die Handlung nimmt einen so in den Bann, dass man trotzdem am Ball bleibt. Auch dann noch, wenn die Geschichte zunehmend einen Drall in Richtung des Fantastischen nimmt.

Einer eindeutigen Genrezuordnung widersetzt „Der Mann, der nie Glück hatte“, sich erfolgreich. Es ist viel Drama in dieser Geschichte, es gibt aber auch wirklich komische Momente und Charaktere. Man muss schon ein wenig open-minded sein, um nicht zwischendurch die Lust am Lesen zu verlieren.

Mein Fazit lautet, dass Matting nicht nur in der Theorie weiß, wovon er spricht. Er hat es geschafft, mit diesem – selbstverständlich im Selbstverlag erschienenen – Roman auch zu beweisen, dass er in der Lage ist, ganz praktisch sein Wissen einzusetzen und einen in Form wie Inhalt ansprechenden Roman vorzulegen.

Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus, zumal das E-Book nicht besonders teuer ist.


Unter dem Label „Das Schreiben der Anderen“ veröffentliche ich Rezensionen, die ich zu Romanen von Autoren geschrieben habe, mit denen ich in den Sozialen Netzwerken oder auf andere Weise verbunden bin. Es handelt sich hierbei ausdrücklich nicht um Gefälligkeitsbesprechungen. Dies wäre nicht in meinem Sinne und auch nicht im Sinne der Autoren, die ich bespreche.

Alle Besprechungen erscheinen, ggf. in leicht abgeänderter Form, auch bei Amazon. Die Bewertung orientiert sich am dortigen Wertungssystem.

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