So viele Namen, so wenig Abwechslung

Wer sich jetzt denkt, dass ihm die Überschrift irgendwie bekannt vorkommt, der ist schon ganz schön lange Leser in diesem Blog! In der Tat habe ich schon einmal, das war im Mai 2015, einen Artikel darüber verfasst, dass ich manchmal ganz schöne Probleme mit der Namensfindung für meine Figuren habe. Jetzt, beim Überarbeiten der beiden Romane „Der Beobachter und der Turm“ und „Der Morgen danach“ habe ich erst gemerkt, wie sehr diese Probleme auch vollkommen unterbewusst bestehen.

Namen sind bei Romanfiguren nicht immer Schall und Rauch. Ich versuche, zumindest den Hauptpersonen Namen zu geben, die einigermaßen zu ihnen passen. Das geht nicht immer so weit, dass ich Nachnamen wie „Heldt“ benutze, um den Protagonisten zu kennzeichnen (okay, ich gebe zu, das war ein Scherz).

Die Crux beim intuitiven Schreiben ist ja, dass man relativ häufig in die Verlegenheit kommt, sich eine neue Figur eingebrockt zu haben, die auf einmal da ist und deswegen auch binnen Sekunden einen Namen haben muss, wenn man keine Lust hat, sich minutenlang Gedanken zu machen.

Als ich jetzt beim Überarbeiten saß, bin ich an der einen oder anderen Stelle hängen geblieben.

Eine der Hauptfiguren in „Der Morgen danach“, ein kolossaler Skinhead, hört auf den Namen Manfred, genannt Manni. Manfred heißt aber auch der Leiter eines Freizeitparkfanclubs im Roman „Darkride“. Und ich habe mich zwischenzeitlich schon dabei ertappt, wie ich einer Figur in „Die Welt der stillen Schiffe“ auch diesen Vornamen verpassen wollte, wobei mir rechtzeitig einfiel, dass es langsam mal reicht mit den Manfreds.

Nun ist Manfred ja auch in der Realität kein wirklich seltener Name. Bei anderen sieht es da schon anders aus. So gibt es in „Der Beobachter und der Turm“ eine junge Polizistin, die Janina Lüdtke heißt. Janina ist jetzt nicht sooo häufig. Ich kenne persönlich keine einzige Frau dieses Namens. Umso mehr stutzte ich am Wochenende, als mir eine Frau Janina Henkel begegnete, die in „Der Morgen danach“ auf genau einer Seite auftritt, als Telefonistin einer Zeitungsredaktion. Gut, die heißt jetzt nicht mehr Janina, sondern Jasmin.

Ich habe keine Ahnung, woran es liegt, dass mir manche Namen immer wieder wie von selbst in den Sinn geraten. Wenn es denn wenigstens Namen wären, die ich mit jemandem verbinden würde, dann wäre es klarer.

Einen Spaß habe ich mir mit der Namensproblematik übrigens in „Das Haus am See“ gemacht, für das ich ja einen ganzen Haufen Namen brauchte. Da habe ich Namen aus anderen Romanen von mir übernommen, teilweise sogar ganze Personen. Das könnte ein Problem werden, wenn dieser Roman irgendwann mal zur Veröffentlichung anstehen sollte.

Ich habe mir schon überlegt, mir vielleicht eines dieser Namensfindungsbücher für Eltern anzuschaffen. Aber wie ich mich kenne, würde ich da im Bedarfsfall sowieso nicht dran denken. Eine andere Variante wäre, dass ich mir selber eine Liste mit Namen erstelle, die ich immer schon mal in einem Roman verwenden wollte, die mir nur nie einfallen. Aber ich wollte immer schon gerne über eine Mareike oder über eine Nadja schreiben. Männernamen fallen mir sowieso immer keine vernünftigen ein. Bei überwiegend männlichen Protagonisten auch nicht wirklich gut …

Ich glaube, ich probiere das mit dem Büchlein mal aus. Für „Die Welt der stillen Schiffe“ ist mein Ensemble zwar komplett, aber das nächste Projekt folgt ja bestimmt! Und dann will ich mich nicht schon wieder mit Mannis, Julias oder Janinas herumschlagen müssen. So gern ich die Namen ja offensichtlich habe.

