Selfpublishing Rocks!

Manchmal gibt es Dinge, die schon alt sind, deswegen aber nichts von ihrer Aktualität oder ihrem Nutzwert eingebüßt haben. Im Internet geht es schnell, dass solche Dinge in Vergessenheit geraten – oder einfach an Sichtbarkeit.

Nike Leonhard hat sich als Archäologin betätigt und bei dem sowohl als Verfasser für Schreibratgeber, als auch für seine bissigen Satiren in der Federwelt bekannten Autor Stephan Waldscheidt eine Art Manifest für eine Initiative gefunden, die sich „Selfpublishing Rocks!“ nennt.

Folgende Inhalte sind Bestandteil dieser Selbstverpflichtung:

  1. Ich respektiere meine Leser und nehme sie und ihre Ansprüche ernst.
  2. Ich biete die beste mir mögliche Qualität an – in Inhalt und Aufmachung.
    Das heißt unter anderem:
    + gründliche und mehrfache Überarbeitung des Geschriebenen
    + Fakten-Check bei Sachbüchern und Ratgebern
    + zitieren nur mit Quellen-Angaben
    + Respekt vor der Leistung von anderen: Beachtung des Urheberrechts
    + keine Plagiate
    + keins meiner Bücher erscheint, ohne dass es zuvor von Test-Lesern geprüft wurde, egal ob das Bekannte sind oder bezahlte Profis
    + gründliches Lektorat und Korrektorat von mir selbst und / oder Dritten
    + ein zumindest ordentliches und liebevoll gestaltetes Cover, zu dem ich die Meinung von Dritten einhole oder das Fachleute für mich erstellen
  3. Ich biete meine Bücher zu fairen, sich im Rahmen des Üblichen bewegenden Preisen an und garantiere ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung.
    Ich verzichte dabei insbesondere auf extrem überhöhte Mondpreise, die das Ansehen der Selfpublisher schädigen, ebenso wie auf dauerhafte Gratisaktionen oder extrem niedrige Preise. Mit Letzterem soll verhindert werden, dass bei den Lesern eine Umsonst- oder Billig-Mentalität einreißt, die längerfristig das ganze Selfpublishing gefährdet. Die Buchpreisbindung in Deutschland sorgt bis heute dafür, dass unsere Buchlandschaft noch immer sehr vielfältig ist. Wenn sich die Leser daran gewöhnen, so gut wie gar kein Geld mehr für Bücher ausgeben zu müssen, schadet das langfristig allen Autoren, Verlagen und Händlern – und am Ende auch den Lesern selbst.
  4. Ich vermarkte und bewerbe meine Bücher selbstbewusst – aber ich spamme niemanden mit Werbung voll, nicht in den sozialen Netzen und erst recht nicht per Mail. Dabei bemühe ich mich um inhaltlich korrekte und informative oder unterhaltsame Werbung in erträglichen Dosierungen und verzichte auf marktschreierisches Feilbieten meiner Bücher.
  5. Ich respektiere die Arbeit anderer Selfpublisher. Ich will kein Hauen und Stechen, keinen brutalen Wettbewerb, stattdessen gesundes und beflügelndes Konkurrenzdenken und ein faires Miteinander in einem Markt, der groß genug für alle ist, die Qualität anbieten.
  6. Ich respektiere die Arbeit von Verlagen und Buchhändlern. Beide sind nach wie vor essenziell für eine Verbreitung des Buchs und für sein Image.
  7. Ich respektiere auch die Autorenkollegen, die sowohl mit Verlagen zusammenarbeiten als auch andere Bücher selbst veröffentlichen (Hybrid-Autoren).
  8. Ich will als Selbstverleger permanent besser werden und bilde mich weiter – als Autor und als Unternehmer.
  9. Ich verfolge meine Autorenkarriere mit Nachhaltigkeit. Vor jeder Veröffentlichung stelle ich mir die folgenden Fragen: Muss dieser Text, an dem ich gerade arbeite, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden? Ist dieses das richtige Buch für mich als Autor zu diesem Zeitpunkt meiner Karriere? Ist es tatsächlich gut genug? Stehe ich hinter dem Inhalt? Kann ich auch noch morgen dazu stehen? Oder schade ich mir damit selbst? Ich respektiere eben nicht nur meine Leser, sondern auch mich selbst als Autor.

Ich gehe auf die einzelnen Punkte an dieser Stelle nicht in epischer Breite ein, weil ich denke, dass sie für sich selbst stehen können und auch selbsterklärend sind. Aber ich schließe mich dieser Initiative, die publiziert wurde, bevor ich auch nur auf die Idee kam, diesen Blog zu starten, gerne an.

Wisst ihr, was außerdem interessant ist? Mit einigen der Punkte hätte ich damals, im April 2015, inhaltlich noch gar nichts anfangen können. Sie wären schlicht jenseits meines Erfahrungs- oder Wissenshorizonts gewesen. Ich denke, dass die Tatsache, dass das heute anders ist, ein deutliches Signal dafür darstellt, dass ich Punkt 8 unterschreiben kann.

Ich habe keine Ahnung, woran es gelegen hat, dass die Sichtbarkeit dieses Textes nicht oder kaum mehr gegeben ist. Dank des Beitrags von Nike wurde ich nun darauf aufmerksam und vielleicht kann mein Text weitere Mitautoren aufmerksam machen. Und zusammen lassen wir dieses Manifest wieder aufleben.

Ich fände das ziemlich gut und angebracht!

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