Ruhe in Frieden: Arne Elsholtz

Wenn es einen großen Vorwurf gibt, den man dem Jahr 2016 bis jetzt machen kann, dann ist es der, sich schamlos an den Kreativen und Künstlern unserer Zeit zu bedienen. Gefühlt vergeht keine Woche, in der nicht wenigstens ein bekannter Name von uns geht. Meistens überschlagen sich dann alle Medien mit Nachrufen, meistens auch berechtigt, so wie es zuletzt bei Prince der Fall war.

Gestern ist nun Arne Elsholtz im Alter von 72 Jahren gestorben. Und ich kann mir vorstellen, dass viele von euch diesen Namen wahrscheinlich noch nie gehört haben. Aber die Stimme, die kennt jeder von euch. Das garantiere ich!

Arne Elsholtz war Synchronsprecher unter anderem von Tom Hanks, Bill Murray, Jeff Goldblum und Steve Guttenberg. Dazu synchronisierte er u.a. in Ice Age das Mammut Manni und war auch in weiteren Animationsfilmen zu hören.

Das alleine würde ihn nicht für eine Erwähnung auf diesem Blog „qualifizieren“, auch wenn mir der Verlust seiner Stimme persönlich nahe geht. Aber zusätzlich dazu war Elsholtz auch noch Dialogregisseur und -buchautor! In dieser Eigenschaft ist er für Glanzlichter wie Star Wars Episode V und VI, die Indiana Jones-Filme oder auch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ verantwortlich gewesen.

Wenn man schon sagen kann, dass die Leistung von Übersetzern in der Buchbranche eigentlich nicht genügend Würdigung erfährt, dann ist die Arbeit eines Dialogbuchautoren im Filmbusiness als noch wichtiger und schwerer zu beurteilen. Schließlich muss hier zusätzlich dazu, dass der Text einen Sinn ergibt, noch auf Dinge wie Textlänge, Textbetonung und Textsynchronität geachtet werden. Und dann wollen auch die Sprecher so geführt werden, dass sie anhand dieses eigenen Drehbuchs Leistungen erbringen, die für uns das Kinoerlebnis erst zu dem machen, was wir gewohnt sind. Filme, in denen es daran hapert, kann man sich jeden Tag auf dem Privatsender seines geringsten Misstrauens anschauen.

Arne Elsholtz hat auf diesem Gebiet, nach meiner bescheidenen Meinung, hervorragendes geleistet und dabei eine Bandbreite abgedeckt, die beeindruckend ist. Leider ging es ihm wohl in den letzten Jahren schon nicht mehr sehr gut, wie man seiner Stimme teilweise anhören konnte und ausgehend von den Gelegenheiten, zu denen er sich bei seinen Stammsynchronisationen vertreten lassen musste.

Ich werde mich an Arne Elsholtz als einen begnadeten Sprecher erinnern, aber sein Andenken auch im schriftstellerischen Sektor, jedenfalls einer Nische hiervon, bewahren.

Ruhe in Frieden, Arne!

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2 Gedanken zu “Ruhe in Frieden: Arne Elsholtz

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