Wenn Terror die Welt lähmt

Es ist schon wieder passiert. Und gefühlt kommen die Einschläge näher. Heute Vormittag detonierten in Brüssel, am Flughafen und in einer Metrostation nahe der europäischen Verwaltung Sprengsätze, die, nach den Erkenntnissen, die bis jetzt vorliegen, mindestens 26 Menschen getötet und ungezählte Menschen, teils schwer, verletzt haben.

Ich habe davon im Autoradio erfahren, als ich auf dem Weg zum Sport war. Dort, als ich auf dem Laufband unterwegs gewesen bin, lief auf dem Fernseher die Berichterstattung von n-tv in Dauerschleife. Und auch wenn ich den Ton nicht hören konnte, so ergaben die Bilder doch einen ausreichenden Gesamtüberblick über die Situation.

Ich habe auf diesem Blog schon einmal einen Artikel zum Thema Terror veröffentlicht – und wie wir, gerade wir Autoren, damit umgehen sollten. Diesen Artikel habe ich gerade noch einmal gelesen und für mich reflektiert, ob er noch seine Gültigkeit besitzt. Das tut er für mich. Also werde ich mich auch heute bemühen, mein Recht und meine Freiheit zu schreiben zu nutzen.

Aber mir sind auch andere Gedanken gekommen. Dunkle Gedanken, vielleicht sogar verdammenswerte Gedanken. Gedanken an Rache und Gedanken an undifferenzierte Vergeltung.

Doch dann wurde mir klar, dass es genau das ist, was die Urheber der Gewalt von Brüssel erreichen wollen! Sie wollen provozieren, dass auf Gewalt Gegengewalt folgt. Und sie pokern damit, dass diese Gegengewalt dermaßen heftig ausfällt, dass ein neues Märtyrertum geschaffen wird. Nichts spielt religiösen Fanatikern so in die Karten wie eine Gruppe Märtyrer. Das war schon im Altertum so und hat sich scheinbar in manchen Köpfen bis heute nicht verändert.

Selbstkritisch muss man dazu sagen, dass wir, die sogenannte westliche Welt, manchmal auch diese Erwartungshaltung erfüllt haben. Erinnern wir uns an die Reaktionen nach dem 11. September 2001, die man auf der Basis meiner dunklen Gedanken verstehen kann, die aber eine neue Generation von Terroristen herangezüchtet haben, der halbwegs Herr zu werden Jahre in Anspruch nahm.

Ich gehöre nicht zu denen die sagen, dass man auch die andere Wange hinhalten soll, wenn man geschlagen wird. Nicht, dass wir uns da falsch verstehen. Aber es nützt niemandem etwas, wenn man die Eskalation immer höher fährt, weil der jeweils andere meint, nun wiederum fester zuschlagen zu müssen.

Aber ich verliere mich in Detailbetrachtungen, die mir von außen schlicht nicht zukommen.

Was mich sehr nachdenklich macht ist die Tatsache, dass Brüssel in diesen Momenten so gut wie aus der Zeit gefallen ist. Das öffentliche Leben findet quasi nicht mehr statt. Die Verkehrswege hinein und hinaus sind geschlossen. Die Deutsche Bahn fährt überhaupt nicht mehr nach Belgien, sondern stoppt die Züge an den Grenzen. Es wird davon gesprochen, dass Belgien seine Grenzen dichtmachen könnte.

Der Terror lähmt die Welt.

Die Realität weicht entscheidend von der Fiktion ab.

Stellen wir uns vor, dass die Anschläge von Brüssel oder Paris der Background für einen Thriller wären. Dann wären jetzt mindestens drei Handlungsstränge am Laufen: die geheime Spezialeinheit mit dem Top-Agenten an der Spitze, der eine traumatische Vergangenheit mit sich herumschleppt; dann seine Familie, von der er sich eigentlich schon entfernt hat; und als drittes der EU-Funktionär, von dem am Ende herauskommt, dass er die Anschläge vorausgesehen und billigend in Kauf gekommen hat, weil er auf diese Weise eine härtere Vorgehensweise gegen den Islamischen Staat erzwingen wollte. Und das alles würde unmittelbar an den Anschlag anknüpfen.

Kann man so einen Roman schreiben? Ja, kann man. Das haben einige Autoren auch schon gemacht. Mir fällt da spontan „Das Echo aller Furcht“ von Tom Clancy ein, der als „Der Anschlag“ mit Ben Affleck und Morgan Freeman verfilmt wurde.