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Den Traum real machen (7) Hier, bei der Arbeit!

Meine Güte, war das ein Wochenende! Nicht nur, dass wir ein Konfirmationskleid für meine Älteste kaufen mussten, ich ein ehemals spinnertes Notebook der rechtmäßigen Eigentümerin zurückgebracht habe und das erste Mal seit keine Ahnung im Fitnessstudio war, so ein wenig habe ich auch darauf geachtet, das Wochenende für das zu nutzen, wofür es eigentlich da ist – zum Abschalten nach der Arbeitswoche.

Dennoch bin ich, immer noch, hier bei der Arbeit! Ich bin gerade dabei, die letzten Züge von „Der Morgen danach“ zu überarbeiten, um es danach, wie beschrieben, ein weiteres Mal auf die Reise zu schicken. Verknüpft mit allen guten Hoffnungen, die man an so eine Reise eben knüpfen kann.

Ich bin noch einmal mit der groben Schere durch das Manuskript gegangen und habe weitere 5% des Textes herausgenommen, was ziemlich entschlackt hat, wie ich finde. So langsam kann ich wirklich nachvollziehen, was manche Autoren am Überarbeiten finden. Und vor allem kann ich nachempfinden, dass es etwas Befreiendes sein kann, wenn man merkt, dass der Fettrand, den man an viele Stellen gepackt hat, verschwindet. So nimmt das Manuskript an den richtigen Stellen ab, was, genauso wie beim Menschen, noch selten geschadet hat.

Und die alte Fassung geht mir ja nicht verloren, sondern ist selbstverständlich separat archiviert und bleibt auch separat bestehen.

Und wenn es nicht, wie erhofft, bei dieser laufenden Ausschreibungsrunde seinen Platz findet? Dann geht es eben wieder auf die Reise zu anderen Literaturagenturen und/oder Verlagen. Ich glaube an den Text. Und mit jedem Mal, dass ich ihn lese, glaube ich mehr an ihn.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie seltsam, aber auch sehr gut, es sich für mich anfühlt, so von einem meiner Texte zu denken!

Also, wie gesagt: ich bin hier, bei der Arbeit. Und die Arbeit hört nicht so schnell auf. Da wartet noch ein anderes Manuskript darauf, dass die handschriftlichen Anmerkungen umgesetzt werden. Und dass es dann allgemein mit der Überarbeitung weitergeht.

Aber wenn ich mit „Der Morgen danach“ durch bin, werde ich es, glaube ich, genießen, erst einmal wieder ein paar Seiten zu schreiben. Etwas ganz Neues entstehen zu lassen. Denn das Schreiben fehlt mir. Weil es sich eben weniger nach Arbeit anfühlt.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Arbeitswoche!

Musik und Philosophie: Unheilig – „Zeit zu gehen“

Guten Abend!

Ihr findet mich in etwas nachdenklicher Stimmung. Und zwar habe ich bei der Beantwortung des Liebster Award, den ich von Lisa erhalten habe, eine Frage zum Thema gehabt, was ich mit meiner Kreativität anfangen würde, wenn ich nicht schreiben könnte. Meine Antwort darauf könnt ihr im entsprechenden Beitrag nachlesen.

Nun war ich für meine Verhältnisse in den letzten beiden Tagen viel mit dem Auto unterwegs. Musik läuft darin über einen USB-Stick, wie es ja heute fast normal ist. Als ich den (mit irgendwas über 300 Titeln recht schmal bestückt) auf Shuffle stellte, spülte er mir das Lied „Zeit zu gehen“ der Band Unheilig auf die Lautsprecher.

