Den Traum real machen (1) Von der fehlenden Zeit

Hallo ihr Lieben, nachdem ich mich nun einige Zeit, sogar für meine Verhältnisse eine enorme Zeit, wirklich ernsthaft in Klausur mit mir selber befunden habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es nichts bringt, wenn ich das im stillen Kämmerlein mit mir ausmache, sondern dass es nötig ist, auch damit wieder an die Öffentlichkeit zu gehen. So, wie ich es vor ein paar Monaten schon getan habe, als ich mir selbst die freundliche Aufforderung mit auf den Weg gegeben habe, mich wie ein Profi zu verhalten, wenn ich denn einer sein will.

Ein Update für diesen Artikel wäre eigentlich schon lange fällig gewesen. Es ist vielleicht nicht einer meiner beliebtesten oder meistgelesenen, aber einer, der für mich außerordentlich wichtig ist, weil er eine Standortbestimmung dargestellt hat.

Und ich habe es definitiv versäumt, öfter mal meinen Standort zu bestimmen. Und vor allem auch, von diesem Standort aus den weiteren Weg abzustecken.

Als das Jahr 2016 angefangen hat, dessen erster Monat nun auch schon wieder wie ein ICE im Höchsttempo an uns vorbei gerauscht ist, hatte ich eine Reihe von guten Vorsätzen gefasst, die sich auf das Schreiben beziehen. Darin enthalten sind eine ganze Menge Unterpunkte, Projekte, Teilaufgaben und so weiter.

Jetzt stehe ich da und sehe, dass es für mich schwierig ist, all diese Dinge zu erledigen, wenn ich mich nicht irgendwie entsprechend organisiere, um sie auch erledigen zu können. Aber was ist das, was Organisation als erstes bedingt? Es ist die Zeit! Die Zeit, die mir – das wissen aufmerksame Blogleser – immer wieder, vorne und hinten, zu fehlen scheint.

Dass die liebe Hanna drüben bei sich gerade an diesem Wochenende einen Beitrag zum Thema Fokussierung auf das Wesentliche geschrieben hat, machte es für mich nur noch dringender, mal über mein Zeitmanagement nachzudenken.

Da ich nicht davon ausgehe, dass alle jetzt die Diskussion lesen werden, die sich „drüben“ entsponnen hat, nenne ich hier für mich noch einmal meinen Kernsatz: der Blog mag Zeit kosten, aber er ist für mein kein großer Zeitfresser. Das kommt daher, dass ich ihn wirklich in 99% der Fälle ohne jede Planung befülle. Selbst diesen Beitrag schreibe ich gerade frisch von der Leber. Woran ich noch arbeiten sollte ist das selbst auferlegte Gelübde, wirklich jeden Tag etwas zum bloggen zu haben. Weder mein Leben, noch mein Schreiben ist so aufregend, dass da wirklich jeden Tag etwas Gehaltvolles bei herum kommt. Zusätzlich kann ich auf diese Weise dann abtrainieren, mir andauernd meine Zugriffszahlen anzusehen, die ohne neuen Beitrag ganz gewaltig abs(t)inken ;-).

Was sind denn nun für mich die Zeitkiller?

Bei anderen Leuten ist das vielleicht der Fernseher. Laufendes Programm schaue ich inzwischen gar nicht mehr und Filme aus der Konserve (leider) höchstens an einem oder zwei Abenden die Woche. Und das auch nur, wenn ich an dem Tag schon irgendwas für mein Schreiben „geleistet habe“.

Videospiele? Ich habe inzwischen ein kleines Vermögen ausgegeben, um meine STEAM-Bibliothek zu füllen. Aber wenn nicht hin und wieder meine kleine Tochter neben mir stünde, damit ich ihr irgendein Spiel vorspiele, würde da nicht viel passieren.

Nicht mal mehr regelmäßig zum Sport gehe ich …

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Was mich meine Zeit kostet, ist dieses vermaledeite Internet! Ich bin inzwischen Abonnent von über 130 Blogs gewesen, habe diverse Newsletter abonniert und dann noch den einen oder anderen Newsfeed im Köcher.