Aber ein realitätsnaher Roman über so einen Anschlag müsste wahrscheinlich ein leiseres Buch sein, ein nachdenkliches. Ein abwägendes und differenzierendes. Ich traue mir (noch) nicht zu, so einen Roman zu schreiben.

Aber was ich mir zutraue ist, auch weiterhin zu meiner Identität als Europäer zu stehen. Sie mir nicht durch diese Anschläge stehlen zu lassen.

Europa wird, wieder einmal, Trauer tragen. Und Europa wird, wieder einmal, über Konsequenzen nachdenken. Aber danach werden wir alle gemeinsam wieder aufstehen und unseren Weg weitergehen! Und sei es nur, um den Urhebern dieser Anschläge zu zeigen, dass wir uns unsere Welt nicht dauerhaft lähmen, dass wir uns unsere Zukunft nicht wegbomben und dass wir uns unsere Souveränität nicht von außen kaputtmachen lassen!

11 Gedanken zu “Wenn Terror die Welt lähmt

    • Mic schreibt:

      Sorry, aber das ist mir zu einfach gedacht. Es ist nicht „der Islam“. Es sind fehlgeleitete Islamisten, die nichts mit dem einfachen Moslem von nebenan gemein haben, der auch nicht mehr will als seine Ruhe und seinen Frieden.

      Liken

      • Ja und nein. Wenn man sich mit dem Islam eingehend beschäftigt, vor allem auch mit diesem Irren Mohammed, der in einem anderen Leben ein Duzfreund Hitlers gewesen wäre, bleibt nicht mehr viel von der „Religion des Friedens“ übrig. Diese „Terroranschläge“ würden voll und ganz Mohammeds Zustimmung finden. Sicher, der Mohammeder von nebenan verhält sich ruhig und ist höflich. Wirklich distanzieren wird er sich aber von diesen Anschlägen nicht. Ich möchte nicht wissen, wieviele heute Abend in ihrem stillen Kämmerlein ihrem Allah dafür danken werden.

        Liken

      • Mic schreibt:

        Entschuldige, wenn ich so offen frage, aber kannst du diese mehr als harschen Behauptungen auch in irgendeiner Form belegen? Ich kann ja, natürlich, nur für die Muslime sprechen, die ich kenne, aber von denen sitzt mit Sicherheit keiner heute Abend im stillen Kämmerlein und dankt „seinem“ Gott für den Tod unschuldiger Menschen.

        Ganz davon abgesehen ist religiöser Fanatismus nicht auf den Islam beschränkt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang immer gerne an den Konflikt in Nordirland, bei dem sich Protestanten und Katholiken gegenseitig in die Luft gesprengt haben. Und die glaubten sogar noch an den gleichen Gott!

        Liken

      • Es sind keine harschen Worte. Ich kannte auch ehrenwerte und anständige Mohammedaner, mit denen ich mich oft und gerne über den Islam unterhielt. Und je länger ich hinterfragte und bohrte, kamen klare Ansagen. Zeitgleich las ich das „Buch Islam“ (über 900 Seiten, sehr kleine Buchstaben = viel Information; sehr zu empfehlen) und mir wurde langsam klar, was das für eine perfide „Religion“ ist, die man ganz klar mit den Idealen des Nationalsozialismus gleichsetzen kann. Für mich ist JEDE auch nur kleinste Sympathie für den Islam erloschen. Der im übrigen in unserer Gesellschaft absolut nichts zu suchen hat. Wer das glaubt, irrt! Es gibt auch keinen „modernen Islam“, viele verblendete junge Mohammedanerinnen ohne Kopftuch scheinen etwas fehlgeleitet zu sein. Was die Mädels praktizieren, ist eine Art Wochenendglauben. Den es auch bei den Christen gibt. Der Bauer vom Land geht sonntags zur Kirche, um anschließend in der Dorfschenke sein Bier reinzuziehen, während seine Alte zuhause das Mittagessen zubereitet. In der Bibel liest der nicht. Ein gläubiger Christ verhält sich anders. Wie auch immer – diese Bomben in Brüssel sind Islam pur. Ungeschminkt, grausam und verachtenswert. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

        Liken

      • Mic schreibt:

        Gut, wenn du dazu nicht mehr zu sagen hast, sollten wir das Thema an dieser Stelle abbrechen.

        Ich halte es jedenfalls mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, der gesagt hat: „Solche feigen Anschläge sind durch keine Religion zu rechtfertigen: Terror ist Gotteslästerung“.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.