Weil es um die Menschen geht!

Wenn man sich, so wie ich, einen Autor, einen Schreiberling, manchmal sogar einen Schriftsteller nennt, dann scheint sich das ganze Leben um nichts anderes zu drehen als um Worte und Sätze und ganze Texte. Manchmal wacht man morgens schon auf und denkt an nichts anderes als an das, was man heute unbedingt schreiben wollte. Was unbedingt geschrieben werden muss, weil es ansonsten einfach weh tut, es nicht geschrieben zu haben. Das kann ganz schön problematisch werden, vor allem dann, wenn man, so wie ich und die meisten, die hier mitlesen, einen Brotjob hat, der auch noch ein wenig Aufmerksamkeit möchte. Von Freunden und Familie rede ich an dieser Stelle mal gar nicht.

Oder doch, denn genau davon möchte ich heute, zumindest ganz kurz einmal, reden. Weil es um die Menschen geht.

Menschen sind das, was uns umgibt, was uns Energie gibt, was uns am Laufen hält. Ohne Menschen schreiben wir in einen luftleeren Raum hinein, schlimmer als die Schublade, die unsere besten Manuskripte gefangen hält und nicht wieder herausgeben möchte. Wenn keine Menschen um uns herum wären, für wen würden wir dann texten, bloggen, twittern, facebooken, schreiben, simsen, mailen, whatsappen – all das tun, was wir eben tun?

Wir wären eine Rasse ohne Sprache, sowohl im geschriebenen, wie auch im gesprochenen Wort. Wahrscheinlich wären wir nie aus dem Stadium des Urzeitmenschen erwachsen, wenn wir nicht die Sprache entwickelt hätten. Und wir haben sie nicht entwickelt, weil wir dem Schöngeist frönen wollten, sondern weil knallharte Bedingungen in unserer Umwelt uns dazu genötigt haben.

Damit möchte ich nicht sagen, dass ich der Schönheit der Sprache abtrünnig werden möchte. Nein, keineswegs. Es ist nur so, dass es an manchen Tagen sinnvoll ist, sich vor Augen zu führen, was eigentlich die Priorität dessen sein sollte, was wir tun und was wir schreiben. Weil es um die Menschen geht.

Meine Pläne für das Wochenende sahen vor, mich weiter um mein Manuskript zu „Der Beobachter und der Turm“ zu kümmern und nebenbei zwei Blogeinträge zu schreiben. Der, den ich gerade verfasse, gehörte nicht dazu. Er ist aber wichtig und er will jetzt geschrieben werden und ich richte ihn an alle, die ihn lesen und einige Menschen im Speziellen.

Pläne sind da, um geändert zu werden! Texte sind wichtig, sind mir wichtig, aber sie sind nicht das A und O meines Lebens. Wenn es etwas gibt, das ich mit meinen bescheidenen Mitteln tun kann, um anderen das Leben ein wenig zu vereinfachen, vor allem Menschen, die mir am Herzen liegen, dann stehen alle anderen Dinge dahinter zurück. Dann wird im Zweifel eben eher eine Mail oder eine whatsapp geschrieben als ein Kapitel überarbeitet. Das Kapitel ist morgen auch noch da und kann deswegen völlig problemlos warten.

Also: neue Pläne. Ich weiß nicht, inwieweit ich dazu komme, mich so in die Textarbeit zu stürzen, wie ich es vorgehabt habe. Sei es drum. Nebenher ist und war es mir auch wichtig, Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber auch, einfach Zeit mit mir selbst zu verbringen, ohne mich mit dem Texten unter Druck zu setzen. Das alles werde ich tun. Notfalls auch zu Lasten der Worte.

Weil es um die Menschen geht!

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8 Gedanken zu “Weil es um die Menschen geht!

  1. Hallo Michael,

    du hast eine gute Entscheidung getroffen. Das Schreiben darf uns nicht unter Druck setzen! Wir brauchen Auszeiten. Verweigere ich diese meinem Hirnchen, weil so viel ansteht, arbeitet es die ganze Nacht und lässt mich nicht schlafen.

    Außerdem steigern wir unsere Kreativität mit Abwechslungen 🙂

    Genieß deine neuen Pläne!

    Gefällt 1 Person

    • Schlaflosigkeit ist auch so ein Problem. Wobei ich das manchmal dem schlafen (und träumen) vorziehen würde. Heute Nacht habe ich wieder eine Story zusammengeträumt, die kann man nicht aufschreiben, pocht aber trotzdem in den Hirnwindungen. Grässlich!

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  2. NordLicht schreibt:

    Lieber Michael,
    danke für deine Worte! Sie haben mich sehr berührt!
    Mir kommt einer meiner Lieblingssprüche dazu in den Sinn:
    „Viele Menschen treten in unser Leben – nur wenige hinterlassen Spuren – in unserem Herzen.“
    Du hast mit deinen Worten bei den Menschen, an die du sie richtest, schon längst Spuren hinterlassen.
    Und weißt du, was ich glaube? Dass ein Romankapitel noch besser werden kann, wenn du zuerst deine Worte an die Menschen richtest 🙂
    Meinen Tag hast du mit dem heutigen Blogeintrag zum Strahlen gebracht 🙂 Danke dafür!

    Gefällt 1 Person

    • Liebes NordLicht,

      ich freue mich, wenn ich mit meinen Worten berühren kann – und seien es auch „nur“ einzelne, wenige Menschen.

      Jeder Mensch ist es wert, dass man das Wort an ihn richtet! Und jeder Mensch sollte jemanden haben, der für ihn da ist.

      Auch das ist Teil des Traums, den ich träume und den ich hier versuche, zu dokumentieren.

      Ich danke dir für deine Worte!
      Michael

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