Die Zeit ist reif – ist sie es wirklich?

Manchmal steht man als Vater von zwei Töchtern, von denen die eine gerade in der Pubertät und die andere in der Grundschule angekommen ist, vor argen Nöten. Zunächst gibt es da den normalen Teil, mit dem alle Eltern zu kämpfen haben dürften: die lieben Kleinen fühlen sich nämlich permanent schlecht, weil falsch, behandelt, dürfen zu wenig, wollen viel mehr und Eltern sind eigentlich die meiste Zeit über nur doof.

Wie gesagt: so weit, so normal.

Jetzt treffen meine beiden Kinder in mir auf jemanden, der sich sehr intensiv mit Medien auseinandersetzt. Insbesondere die Themen Filme und Hörspiele sind schon sehr früh an sie herangetragen worden. Ich behaupte, ohne damit angeben zu wollen, dass zumindest unsere Stadtteilbibliothek nicht besser mit diesen beiden Dingen ausgestattet ist, als unser Haushalt. Na ja, das Budget, was dafür auf den Kopf gehauen wurde, dürfte ja auch ähnlich sein, ähem …

Damit begann aber schon früh die Frage: was ist denn jetzt eigentlich altersgerecht, also was darf man auf die Kinder loslassen?

Ich bin da ein eher liberaler Mensch. Ich lasse mich nur ungern von Altersbeschränkungen bevormunden, die in vielen Fällen sowieso nicht nachvollziehbar sind. Für mich gilt der Grundsatz, dass ich bei Filmen jeden Film vorher alleine gesehen habe um dann zu entscheiden, ob der z.B. auch was für meine Kleine ist. Auf diese Weise hat sie schon einige Filme ab zwölf Jahren sehen dürfen, während ich Filme ab 6 Jahren unter Verschluss halte.

An dieser Stelle weise ich immer wieder gerne darauf hin, dass der Zeichentrickfilm „Wenn der Wind weht“, in dem es um das langsame Sterben eines alten Ehepaars nach dem Atomkrieg geht, ab sechs Jahren freigegeben ist, während andere, wesentlich kindgerechtere Streifen diese auch, wenn nicht sogar erst die Freigabe ab zwölf erhalten haben.

Außerdem sollte ich noch darauf hinweisen, dass ich Filme, für die meine Kleine auf dem Papier noch zu jung ist, grundsätzlich mit ihr zusammen schaue – damit immer eine Hand zum festhalten da ist, wenn es spannend wird.

Ich erinnere mich noch an meine eigene Kindheit. Da gab es doch nichts Schöneres, als auch die Dinge hören und sehen zu dürfen, die sich die älteren zu Gemüte führten. Mit Sicherheit habe ich Gruselhörspiele deutlich früher als mit den damals empfohlenen zwölf Jahre gehört. Ebenso wurde ich mit Serien wie „Die drei ???“ zu einer Zeit konfrontiert, in der die Kinder heute maximal den Ableger „Die drei ??? Kids“ zu hören kriegen würden.

Natürlich bin ich trotzdem der Ansicht, dass es schon Sinn macht, genau darauf zu achten, was jetzt für den jeweiligen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes gut ist. Aber, bitte, genau auf die Formulierung achten: den einzelnen Kindes! Dem einen Kind schadet es nicht, sich Dracula-Hörspiele mit zehn anzuhören, andere bekommen im gleichen Alter von den Abenteuern der „Fünf Freunde“ Albträume. Und wieder andere schauen sich viel zu früh mit ihrer erwachsenen Verwandtschaft Horrorfilme vom Schlag „Nightmare on Elm Street“ an … äh, war was!?

Aber der Entwicklungsstand bringt mich zu dem Thema, um das es in diesem Blog ja eigentlich hauptsächlich geht.

Meine Kinder wissen beide, dass ich Geschichten schreibe. Auch wenn zumindest die Kleine sich noch nicht so richtig vorstellen kann, was das ist, warum das so lange dauert und ähnliche Dinge. Sie ist halt noch ganz frisch beim Lesen dabei.

