Lesetipp: Vom Umgang mit Kritik

Guten Abend alle zusammen!

Ich bin mal wieder auf einen interessanten Artikel im Internet gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Dabei handelt es sich um ein Thema, mit dem jeder Autor früher oder später in seiner Arbeit zu tun bekommen wird: der Umgang mit Kritik!

Wolfgang Tischer vom Literaturcafé hat eine ganze Menge von wertvollen Tipps und Tricks zusammengestellt, wie man sich verhalten soll, wenn man mit Kritik konfrontiert wird, die vielleicht nicht immer so ausfällt, wie man es sich wünschen würde. Machen wir uns nichts vor, niemand von uns lässt sich gerne für das kritisieren, was er da tut. Die meisten von uns legen sehr viel Herzblut in ihre Arbeit und da tut es natürlich weh wenn andere das einfach so, mit einem Federstrich sozusagen, klein reden.

Ich weiß, dass ich in dieser Beziehung ein ganz besonders gelagerter Fall bin. Ich würde nicht sagen, dass ich schnell eingeschnappt bin, wenn ich mit Kritik konfrontiert werde, aber ich nehme sie mir schon sehr zu Herzen.

Damit mache ich es meinen Kritikern manchmal schwer, mir wirklich im Sinn einer kritischen Betrachtung Hilfestellung zu geben. Ich möchte mir noch gar nicht ausmalen wie es sein wird, wenn irgendwann wirklich die geballte Kritik aller meiner Leser auf mich einströmt. Nun ja, erst einmal müssen sich dafür natürlich Leser einfinden ;-).

Das komische an der ganzen Sache ist, dass ich eigentlich ganz genau weiß, dass Kritik etwas sehr konstruktives ist. Schließlich war ich lange genug selber als Kritiker im Internet unterwegs und habe anderen meine Meinung, die mal mehr und mal weniger freundlich war, auf die Nase gebunden.

Auf jeden Fall ist mir beim Lesen von Wolfgang Tischer Artikel bewusst geworden, wie viel ich noch zu lernen haben werde, bevor ich mich wirklich als offen im Umgang mit Kritik bezeichnen kann.

Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Lesen des sehr aufschlussreichen Artikels!

PS: als kleiner Nachtrag zum Artikel von heute Mittag, ist vielleicht erwähnenswert, dass dieser Artikel komplett über die Spracheingabe von Dragon NaturallySpeaking entstanden ist. Und ich musste nur ziemlich wenig korrigieren. Vielleicht werden wir beide doch noch Freunde!?

Der Floh im Ohr: Spracherkennung

Ich habe ja schon gestern davon geschrieben, dass ich mich, nachdem Hanna ihre enthusiastische Schilderung in ihrem Blog geschrieben hat, intensiv mit dem Thema Spracherkennung auseinander setze. Eigentlich hatte ich vor, hier zu schreiben: auseinander gesetzt habe, aber ich bekomme die Vergangenheitsform nicht hin.

Es ist einer der ältesten Träume aller Computerfreaks, irgendwann mit ihrem Computer sprechen zu können – am besten noch so, dass der einen versteht. Aber auch das Führen eines elektronischen Buches ist ein in der Science-Fiction gerne gesehenes Element.

Ich glaube, meine erste kindliche Begegnung mit diesem Phänomen war Lorne Greene, der in seiner Rolle als Kampfsternkommandant Adama in der Serie „Kampfstern Galactica“ sein Logbuch so führte, dass er in ein Mikrofon sprach und in Zwischenschnitten immer wieder gezeigt wurde, wie hellgrüne Großbuchstaben auf einem dunkelgrünen Rasterbildschirm erschienen.

Zu diesem Zeitpunkt schrieb ich selber noch nicht, aber ich arbeitete am Computer und ich wusste, dass das nicht realistisch war. Mit meinem Computer konnte man nicht sprechen, da musste man tippen! Jahre später sah ich, wie Mister Scott vom Raumschiff Enterprise in „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“ fassungslos vor einer Tastatur saß, und wirklich seine Finger benutzen musste. Das war so ungefähr das gleiche Erleben, nur in umgekehrter Richtung.

Wann genau und womit ich das erste Mal praktische Erfahrung mit dem Thema Spracherkennung am PC machte, das kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur, dass es eine sehr ernüchternde Erfahrung gewesen ist. Das hatte nichts mit der Lockerheit eines Commander Adama und auch nichts mit der rauen Selbstverständlichkeit eines Montgomery Scott zu tun. Das war, gelinde ausgedrückt, ein einziger Krampf. Entweder sprach ich zu schnell, oder mein PC verarbeitete zu langsam. Wenn ich ein Wort nicht ganz deutlich akzentuierte, kam irgendein Zufallsprodukt dabei heraus.

