Die Post-Schreiburlaubs-Depression

Ihr Lieben, ich muss einmal auf ganz hohem Niveau jammern, wenn ihr mir das nachsehen wollt. Wobei – es gibt da den einen oder anderen Faktor, der das Niveau schon ein wenig senkt, aber um die soll es an dieser Stelle nicht gehen. Sagen wir einfach: es kann halt nicht immer alles so klappen im Leben, wie man sich das vorgestellt hat.

Mich hat nach meinem Schreiburlaub gestern ein wenig die Depression erwischt. Die Post-Schreiburlaubs-Depression. Als ich an meinem Schreibtisch im Büro saß und – ausgerechnet – einen Text meiner Chefin redigieren/korrigieren durfte, was sich anfühlte, wie die Arbeit an einem eigenen Text, nur mit dem Unterschied, dass der Inhalt deutlich weniger spannend war (wenn man sich nicht gerade für Rückstellungen interessiert).

Genauso, als ich nach der Arbeit erst spät nach Hause kam, wie es die letzten Montage immer der Fall war, was sich aber, siehe erster Absatz, in naher Zukunft auch wieder ändern wird.

Und als ich dann endlich vor meinem eigenen PC saß und feststellte, dass meine Kraft und Motivation nicht einmal dazu ausreichte, mich bei Twitter einzuloggen, oder einen Blogeintrag zu schreiben – geschweige denn, mich ernsthaft um irgendwas kümmern zu wollen, was mit meinen Projekten zu tun hat.

Ja, ich weiß. Ein Tag. Aber ich wüsste jetzt nicht zu sagen, wann der letzte Tag war, an dem ich keinen Blogeintrag in mein virtuelles Schreibtagebuch gesetzt habe. Gab es das noch einmal seit Oktober, als ich die vielen Ausfälle wegen des Schwarzwaldurlaubs hatte?

Und das Schlimme ist, dass ich mich heute im Prinzip ganz genau so fühle. Wie gesagt, es gab heute schon Grund, um sich einmal so richtig demotiviert und auf den Kopf gehauen zu fühlen, aber das stört mich sonst doch auch nicht. Oder nur am Rande.

Ich glaube wirklich, dass es sich um eine Auswirkung des Schreiburlaubs handelt. Und ich denke darüber nach, ob das meine sehr positive Beurteilung dessen im Nachgang noch einmal verändert.

Es wäre schade, wenn ich zu dem Schluss kommen würde.

Und damit mir das nicht passiert, hilft wohl nur, den inneren Schweinehund zu bekämpfen. Zum Beispiel, indem ich diesen Eintrag hier schreibe. Oder, indem ich mich heute Abend wieder daran begebe, „Der Morgen danach“ in eine neue Fassung (das wäre dann übrigens die insgesamt vierte) zu bringen.

Und dann hoffe ich, dass die Post-Schreiburlaubs-Depression bald wieder verschwindet. Denn sie fühlt sich verdammt beschissen an!

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13 Gedanken zu “Die Post-Schreiburlaubs-Depression

    • Mic schreibt:

      Das hört sich überhaupt nicht verschroben an, petra!

      Und mir ist, wie gesagt, bewusst, dass das Niveau, auf dem ich klage, recht hoch ist. Selbst dann noch, wenn ich die äußeren Umstände dazu nehme, auf die ich hier, ebenfalls wie gesagt, nicht eingehen möchte.

      Aber Vergleiche bringen sowieso nichts. Entscheidend ist das eigene Gefühl.

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  1. Falls man es sonst nicht zu sehr überstrapaziert, eignet sich das Wetter hervorragend, um als Sündenbock herzuhalten. Mal ist es zu hell, zu dunkel, zu windig, zu nass, zu warm, zu vollmondig…du siehst die ergiebigen Möglichkeiten. Ich meine, wer soll denn da ausgeglichen bleiben? Im Sinne der Emanzipation lade ich dich hiermit ein zu einem ausgiebigen Rumgezicke. Und danach…

    Durchwate dieses tiefe Tal mit Würde, mein Lieber 🙂

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  2. Hallöchen,

    solche Tiefs gibt es leider, das kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Spätenstens wenn ich morgens nicht mal mehr aufstehen will, schrillen bei mir die Alarmglocken. Es gibt dann zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren:

    1. Man zwingt sich dazu, produktiv zu sein
    Einfach trotzdem einen Blogartikel schreiben oder am Manuskript weiterarbeiten. Ich habe da neulich einen tollen Tipp gehört: Sich vornehmen, 15 Minuten eine Sache zu tun und wenn einen dann nicht die Lust packt, aufhören und was anderes machen. Aber meistens ist das Anfangen der schwerste Schritt, danach läuft es leichter.

    2. Man gibt sich dem süßen Nichtstun hin
    Anstatt produktiv zu sein, könnte man auch einfach mal wieder den Abend vor dem Fernseher verbringen. Manchmal, besonders nach sehr produktiven Zeiten, sind wir auch einfach ausgelaugt und brauchen mal eine Pause.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass bald wieder deine Motivation zurückkommt.

    Liebste Grüße,
    Myna

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    • Mic schreibt:

      Hi Myna,

      okay, wenn das Aufstehen nicht mehr klappt, dann ist ja schon ein gewisses Stadium erreicht (das ich leider auch kenne). Wobei ich in dem Moment, ehrlich gesagt, mit als Letztes an das Schreiben oder an Kreativität denken würde.

      Ansonsten sind deine Strategien genau richtig! Ich wähle Möglichkeit 2 :-).

      Danke für deine lieben Wünsche!

      Michael

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  3. NNIN schreibt:

    Guten Morgen, Mic
    Mein Rat: Nimm’s nicht zu ernst. Man kann sich auch in einen Blues reinsteigern. Besser: Mund abwischen, lachen und sich hinsetzen und schreiben.
    Routine entwickeln. Bei Downs einfach strikt die Routine durchziehen – auch wenns sich hohl und sinnlos anfühlt.
    Noch ein Rat (hört sich hart an, egal): Komm endlich runter von diesem kontraproduktiven Word-Count-Wahnsinn! Setz dich jeden Tag (7 Tage die Woche, wortwörtlich) hin und schreibe/korrigiere eine halbe Stunde, besser: eine Stunde, (d)einen Text. Word-Count bringt nur absolut verfettete defomierte Texte hervor, die hundertmal mehr Überarbeitung brauchen als geplottete schlanke Werke!
    Wie immer: meine Meinung.
    NNIN

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