Die Große allerdings ist inzwischen in einem Alter, in dem sie auch schon das eine oder andere Buch verschlungen oder auswendig gelernt hat. Wenn irgendjemand irgendwas aus „Harry Potter“ wissen will, ich vermittle gerne an sie weiter.

Bis jetzt hat sie allerdings nur sporadisch und das auch nur ganz am Rande Interesse an dem gezeigt, was ich schreibe. In letzter Zeit bekam ich aber häufiger mal zu hören, ob sie denn auch mal lesen dürfe, was ich so schreibe.

Und auf einmal bin ich mittendrin im Thema Altersfreigabe.

Bei Büchern ist es noch viel schwieriger als bei anderen Medien, das richtige Alter festzulegen, in dem ein Kind eine Geschichte lesen und verpacken kann. Ich habe z.B. sehr früh mit den Romanen von Stephen King angefangen. Es hat mir nichts ausgemacht. Nun war ich aber auch nie jemand, der sich vor unerklärlichen Dingen und Gruselstories gefürchtet hat. Meine Große aber ist so ein Mensch – weswegen ich sie auch auf die spannenderen Bücher von King jetzt noch nicht loslasse. Kürzlich hat ihr jemand „Friedhof der Kuscheltiere“ angepriesen. Na, danke, das fehlte mir noch …

Tja – und was ist jetzt mit meinen Büchern?

Ich schrieb ja mal davon, dass ich extra für sie ein Kinder-/Jugendbuch geschrieben habe. Das hat sie in der Zwischenzeit, glaube ich, gelesen. Jedenfalls sprach sie mich auf etwas an, das sie nur wissen konnte, wenn sie zumindest einmal reingeschaut an.

Aber abgesehen davon ist mein Portfolio doch eher nicht so, dass ich mit gutem Gewissen einem Kind, das mich fragt, ob es blubbernde Geheimnisse, wie in meiner Geschichte, in echt gibt, etwas daraus in die Hand geben könnte.

Jetzt herrscht bei mir nicht permanenter Mord und Totschlag. Aber es kommt schon mal vor, dass es expliziter wird, manchmal ja auch im sexuellen Bereich. Und da weiß ich nicht, ob es so richtig und gut wäre, wenn meine dreizehnjährige Tochter, die – ich wiederhole es – Schwierigkeiten damit hat, Realität und Dichtung auseinander zu halten, sie liest. Ich weiß es einfach nicht!

Machen wir uns nichts vor. Natürlich bauchpinselt es mich ein wenig, dass es sie interessiert, womit ich meine Zeit an der Schreibmaschine verbringe. Ein kleiner Teil von mir fragt sich sogar, ob sie vielleicht mal in meine Fußstapfen tritt, denn genug Phantasie hat sie. Dieser Teil würde ihr dann gerne sagen: sei mutig und versteck dich nicht! Nutze deine Chancen – und wo ich kann, unterstütze ich dich!

Aber gleichzeitig bleibt da die Unsicherheit, was meine Romane angeht. Wenn ich doch manchmal nur in ihren Kopf reinschauen könnte!

Und so wird es vorerst dabei bleiben, dass ich nicht genau sagen kann, ob die Zeit reif ist und wann sie es ist. Ich werde beobachten, ich werde abwägen, ich werde zuhören. Und mich freuen, wenn ich irgendwann sagen kann: genau jetzt ist der Moment, in dem diese Geschichte für dich das passende ist. Ich wünsche dir viel Spaß damit!

Ja, auf diesen Moment freue ich mich schon heute.

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18 Gedanken zu “Die Zeit ist reif – ist sie es wirklich?