An dieser Stelle spare ich mir mal alle Überlegungen, ob es jetzt cool ist, Unheilig zu hören oder nicht. Ich habe die Band schon gehört, bevor sie mit „Geboren um zu leben“ bekannt geworden sind. Und ich finde, dass sie ihren Stil nicht groß verändert haben. Man muss sich ja auch mal ins Gedächtnis rufen, dass eins ihrer ersten Alben direkt ein Weihnachtsalbum war. Ein Lächeln kann ich mir trotzdem nie verkneifen, wenn ich bei Google Play Music als „ähnlich wie Unheilig“ Künstler wie Pur oder Helene Fischer angezeigt bekomme ;-).

Also – „Zeit zu gehen“. Das Lied ist entstanden, weil Der Graf (dessen richtigen Namen niemand nennen soll) beschlossen hat, seine musikalische Karriere an den Nagel zu hängen. Ich weiß nicht, ob ich das glaube, oder nicht.

Aber genau diese Ankündigung ist es, die mich nachdenklich gemacht hat.

Wie ist es, wenn man als Künstler von ganz unten kommt, nach ganz oben durchstartet und dann irgendwann bewusst sagt, dass man keine Lust mehr hat? Denn bei allen salbungsvollen Worten, es ist eine Form von „ich will das nicht mehr“, wenn man eine Sache beendet, die man so lange gemacht hat und an der man so einen Spaß gehabt hat.

Wie ich schon sagte, ich führe hier keine Qualitätsdebatte. Ich halte den Grafen für jemanden, der wirklich seine Kunst lebt und der Spaß daran hat. Das hat er jedenfalls auch in weniger erfolgreichen Zeiten so vermittelt.

Was macht so ein Mensch, wenn er auf einmal keine Musik mehr macht? Kann man das wirklich tun?

Ich versuche schon die ganze Zeit, das in meinen Kopf zu bekommen. Und natürlich hängt da auch für mich die Frage dran, ob ich irgendwann bewusst entscheiden könnte, einfach nicht mehr zu schreiben. Punkt. Keine Lust mehr drauf. Gibt genug andere Menschen, die schreiben. Sollen die das doch machen.

Kommt dieser Moment irgendwann im Leben jedes künstlerisch tätigen Menschen? Ein Punkt, ab dem man sich vielleicht nur noch quält, weil man sich mit etwas befasst, das einen eigentlich gar nicht mehr glücklich macht?

Ich werde niemals so erfolgreich werden, wie es Unheilig als Band sind. Es geht auch nur sekundär um mich als Person. Ich kann es mir nur echt nicht vorstellen, einfach einen Schlussstrich zu ziehen, ohne dass es gesundheitliche oder ähnliche Gründe gibt. Wenn man zu krank ist zu schreiben, dann muss man vielleicht damit aufhören. Wenn man keine Gitarre mehr halten kann, dann muss man aufhören, Gitarre zu spielen.

Oder nimmt der Graf jetzt den umgekehrten Weg, den viele Autoren gehen – vom Rampenlicht zurück zur „Schublade“? Spielt wieder für sich und seine Familie Lieder am offenen Kaminfeuer? Vielleicht macht auch das glücklich, nachdem man die große Bühne gesehen hat.

Sehr viele Fragezeichen in diesem Text, ich weiß. Aber so sieht es eben in dieser Angelegenheit in mir aus.

Ob es auch irgendwann für mich Zeit sein wird, zu gehen?

Liebster Award – „4 gewinnt“ Edition

Hallo ihr Lieben!

Na, ist euch auch schon nach Wochenende zumute? Meins wird eher ein wenig zu vollgestopft werden, deswegen gehe ich da mit leicht gemischten Gefühlen rein. Aber ich werde auf jeden Fall versuchen, mein Manuskript von „Der Morgen danach“ fertig zu überarbeiten, um es dann für eine Veröffentlichung anzubieten.

