“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 10. Woche

Jetzt schreibe ich schon über zehn Wochen an „Die Welt der stillen Schiffe“. Nun, so ganz stimmt das ja nicht, denn viele Tage in dieser Zeitspanne habe ich ja eben nicht geschrieben. Und deswegen darf und muss ich mich auch nicht wundern, dass ich jetzt schon so lange daran sitze. „Lange“ ist natürlich auch wieder so ein dehnbarer Begriff. Sagen wir einfach, dass ich es schneller könnte, wenn ich es drauf anlegen würde.

Aber ich habe aus der vermeintlichen Not eine Tugend gemacht und gehe an diesen Roman wirklich so entspannt heran, wie ich es schon lange nicht mehr getan habe. Wenn ich ansonsten gerne nach dem Prinzip gearbeitet habe, bitteschön jeden Tag mehr zu schreiben als an dem davor, so halte ich mich nach wie vor an meinen Schnitt von 1.000 Wörtern pro Tag. Rein statistisch betrachtet.

Da wir heute den 21. Januar haben, hätte am Ende dieses Tages also eine glatte 21.000 im Wordcount stehen müssen. Tatsächlich steht da eine 21.490. Und ich bin völlig im Reinen damit! Seltsames Gefühl!

Aber es ist auch gut so, denn irgendwie muss man ja die Batterien vorm leerlaufen beschützen, nicht wahr? Und bei alle dem, was ich noch so vorhabe in nächster Zeit, ist es gar nicht übel, wenn ich mich nicht unter Druck setze.

Und, nur mal so vor mich hin gesponnen, wenn ich den Schnitt das ganze Jahr über beibehalte, dann kommen leicht nachzurechnende 366.000 Wörter dabei heraus. Das sind mal mindestens drei große Romane! Aber da geht dann doch schon wieder ein wenig der Größenwahn mit mir durch.

Also, insgesamt hat der Roman jetzt 64.989 Wörter auf circa 270 Seiten. Nachdem ich die Babylonische Sprachverwirrung bereinigt habe, machen meine Protagonisten nun die Bekanntschaft von jemandem, der ihnen eine Geschichte erzählt, die sie kaum glauben können.

Und dann wird es Zeit, dass es wieder Nacht wird, in der Welt der stillen Schiffe. Und die Nächte dort haben es in sich!

Vielleicht ja auch eure kommende Nacht, für die ich euch alles Gute wünsche :-)!

Was aus dem Lübbe-Boykott wurde

Vor einigen Tagen habe ich darüber berichtet, dass einige Buchhändler den Bastei-Lübbe-Verlag quasi boykottiert haben. Hintergrund war, dass man sich sehr irritiert über eine Promotionaktion gezeigt hat, die Lübbe mit Amazon gestartet hatte. In deren Rahmen wurde für das Installieren der Kindle-App der Bestseller „Illuminati“ von Dan Brown verschenkt.

Nun hat ein runder Tisch zwischen Vertretern der Sortimenter und des Verlags stattgefunden, der dem Zweck dienen sollte, die Wogen zu glätten und wieder miteinander statt gegeneinander zu arbeiten.

Ich möchte an dieser Stelle nicht den wirklich lesenswerten Artikel des Börsenblatts komplett zusammenfassen. Ich möchte nur meiner Bestürzung Ausdruck verleihen, wie gravierend die Maßnahmen des Handels ausgefallen sind, wenn die Zahlen stimmen, die Lübbe auf den Tisch gelegt hat. Angeblich gab es Umsatzeinbußen im sechsstelligen Bereich. Des Weiteren kam man zum selben Schluss wie ich und viele weitere Kommentatoren, dass man mit dem Boykott den Kunden ggf. direkt in die Arme von Amazon getrieben haben könnte.

Bemerkenswert: Zu diesem Schluss kamen in der Zwischenzeit dann auch die Vertreter der Sortimenter …

Lübbe wird sich jetzt mit vergleichbaren Aktionen wohl erst einmal zurückhalten, um „das Vertrauen der Buchhändler“ zurück zu gewinnen. Dies, gepaart mit dem Hinweis, dass die Boykottaktionen mancher Buchhändler durchaus „strafwürdig und justiziabel“ gewesen seien, man aber von solchen Schritten absähe, lässt darauf schließen, dass das Verhältnis zueinander ein spannendes bleiben wird.

Darüber können dann auch Orangensaft und belegte Brötchen auf dem Konferenztisch nicht hinwegtäuschen.