Seitdem habe ich mich immer mal wieder mit dem Thema beschäftigt, wenn auch zumeist auf einer theoretischen Ebene durch das Lesen von Tests und dergleichen.

Aber Hannas Bericht hatte mich so angefixt, dass ich das Ganze jetzt noch einmal ausprobieren wollte. Leider gibt es auf der Website der Firma Nuance, welche das Programm Dragon NaturallySpeaking in PC-Version 13 herausgebracht hat, keine reine Testversion zum herunterladen. Man ist gezwungen, das Programm für nicht ganz günstige 169 Euro (in der Premium-Version) zu kaufen, erhält dabei allerdings ein 30-tägiges Rückgaberecht.

Der Download betrug vier Gigabyte und benötigte etwa eine Viertelstunde. Die Installation auf meinem PC war sehr schnell beendet, allerdings habe ich von einer SSD auf eine SSD installiert. Festplatten brauchen entsprechend länger.

Und dann kam der spannende Moment der Inbetriebnahme. Da ich kein anderes Mikro zur Verfügung hatte, habe ich mein Android-Handy als Mikro via W-LAN eingerichtet. Das klappte auch problemlos.

Direkt nach dem Start muss man sich ein Profil anlegen und Dragon führt einen durch einen interaktiven Lernkurs. Aber die Feinheiten der Installation und des Starts usw. sind hervorragend in einem Test der Zeitschrift CHIP beschrieben, der die Erfahrungen mehrerer Tester wiedergibt.

Aber wie sind denn jetzt meine Erfahrungen?

Mit einem Wort: Durchwachsen! Ich habe damit angefangen, einen einfachen Text zu diktieren, so nach dem Motto „ich probiere mal aus, was diese Software kann“. Das funktionierte beinahe schon zu gut, um wahr zu sein! Auch das mitdiktieren von Satzzeichen bereitete mir keine Probleme. Der Umgang mit einigen Kommandos von Dragon ist gewöhnungsbedürftig. Aber das Löschen des letzten Wortes oder dergleichen klappt auch ohne langes Einstudieren recht gut.

Was mich ernüchtert hat, war allerdings der Versuch, einen Dialog zu diktieren. Dragon verschluckte sich hoffnungslos an meinen Kommandos „Anführungszeichen auf“ und „Anführungszeichen zu“. Es kam keine einzige lesbare Zeile dabei heraus.

Vielleicht wurde ich dadurch aber auch so hektisch, dass es gar nicht mehr klappen konnte. Denn als ich anschließend eine E-Mail diktieren wollte, kam auch dabei nur noch Käse heraus. Und das Schlimmste war, dass ich merkte, wie ich anfing, meine Worte so zu wählen, dass die Erkennungsrate bestimmt hoch bleiben würde. Keine gute Taktik zum Schreiben, wenn man anfängt, sich innerlich zu zensieren.

Am Ende des gestrigen Tages hatte ich also die Zeit, die ich eigentlich zum Überarbeiten benutzen wollte, mit Technikspielereien verdaddelt und war schon kurz davor, das Programm einfach zu löschen und heute das Rückgabeprocedere in Angriff zu nehmen (dafür muss man beim Kundenservice anrufen).

Aber ich habe dreißig Tage Zeit, mir eine Meinung zu bilden und die sollte ich dann jetzt auch in Anspruch nehmen. Denn wenn das Programm hält, was es verspricht, wirklich mitlernt, wie es soll, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass es eine Erleichterung für den Schreiballtag sein kann. Denn selbst ich, der ich an der Tastatur wahrlich nicht der Langsamste bin, spreche dann doch noch einen Tacken schneller, als ich tippe. Voraussetzung ist natürlich, dass es sich die Eigennamen, mit denen ein Autor zwangsläufig im Dutzend jongliert, auch ordentlich merkt.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was meine Entscheidung nun ergibt. Bis dahin werde ich ein wenig weiter herumprobieren. Und, wenn ich auch nur halbwegs überzeugt bin, den Download trotzdem zurückgeben und mir eine Retail-Version kaufen. Die hat nämlich das Headset mit dabei, das mir fehlt (und ist je nachdem auch noch günstiger zu bekommen *hüstel*).

Ist dies nun die Erfüllung der Diktierträume aus den Science-Fiction-Filmen? Nein, sicherlich nicht. Ist es aber das bisher beste Stück Software aus dem Bereich, das mir unter die Augen gekommen ist? Ja, absolut!

Ich kann also einen vorsichtigen Tipp aussprechen, das Ganze auch einmal anzutesten, wenn man bereit ist, das Geld dafür zu investieren. Eine einfache, zeitbeschränkte Testversion, wäre dennoch deutlich kundenfreundlicher gewesen, liebe Sales-Manager bei Nuance!