Vorher habe ich allerdings eine kleine „Aufgabe“ nachzuholen, was ich sehr gerne tun möchte. Und zwar wurde ich von Lisa, die auf ihrer Homepage Wabuwabui bloggt, für den „Liebster Award“ nominiert. Dies ist meine inzwischen vierte Nominierung und auch wenn manche sagen, dass es sich bei diesem Award um eine Luftnummer handelt, empfinde ich es doch immer auch als eine kleine Auszeichnung – schließlich signalisiert er mir, dass jemanden interessiert, was ich zu seinen Fragen zu sagen habe. Und diese Fragen waren bis jetzt auch immer durchaus interessant!

Womit ich mich traditionell schwer tue, ist das Nominieren anderer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele keinen besonderen Wert auf diesen Award legen, was ich schade finde. Aber das kann und muss ja jeder für sich selbst entscheiden. Wenn ich nur nicht so schüchtern wäre, zu fragen ;-).

Aber gut, das kommt später. Machen wir doch erst einmal weiter mit den Fragen, welche die liebe Lisa an mich gerichtet hat:

1. Erinnerst du dich noch an die erste Geschichte, die du je geschrieben hast?

Ja, das tue ich, sogar sehr gut. Ich habe, glaube ich, auch irgendwann schon mal darüber auf meinem Blog geschrieben. Die erste Geschichte habe ich in der Grundschule geschrieben, also ganz stilecht in eines dieser linierten A5-Heftchen. Ich glaube, wir sollten eine Geschichte als Hausaufgabe erzählen. Meine Geschichte hatte den Namen „Raumschiff Meteor antwortet nicht“. In ihr ging es um die Besatzung dieses Raumschiffs, die bei einem fremden Volk auf einer diplomatischen Mission war. Aber die Fremden spielten falsch, verkleinerten das komplette Raumschiff und sperrten es in einer Streichholzschachtel ein. Als dann der Präsident der Erde später auf den Planeten der Fremden kam, um nach der Meteor zu suchen, wurde ihm, als Raucher, die vermeintlich leere Schachtel angeboten, die dieser dann eigenhändig in einen Verbrennungsschacht warf.

Viele Jahre später habe ich die Geschichte zu einer Novelle von ungefähr 100 Normseiten Umfang ausgebaut (was heißt, dass außer dem Namen nichts geblieben ist) :-).

2. Was treibt dich an?

Ich beantworte die Frage jetzt einfach mal ausschließlich in Bezug auf das Schreiben und hoffe, dass das so okay ist. Gerne würde ich schreiben, dass mich ausschließlich Dinge wie Zuversicht, der unbedingte Wille, ein Buch zu veröffentlichen und ähnliches antreiben. Das sind auch Aspekte, keine Frage, aber ein ganz großer Antreiber ist: Angst! Die Angst davor, irgendwann auf meinen ganzen netten Buchentwürfen und -ideen zu sitzen und mir die Frage nach dem Sinn der ganzen Arbeit zu stellen, Geschichten zu schreiben, die nie jemand lesen wird. Das ist vielleicht nicht der beste aller antreibenden Faktoren, aber für mich reicht er seit gut einem Jahr aus, wie ja auch dieses Blog beweist.

3. Bloggen – Arbeit oder nicht?

Meistens ist es keine Arbeit. Das hat etwas damit zu tun, dass ich mich nicht als Blogger sehe, der anderen Menschen jetzt wichtige Erkenntnisse mit auf den Weg geben muss, oder immer einen Tipp und einen Trick parat hat. Das können andere Schreiber im Netz tausendmal besser als ich. Dieser Blog ist mein kleines Schreibtagebuch, in dem es um mich, meine Projekte und meine Entwicklung vom Schubladenautor zum Autor mit Veröffentlichung geht. Deswegen schreibe ich die allermeisten Beiträge frei von der Leber weg.

Die meiste Arbeit mache ich mir unterbewusst, weil ich viel zu oft das Gefühl habe, auf Teufel komm raus jeden Tag einen Beitrag schreiben zu müssen. Aber da arbeite ich dran – und es ist letztlich auch ein ganz anderes Thema.