  1. Lieber Michael,

    oje, das ist wirklich eine Bredouille 😉

    Ich weiß jetzt nicht, wie ich reagieren würde. Das Thema ist noch weeeeeit entfernt von mir (denke ich zumindest, ich bin ja so jung). Gedanken habe ich mir aber auch schon gemacht

    Ich bin tatsächlich zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht für Kinder schreibe. Nicht nur wegen den Inhalten – ich halte auch meinen sprachlichen Ansatz dafür nicht geeignet. Da ich also weiß, dass erst Jugendliche (wahrscheinlich, es gibt Ausnahmen) den Wortschatz und die Geduld haben, um Zugang zu meinen Texten zu finden, scheue ich mich nicht, Themen wie Sexualität und Gewalt anzusprechen. Zwischen ab 12, ab 14, ab 16 ist alles dabei (ein Werk ab 18 gab es bisher nicht, aber wer weiß).

    Vielleicht stehe ich dann auch einmal auf dem Schlauch, wenn mich meine eventuellen Zukunftskinder fragen: „Mama, darf ich was von dir lesen?“

    Wobei … eigentlich nicht. Ich schreibe ja auch Kurzgeschichten. Und wenn diese auch immer einen „dunklen“ Touch haben, würde ich ein paar als kinderfreundlich bezeichnen. Jene, die einen eher poetisch-aufklärerischen Charakter zu Themen wie Tod und Verlust haben.

    Hast du nicht zufällig so einen Text in der Schublade? Oder bist du der reine Romanschreiber? Das weiß ich ja gar nicht so genau 😀

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    • Liebe Nora,

      um mit deiner letzten Frage zu beginnen: Ja, ich bin eigentlich mehr der reine Romanschreiber. Ausnahmen bestätigen die Regel und finden sich fast ausnahmslos auf diesem Blog unter dem Menüpunkt Geschichten. Ansonsten gab es da halt dieses Kinderbuch, das ich bei meinen „richtigen“ Romanen immer nicht so ganz mitzähle – und bei dem sie ja schon nachgefragt hat, ob es Elemente daraus auch in echt gibt …

      Um ehrlich zu sein habe ich mir nie Gedanken über eine Alterseinteilung gemacht, weil ich selber halt früh alles lesen durfte, was ich wollte – und das auch kreuz und quer getan habe. Da wechselten sich „Die Jungen von Burg Schreckenstein“ mit „Brennen muss Salem“ ab und folgten „Die drei ???“ auf „Holocaust“.

      Manche verqueren Gedanken kommen einem wahrscheinlich wirklich erst, wenn man selber „erwachsen“ ist und in der Verantwortung steht. Und dann ist es, leider, der einfache Weg, die Schotten ganz dicht zu machen und zu sagen: „Tut mir leid, jetzt vielleicht besser nicht“.

      Es kann auf jeden Fall nicht schaden, wenn man sich, so wie du, schon mal ein paar Gedanken im Voraus gemacht hat.

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      • Wenn ich mir anschaue, was Disney früher an Themen verarbeitet hat (ich werde nie über den Tod von Bambis Mutter hinwegkommen!!!) und wie sich Cartoons für die Kiddies heute gestalten, habe ich eher das Gefühl, Kinder als Publikum werden mehr und mehr unterschätzt 😉

        Vielleicht schreibe ich auch noch einmal ein Kinderbuch … finde ich sogar herausfordernder als gute Erotik. Verständlich muss es sein, aber nicht platt, spannend, aber angebracht … puh! Da macht die Muse ganz dicht bei mir. Respekt, dass du einen ganzen Roman geschafft hast.

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  2. Die Frage stelle ich mir als Vielschreiberin auch immer wieder. Bisher lagen meine Romane inhaltlich in der richtigen Altersklasse, aber momentan ist definitiv nichts dabei, das ich einer 12- bis 14-jährigen in die Hand drücken würde.
    Außerdem stellt sich ja auch die Frage, ob ich überhaupt will, dass mein(e) Kind(er) diese Gedanken liest (lesen), die ja trotz aller Fabulierkunst Seiten von mir offenbaren, die ich sonst nicht so einfach preisgebe.
    Und: Wenn dieses Buch von einem anderen Autor wäre, ließe ich es mein Kind lesen? Ganz klar: nein, aber vielleicht in ein paar Jahren.
    Die Bauchpinselei erarbeite ich mir dann bei meinen Lesern, dazu sind die schließlich da 😉

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    • Es ist eine interessante Frage, auf die einen auch nichts und niemand so richtig vorbereiten kann, weil schließlich jedes Kind, jede Eltern-/Kind-Konstellation eine andere ist.

