Der Brexit – Utopie und Wirklichkeit

Keine Frage, heute werden sie alle aus ihren Löchern kommen: die Befürworter, die Gegner, die Skeptiker, die Euphorischen, die Schwarzmaler, die Berufsoptimisten … sprichwörtlich Mann und Maus werden heute etwas zu dem Thema zu sagen haben, das nicht zuletzt auch die Titelzeilen der Weltpresse bestimmt.

Das britische Referendum zum Verbleib Großbritanniens in der EU ist, nach allen vorliegenden Ergebnissen, mit einer deutlichen Mehrheit für das Verlassen des Staatenbundes ausgegangen. Er ist da, der viel beschworene Brexit.

Dies hier ist kein politisches Blog. Ich habe keinerlei Ambitionen, nun auf einer geo- oder nationalpolitisches Ebene ein Statement dazu abzugeben, ob diese Entscheidung gut oder schlecht ist. Zumal es, meiner Meinung nach, weder in diesem Moment schon absehbar ist, noch sich so undifferenziert darstellen lässt. Es wird sicherlich Dinge geben, die für die EU besser laufen werden ohne die Briten und Dinge, die schwierig werden. Und genauso wird es auch für die Anhänger des Brexit irgendwann Punkte geben, bei denen sie sich fragen, ob die EU wirklich so schlimm war.

Wie dem auch sei, Großbritannien hat gewählt – und steht nun auch vor inneren Zerreißproben. Die Schotten haben sich ebenso wie die Nordiren für einen Verbleib in der EU ausgesprochen. Schon munkelt man von weiteren Referenden, um diese Länder aus dem United Kingdom herauszulösen. Nicht nur die EU, auch die Insel geht interessanten politischen Zeiten entgegen.

Ich sagte es schon: irgendwann werden wir genaueres wissen. Und dieses „irgendwann“ ist es, das mich heute fasziniert. Ich bin Autor, ich kann nicht anders, als zumindest kleine Ideen eines „irgendwann“ in meinem Kopf zu entwickeln. Selbst wenn ich nicht vorhabe, ihn irgendwann zu schreiben, formt sich in meinem Kopf der Beginn eines Prologs:

Im Nachhinein vermochte niemand mehr zu sagen, wann es angefangen hatte, zu eskalieren. Doch in einem war man sich sicher: der Beginn des Ganzen datierte auf den vierundzwanzigsten Juni 2016. An jenem Tag hatte der Austritt Großbritanniens die Europäische Union erschüttert und damit eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, an deren Ende das stand, was man heute umgangssprachlich als den „Big Bang“ bezeichnet.

Doch dies ist die Utopie. Wie die Wirklichkeit aussehen wird, werden wir erst in Monaten, vielleicht sogar in Jahren wissen. Aber eines möchte ich dennoch sagen, auch wenn es sich hier um ein unpolitisches Blog handelt. Wir alle sollten jetzt die Kirche im Dorf lassen und nicht damit anfangen, Schreckensszenarien für die Wirtschaft oder die Stabilität des Euro oder der EU als Ganzes zu entwerfen. Dass Großbritannien seinen Brexit vollzieht ist sicherlich eine Zäsur. Aber es ist nicht das Ende! Weder für die eine Seite, noch für die andere.

Spannend wird es werden. Wie in einer guten Geschichte. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich es kaum erwarten kann, die Seite umzublättern um zu erfahren, wie es weitergeht!

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5 Gedanken zu “Der Brexit – Utopie und Wirklichkeit

  1. Das geht mir ganz genauso, auch wenn ich sehr voreingenommen bin, was passieren wird. Aber warten wir es ab. Es tut mir einfach leid um die mehrheitlich jungen Briten, die ihre Zukunft in der EU gesehen haben und von den ewig Gestrigen um diese Zukunft gebracht wurden. Ob die Neue nun eine Bessere sein wird? Ich wage es leider zu bezweifeln.

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    • Ja, die ersten Analysen zeigen ja alle deutlich, dass mehrheitlich die Alten dafür gestimmt haben, die EU zu verlassen.

      Es ist schwer, eine Prognose abzugeben. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die EU-Gegner wirklich schon Ideen in der Schublade liegen haben – zumal sich an der Regierung Großbritanniens ja erst einmal nichts ändert.

      Schwierige Situation.

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      • Da wird sich was ändern. Und zwar sehr schnell. Wenige Politiker, die mit Herzen in der EU ist, werden Gesetzt einfach so verabschieden können, die gegen das sind, was sie selbst denken. Cameron wir den Anfang machen und in ein paar Tagen zurücktreten.

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      • Cameron hat seinen Rücktritt ja schon angekündigt. Aber dennoch ist der Austritt ja „erst“ für 2018 terminiert, um alles irgendwie „harmonisch“ über die Bühne zu bringen. Alleine – mir fehlt der Glaube.

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