4. Warum möchtest du veröffentlichte/r Autor/in sein?

Das ist einer meiner ganz alten Lebensträume! Aber eine konkrete Antwort darauf zu geben ist gar nicht so einfach. Wahrscheinlich wirklich, um, wie gerade schon gesagt, dem Ganzen einen Sinn zu geben. Und natürlich, weil ich mich über jeden freue, der etwas von mir liest. Deswegen freue ich mich auch jetzt schon über jeden Like und jeden Kommentar auf meinem Blog :-).

5. Was ist dein Lebensziel?

Eine Nummer kleiner ging es nicht, oder? 😉

Es gibt viele Dinge an mir und in meinem Leben, die nicht so funktionieren oder funktioniert haben, wie ich es gerne hätte. Deswegen wäre mein größtes Ziel, irgendwann auf mein Leben schauen zu können und zu sagen, dass es alles in allem doch nicht ganz so schlecht war.

6. Lesen oder schreiben?

Beides hat seine Zeit. Insgesamt schreibe ich aber lieber, als dass ich lese. Ein (Fehl-)Verhalten, das man ja vielen Autoren nachsagt, dass sie zwar erwarten, dass ihre Bücher gelesen werden, sie selbst aber nicht lesen.

7. Wie würdest du deine kreative Energie nutzen, wenn du nicht schreiben könntest?

Das ist jetzt sehr hypothetisch. Wenn ich nie den Dreh zum Schreiben bekommen hätte, damals, als Kind, gäbe es eine gewisse Chance, dass ich über Umwege irgendwie zur Musik gekommen wäre. Was heute passieren würde, wenn ich von jetzt auf gleich nicht mehr schreiben könnte, weiß ich nicht. Wahrscheinlich würde ich schlicht und ergreifend den Verstand verlieren.

8. Welches ist deine Lieblingsfarbe (und warum)?

Wenn man mich ansehen würde, würde man auf Schwarz tippen (ich trage seit zwanzig Jahren ausschließlich schwarze Kleidung). Tatsächlich ist es aber grün! Warum? Keine Ahnung, ehrlich nicht. Ich mag die Farbe einfach. Und sagt man nicht auch, dass die Hoffnung grün ist!?

9. Was würdest du mit einer Million Euro anfangen?

Da bin ich als zweifacher Familienvater eher konservativ. Zuerst würde ich unser Haus abbezahlen. Dann würde ich ein wenig Geld in Modernisierungsmaßnahmen stecken. Meine beiden Töchter bekämen eine ordentliche Einlage auf ihr Ausbildungskonto. Ich kann mir nicht vorstellen, das Geld groß zu verprassen. Das Meiste würde einfach an die Seite wandern und dann nach und nach aufgezehrt werden (ein gewisser Anteil natürlich auch für schreibnahe Leistungen wie Lektorat, geiles Cover und dergleichen mehr). Ich sag ja: schrecklich langweilig.

Was ich übrigens, zum Entsetzen meiner Kollegen, niemals, auch nicht bei 100 Millionen machen würde, wäre, meinen Job aufzugeben. Ich würde auf ein sehr kleines Teilzeitmodell runterfahren, das ausreichend Zeit zum Schreiben lässt. Aber ich glaube, dass man auch den externen Input braucht, um kreativ bleiben zu können. Außerdem genieße ich die Vorstellung, jeden Tag mit dem Gefühl zur Arbeit gehen zu können: „Wenn mir das nicht passt, was ihr macht, dann bleib ich ab morgen eben Zuhause!“ 😉

10. Welches ist dein Lieblingsland (und warum)?

Ich muss gestehen, dass ich in noch gar nicht so vielen Ländern gewesen bin. Hat sich mit den kleinen Kindern und vorher mit meinen Eltern nie so ergeben. Am beeindruckendsten fand ich Malta, weil es dort eine einmalige Mischung aus europäischen und afrikanischen Einflüssen gibt und die ganze Insel darüber hinaus wie ein einziges Freilichtmuseum wirkt. Da möchte ich auf jeden Fall auch nochmal hin!

