Den Traum real machen (4) Der Schreiburlaub – vorher

Einen schönen guten Tag zur Mittagszeit – und aus der letzten Mittagspause vor meinem einwöchigen, von mir so deklarierten, Schreiburlaub :-).

Ich habe ja hier schon einige Male davon gesprochen, dass ich die Idee hatte, mir eine Woche Urlaub zu gönnen, in der ich nicht etwa Zuhause herumgammeln möchte, sondern in der ich mich mehr oder weniger ganz meinem Schreiben und den Dingen, die dazu gehören, zu widmen gedenke. Und, schneller als gedacht, jetzt ist diese Woche auch schon da.

Und ich habe ziemlich gemischte Gefühle.

Ich habe in den vergangenen Tagen zwei Extreme erlebt. Ich habe zum einen erfahren, wie viel ich innerhalb kürzester Zeit schaffen kann, wenn ich mich wirklich konzentriert an die Arbeit setze und meinen einen Text entweder überarbeite oder den anderen Text schreibe. Ich habe aber auch erkennen müssen, dass ich für diese Konzentration einen Preis bezahle – sei es mit einem kompletten Tag Ausfall, oder sei es so wie gestern Abend, dass mir irgendwann einfach der Rücken zu sehr weh getan hat, um mit der Überarbeitung fortzufahren.

Welche Lehren ziehe ich jetzt daraus für den Schreiburlaub?

Ganz an erster Stelle steht, dass es nichts bringt, wenn ich wirklich versuche, acht bis zehn Stunden am Tag, an jedem Tag, in den Text zu investieren. Das klingt zwar auf dem Papier gut und würde auch ungefähr dem entsprechen, was ich von einem normalen Bürotag gewöhnt bin, aber es ist die Sache nicht wert, wenn ich nach drei oder vier Tagen feststellen müsste, dass ich überhaupt nicht mehr in der Lage bin, sauber am Text zu arbeiten.

Machen wir uns nichts vor: wenn man im Büro mal einen schlechten Tag hat, dann ist das eben so und tangiert einen selbst eher periphär – jedenfalls in meiner Gehaltsklasse. Aber wenn es um die eigene Arbeit, die eigene Leidenschaft geht, dann sieht das schon anders aus. Ich möchte das beste für meinen Text erreichen und darum gebe ich mir auch die Chancen zum durchatmen.

Ein wenig ungeschickt finde ich, dass gleich das erste Wochenende wegen zwei Geburtstagsfeiern gar keinen rechten Arbeitsfluss aufkommen lassen wird, aber da muss ich durch. Und zwar ohne, dass ich mich danach wieder unter Druck setze!

Für den Mittwoch der kommenden Woche ist ein „day off“ fest eingeplant. Da werde ich, wenn überhaupt, nur ein ganz klein wenig am Text arbeiten.

Fest vorgenommen habe ich mir auch, wenn ich tagsüber, wie geplant, an meinen Texten gearbeitet habe, die Abende zu entspannen. Sei es bei einem guten Buch, einem guten Film, oder wonach auch immer mir dann der Sinn stehen wird. Was ich vorhabe ist ein Schreiburlaub, mit Betonung auf Urlaub, keine Akkordarbeit.

Deswegen halte ich mich auch sehr mit konkreten Vorgaben zurück, was ich in Bezug auf überarbeitete oder geschriebene Seiten erreichen möchte. Ich kenne mich und weiß, dass die ansonsten nur wie Damoklesschwerter über mir und jedem einzelnen Tag schweben würden – immer bereit, herunter zu fallen.

Klingt so, als ob ich den Schreiburlaub ganz locker, entspannt und selbstreflektiert angehen würde, nicht wahr?

Überraschung: das tue ich nicht! Im Gegenteil, ich mache mir Sorgen, ob ich das hinbekomme, so, wie ich es mir wünsche. Ob es funktionieren wird, wie ich es mir vorstelle. Ob es sich gut anfühlen wird, oder ob es eher eine ernüchternde Erfahrung sein wird.

Irgendjemand, ich weiß leider nicht mehr, wer, hat in Bezug auf diese Woche gesagt, ich solle es als eine Art Hineinschnuppern in das Leben eines Profiautoren nehmen und schauen, ob ich mit so einer Art zu leben überhaupt klar käme. Ich bin Realist, ich weiß, dass ich nie Profiautor werde. Da sei dann, diesmal in anderer Richtung, meine Gehaltsklasse vor, die ich mir erst einmal regelmäßig erschreiben können müsste, um den gegenwärtigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Aber es ist ein Gedankenspiel, ein was-wäre-wenn, das seinen ganz eigenen Reiz besitzt – und mit Sicherheit auch Anlass für den einen oder anderen Blog-Artikel bietet.

Freitag Mittag, noch ungefähr eine Stunde im Büro, und dann geht der Schreiburlaub los. Ich freue mich und bin sehr, sehr gespannt darauf!

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11 Gedanken zu “Den Traum real machen (4) Der Schreiburlaub – vorher

  1. Das hört sich sehr gut an 😀
    Meine Erfahrung ist, dass jeder sein eigenes ganz spezielles System zum Schreiben entwickeln muss, wichtig ist nur die Routine mit kreativen Pausen 🙂

    Ich wünsche dir viel Erfolg und freue mich auch schon auf das verdiente Wochenende 😀

    Gefällt 1 Person

  2. Nordlicht schreibt:

    Ich wünsche dir einen guten Start in deinen kreativen Schreiburlaub (auch wenn er gefühlt vielleicht erst richtig nach den Familienfeiern beginnt).
    Eine gute „Woche voller Worte“ wünscht dir mit einem lieben Gruß das Nordlicht

    Gefällt 1 Person

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