      Meine Romane, gerade die, die ein wenig in den Bereich Horror gehen, wie die zuletzt geschriebenen, basieren ja in gewisser Weise auf einem Fundament an anderen Autoren, die ich kenne und von denen ich gelesen habe (ohne, dass sie plagiieren, natürlich). Das ist ein Fundament, das ich bei einem Erwachsenen eher voraussetzen kann, als bei meinem Kind. Deswegen weiß ich nicht, wie es auf manche Passagen reagieren würde.

      Bei meinem „reinenrassigen“ Krimi, der noch in der Schublade liegt, könnte ich mich auf das Experiment, glaube ich, eher einlassen.

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  3. Ich glaube, der wesentliche Unterschied zwischen Büchern und Filmen ist die Fantasie! Im Film kann dein Kind nichts mehr korrigieren, es ist einfach alles vorgegeben. Beim Lesen kann man seine Fantasie selbst lenken. Für den einen mag Hagrid aus Harry Potter z. B. furchteinflößend sein, für den anderen nicht. Erst mit den Filmen hatten wir alle ein einheitliches Bild von Hagrid, vorher war er das, was wir selbst draus gemacht haben. Insofern ist die Frage vielleicht eher, wie fantasievoll und wie empfindlich ist dein Kind?

    Ich habe übrigens ab acht Jahren Bravo gelesen. Ich wurde aufgeklärt, seitdem ich denken konnte. Sexualität war nie ein Tabu, Ich durfte alles fragen und habe auch alles gefragt. Meine Eltern haben geduldig und ehrlich geantwortet. Aber weißt du, was ich nicht durfte, selbst mit 12 Jahren noch nicht? Viva gucken. Zu erotisch. Haha. 😉 Was ich damit sagen will: Kinder vertragen mehr, als man denkt. Das, was Schäden hinterlässt, sind andere Dinge. (Und natürlich habe ich Viva geguckt.. Bei Oma, wo sonst? ;))

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    • Ah ja, Viva war also zu erotisch – na gut, wenn ich mich an so manches Video erinnere, was da gezeigt wurde … aber das gibt es heute ja auch alles nicht mehr. Heute muss man den Kindern den YouTube-Zugang kappen, wenn man auf Nummer Sicher gehen will, dass sie nicht völlig verrohen ;-).

      Die Fantasie ist tatsächlich ein starker Faktor, da gebe ich dir Recht. Und meine Tochter hat eine große Fantasie (einerseits), ist krankheitsbedingt allerdings auch sehr auf gewisse Denkmuster festgelegt. Bleiben wir bei Harry Potter: wenn sie mitbekommt, dass Hermine Granger ab sofort eine Schwarze ist, würde sie so lange mit J.K. Rowling diskutieren, bis die das entnervt wieder zurücknimmt – meine Tochter ist in solchen Dingen ein absoluter „Fantasienazi“.

      Wie war es denn bei euch zu Hause mit dem Thema Gewalt? Ich habe oft erlebt, dass Familien, in denen offen mit Sexualität umgegangen wurde, „gewaltverherrlichende“ Medien total tabu waren und umgekehrt. Fast so wie zwischen den USA und Europa, wo man das ja auch immer als Vergleich heranzieht.

      Und irgendwie hänge ich ja dem Traum nach, so wenig Schäden wir möglich bei meinen Kindern zu hinterlassen – wissend, dass sie sich kaum verhindern lassen.

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      • Am Ende musst du ein gutes Gefühl haben, wenn deine Tochter das liest – also, bezogen auf den Inhalt und ganz ungetrübt von eurer sonstigen Beziehung (stelle ich mir aber recht schwer vor ;)).