11. Welches ist das schlechteste Buch, das du je gelesen hast?

Über diese Frage grüble ich jetzt schon seit Tagen nach. Ich habe einige objektiv wirklich schlechte Bücher gelesen, die mich subjektiv aber durchaus unterhalten haben. Dafür habe ich aber auch einige objektiv sehr gute Bücher gelesen, die ich subjektiv grausam fand.

Ich habe mich entschieden, die Frage leicht abzuwandeln und stattdessen zu schreiben, welches das einzige Buch ist, das ich mehrfach abgebrochen habe, zu lesen. Es ist mir ein wenig peinlich, aber es handelt sich um „Moby Dick“, einen der größten Literaturklassiker überhaupt. Aber ich bin mit diversen Film- und Hörspielfassungen des Stoffs groß geworden und war einfach nicht auf die, sicherlich fundierten, ausschweifenden Erläuterungen zum Thema Walfang nicht eingestellt. Nein, dieses Buch und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr.

Soweit also meine Antworten auf Lisas Fragen, die teilweise ganz schön knifflig waren!

Die Frage nach einer weiterführenden Nominierung ist sehr, sehr schwierig, weil mir bei einigen, die ich nominieren möchte, jeweils gute Gründe einfallen,dass sie die Nominierung vielleicht gar nicht haben möchten.

Nehmen wir zum Beispiel Julia von Blaubeermuffins machen glücklich, bei der ich im Moment nicht weiß, ob sie mit ihrem akuten (Gute Besserung!) Krankheitsschub überhaupt so viel würde schreiben wollen.

Krank hernieder liegt auch Kari von Karis Tagebuch. Auch ihr gute Besserung.

Dann gibt es die regenbogentänzerin von Auf der Suche nach mir, die im Moment zwischendurch auch einfach ein wenig gebeutelt wird.

Diese drei wären feste Nominierungen (und Lese- wie Folgeempfehlungen) von mir gewesen.

Wisst ihr, wie ich das jetzt einfach mache? Ich schreibe die 11 Fragen, die ich gestellt hätte, einfach hierhin. Und wer möchte, der schreibt mir, dass er diese gerne auf seinem/ihrem Blog beantworten mag und dann verlinke ich das noch so, wie es sich gehört. Oder vielleicht mag ja jemand von euch auf eine oder mehrere der Fragen auch einfach so, in den Kommentaren eingehen?

Ich weiß, dass das ein wenig unkonventionell ist, aber manchmal muss man auch Mut zur Lücke haben, finde ich.

Die Fragen lauten, in teils schon guter alter Tradition, wie folgt:

1.) Angenommen, das Bloggen würde verboten. Würdest du dich dran halten?
2.) Welche kreative Tätigkeit würdest du gerne ausüben können?
3.) Wenn du einer Romanfigur die Hand schütteln und dich mit ihr unterhalten dürftest: Welche wäre das?
4.) Liest du Romane oder Bücher allgemein nur einmal oder mehrfach und welches Buch hast du am häufigsten gelesen?
5.) Frei nach Kafka: Als du eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachst, findest du dich in deinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Wie geht es weiter?
6.) Welche geschichtliche Epoche reizt dich so sehr, dass du dort gerne einmal einen zweiwöchigen Urlaub verbringen würdest?
7.) Bei welchem Lied wirst du emotional? Nur falls du magst darfst du auch gerne erzählen wieso.
8.) Hast du ein Ritual, das für dich unverzichtbar ist?
9.) Du wirst von Aliens entführt und sollst sie zum Anführer deiner Welt bringen. Zu wem würdest du sie schicken?
10.) Die Handlung welchen Buches würdest du gerne umschreiben – und warum?
11.) Angenommen, du hättest die Chance, deinem jüngeren Ich einen einzigen Ratschlag zu erteilen. Welcher wäre das?

Ich hoffe, euch mit diesem Beitrag ein klein wenig mehr über mich verraten zu haben. Aber nicht zu viel, denn Autoren sind schließlich geheimnisvolle Wesen! 😉

Habt einen guten Start ins Wochenende!

