Drei Romane, die sich eine Welt teilen

Ich habe es ja schon beschrieben, hier auf meinem Blog. Aus irgendeinem Grund, der mehr im Unterbewusstsein liegt, als dass es sich um eine bewusste Entscheidung gehandelt hätte, spielen drei meiner Romane nicht nur am gleichen Fleckchen Erde, sondern auch, zumindest in Teilen, in der gleichen Welt. Nämlich in der „Welt der stillen Schiffe“.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich diese Welt das erste Mal in „Der Ruf des Hafens“ beschrieb, das vollständig auf der (fiktiven) Nordseeinsel Nordersand spielt, irgendwann in unserer Zeit. In diesem Roman spielt diese Welt nur eine kleine Rolle, weil sie im Zusammenhang mit einem alten Inselfluch steht, der Nordersand mit aller Wucht trifft.

Als ich dann im letzten Jahr „Der Beobachter und der Turm“ schrieb, hatte ich von dem, was sich innerhalb des Turms abspielen sollte, nur wenige Ideen. Das war so eine Art schwarzes Loch, das ich dann während des Schreibens mit Leben füllte. Es war auch in der ursprünglichen Fassung, die ich vor rund fünfzehn Jahren angefangen hatte zu schreiben, keine Rede von Nordersand oder dem Landstrich davor. Diese räumliche Zuordnung kam erst jetzt.

„Der Beobachter und der Turm“ spielt zur Jahrtausendwende in einem Nachbarort von Nordersandsiel, von wo aus die Fährschiffe zur Insel fahren. Und unter bestimmten Umständen, an einem ganz bestimmten Ort, kann man einen Blick erhaschen, auf die Welt der stillen Schiffe.

Und nun also dieser Roman selbst, der sich beinahe ausschließlich in dieser Welt abspielt, in die eine Reihe von Freunden zur Zeit des Zweiten Weltkriegs geraten ist, als sie gerade versuchten, Strandgut von Nordersand nach Nordersandsiel zu transportieren.

Drei Romane, die in drei verschiedenen Zeiten spielen, in ganz unterschiedlichem Erzähltempo daher kommen und ganz eigene Versionen von dieser geheimnisvollen Welt zur Grundlage haben. Und doch drei Romane, die eng zusammenhängen, auch wenn sie keine Personen und so gut wie keine Orte miteinander teilen.

Das wurde mir heute Vormittag so richtig wieder bewusst, als ich, meine Follower auf Twitter haben es schon gelesen, bei der Überarbeitung von „Der Beobachter und der Turm“ an der Stelle anlangte, in der ich auf die „Welt der stillen Schiffe“ verweise.

Es hat sich gut angefühlt, diese Schnittstelle zu betrachten, in sie hinein zu spüren und zu dem Schluss zu kommen, alles richtig gemacht zu haben. Dass sich alles an dieser Stelle echt anfühlt und nicht bemüht dahergeschrieben.

Nach diesen drei Romanen werde ich wahrscheinlich nicht wieder zurückkehren in die „Welt der stillen Schiffe“. Es wird Zeit, sich anderen Gegenden und anderen Geschichten zuzuwenden.

Aber wer weiß, was sich noch ergeben wird.

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4 Gedanken zu “Drei Romane, die sich eine Welt teilen

    • Mic schreibt:

      Das Durchhaltevermögen ist hart antrainiert – und leider auch meistens auf das Schreiben begrenzt.

      Die Vorliebe für den Norden kommt wahrscheinlich daher, dass ich als Kind mit meinen Eltern sehr oft an der Nordsee war. Ein Teil von mir wird sich immer nach dem Meer sehnen.

      Gefällt mir

  1. Nordlicht schreibt:

    Das fühlt sich wie ein Stück Heimat an 🙂
    Spannend, wie sich die Romane zusammenfügen – in dieser geheimnisvollen Welt!

    Den Teil von dir, der sich immer nach dem Meer sehnen wird, kenne ich auch gut 😉

    Gefällt 1 Person

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