        Von mir wurde Gewalt stark ferngehalten. Ich durfte keine Filme sehen, die nicht für mein Alter freigegeben waren. Mit 15 durfte ich keine Filme ab 16 sehen – das war schon fies. Zeitgleich machte man mir aber immer Angst vor Kindesentführern (man hat es gut gemeint, aber leider sehr schlecht gemacht). Bei meinen Brüdern war man nicht mehr so streng. Die durften mit 15 Computerspiele ab 18 spielen, d. h. Egoshooter, bei denen das Blut schön in alle Richtungen spritzt… Bin halt die Erstgeborene. 😉
        Ich glaube nicht, dass es mir geschadet hätte, manche Filme bereits vor dem erreichten Alter zu sehen. Die Angstmache meiner Mutter vor Kindesentführern und bösen Männern – die hat Schäden hinterlassen.

        Wobei ich zugeben muss: Als ich 5 oder 6 war, habe ich mit meiner Oma einen Krimi geguckt. Das war die Hölle für mich. Ich erinnere mich bis heute an die Szene, in der die Frau die Tür aufmachte, niemanden sah, sich wieder umdrehte und plötzlich zwei Pistolen am Kopf hatte. Und das ist mehr als 20 Jahre her. Dafür war ich definitiv zu jung.. Das hat was mit mir gemacht, sonst wäre das nicht bis heute so prägnant im Gedächtnis.

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      • Oh ja, die Geschichte als Erstgeborener kenne ich. Da können wir uns die Hände reichen. Ich weiß ja nicht, wie groß der Abstand bei dir zu deinen Geschwistern ist. Zu meinem Bruder sind es 5 Jahre – da war das teilweise schon eklatant abweichend.

        In Bezug auf die Gewalt bestätigst du also meine Wahrnehmung. Ist schon komisch irgendwie, oder? Als ob die Schere in unserem Kopf vorhanden ist und sich entweder in die eine oder die andere Richtung einfach öffnen muss.

        Die Sache mit den Kindesentführen und bösen Männern finde ich extrem krass! Ich weiß ja nun aus eigenem Erleben, dass es nicht leicht ist, über so schwierige Themen mit den eigenen Kindern zu reden, aber wenn das, wie du schreibst, sogar Schäden hinterlassen hat …

        Meine Gefühle in Bezug auf meine Tochter und mein Schreiben muss ich, so schätze ich, noch eine ganze Weile noch sehr genau im Auge behalten, bis ich da eine Entscheidung treffen kann – um dann wahrscheinlich enttäuscht zu sein, weil sie es gar nicht mehr lesen will. Aber irgendwas ist ja immer *lach*.

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  4. Ich erkenne mich in Vielem wieder, was du schreibst. Ich habe als Kind auch schon viel im Fernsehn geschaut, was nicht kindgerecht war. mit 10 oder 12 hab ich schon Derrik, die Zwei, Tatort und sogar Aktenzeichen XY geschaut – da wusste ich nur am Anfang nicht, dass das sogar echt ist, wenn auch nachgespielt. Auch Bücher habe ich querbeet gelesen, als Kind genau wie meine Oma immer mehrere gleichzeitig und auch gern noch heimlich abends im Bett.
    Horrorfilme hab ich auch gern geschaut und die Bücher von Stephen King (Richard Bachmann ist übrigens auch Stephan Kind, wusstest du das?) verschlungen. Friedhof der Kuscheltiere fand ich als Buch langweilig, der Film war gruselig.
    Ich persönlich bin der Meinung, wenn Film und Buch, dann erst das Buch lesen, denn das zeigt die schöneren Bilder. Wenn man einen Film kennt und dann das Buch liest, kann die eigene Phantasie nicht mehr was Schönes drauss machen…

    Ich würde es vom Kind abhängig machen. Du kennst dein Kind doch gut, weisst doch auch, dass sie Realität und Fiktion nicht gut unterscheiden kann. So schreibst du es. Also würde ich aufpassen, dass es nichts ist, was sie in wirkliche Panik versetzt.

