Eine andere Art von Schreib-Urlaub

Wir ihr aus dem einen oder anderen Kommentar von mir wisst, habe ich über Ostern Urlaub. Das schließt diese Woche und die komplette kommende Woche ein. Als ich im Februar eine Woche Urlaub hatte, habe ich daraus einen Schreiburlaub gemacht. In dieser Woche war mein Ziel, so viel wie möglich in Hinsicht auf die Realisation meines Traums zu unternehmen, konkret also, möglichst viel zu schreiben und zu redigieren.

Für diesen Urlaub hatte ich mir ein solches Ziel bewusst nicht gesetzt und ich merke nun, wie gut es war, dass ich das nicht getan habe. Denn ich wäre grandios an diesem Anspruch gescheitert.

Ich spüre täglich in mich hinein, ob mir heute danach ist, mich mit Feuereifer in die Arbeit zu stürzen. Und da vor allem das Überarbeiten eine extrem anstrengende Arbeit ist, kann man dieses Wort auch ohne Gänsefüßchen verwenden.

Und beinahe jeden Tag komme ich zu dem Entschluss, dass mir eben gerade nicht danach ist. Dass es sich für mich besser anfühlt, eine Pause zu machen.

Wobei ich sagen muss, dass meine Tage nicht unbedingt mit reinem Müßiggang verknüpft sind – trotz Urlaub. So hatte/habe ich alleine in den letzten drei Tagen vier Arzttermine zu koordinieren. Und nicht jeder von denen war so eine Lappalie wie der, von dem ich gerade komme, weil mir da nur von meiner Zahnärztin eine neue Füllung poliert wurde.

Die Gedanken sind stellenweise einfach nicht frei für die Textarbeit. Und ich komme langsam, aber sicher, zu der Einsicht, dass es nicht immer gut ist, wenn man versucht, Dinge zu erzwingen. Zwar würde ich jederzeit dafür einstehen, dass Kreativität nicht zuletzt auch etwas mit Arbeit und Durchhaltevermögen zu tun hat. Aber alles hat seine Grenzen, ab denen es einfach ungesund wird.

Wenn ich zum Beispiel darauf schaue, dass nach diesen beiden Wochen runde 15 Wochen durchgehender Arbeit auf mich warten, so merke ich, dass mein Körper auch die Erholung braucht. Ebenso wie mein Geist. Ich genieße es, mich wirklich so gut wie jeden Abend vor meinen Fernseher zu setzen und einen Film zu schauen. Etwas, wozu ich ansonsten, in einer normalen Arbeitswoche, vielleicht einmal komme.

Klar gibt es da die Stimme in mir die mir vorwirft, dass ich wertvolle Schreib- und Überarbeitungszeit vergeude. Vielleicht tue ich das sogar. Aber gesünder fühlt es sich für mich an, am PC mal ein Spiel zu starten oder dafür zu sorgen, dass meine aufgelaufenen E-Mails weniger werden.

Wenn dann der Impuls zu schreiben oder zu überarbeiten da ist, dann gebe ich diesem einfach statt. Und dann ist es auch okay für mich. Ich erlege mir da keine bewusste Abstinenz auf und denke auch nicht, dass das möglich wäre.

Ich betrachte diese Tage als eine Art „Schreib-Urlaub“, einen Urlaub vom Schreiben. Im Gegensatz zum Schreiburlaub hat dieser keine festen Terminvorgaben. Wenn es mich heute, morgen oder in der Osternacht überkommt, dann werde ich schreiben, überarbeiten, was auch immer mir gerade eingegeben wird.

Aber ich werde mich nicht dazu zwingen. Ich habe Urlaub!

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5 Gedanken zu “Eine andere Art von Schreib-Urlaub

  1. Ein Urlaub von allem muss auch mal sein. Gerade wenn man voll berufstätig ist, sollte man sich auch einmal eine Pause von allem gönnen. Genieße deine freien Tage und mache einfach das, worauf du Lust hast. 🙂

    Ich versuche momentan auch noch ein bisschen Urlaub vom Schreiben zu machen, weil ja im April wieder das Camp NaNoWriMo ansteht und ich da wieder täglich schreiben werde. Das wird anstrengend, aber bisher hat’s auch immer sehr viel Spaß gemacht 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Myna

    Gefällt 1 Person

    • Mic schreibt:

      Ich versuche, mich nicht von dieser zweiten (und letzten, schnüff) Urlaubswoche unter Druck setzen zu lassen, Myna. Muss aber auch zugeben, dass es mir schon schwerer fällt als vor einer Woche. Wobei ich deine Empfehlung versuchen werde, umzusetzen.

      Das Camp lasse ich aus. Das passt gerade so gar nicht in meine „Aufgabenplanung“ hinein. Aber ich wünsche da jetzt schon mal viel Spaß!

      Liebe Grüße zurück!
      Michael

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