“Die Welt der stillen Schiffe” – Status nach der 15. Woche

Schönen guten Abend!

Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, werde ich mich jetzt wirklich (ja, wirklich!) mal kurz fassen. Denn es gibt zum Thema „Die Welt der stillen Schiffe“ nicht unbedingt etwas Neues zu berichten. Wie ihr in den letzten Tagen lesen konntet, habe ich mich voll und ganz darauf konzentriert, zuerst „Der Beobachter und der Turm“ und jetzt „Der Morgen danach“ zu überarbeiten. Da ist zum Schreiben keine Zeit geblieben. Auch wenn es schade ist.

Positiv finde ich, dass ich es im Moment glatt hinbekomme, mir keine Sorgen darüber zu machen, wieder in den Stoff reinzufinden, wenn es nächste Woche (denke ich) an der Zeit dazu ist. Das war früher immer eine meiner ganz großen Ängste, dass ich nach wenigen Tagen Pause den Stoff „verlieren“ könnte.

So bleibt mir jetzt nichts, als euch noch einen schönen Abend zu wünschen und auf kommende Woche zu vertrösten :-).

Macht es gut!
Michael

Lesetipp: Welcher Schriftsteller ist kein Kotzbrocken?

Mal Hand aufs Herz: ist das nicht ein wunderbarer Titel? Schade, dass er nicht mir eingefallen ist, sondern der Süddeutschen Zeitung. Und auch die haben ihn sich nicht ausgedacht, sondern ein Zitat aus dem Interview verwendet, das ich euch heute dringend ans Herz legen möchte.

Interviewpartner ist Raimund Fellinger, der Cheflektor des Suhrkamp-Verlags.

Nun hat Suhrkamp mit mir ja ungefähr soviel zu tun, wie eine Ameise mit dem Mount Everest. Während das, was ich schreibe, sich in den Bereich Unterhaltung einordnen lässt, steht der Name Suhrkamp für alles das, was man in Deutschland in den Bereich der gehobenen Literatur einordnet. Der Verlag ist sein eigenes Gütesiegel geworden, was dies anbetrifft und wird in diesem Sinne sowohl im positiven Sinne, als auch im abschreckenden Sinne verwendet. Unvergessen ist in diesem Zusammenhang ein Zitat von Andreas Eschbach, der zugab, ganz am Anfang seiner Karriere, mit vielen Vorstellungen und Einflüsterungen, wie man „richtig“ zu schreiben habe, in akuter Gefahr geschwebt habe, „zu versuhrkampen“.

Aus diesem Grund hätte ich persönlich nie damit gerechnet, dass ich über ein Interview mit dem Cheflektor dieses Verlages sagen würde, dass es das Unterhaltsamste ist, was ich seit langem gelesen habe!

Fellinger nimmt in keiner Weise ein Blatt vor den Mund, wie das Kotzbrocken-Zitat schon andeutet. Und das schöne ist, dass sich im Zusammenspiel zwischen Interviewer und Interviewtem mehrere solcher Bonmots finden – die im Endeffekt doch nur dazu angehalten sind, Interesse an der Arbeit des Verlags wie an der Arbeit seiner Autoren zu finden.

So zum Beispiel dieses Kleinod:

Treffen Sie sich mit Autoren, um Änderungen zu besprechen?
Sehr selten. Handke ist eine Ausnahme. Er empfindet ein falsches Komma als Anschlag auf seine gesamte Existenz.

Oder auch

Sie sagen, Lektoren seien »Arschkriecher«. Warum?
Weil ich so weit wie möglich in den Autor hineinschlüpfen muss. Ich darf in einem Manuskript von Andreas Maier nicht mit einem Thomas-Mann-Komplex herumfuhrwerken. Bei Maier soll man Maier kriegen.

Es finden sich aber auch wirklich interessante Einblicke in die Arbeit eines Lektorats, etwa zu der Frage, wieso Umberto Ecos „Der Name der Rose“ nicht bei Suhrkamp veröffentlicht wurde, obwohl man schon Bücher von ihm im Portfolio hatte.