    Mein Teenikind Nummer 1 liest zur Zeit immer heimlich meine Bücher mit (so heimlich, dass die Mutter es doch merkt) und ist schneller durch als ich. Dann kann ich immer nur an bestimmten Stellen denken… ok, das hat sie also auch gelesen, naaa gut… seufz Aber Kind Nr. 1 liest auch unheimlich gern Horrorkurzgeschichten im Internet auf einer Plattform. Kennst du Jeff the killer? Google mal. Und meins ist 1 – 2 Jahre älter als deine Grosse. 🙂 Kind Nr. 2 ist da viel empfindlicher, da dürfen nicht mal zu sehr ins Detail gehen, wenn es um Verletzungen geht. Kind 1 bleibt da entspannt und schmückt es noch aus…
    Beide werden rot, wenn man sexuelle Themen auch nur ansatzweise streift, aber ich finde, man sollte daraus kein Geheimnis machen. Wir besprechen auch kindgerecht das, was in der Welt geschieht, die aktuellen Horrorgeschichten in unserer Nähe. Schrecklich, dass es Menschen gibt, die andere einfach so vor eine Bahn schupsen. Oder zusammenschlagen und das Opfer stirbt. Sowas ist Realität pur, das macht mir persönlich sehr viel mehr Angst.

    So viel geschrieben und weiss nicht, ob ich nicht zu viel geschrieben habe. Aber du kennst das ja – sprudelnde Quellen. *gg*
    Ich hetz jetzt erstmal los und hol mir was zu essen.
    lg kitty

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    • Hallo kitty,

      gar nicht zu viel geschrieben, mir geht nur gerade die Zeit zum Antworten aus. Ich komme da auf jeden Fall noch einmal drauf zurück, später am Tag! 🙂

      Ich wünsche guten Appetit gehabt zu haben!

      LG
      Michael

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    • So, liebe Kitty, jetzt noch einmal etwas ausführlicher.

      Ja, dass Bachmann und King ein- und dieselbe Person sind, das wusste ich :-). „Todesmarsch“, das unter dem Bachmann-Pseudonym geschrieben wurde, zähle ich zu meinen Lieblingsbüchern von King. Die Verfilmungen sind leider alle nur so medioker. Mit „Shining“ kann ich nur wenig anfangen (da geht es mir wie King selbst) und „Carrie“ ist zu sehr in den 70ern verhaftet. Zuletzt (ist auch schon wieder ein paar Jahre her) hat mir „Der Nebel“ gut gefallen. Und auf die angekündigte Verfilmung vom „Dark Tower“-Zyklus bin ich sehr gespannt. Zumal man jetzt ja munkelt, es könnte sogar eine Fortsetzung werden.

      Filme können der Phantasie grundsätzlich nicht das Wasser reichen. Und Bücher sind nichts anderes als Treibstoff für unsere Phantasien. Gerade Kinder lesen auf diese Weise, weil ihnen noch viel von den Erfahrungen fehlt, die uns Erwachsene manchmal daran hindern, den „Sense of wonder“ oder die „Suspension of disbelieve“ zuzulassen. Gleichzeitig macht das Kinder aber ja auch so angreifbar für Phantasiegebilde. Nicht umsonst wirken selbst die ollsten Märchenkamellen heute noch, wenn man Kinder im passenden Alter damit erwischt.

      Ich versuche, meine Große jetzt so langsam an „Erwachsenenbücher“ heranzuführen, weil sie hin und wieder halt vor meinem Bücherregal steht und schaut. So habe ich sie z.B. „Der Schwarm“ von Schätzing lesen lassen. „Das Jesus-Video“ von Eschbach kennt sie als Hörbuch, genauso „Joyland“ von Stephen King. Als richtigen Thriller habe ich ihr „Psycho“ von Robert Bloch aufs Auge gedrückt, ein phantastisches Buch, auch wenn man den Film natürlich kennt und weiß, wie alles zusammenpasst.

      Aus dem Thema Sexualität halte ich mich, muss ich gestehen, ein wenig raus. Ja, auch weil es mir unangenehm ist, mit meiner pubertierenden Tochter darüber zu reden. Das kann dann doch besser die Mama machen. Papa ist der Ansprechpartner für Mord und Totschlag ;-).