Und ich wundere mich ernsthaft darüber, wo meine Zeit bleibt?

Das Problem ist, dass es nicht damit getan ist, mir die Zeit einzuteilen. Ich gehe nicht so weit zu sagen, dass ich internetsüchtig bin, aber ich habe zum Beispiel ein großes Problem damit, wenn der Stapel ungelesener Nachrichten wächst und wächst und wächst. Das macht mir fast ein schlechtes Gewissen, baut aber auf jeden Fall großen Druck auf.

Der erste Schritt, um mir neue zeitliche Ressourcen zu erschließen war also, mit sehendem Augen, beherztem Zupacken und der einen oder anderen Härteentscheidung all das auszusortieren, was ich zwar früher mal gelesen habe, heute aber oft nur noch aus Pflichtgefühl überfliege. Aber zehn Blogposts aus Pflichtgefühl kosten auch eine halbe Stunde.

Ich habe das schon einmal gemacht, damals im Oktober, nach dem besagten Profi-Artikel. Nur, um mal konkrete Zahlen zu nennen: vor der damaligen Aktion hatten sich in meinem Feedly-Profil, mit dem ich die Blogs verwalte, die ich lese, über 20.000 (!) ungelesene Einträge angesammelt. Nach der heute durchgeführten Aktion sind es noch knapp unter 4.000. Immer noch sehr viel, aber nur auf den ersten Blick, denn da sind Dinge drin wie „SMS von gestern Nacht“ mit über 500 Nachrichten, die man in fünf Sekunden gelesen hat, sowie alle möglichen Schreibblogs, -feeds usw., die einfach auch nützlich für meine Arbeit sind.

Der nächste Schritt war, basierend auf den gestern und heute angefallenen Newslettern, rigoros Abos zu beenden, den Spam-Filter zu konfigurieren und ähnliche Dinge zu machen. Und das geht jetzt jeden Tag so weiter.

Keine Sorge, die Blogs der hier mitlesenden Stammleser habe ich natürlich unangetastet gelassen. Nicht, weil ich mich anbiedern will, sondern weil ich diese ja nun wirklich gerne lese und bei den meisten ja auch gerne kommentiere! Das tue ich ja nicht aus Kalkül :-).

Ich verstehe mich als Teil einer netten, kleinen, etwas thematisch durcheinander gewürfelten Community. Und so soll es auch bleiben. Und dafür nehme ich mir auch gerne Zeit. Aber was zu viel ist, das wurde einfach zu viel! Und was nicht mehr für mich funktioniert, davon muss ich mich trennen.

Mir bleiben sowieso schon zu wenige Stunden, um wirklich konzentriert an meinem Traum vom eigenen Buch zu arbeiten. Und manchmal muss man ja schließlich auch regenerieren. Nicht zuletzt vom anstrengenden „echten Leben“.

Ich muss/musste die Balance wieder herstellen, auf ein gesundes Fundament bringen! Und da ist es ein sehr guter Anfang, denke ich, mich von einer ganzen Reihe Zeitfressern gestern und heute getrennt zu haben.

Ein kleines Wort abschließend noch zum Titel des Blogposts: Ich hatte ursprünglich mal vor, alle meine Gedanken in einen einzigen Artikel zu packen. Aber dann wurde mir klar, wie wahnsinnig lang der werden müsste, um wirklich alle Aspekte zu behandeln. Deswegen mache ich da jetzt eine Artikelserie draus. Nicht alle Beiträge werden so lang werden wie dieser. Noch so etwas, was man unter das Stichwort Zeitfresser packen kann. Nicht jeder Beitrag muss über 1.000 Worte haben.

Tja, Ziel verfehlt, würde ich sagen.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend und wenn ihr mir was Gutes tun wollt, dann drückt mir mal die Daumen für meinen Arbeitstag morgen. Ich hab so die Befürchtung, dass der eine Fortsetzung von Freitag werden könnte, weil das ja mit dem Buchungsschluss nicht hingehauen hat und überhaupt … ich fürchte, morgen Abend komme ich auch wieder nur zum „regenerieren“ ;-)!

Jetzt aber: Macht’s gut!