In diesem Sinne, schaut in das Interview rein, lest über Choleriker und Egomanen, über verkannte Genies und zwanghaftes redigieren. Und auch wenn ich sicherlich niemals in die Verlegenheit kommen werde, zu versuhrkampen, brauche ich ja meinen Traum nicht aufgeben, auch irgendwann einmal der Kotzbrocken eines Lektors zu sein ;-).

Vom Word-Count-Wahnsinn runterkommen!?

Auf meinen letzten Beitrag zum Thema der Post-Schreiburlaubs-Depression habe ich von meinem Kommentator NNIN einen Kommentar erhalten, der mir Stoff zum Nachdenken gegeben und daher Anlass geboten hat, ihn hier ausserhalb der Kommentarspalte zu beantworten. Außerdem möchte ich die Fragen, die sich mir gestellt haben, gerne auch an die mitlesende Allgemeinheit richten.

Aber hier zunächst einmal NNINs Kommentar:

Guten Morgen, Mic
Mein Rat: Nimm’s nicht zu ernst. Man kann sich auch in einen Blues reinsteigern. Besser: Mund abwischen, lachen und sich hinsetzen und schreiben.
Routine entwickeln. Bei Downs einfach strikt die Routine durchziehen – auch wenns sich hohl und sinnlos anfühlt.
Noch ein Rat (hört sich hart an, egal): Komm endlich runter von diesem kontraproduktiven Word-Count-Wahnsinn! Setz dich jeden Tag (7 Tage die Woche, wortwörtlich) hin und schreibe/korrigiere eine halbe Stunde, besser: eine Stunde, (d)einen Text. Word-Count bringt nur absolut verfettete defomierte Texte hervor, die hundertmal mehr Überarbeitung brauchen als geplottete schlanke Werke!
Wie immer: meine Meinung.
NNIN

Hallo NNIN,

danke für deinen Rat zum „ernst nehmen“, ich bin schon ein klein wenig besser gestimmt (auch wenn das mit dem Lachen noch nicht so geklappt hat).

Beim Word-Count-Wahnsinn kann ich deine Meinung nachvollziehen. Allerdings bin ich nun einmal kein plottender Autor. Ich habe es versucht, es funktioniert für mich nicht und schlimmer – es macht mir auch überhaupt keinen Spaß auf diese Weise.

Dass ich auf die Art Texte produziere, die genauere Überarbeitung brauchen, muss ich in Kauf nehmen. Das, zumindest, habe ich inzwischen erkannt und akzeptiert.

Die Fragen, die sich mir stellen, sind allerdings folgende: woran, wenn nicht an den Worten, kann ich Produktivität messen? Woran, wenn nicht an den Worten, kann ich den Umfang eines Textes bestimmen, eine Einordnung treffen, ob er für sein Genre zu lang/zu kurz ist? Ist nicht letztlich der gesamte Literaturbetrieb auf ein Zählen von Worten und/oder Anschlägen ausgelegt, alleine schon durch die Verwendung der Normseiten?

Deine Meinung hierzu würde mich sehr interessieren! 🙂 (*)

Dass es noch einmal auf einem anderen Blatt steht, sich permanent selber wie einem störrischen Esel die Wörter-Möhre vor die Nase zu halten und sich schlecht zu fühlen, wenn man nicht mindestens 1.000 Wörter geschrieben hat, da stimme ich dir zu. Da habe ich gerade im Rahmen meines Schreiburlaubs auch einen neuen gedanklichen Zugang gefunden. Wenn Überarbeiten dran ist, dann kann ich eben nicht so viel schreiben. Das ist dann danach wieder an der Reihe. Permanenter Stress mit Dreifachbelastung (vergessen wir den Blog nicht) bringt nichts.

Vielen Dank für deinen Kommentar, der mir Anreiz zum Nachdenken gebracht hat!

 

(*) Und, wie erwähnt, auch die Meinung von allen anderen Mitlesern!