      LG
      Michael

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      • Den Todesmarsch fand ich auch ganz toll geschrieben. Leider weiss ich zur Zeit nicht, wo meine ganzen King-Bücher sind, aber ich werde es nochmal lesen, wenn ich sie gefunden habe. Die Turm-Triologie ging mir überhaupt nicht glatt über die Augen, das war echt schwerfällig. Genauso wie Langoliers… das war irgendwie zu futuristisch. Und hast du den Film dazu gesehen?? Wie ein Comic teilweise. Wobei mir die Charaktere teilweise sehr gut gefallen haben.
        Carrie fand ich geil, so richtig. Ich konnte diese Wut so wunderbar nachempfinden und hätte gern wie sie gehandelt – war ich doch auch Opfer in der Schule von jeher gewesen. Ich fand das traumhaft! (nicht falsch verstehen – nicht das töten wollen sondern das wehren an sich und so kraftvoll – das hat mich beeindruckt).
        Den Schwarm kannte ich gar nicht – bis er plötzlich bei uns auf dem Klo auftauchte. Kind 1 hatte ihn aus der Schulbücherei mit nach Hause gebracht und mein Herr meinte, dass das eigentlich nicht wirklich kindgerecht sei. Aber sie hatte es ja eh schon gelesen.^^
        Psycho kenne ich nur als Hitchcock-Film und den fand ich schon damals sehr krass. Die Duschszene ist ja wirklich bekannt und ich liebe es, wenn ich die Psyche eines Mörders nachvollziehen kann. Was nicht heisst, dass ich es gut finde, aber ein Mörder, der nur einfach so mordet, weil er Spass daran hat – den finde ich viel schlimmer…
        Und ich habe beim Lesen ziemlich viel Phantasie und das liebe ich. Wenn ein Buch es schafft, mein Kopfkino anzuwerfen, dann ist es wirklich gut. Wenn ich es verschlinge und nicht wieder fortlegen möchte. Manchmal macht mir das dann Angst.
        Einer der grossen Schriftsteller dieser Art Bücher ist auch Fitzek, kennst du den?
        Wie hat deine Tochter Psycho empfunden?

        Naja, du musst ja nicht über sexuelles mit deiner Tochter sprechen, aber einer von euch beiden sollte es schon tun denke ich. Auch wenn die Schule heutzutage echt viel übernimmt. 🙂

        liebe Grüsse
        kitty

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      • Beim „Turm“ bist du nicht ganz auf dem Laufenden, scheint mir. Das sind schlussendlich acht (!) Romane geworden. Aber wenn dir die ersten drei Episoden schon nicht gut gemundet haben, wärst du bestimmt bei Band 4 ausgestiegen. Der war zwar gut, brachte die aktuelle Handlung aber fast zum Erliegen.

        „Carrie“ fand ich sehr eindimensional. Ich habe das Buch aber auch erst gelesen, nachdem ich einige andere Kings durch hatte. Und da merkt man dann schon, dass es ein (halber) Erstling ist. Die ersten fünf Bachmanns sind ja älter, aber später ja auch noch einmal bearbeitet worden.

        „Langoliers“ habe ich gesehen, ja. Generell eine ganze Menge Verfilmungen (jetzt nicht gerade Spitzenwerke wie „Kinder des Zorns V“).

        Du solltest „Psycho“ wirklich einmal lesen – es gibt noch einmal ganz andere Einsichten in den kranken Verstand des Mörders! Meine Tochter hat den Roman mehr oder weniger so hingenommen. Hat sie wohl nicht wirklich beeindruckt. Aber sie erzählt da auch nicht viel.

        Fitzek kenne ich, na klar, habe aber noch viel zu wenig von ihm gelesen. Das werde ich jetzt nach und nach aufholen.

        Eine „Alternative“ zu King sind übrigens auch die Romane von Bentley Little oder James Herbert. Herberts Romane um „Die Ratten“ sind ganz einfach spitze!

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