Die Farben der Überarbeitung – Ein Beispiel

Wisst ihr noch, wie ich vor ein paar Tagen sagen musste, dass ich Probleme mit meinem Scanner habe und euch deswegen leider nicht zeigen kann, wie das aussieht, wenn ich mich mit meinen fünf verschiedenen Farben an die Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“ mache?

Nun, inzwischen habe ich das Ding wieder ans Laufen bekommen und nehme das zum Anlass, euch einmal die allererste Seite des Manuskripts zu zeigen. Nicht alle Seiten bis jetzt weisen so viele Änderungen auf, aber es gibt auch einige, die noch „schlimmer“ aussehen. Wobei das Wort „schlimm“ in diesem Zusammenhang ja ein sehr schizoides ist. Denn schließlich geschieht jede Kürzung, jede Straffung, jede Änderung zum Wohl des Textes.

Also, Vorsicht, es wird bunt! 🙂

Manuskriptseite 1

Manuskriptseite 1

Noch einmal zum ertragen von Kritik

Hallo ihr Lieben,

es ist noch einmal Zeit für einen kleinen Blick auf die Kritik. Deswegen wäre es schön, wenn ich ein klein wenig von eurer Aufmerksamkeit haben könnte :-).

Ich möchte an dieser Stelle einmal Danke zu allen Menschen sagen, die sich die Zeit und den Aufwand nehmen, anderen Menschen mehr oder weniger ohne Gegenleistung hilfreiche Tipps auf den Weg zu geben, wie sie ihre Arbeit, in meinem Fall das Schreiben, verbessern können.

Oft geschieht es, dass diese Menschen nicht richtig verstanden werden, weil derjenige, an den sich die Tipps richten, die Botschaft dahinter nicht so verstehen, wie sie gemeint ist. Viele von uns sind es gewohnt, Nachrichten nur auf dem Beziehungs- oder auch dem emotionalen Ohr zu hören. Das hat ganz viel mit Psychologie zu tun.

Wem ist es noch nicht passiert, dass er zum Beispiel im Job kritisiert wurde und sich dabei völlig falsch gesehen oder interpretiert fühlte? Und jetzt passiert uns das auch noch im Hobbybereich, dass da jemand kommt und sagt: Das könntest du besser machen!

Ich gestehe, dass ich da ein prädestinierter Fall für bin. Ich habe auf diesem Blog oft genug gestanden, dass ich ein sehr eingeschränktes Selbstwertgefühl habe, was die Qualität meiner Texte angeht. Das macht empfindlich für Kritik aller Art – ich habe zu Anfang der Woche ja auch erst darüber geschrieben.

Was mir aber im Laufe der Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“ aufgefallen ist, ist eine echte neue Erkenntnis für mich: Wenn ich die Beziehungsebene mal außen vor lasse, es also schaffe, Kritik nicht als etwas zu sehen, das mir in meiner Persönlichkeit schaden will, dann kann ich wirklich positive Aspekte für meine Texte daraus ziehen!

Das wird jetzt für viele wie das natürlichste auf der Welt klingen, aber ich denke, es gibt keinen Menschen, der nicht schon einmal emotional reagiert hat, wo er eigentlich, mit ein wenig anderem Blickwinkel, besonnen hätte sein sollen. Vielleicht sogar dankbar.

Aber das unterscheidet uns von Maschinen, dass wir solche Fehler machen. Weil wir Gefühle haben. Und weil diese Gefühle manchmal schlechte Ratgeber für uns sind. Jedenfalls dann, wenn wir uns nur auf sie verlassen.

Ich denke, das ist der Grund, warum sich Ratgeber so gut verkaufen. Sie machen meistens nichts anderes, als die Informationen zu verpacken, welche man aus einer Kritik oder einem Ratschlag auch gewinnen kann. Aber sie stehen schwarz auf weiß gedruckt und es ist schwer, auf ein Buch sauer zu sein ;-).

Ich bin gerade dabei, von den vielen guten Ratschlägen zu profitieren, die ich erhalten habe. Und dafür bin ich dankbar. Deswegen war es mir ein besonderes Anliegen, diesen Text zu schreiben.

Danke, ihr wisst, wer ihr seid!

Euch allen einen schönen Samstag,

Michael