Kurz und schmerzvoll (6)

War ich das nicht, der gestern noch irgendwas schrieb, dass er im Moment in Bezug auf das Schreiben sehr zufrieden ist? War ich das nicht auch, der sagte, dass im Moment das Schreiben gut funktioniert und dass er sich darüber freut?

Kann mir mal jemand verraten, wie dieses Gefühl sich binnen 24 Stunden total umkehren kann?

Okay, ich hatte einen mehr als anstrengenden Tag im Büro. Als ich nach Hause kam, durfte ich noch für ein Familienmitglied PC-Support am Telefon spielen. Inzwischen haben wir 20 Uhr und ich fühle mich, als ob ich am besten ins Bett gehen sollte. Ja, das sind alles mögliche Erklärungen.

Aber wieso schlägt sich das immer sofort und beinahe ausschließlich in Bezug auf das Schreiben nieder? Wieso kann ich nicht einfach sagen: hey, war ein Scheißtag, dann ist das eben so und morgen geht es wieder mit neuem Elan irgendwie weiter?

Und wieso enthält dieser dusselige Text so viele dusselige Fragezeichen?

Wenn mein Akku leer läuft, dann fange ich sofort an, meine Schreibfertigkeiten, meine Organisation, meine gefassten Ziele, meine Zwischenziele, meine Prioritäten, schlichtweg alles infrage zu stellen. Von der Qualität meiner Texte mal gar nicht erst angefangen.

Da läuft ganz schön was falsch im Staate Dänemark! Und ich habe noch keine Ahnung, was ich wie dagegen machen kann.

Drückt mir die Daumen, dass nach einer ordentlichen Mütze Schlaf und vielleicht ein wenig Bildschirmabstinenz meine Gefühle und meine Wahrnehmung wieder auf Normalmodus schalten. Sonst bekomme ich noch das Gefühl, in Bezug auf meine Schreiberei manisch-depressiv zu werden. Das würde mir auch noch fehlen – wobei da sicherlich ein paar, sorry, geile Romane bei herauskommen würden!

Ich wünsche euch einen angenehmeren, ruhigeren und fröhlicheren Start ins Wochenende!

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7 Gedanken zu “Kurz und schmerzvoll (6)

  1. Nordlicht schreibt:

    Hallo Mic!
    Ich verfolge nun schon seit einiger Zeit deinen Blog und muss dir sagen, dass ich ein echter Fan geworden bin 😉
    Als ich deinen heutigen Beitrag gelesen habe, dachte ich mir, nun schreib ich einfach mal. Die Gefühle, die du beschreibst, kenne ich gut (allerdings aus anderen Situationen). Ich hoffe, dir geht es morgen – am Morgen danach – wieder besser und dein Schreib-Elan hat sich durch die Schlaf-Mütze wieder eingestellt 🙂 Bis morgen!

    Gefällt 2 Personen

    • Mic schreibt:

      Hallo Nordlicht und schön, dass du mir schreibst! 🙂

      Wahrscheinlich sind die Gefühle, die mich bei leerem Akku heimsuchen, gar nicht so unterschiedlich von denen, die andere eben auch manchmal so haben. Irgendwas in mir meint aber, und da hat Stella schon recht, das immer sofort aufs Schreiben fokussieren zu müssen. Da fühlt es sich doppelt komisch an, einen „Fan“ zu haben.

      Wäre schön, wenn es morgen wieder besser wäre. Am Morgen danach – irgendwie passend! 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Nordlicht schreibt:

    Ein leerer Akku ist einfach total destruktiv! Ich glaube, da geht dann einfach nix mehr.

    Was mir dazu noch einfällt:
    Das Schreiben ist dir so wichtig, nachdem was ich hier über dich und von dir lese. Und du hast einen Traum. Vielleicht ist das Schreiben und alles was für dich dazu gehört deswegen so „angreifbar“. Lass dich nicht unterkriegen, ich möchte noch mehr von dir lesen 😉

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Ja, das kann durchaus sein, dass ich mich durch diese Vehemenz, die im Moment auch hinter allem steckt, was das Schreiben angeht, in dieser Beziehung so angreifbar mache/gemacht habe. Aber sollte ich deswegen die Vehemenz eindämmen?

      Es ist auch hier schwierig, ein gesundes Maß zu finden, glaube ich. Ich muss da noch mal experimentieren.

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