Den Traum real machen (2) Der Beobachter und der Turm – Überarbeitung

Entschuldigt bitte den etwas langen und möglicherweise ungelenk wirkenden Titel dieses Beitrags, aber ich habe so das Gefühl, als ob ich noch öfter über das angesprochene Projekt im Rahmen dieser Artikelserie schreiben könnte. Und deswegen habe ich das Stichwort „Überarbeitung“ lieber noch mit aufgenommen.

„Der Beobachter und der Turm“ soll mein erster in Eigenregie veröffentlichter Roman werden. So lautete die Planung bereits im September, als ich anfing, daran zu schreiben. Jetzt haben wir Februar und in der Zwischenzeit, also seitdem ich Mitte November die Rohfassung fertig hatte, hat sich nichts mehr getan.

Der Hauptgrund dafür hört mit Sicherheit auf den schönen Namen „Die Welt der stillen Schiffe„, denn das, was ursprünglich gedacht war, um mit einer netten kleinen Fingerübung den Rest des NaNo 2015 auszufüllen, ist zu einem vollumfänglichen Roman angewachsen.

Die Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang allerdings stelle ist die, ob ich nicht auch eifrig daneben mit unbewusster Prokrastination an das Thema herangegangen bin.

„Der Beobachter und der Turm“ braucht Überarbeitung, so wie jeder Roman Überarbeitung braucht, wenn er denn etwas taugen soll. Ich gehe zu, dass Überarbeiten nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten zählt. Deswegen versuche ich, schon im ersten Entwurf einigermaßen ein vorzeigbares Manuskript zu erreichen. Aber wer glaubt, dass das immer so funktioniert, dem habe ich auch eine schlechte Nachricht zu übermitteln, die den Osterhasen betrifft …

Nein, Überarbeiten muss nach einem einigermaßen festen Schema und vor allem auch innerhalb eines einigermaßen einhaltbaren Zeitfensters geschehen. Dabei muss ich allerdings auch an meine zeitlichen Möglichkeiten und Ressourcen denken, diese so koordinieren, dass ich mir am Ende nicht zu viel Druck aufbürde – was in einem kreativen Prozess nun auch nicht immer das Beste ist.

Ich habe gestern Abend das gesamte Manuskript, alle 577 Normseiten, einmal ausgedruckt. Mein erster Arbeitsschritt wird jetzt sein, das Manuskript zu lesen und dabei in mir vertrauter Art Anmerkungen und Korrekturen an den Rand schreiben. Das ist ähnlich dem, was ich auf der Arbeit auch hin und wieder machen „darf“.

Der zweite Schritt wird es sein, das Manuskript via Papyrus auf Vordermann zu bringen. Da graut es mir jetzt schon vor, weil ich weiß, wie zäh man sich an so mancher Formulierung mit dem Programm reiben kann. Aber ich weiß auch, dass es einfach Sinn macht, es einzusetzen – mal ganz davon abgesehen, dass ich es mir exakt dafür gekauft habe.

Hanna hat mir gestern noch den Floh ins Ohr gesetzt, dass die Software zur Spracherkennung inzwischen so gut ist, dass man wirklich flüssig damit arbeiten kann. Seitdem überlege ich, ob es für mich eine Hilfe sein könnte, den ganzen Text noch einmal zu diktieren, weil man dabei ja noch einmal ganz anders auf Dinge wie den Textfluss achtet. Da habe ich eine Entscheidung aber noch nicht getroffen.

Und dann hat es sich ja bewährt, den Text noch mal auf dem E-Book-Reader zu lesen, um eine ganz andere Sichtweise auf ihn einzunehmen.

Meine Überarbeitungsphasen im Überblick:

  1. Korrektur des ausgedruckten Exemplars / Durchsicht auf offensichtliche Fehler im Aufbau, in der Handlung / Einbringen evtl. neuer oder anderer Aspekte
  2. (ggf. Diktat des Textes nach Papyrus, um textliche Schwächen zu finden)
  3. Korrektur+Analyse des Textes in Papyrus / Ausmerzen stilistischer Schwächen
  4. „Letztmaliges“ Lesen des Textes auf dem Kindle / Ausgewogenheit des Textes kontrollieren

Nachdem das alles gelaufen ist, könnten theoretisch Testleser an den Roman gehen. Es gab hier auf dem Blog ja vor Monaten schon einmal vorsichtige Interessenten. Da ich leider nicht mehr weiß, wer und wo das geschrieben hat, möchte ich euch bitten, dass ihr euch vielleicht über die Kommentarfunktion hier oder noch besser über die Kontaktseite bei mir meldet, wenn ihr Interesse habt.

Und jetzt kommen wir zum wirklich spannenden Teil: dem avisierten Zeitfenster!

Ich habe, aller Voraussicht nach, im Februar eine Woche frei, die ich so viel wie möglich dem Schreiben, also auch diesem Projekt, widmen möchte. Das alleine wird beileibe nicht reichen, so dass ich mir ernsthafte Gedanken machen muss, wie ich mir die Freiräume schaffe. Zumal 577 Seiten nicht mal eben so durchgesehen sind.

Ich bin ja auch nicht gezwungen, alle Schritte (ich nehme Schritt 4 mal aus) von A-Z fertig zu haben, bevor ich mit dem nächsten anfange. Es ist durchaus ein Modell, kapitelweise vorzugehen und auf diese Weise auch schneller sichtbare Ergebnisse zu produzieren. Ich gebe zu, dass der Gedanke mir gerade spontan kam, als ich durchgerechnet habe, wie viele Seiten ich für Punkt 1 am Tag schaffen müsste, um pünktlich zu meinem Urlaubsbeginn mit Schritt 2 und 3 anfangen zu können ;-).

Gehen wir davon aus, dass alles so funktioniert, wie ich es mir erhoffe, ich nicht krank werde, mein PC nicht den Geist aufgibt, kein Atomkrieg ausbricht und ich nicht den Moment erlebe, in dem ich all mein schriftstellerisches Können in Frage stelle, dann halte ich es für realistisch, mit diesen Arbeiten bis ungefähr Mitte/Ende März fertig zu sein. Die Testleser, wenn sich denn welche fänden, könnten den Text dann als Osterpräsent im Körbchen haben.

Und irgendwann im April/Mai würde „Der Beobachter und der Turm“ dann ins Lektorat gehen, je nachdem, was ich noch alles ändern könnte/sollte/müsste.

Kinder, ist das alles aufregend und umständlich und zeitintensiv! Sollte man gar nicht glauben, oder? Aber wenn ich jetzt schon übers Veröffentlichen nachdenke, dann will ich es ja auch bestmöglich tun. Ich denke mal, das ist verständlich.

Halten wir also noch einmal fest:

01.02.2016: Start der Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“

voraussichtliche Arbeitszeit: 7-8 Wochen

Arbeitsaufwand: enorm

aber:

Bange machen gilt nicht!